(Camper-)Van mieten oder kaufen für Rundreise USA/Kanada?

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md221991
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(Camper-)Van mieten oder kaufen für Rundreise USA/Kanada?

Ungelesener Beitrag von md221991 » 12 Mai 15 15:23

Hallo,
Ich plane mit Freunden von mir eine Weltreise und der erste Teil der Reise soll eine Nordamerika- Rundreise werden, natürlich besonders kostengünstig. Hier ein paar Eckdaten für diesen Part:

Personen: 3-4

Reisezeitraum: April 2016 – Mitte/Ende Mai 2016

Budget: Kostengünstig

Als Fortbewegungsmittel hätten wir an einen (Camper-) Van gedacht, in dem man auch schlafen und „leben“ kann. Wir hatten vor an der Ostküste (Montreal/Quebec), New York, Boston, Washington mitzunehmen und die gesamte Westküste ab Los Angeles bis hoch nach Vancouver/Kanada. Das Landesinnere der USA reizt uns jetzt nicht so, daher wären wir da zügig durchgefahren. Da wir für diesen Trip 6 -8 Wochen geplant haben sind wir uns jetzt unsicher welche Variante die kostengünstigste bzw. stressfreiste ist: Mieten oder Kaufen & Verkaufen?

Vielleicht hat der ein oder andere schon eine derartige Reise unternommen und kann seine Erfahrungen diesbezüglich mitteilen. Ich denke aber die Art zu reisen kommt uns wesentlich günstiger als ein Kleinwagen, da wir sonst zusätzlich für die Übernachtungskosten aufkommen müssten. Verpflegungstechnisch kommt man in einem Camping-Urlaub ja tendenziell meist immer günstiger weg, als andauernd Essengehen zu müssen. Soweit möglich hätten wir auch kostenfreie Campingplätze sowie Wal-Mart-Parkplätze (dort ist es überwiegend erlaubt eine Nacht stehen zu bleiben) genutzt.

Natürlich sind aber auch andere Vorschläge jederzeit willkommen und ich freue mich über jeden Beitrag :)

Vielen Dank und Viele Grüße

Michael

Peter7
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(Camper-)Van mieten oder kaufen für Rundreise USA/Kanada?

Ungelesener Beitrag von Peter7 » 12 Mai 15 16:49

md221991 hat geschrieben:...
Natürlich sind aber auch andere Vorschläge jederzeit willkommen ...
Hallo MD, gruess dich hier im Forum!

Von Washington nach Los Angeles sind es 3.500 km, die ihr durchbrettern wollt.

Statt 4 Tage Camper Miete und 350 Liter Kraftstoff zu bezahlen, solltet ihr den Preis fuer 3 bzw. 4 one way Flugtickets pruefen. Das koennte billiger sein - und wie durch Zauberhand haettet ihr fuer eure ohnehin aeusserst knappen 6 Wochen 4 weitere Besichtigungstage gewonnen...

onurb
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(Camper-)Van mieten oder kaufen für Rundreise USA/Kanada?

Ungelesener Beitrag von onurb » 12 Mai 15 17:03

Die stressfreieste Version ist sicher die Miete! Teuer, aber Du bist aller Sorgen ledig. Versicherungen, Unterhalt, Pannendienst etc. ist alles Aufgabe des Vermieters.

Stelle Dir in Sachen Kauf die folgenden Fragen:

- wieviele Zeit rechnest Du von Deinen 6-8 Wochen für den Kauf, Versicherungsabschluss und sonstige administrative Notwendigkeiten am Beginn der Reise

- wieviele Zeit rechnest Du am Ende Deiner Reise, das Gefährt auch wieder abzustossen?

Bist Du sicher, dass Du nach Abzug von Obigem überhaupt noch genügend Zeit hast, Deine geplante Reise durchzuführen?

Deine vorgeschlagene Route ist bereits bei optimaler Planung zeitlich schon sehr spannend (man will ja auch etwas sehen, z.B. alleine für die Gegend Monument-Valley-Lake Powell-Grand Canyon kann man problemlos 5-10 Tage aufwenden).

Während Du in der Regel ein relativ neues und gut erhaltenes Gefährt mieten kannst, trägst Du beim Kauf ein grosses Risiko, das Gefährt wird älter und störungsanfälliger sein. Wie kompensierst Du zeitlich eine Panne, welche Dich u.U. einige Tage festsitzen lässt. Wenn Du das Auto nachträglich verkaufen willst, musst Du eventuell Abgastests machen lassen (Pflicht des Verkäufers z.B. in Kalifornien).

Bedenke auch: es sind lange Wege quer durch die USA und Kanada. Nicht nur weite Distanzen, sondern (Westküste) grosse Höhendifferenzen und extreme Temperaturen zu überwinden. Das Wohnmobil wird stark gefordert werden. Beachte auch den massiv höheren Benzinverbrauch eines Wohnmobils, da sind dann schnell 30l/100km fällig, wenn Du in den Rocky Mountains herumkurven willst.

Ebenfalls ist Deine Idee mit Gratisparken vor dem Walmarkt wohl richtig, aber wenn Du im Westen in den Nationalparks herumkurven willst, dann gibt es dort eben keine Walmarkts. Sollte Dein Gefährt keine separate Klimaanlage haben, welche auch bei abgestelltem Motor funktioniert, dann wird das Uebernachten in gewissen Gebieten sehr unangenehm. Auf den Campingplätzen hast Du Stromanschluss für die Klimaanlage). Wenn Du also Deine Kosten planen willst, dann rechne doch mit 50% der Zeit mit kostenpflichtigen Campingplätzen (Kosten einer Nacht kannst Du z.B. auf www.koa.com feststellen).
[S.a.: -> USA: Günstig / Kostenlos mit Camper übernachten]

Von der Dauer her, halte ich 6-8 Wochen zu kurz für einen Kauf (sieht natürlich anders aus, wenn Du Hilfe von lokalen Bekannten und Verwandten erhalten kannst, welche Kauf/Verkauf, Versicherungen für Dich erledigen können).

Ob Miete oder Kauf eines Wohnmobils günstiger ist, hängt im Wesentlichen von der Differenz zwischen Ankauf und Verkauf und den nötigen Reparaturen unterwegs ab. Niemand kann Dir da etwas garantieren.

Beachte aber auch einen wesentlichen Unterschied zwischen Camper und Mietwagen: Das Herumkurven in den Nationalparks mit einem Camper ist nicht sehr angenehm, starke Steigungen, scharfe Kurven, sehr hoher Benzinverbrauch, Kurven sind teilweise so eng, dass ein Befahren nur möglich ist, wenn kein Gegenverkehr (Kenner können da einmal an den Arches Nationalpark oder den Sequoia NP denken).

Frage:

Habt Ihr auch schon an eine Zwischenlösung gedacht: Mietwagen (gross!!!!) und 1-2 Zelte. Zelten im Westen auf guten Plätzen (z.B. obig erwähnte KOA) ist traumhaft. Grosse Standplätze, gute, saubere Infrastruktur, gute Erhältlichkeit. Wesentlich günstiger als ein Standplatz für einen Camper. Natürlich ist das keine sehr gute Lösung für die Ostküste (in Manhattan könnt Ihr vermutlich nicht zelten!), unterwegs in den Westen aber schon ganz passabel und Zelten am Grand Canyon, Lake Powell, Monument Valley, da gibt es nichts Schöneres: Am Abend bei Sonnenuntergang mit 4 saftigen T-Bones auf dem Grill vor der Kulisse des Monument Valley: wer will mehr??)

boppel
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(Camper-)Van mieten oder kaufen für Rundreise USA/Kanada?

Ungelesener Beitrag von boppel » 13 Mai 15 22:39

Hallo MD...,

ich stimme Onurb uneingeschränkt zu.

Außerdem zu berücksichtigen: Wenn Du ein WoMo kaufst, mußt Du dieses auch ausrüsten (Campingstühle, Gasflaschen, Geschirr, ...) diese Kosten bekommst Du kaum noch erstattet beim Verkauf. Oder Du mußt viel Zeit in eBay-Versteigerungen stecken - sicher nicht die entspannteste Art einen Urlaub zu verbringen.
[S.a. verwandtes Thema: USA: Campervan mieten oder kaufen? - Was lohnt wann?]

In Deiner Situation würde ich eher zu einer PKW-Miete im Osten raten (enges Motel-Netz und Kosten überschaubar)
[-> s.a.: USA: Ungefähre Zimmerpreise in Motels?],
dann in den Westen fliegen und dort (oneway) ein WoMo mieten
[-> s.a.: Autoreise USA- Westküste: Mietwagen oder Camper?].

Übrigens: In National Forests kann man in den USA sehr günstig übernachten. Auch State Parks (USA Mitte und Westen) sind teilweise sehr günstig (3-10 USD/Übernachtung, Stand 2011)
[-> s.a.: USA Westküste: Nationalpark-Unterkünfte spontan findbar?].

WalMart ist nicht immer der Hit, insbesondere in den USA (24h, 7Tage die Woche Betrieb - das war in Kanada viiiieeeelll angenehmer und man fühlte sich auch wesentlich sichererererer).

Gruß

Boppel

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Hildegard Grünthaler
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(Camper-)Van mieten oder kaufen für Rundreise USA/Kanada?

Ungelesener Beitrag von Hildegard Grünthaler » 19 Jun 15 11:04

Hallo Michael,
Warum willst Du Deine Reise an der Ostküste starten? Im Bereich der Appalachen ist der Osten zwar interessant, aber nicht gerade exotisch - und bis zu den Rockies zieht es sich - egal ob in den USA oder in Kanada - warum dort durchbrettern und Deine kostbare Reisezeit vertun? Du wirst mit angelegten Ohren durch die Lande düsen müssen!
Sinnvoll wäre ein Flug nach LA - Füge nach LA bekommst Du auch relativ günstig, weil das Angebot groß ist. (Auch Phoenix oder Las Vegas wäre eine Alternative). Die Variante mit den Inlandsflügen kostet auch Zeit - Auto übernehmen, am Flugplatz warten usw.)

Das Problem Kauf oder Miete ist schwierig. Mieten ist sehr teuer - beim Kauf und Verkauf vertrödelst Du viel Zeit. Es gibt noch die Möglichkeit des Kaufs mit Rückkaufgarantie. Wir haben unterwegs immer wieder Leute getroffen, die auf diese Weise einen Camper erstanden hatten - allerdings niemals hinterher. Wie der Deal jeweils am Ende ausging, kann ich Dir leider nicht sagen. (Einfach mal googeln und anfragen).
Ich selbst habe die USA bereits zweimal für 4 Wochen mit der Variante Miet-PKW - Motel bereist (teuer) und zweimal äußerst ausgiebig und mit viel Zeit mit dem eigenen (allerdings von Deutschland aus verschifften) Wohnmobil. Ich persönlich ziehe auf jeden Fall das Wohnmobil vor.
[S.a.: -> Mit Wohnwagen oder Mietwagen durch Kanada]

Du musst auch nicht, wie behauptet, die teuren und hässlichen KOA-RV-Parks aufsuchen. Wenn Du in den Nationalparks unterwegs bist, kannst Du z.B. die wesentlich schöneren Nationalpark-Campgrounds aufsuchen, außerdem gibt es preisgünstige Forestcampgrounds usw. - und natürlich auch, wie schon schon schreibst, den WalMart (das ist zwar wirklich keine Hit - aber wenn es in knapper Zeit nur ums Übernachten geht, ist das kein Problem. Du kannst dann gleich einkaufen und musst nicht extra Zeit vertrödeln! Sicher ist der WalMart immer, in unsicheren Ecken gibt es eigene Securities. Allerdings nehmen inzwischen die Verbote zu).
Die Steigungen und Kurven in den Rockies sind für ein Wohnmobil kein Problem - die Amis fahren dort schließlich auch rum - und ein 12-Meter-Riesenteil wirst Du ja kaum kaufen. Auch ist es nicht so, dass Du unbedingt eine Klimaanlage brauchst - wir waren jahrelang ohne unterwegs! In manchen Nationalparks ist die Länge auf 22 Fuß begrenzt - da gibt es dann Shuttlebusse die zu den View-Points fahren. Einzig das Death Valley kann wegen der Hitze und den extrem langen Steigungen problematisch sein. Das solltest Du dann so früh wie möglich angehen - und vielleicht solltest Du auch noch einmal überlegen, ob Du den USA und dem Westen Kanadas mit seinen großartigen Landschaften nicht doch mehr Zeit einräumen solltest!

Viel Spaß beim Pläneschmieden wünscht Hildegard
www.wohnmobil-weltreise.de

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