Äthiopien: zur Zeit ratsam?

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Gunnie
Kiebitz
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Äthiopien: zur Zeit ratsam?

Ungelesener Beitrag von Gunnie » 16 Nov 16 15:15

Habe in einer Woche einen Flug nach Addis Abeba,vor Ort sieben Wochen.Bin aber drauf und dran,den Flug verfallen zu lassen wegen der aktuellen Lage in Äthiopien.Bin zwar ein langsamer Reisender und wollte viel wandern,aber sieben Wochen erscheinen mir jetzt doch zu lang.Was meint ihr?

schmechi
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Beiträge: 78
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Äthiopien: zur Zeit ratsam?

Ungelesener Beitrag von schmechi » 25 Nov 16 20:24

Ich befürchte ja, dass ich zu spät dran bin, kann dir aber nur empfehlen, jedenfalls zu fliegen....

Ich bin am 6.11.2016 aus Äthiopien zurückgekehrt, war in Addis Abeba, habe die historische Route gemacht (Bahir Dar, Gonder, Aksum, Lalibela), war Wandern in den Simien Mountains und dann noch im Süden (Arba Minch, Konso, Jinka, Turmi, Ziwey).

Ich habe vor Ort überhaupt keine Probleme feststellen können, die Reisewarnung des österreichischen Außenministeriums, welche während meines Aufenthalts aufrecht war, halte ich für stark übertrieben. Es war überall ruhig und mit einer Ausnahme (Konso, siehe unten) ist man auch als Tourist willkommen.

Es gab Unruhen im August, hernach fallweise Probleme und Streiks, mit Ende der Regenzeit (und Ausrufung des Ausnahmezustandes durch die äthiopische Regierung) dürften diese aber abgeflacht sein (weil die Leute eben zur Ernte mußten). Österreich hat mittlerweile die Reisewarnung für die Touristengebiete auch wieder zurückgestuft (von Stufe 5 auf Stufe 3).

Was den Ausnahmezustand betrifft, bemerkt man diesen als Tourist eigentlich nur daran, dass das Internet (vor allem sozale Netzwerke, Freemail-Anbieter und Newsseiten aber zB auch die Homepage von Ethiopian Airlines) blockiert ist. Auf Mail-Antwort von äthioipischen Tour-Operatoren etc. würde ich auch nicht warten, Internet per Mobiltelefonie ist generell abgedreht). Polizei- und Armeekontrollen sind trotz Ausnahmezustand recht selten (verglichen mit anderen Ländern der 3. Welt oder Lateinamerikas) und vor allem auch unproblematisch.

Probleme gab es nur in Konso, die dortigen Konso People akzeptieren derzeit wegen eines Streits mit der Regierung keine Besucher (der Konso-König wurde verhaftet und die Regierung versucht den Stamm zu entwaffnen). Dieser Konflikt hat aber eigentlich nichts mit den international in den Medien diskutierten Protesten in Oromia und Amhara zu tun.

Angeblich ist die Lage rund um die Bale Mountains nicht ganz so ruhig, das kann ich aber nicht sagen, weil ich dort nicht war. Könnte für dich als Wanderer aber von Interesse sein.

Der jüngste Angriff in der Region Jimma auf tschechische und slowakische Touristen, bei denen eine Einheimischer getötet wurde, hatte gemäß meinen Informationen auch keinen politischen Hintergrund sondern war ein "simpler" Raubüberfall. Wobei ich anmerken will, dass ich mich in Äthiopien extrem sicher gefühlt habe, was Kriminalität angeht.

Was ich aber zugestehen muß, dass es sehr wohl "brodelt", nahezu alle, sogar Personen, die im Tourismus arbeiten und sohin Interesse an einer stabilen Lage haben, gestehen mit der Regierung unzufrieden zu sein und die Opposition zu unterstützen. Ich befürchte also, dass es in nächster Zukunft wirklich mal "heißer" wird. Gerade deshalb sollte man uU jetzt noch die Chance nutzen...

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