Freilerner Kinder auf Reise - später sozial geschädigt?

... und was Dir sonst noch als ortsübergreifendes Spezialthema einfällt, das nirgends sonst hinpasst.
kanter
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Freilerner Kinder auf Reise - später sozial geschädigt?

Ungelesener Beitrag von kanter » 16 Jan 15 0:37

Vorab, ich hab in Deutschland ein Gymnasium besucht, humanistisch, mit Latein und so, und bin heute froh, dasss meine Eltern mich da rein gesteckt haben. es war eine Art "Elite" (hua, hua) - Gymnasium und ich zehre seither - bis heute - von den Kontakten und Freundschaften, die sich nur in einer solchen Institution entwickeln konnten.

Manchmal denke ich, dass ein Internat noch besser gewesen waere.

Freilerner-Kinder sollen also nun ganz gezielt den genau gegenteiligen Weg gehen! Kontakte zu Gleichaltrigen in einem schulischen Umfeld sollen/koennen sie nicht haben.

Meine Frage wäre, wie es diesen Kindern spaeter gehen wird ohne diese ganzen Kontakte, die das Schulleben fuer sie bereithalten wuerde?

Ich frage mal ganz unbefangen: Besteht da nicht die Gefahr, dass die Kinder "Eigenbroetler" werden?

Ist es moeglich, dass jemand, der ausserhalb eines Umfeldes Gleichaltriger aufgezogen wird, nicht lernt (nicht lernen kann), sich mit Kritik auseinanderzusetzen, weil er eben nicht daran gewoehnt wird, dass zum Leben auch Wettbewerb und damit Kritik gehoert?


[Thema aus Vorstellungsbereich gefischt und zur allgemeinen Diskussion in passendere Kategorie verschoben - Astrid :)]

kanter
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Freilerner Kinder auf Reise - später sozial geschädigt?

Ungelesener Beitrag von kanter » 16 Jan 15 7:59

kanter hat geschrieben: Thema aus Vorstellungsbereich gefischt und zur allgemeinen Diskussion in passendere Kategorie verschoben - Astrid :)
Ja, @Astrid, die Frage hatte ich gestellt, ausgeloest dadurch, dass sich die Userin Mary in ihrem Vorstellungsbeitrag ausdruecklich und zweifach darauf bezog, dass sie ihre Kinder nicht in eine Schule gibt und dass sie Spezialistin fuer "Freilernen" sei.
Mary & Familie hat geschrieben: Wir sind eine Freilernerfamilie aus der Schweiz. Unsere Kinder gehen also nicht zur Schule und lernen frei......
Herzliche Grüsse Mary
Mary & Familie hat geschrieben: In Bezug auf das Freilernen..... bin ich Spezialistin ;) Gerne werde ich aber bei Gelegenheit etwas dazu schreiben :D....
Herzliche Grüsse Mary
http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... sc&start=0

Und da hatte ich halt gedacht, wenn wir schon eine Spezialistin hierfuer im Forum haben, die sich ausdruecklich darauf bezieht und das ausdruecklich erwaehnt, dann kann man da ja vielleicht einmal nachfragen.

Denn ueblich ist es ja keineswegs, Kinder nicht in eine Schule zugeben und sie vom schulischen Umfeld fernzuhalten.

Aber vielleicht hat ja Mary ueberzeugende Argumente fuer ihre Haltung. Und die haetten mich halt interessiert.

Mary & Familie
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Freilerner Kinder auf Reise - später "sozial geschädigt

Ungelesener Beitrag von Mary & Familie » 16 Jan 15 15:36

Hallo und guten Morgen

Als erstes sei gesagt, dass ich dir am selben Tag deiner ersten Frage mehr aus ausführlich geantwortet hatte. Meine Antwort ist hier aber nicht mehr, ist mir jetzt schon das zweite Mal hier im Forum passiert. Ich habe deshalb erst heute gesehen, dass sie fehlt.

Nun gut, dann werde ich dir hier nun noch einmal (kurz) antworten, ich habe aber mehr als genug um die Ohren da ich viele verschiedene Projekte haben, welche sich übrigens unter anderem genau mit deinen Fragen befassen. Wenn du dir z.B. einmal ein Bild machen möchtest, wie so etwas funktionieren kann, dann empfehle ich dir folgende Videos einmal anzusehen.

Ich leite diese Bewegung und für weitere Diskussionen können wir gerne in meinem Forum weiterschreiben. Denn meine Zeit ist beschränkt und wenn ich schon eine ausführliche Diskussion über das Thema Freilernen mit dir führe, dann möchte ich auch, dass Menschen die sie wirklich dafür interessieren Zugang dazu haben.

In diesem Forum geht es vornehmlich um Reisen und allem was dazu gehört. In meinem Forum werden eben diese Themen angesprochen und bieten so für alle Interessierten eine Plattform für Austausch.

Sollten also in Zukunft auch Menschen in diesem Thread hier mitlesen, dann haben auch sie die Möglichkeit in meinem Forum unsere Diskussion zu verfolgen.

Hier also einmal der Link: http://oekologiederkindheit.com/videos/

Meine Website lautet: www.freie-Bildung.ch und das dazugehörige Forum lautet: www.freie-Bildung.ch/forum .


[diesen und die nächsten 2 Beiträge in passenden Thread verschoben - Astrid :)]

kanter
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Freilerner Kinder auf Reise - später "sozial geschädigt

Ungelesener Beitrag von kanter » 16 Jan 15 15:41

Mit dem Link jetzt habe ich dein Forum gefunden, danke Mary. Du nimmst dir ja sehr viel Zeit dafuer. Alle Achtung!

Und indirekt ist meine Frage durch dieses Forum auch bereits beantwortet. Es schrieb da naemlich eine MUtter:

Zitat: "Mein Sohn besucht die Volksschule. Ich könnte ihn auch zu Hause unterrichten. Aber für mich und ihn ist es besser anders. Ich finde es schön, wenn er viele verschiedene Menschen hat, die ihm auf verschiedene Arten etwas beibringen. Ich schicke ihn nicht einfach, weil es alle anderen auch so machen, in die öffentliche Schule. Es ist wichtig für ihn mit anderen Kindern zu sein und er braucht den Ausstausch mit anders und gleich Denkenden".

Es beruhigt mich also zu wissen, dass es auch in deinem Forum Leute gibt, wie mich, die die Notwendigkeit eines Austauschs auch mit anders Denkenden bejahen. :wink:

Mary & Familie
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Freilerner Kinder auf Reise - später "sozial geschädigt

Ungelesener Beitrag von Mary & Familie » 16 Jan 15 18:25

Danke - ja ich gebe mir Mühe ;)
Und indirekt ist meine Frage durch dieses Forum auch bereits beantwortet. Es schrieb da naemlich eine MUtter:

Zitat: "Mein Sohn besucht die Volksschule. Ich könnte ihn auch zu Hause unterrichten. Aber für mich und ihn ist es besser anders. Ich finde es schön, wenn er viele verschiedene Menschen hat, die ihm auf verschiedene Arten etwas beibringen. Ich schicke ihn nicht einfach, weil es alle anderen auch so machen, in die öffentliche Schule. Es ist wichtig für ihn mit anderen Kindern zu sein und er braucht den Ausstausch mit anders und gleich Denkenden".

Es beruhigt mich also zu wissen, dass es auch in deinem Forum Leute gibt, wie mich, die die Notwendigkeit eines Austauschs auch mit anders Denkenden bejahen. Wink
Ja und hinter dieser Aussage (die übrigens von einer meiner besten Freundinnen stammt - sie ist eine super Person und auch ehem. Lehrerin von Beruf, welche das Freilernen auch unterstützt) stehe auch ich voll und ganz. Für ihre Familie ist das so das richtige. Wie es für unsere Familie, allen voran für meine Kinder, das richtige ist dass sie selbst bestimmen dürfen was, wie und wo sie es lernen.

Wenn ich nun den oben zitierten Satz umwandeln würde in: "Meine Kinder lernen frei wo und wann immer sie möchten. Ich könnte sie auch in die Schule schicken. Aber für mich und sie ist es besser anders. Ich finde es schön, wenn sie viele verschiedene Menschen haben, die ihnen auf verschiedene Arten etwas vorleben, unabhängig von Alter, Ort oder Position in der Gesellschaft. Unabhängig von Stundenplänen oder von vorgeschriebenem Lernstoff zu bestimmten Zeiten. Ich lasse meine Kinder nicht frei Lernen, weil es viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt auch so machen, sondern weil ich auf die Bedürfnisse meiner Kinder eingehe und für sie dies der beste Weg ist jetzt.
Es ist wichtig für meine Kinder mit anderen Menschen zusammen zu sein und sie brauchen den Austausch mit anders und gleich denkenden Personen allen Alters."

Würdest du dann auch sagen, dass dich dieser Satz beruhigt? Nur weil eine Person diesen Satz schreibt, unterschreibst du diesen obwohl du dich anscheinend noch nicht einmal ansatzweise mit der Thematik auseinandergesetzt hast?

Was veranlasst dich zu glauben, dass ich oder meine Kinder den Austausch mit anders Denkenden ablehnen würden? Wir haben grösstenteils nur mit anders denkenden Menschen Kontakt ;) Das ist doch selbstverständlich. Wenn ich meine Kinder nur bei mir zu Hause lassen würde und sie nur mich oder ihren Vater als Bezugspersonen hätten - ja das wäre wirklich eine Katastrophe! Gott sei Dank ist dem nicht so. Meine Kinder haben Bezugspersonen vom Baby bis 99 jährig. Sie können jeder Zeit mit Schulkindern Verabredungen haben wenn sie dies wünschen, an Kursen teilnehmen, usw. und so fort ... und sie können auch in eine Schule gehen wenn sie dies möchten ;)

jonathan
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Freilerner Kinder auf Reise - später sozial geschädigt?

Ungelesener Beitrag von jonathan » 02 Feb 15 14:01

Zu diesem Thema habe ich folgendes gefunden:

Zitat: "Nachteile:
....
fehlende soziale Kontakte, keine positive Gruppendynamik
fehlendes soziales Lernen, fehlende soziale Kompetenz;
integrative Ansätze greifen beim Homeschooling ins Leere
mangelnde Vorbereitung auf das Leben außerhalb des geschützten, häuslichen Umfelds
“Sonderstatus”, wenig Akzeptanz in der Gesellschaft; Rechtfertigung oft notwendig
ev. wenig Akzeptanz eines entsprechenden “Abschlusses” Zitat Ende
https://muttis.wordpress.com/2013/09/26 ... nterricht/

und dazu einen Kommentar; Zitat:

"In der Schule lernen Kinder mehr als nur das, was im Lehrplan steht. Es geht auch um das miteinander und voneinander lernen. Nicht umsonst werden Gleichaltrige mit zunehmendem Alter wichtigere Peers als die ollen Eltern."
Link wie oben.

Vielleicht zielte die Kritik von Kanter - Stichwort: von der Schule ferngehaltene Kinder koennen "Eigenbroetler" werden - ja auch in diese Richtung.

Aber, ok, obwohl es diesen Faden hier gibt, ist ein Weltreiseforum wohl eher nicht der richtige Platz fuer Diskussionen ueber diesen thema. Die Mitglieder hier wollen sich vorrangig ueber Reisen informieren und eher nicht ueber Vor- und Nachteile der Fernhaltung junger Kinder vom Schulunterricht mit Gleichaltrigen.

Segler Seb
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Freilerner Kinder auf Reise - später sozial geschädigt?

Ungelesener Beitrag von Segler Seb » 02 Feb 15 17:58

jonathan hat geschrieben:Zu diesem Thema habe ich folgendes gefunden:

Zitat: "Nachteile:
....
fehlende soziale Kontakte, keine positive Gruppendynamik
fehlendes soziales Lernen, fehlende soziale Kompetenz;
integrative Ansätze greifen beim Homeschooling ins Leere
mangelnde Vorbereitung auf das Leben außerhalb des geschützten, häuslichen Umfelds
“Sonderstatus”, wenig Akzeptanz in der Gesellschaft; Rechtfertigung oft notwendig
ev. wenig Akzeptanz eines entsprechenden “Abschlusses” Zitat Ende
https://muttis.wordpress.com/2013/09/26 ... nterricht/

und dazu einen Kommentar; Zitat:

"In der Schule lernen Kinder mehr als nur das, was im Lehrplan steht. Es geht auch um das miteinander und voneinander lernen. Nicht umsonst werden Gleichaltrige mit zunehmendem Alter wichtigere Peers als die ollen Eltern."
Link wie oben.

Vielleicht zielte die Kritik von Kanter - Stichwort: von der Schule ferngehaltene Kinder koennen "Eigenbroetler" werden - ja auch in diese Richtung.

Aber, ok, obwohl es diesen Faden hier gibt, ist ein Weltreiseforum wohl eher nicht der richtige Platz fuer Diskussionen ueber diesen thema. Die Mitglieder hier wollen sich vorrangig ueber Reisen informieren und eher nicht ueber Vor- und Nachteile der Fernhaltung junger Kinder vom Schulunterricht mit Gleichaltrigen.
...das sehe ich anders. Fang ich mal unten an:
Klar, im ersten Moment ist das eine Diskussion die mit Reisen nicht so viel zutun hat. Aber: Wenn man sie mit dem Reisen verbindet wird es nicht nur für langzeitreisende, die irgendwann Kinder bekommen wollen interessant - sondern muss auch ganz anders verbunden werden.
Wenn ich mir vorstelle das die Kinder nur Kontakt mit den Eltern/Geschwistern haben, dann müsste ich dir zustimmen: Ganz schlechte Situation, da fehlt die Soziale Komponente - über die rein fachliche kann man keine allgemeingültige Aussage treffen, das hängt von den Eltern ab.
Aber: Wer vor hat mit seinen Kindern durch die Welt zu reisen bringt die Kinder immer wieder in Kontakt mit neuem: Landschaften, Menschen, Soziale Systeme.
Ich bin überzeugt, das die Kinder dabei zu sozial verantwortungsvolleren Menschen heranwachsen als ein Kind in unsere Gesellschaft - oder gar auf einer "Eliteschule" - bei der alleine das wort ja schon sagt, das die Schüler angeblich was besseres sein sollen... :roll:
Beispiel gefällig? Ein Kind, das jahrelang mit moslems gespielt hat wird Probleme damit haben den Islam als bösen Feind zu sehen. Und wer im Urwald mit den Afrikanischen Ureinwohnern Fußball gespielt hat wird auch keine Vorurteile gegenüber andersfarbigen Menschen haben.
Und wer gesehen hat wie die Umweltverschmutzung ganze Ökosysteme zerstört hat wird nicht selbst gedankenlos unsere schöne Erde verschmutzen. Und wer gesehen hat wie Schlecht es so manchen Menschen außerhalb unserer Wohlstandsgesellschaft geht wird ein deutlich gesünderes Verhältnis zu unserer Konsumgesellschaft und dem Egoismus und Geiz des Westens bekommen.
Natürlich ist all dies keine Garantie - aber Kindern die Welt zu zeigen, ihre Guten und ihre Hässlichen Seiten - erscheint mir ein deutlich besserer Weg zu sein wenn man wirklich soziale Wesen erziehen will als eine Schullaufbahn mit dem Ziel, eines Tages möglichst viel Geld zu haben.
Ich selbst bin auf eine ganz normale Schule gegangen, hab eine normale Ausbildung gemacht und arbeite nun in einem halbwegs normalem Job.

Aber über einen anderen Lebensweg - sofern er den Kindern nicht aufgezwungen wird und sie, gerade wenn sie älter werden auch das Recht haben sich anders zu entscheiden - zu urteilen empfinde ich als sehr kurzsichtig.
Immerhin reden wir hier nicht von einer Sekte oder einem Familienclan, der seine Kinder in einen Kelle einsperrt und nicht mehr heraus lässt :wink:

Grüße,
Sebastian

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Freilerner Kinder auf Reise - später sozial geschädigt?

Ungelesener Beitrag von Sino » 04 Feb 15 15:52

Segler Seb hat geschrieben: Beispiel gefällig? Ein Kind, das jahrelang mit moslems gespielt hat wird Probleme damit haben den Islam als bösen Feind zu sehen. Und wer im Urwald mit den Afrikanischen Ureinwohnern Fußball gespielt hat wird auch keine Vorurteile gegenüber andersfarbigen Menschen haben.
Und wer gesehen hat wie die Umweltverschmutzung ganze Ökosysteme zerstört hat wird nicht selbst gedankenlos unsere schöne Erde verschmutzen. Und wer gesehen hat wie Schlecht es so manchen Menschen außerhalb unserer Wohlstandsgesellschaft geht wird ein deutlich gesünderes Verhältnis zu unserer Konsumgesellschaft und dem Egoismus und Geiz des Westens bekommen.
Natürlich ist all dies keine Garantie - aber Kindern die Welt zu zeigen, ihre Guten und ihre Hässlichen Seiten - erscheint mir ein deutlich besserer Weg zu sein wenn man wirklich soziale Wesen erziehen will als eine Schullaufbahn mit dem Ziel, eines Tages möglichst viel Geld zu haben.
Du hast sehr anschauliche Beispiele gewählt. Aber ich wage zu behaupten, um das zu erreichen, muss man mit seinen Kindern nicht unbedingt freilernend unterwegs sein. Meine Kinder waren schon ab dem Kleinkindalter jährlich für 4-6 Wochen in fernen, ärmeren Ländern und haben diese Toleranz, Offenheit und Kritikfähigkeit auch gelernt. "Nur" in den Schulferien.
Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Eltern langfristig gesehen genug Fachwissen in den verschiedensten Fächern haben, um alle Fragen ihrer Kinder nach der Grundschulzeit noch adäquat zu beantworten. Ich habe zwei Universitätsstudien abgeschlossen, mein Mann noch eines, und wir könnten es nicht.

Segler Seb
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Freilerner Kinder auf Reise - später sozial geschädigt?

Ungelesener Beitrag von Segler Seb » 04 Feb 15 16:59

Sino hat geschrieben:
Segler Seb hat geschrieben: Beispiel gefällig? Ein Kind, das jahrelang mit moslems gespielt hat wird Probleme damit haben den Islam als bösen Feind zu sehen. Und wer im Urwald mit den Afrikanischen Ureinwohnern Fußball gespielt hat wird auch keine Vorurteile gegenüber andersfarbigen Menschen haben.
Und wer gesehen hat wie die Umweltverschmutzung ganze Ökosysteme zerstört hat wird nicht selbst gedankenlos unsere schöne Erde verschmutzen. Und wer gesehen hat wie Schlecht es so manchen Menschen außerhalb unserer Wohlstandsgesellschaft geht wird ein deutlich gesünderes Verhältnis zu unserer Konsumgesellschaft und dem Egoismus und Geiz des Westens bekommen.
Natürlich ist all dies keine Garantie - aber Kindern die Welt zu zeigen, ihre Guten und ihre Hässlichen Seiten - erscheint mir ein deutlich besserer Weg zu sein wenn man wirklich soziale Wesen erziehen will als eine Schullaufbahn mit dem Ziel, eines Tages möglichst viel Geld zu haben.
Du hast sehr anschauliche Beispiele gewählt. Aber ich wage zu behaupten, um das zu erreichen, muss man mit seinen Kindern nicht unbedingt freilernend unterwegs sein. Meine Kinder waren schon ab dem Kleinkindalter jährlich für 4-6 Wochen in fernen, ärmeren Ländern und haben diese Toleranz, Offenheit und Kritikfähigkeit auch gelernt. "Nur" in den Schulferien.
Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Eltern langfristig gesehen genug Fachwissen in den verschiedensten Fächern haben, um alle Fragen ihrer Kinder nach der Grundschulzeit noch adäquat zu beantworten. Ich habe zwei Universitätsstudien abgeschlossen, mein Mann noch eines, und wir könnten es nicht.
Damit steht und fällt jedes Bildungssystem. Davor ist aber auch unser schulsystem nicht frei - auch da gibt es ungeeignete lehrkräfte.
Mir ging es allerdings um den Vorwurf das die Kinder soziale nachteile hätten - und sie wichtige, soziale Fähigkeiten nur auf einer schule, am besten "elite" und internat lernen könnten.
Ich vermute, das es möglich ist als erwachsener immer die entsprechenden kentnisse zu haben bzw. Zu recherchieren. Das setzt aber voraus das entsprechend Zeit vorhanden ist - und somit nichts für eine familie, bei der beide eltern (vollzeit) arbeiten. Darüber zu urteilen, dafür fehlt mir die Erfahrung. Doch das ganze auf der Sozialen Komponente zu verurteilen empfinde ich als verkehrt.
Grüße,
Sebastian

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