Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

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nuriayasmin
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von nuriayasmin » 30 Aug 14 5:35

Situation ist ab Oktober folgende:
- kein Wohnsitz mehr in Deutschland (Post über meinen Sohn ist möglich, aber anmelden kann ich mich bei ihm nicht, da er zur Miete wohnt)
- werde nur innerhalb der EU reisen
- ich habe weiterhin einen unbefristeten Arbeitsvertrag (die Stunden sind auf ein Minimum reduziert, so dass es gerade reicht, um noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt zu sein) und werde alle 2 - 3 Monate für einige Tage zum Arbeiten nach Deutschland kommen.
- Zusätzlich Geld verdiene ich über Skype, das läuft über Shanghai

Eine meiner Fragen bzw Überlegungen ist folgende:

1. Könnte es mit meiner Bank Probleme geben, wenn ich nirgends gemeldet bin?

Insgesamt überlege ich mir halt, ob es sinnvoll und machbar ist auf Dauer ohne Wohnsitz zu leben oder ob sich dann Probleme ergeben, die ich momentan gar nicht sehe. Oder ob ich mir vielleicht einfach zu viele Gedanken mache.

jot
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von jot » 31 Aug 14 10:05

Ich habe damit selber keine Erfahrungen, da ich immer versucht habe eine Meldeadresse in Deutschland zu behalten, selbst wenn ich längerfristig weg war. Aber wenn ich es richtig in Erinnerung habe gibt es bei der einen oder anderen Bank z.B. dann schon Probleme - da die in ihren Geschäftsbedingunen vorschreiben dass man über einen Wohnsitz in Deutschland (manchmal auch noch Ö sterreich oder S chweiz) verfügen muss. Auch ein Finanzamt oder Krankenkasse(?) schickt Post grundsätzlich an die Meldeadresse, d.h. gerade wenn du in D noch (geringfügig) beschäftigt bist brauchst Du auch eine Meldeadresse. Die kann aber überall liegen, muss weder in Nähe deiner Arbeit noch Familie sein, es reicht schon wenn Du eine gute Freundin hast die für dich die Post aufmacht.

Da Du sowieso die Post an deinen Sohn schicken lässt, wieso legst Du nicht auch deine Meldeadresse dorthin? Tatsächlich einziehen musst Du ja nicht - solange sollte dann auch der Vermieter nichts dagegen haben.

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mahimahi
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von mahimahi » 31 Aug 14 12:20

Hallo nuriayasmin,

Schwieriges Thema. Lies doch mal das hier:
http://wirelesslife.de/wohnsitz-aus-deu ... -und-cons/

Letztlich gibt es wohl keine generelle Antwort, sondern nur ein individuelles Abwägen der Vor- und Nachteile.

Frage doch einfach mal einige Banken, wie die es in einem Fall wie deinen handhaben würden - so rein hypothetisch, versteht sich. Nichts geht über Informationen aus erster Hand. Am besten schriftlich.

Deine Konstruktion von bestehendem sozialversicherungspflichtigen Bechäftigungsverhältnis bei gleichzeitiger Aufgabe der deutschen Meldeadresse produziert bei mir momentan mehr Fragen als Antworten, deshalb warte ich mal, was andere hier noch schreiben. Oder wir verlegen den weiteren Austausch in Deinen Vorstellungsthread.

In jedem Fall würde ich mir fachmännischen juristischen Rat (am besten auch schriftlich) einholen, und mich nicht darauf verlassen, was hier oder sonst im Internet der eine oder ander so "meint" oder "zu wissen" glaubt.

Dazu wäre mir das Risiko, etwaige Leistungsansprüche zu verlieren oder gar in andere verwaltungsjuristische oder steuerrechtliche Fettnäpfchen zu treten, zu gross. (Gar nicht zu reden von Einkommen aus dem Ausland und etwaiger Doppelbesteuerung).

Die einfachste Lösung erscheint mir auf den ersten Blick zu sein, dass du versuchen solltest, eine Meldeadresse zu behalten, evtl. bei deinem Sohn, mit Zustimmung des Vermieters. Aber nach Lektüre des Artikels oben bekomme ich da auch schon wieder Zweifel.

LG,
Mahimahi
Manche Leute sollten einfach besser zuhause bleiben!
(Mahimahi findest du hier.)

boppel
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von boppel » 03 Sep 14 21:54

Hallo nuriayasmin,

wir hatten uns für ca. 1 Jahr in Deutschland abgemeldet. Keine unserer Banken (denen wir das allerdings nicht auf die Nase gebunden hatten) hat Probleme bereitet.
Eine Postadresse gab es natürlich und es wurde auch regelmäßig die Post geleert.
Meine Hauptbank war übrigens über die Langzeitreise informiert. Es gab auch Absprachen mit dem Filialleiter bzgl. möglicher Notsituationen. Allerdings hatten wir nicht mitgeteilt, daß wir unseren Wohnsitz abmelden.

Meines Wissens kann ein Vermieter nichts dagegen tun, wenn ein Mieter einen Elternteil (z.B. wegen Pflege o.ä.) in die Wohnung aufnimmt (müßte das nochmals recherchieren, aber ich bin mir sicher, daß es dazu entsprechende Gerichtsurteile gibt). Voraussetzung ist natürlich, daß die Wohnung groß genug ist. D.h. Du könntest sehr wohl Deinen Wohnsitz beim Kind anmelden.
[s. z.B. hier: -> Problem mit Meldegesetz nach 16 Monaten Weltreise]

Gruß

Boppel

Ele_Travel
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von Ele_Travel » 09 Sep 14 0:08

Hallo Nuriayasmin,

ich bin seit Februar von Deutschland abgemeldet und habe meine Konto behalten. Bis jetzt scheint alles in Ordnung zu sein, also zumindest bei mir kein Problem mit der Bank. Ich hoffe, es wird alles auch ok für dich!

LG

Elena

Simon1989
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von Simon1989 » 29 Dez 19 8:17

Dürfte ich Fragen ob jemand hier 5 Jahre nach Eröffnung dieses Themas noch weitere Erfahrungen diesbezüglich sammeln konnte? Ein Bekannter von mir, ein ehemaliger Bankangestellter, hat mir dringend davon abgeraten mich mit diesem Anliegen an meine Bank zu wenden.

Derzeit habe ich ein recht großzügiges Kreditkarten-Limit, welches ein vielfaches höher ist als mein Einkommen. Mein Konto ist zwar mehr als ausreichend gedeckt, jedoch hätte ich Angst, dass meine Bank mir das Limit reduziert, sobald mein Einkommen weg fällt oder ich meinen Wohnsitz in Deutschland abmelde.

Meine Planung sah nämlich vor, dass ich mir im ersten Ziel meiner Reise einen Mietwagen nehme. Leider bietet jeder seriöse Mietwagen-Anbieter ausschließlich eine Zahlung per Kreditkarte an (Kaution). PrePaid Kreditkarten werden abgelehnt. Da ich auch nicht tausende von Euro in Bar mitnehmen kann und will, ist eine Kreditkarte unerlässlich.

Der Bekannte sagte, dass die Bank Kreditkarten-Limits eigentlich nicht von sich aus ändert. Festgelegt bleibt festgelegt. Laut seiner Erfahrung denkt die Bank in der Regel nicht an das Kreditkarten-Limit, sollte das Einkommen wegfallen. Auch das Abmelden der Meldeadresse bekommt die Bank nicht mit. Eine Postanschrift habe ich weiterhin in Deutschland. Alle Schreiben werden mit elektronisch übermittelt. (Eingescannt und per E-Mail).

Nun ist die Frage: Soll ich es riskieren und losreisen, ohne meine Bank in Kenntnis zu setzen? Für die ersten 2 Monate erhalte ich weiterhin Gehalt von meinem jetzigen Arbeitgeber.

Oder soll ich meine Bank darauf ansprechen? Vielleicht erklärt sie sich ja bereit, wenn ich anbiete, dass sie einen gewissen Betrag auf meinen Konto zu ihrer Sicherheit "einfrieren" können. Der Kontostand beträgt bei Abreise etwa das zehnfache vom Limit der Kreditkarte.

Hat jemand einen Rat?

onurb
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von onurb » 29 Dez 19 10:32

Du machst Dir unnötig Sorgen.

Genau dazu sind Kreditkarten da, damit man im (möglichst langen) Urlaub (möglichst viel) Geld ausgibt und das (wenn möglich) mit der Kreditkarte. (Siehe dazu z.B. auch das Thema: -> Kreditkarte: Verfügungsrahmen für Fernreise erhöhen?)
So lange alle Rechnungen der Kreditkarte bezahlt werden und auch Briefe zugestellt werden können, ist alles in Ordnung. Denke an die vielen jungen Deutschen, die ein Auslandjahr an einer Universität einlegen oder in z.B. Kanada/Australien vorübergehend arbeiten.

Also der Bank überhaupt nichts mitteilen, insbesondere nicht deine Abmeldung (in der Schweiz könnte das zu Problemen führen, nicht mit der Kreditkarte, aber mit dem Bankkonto. Wie es in Deutschland ist, weiss ich nicht. Aber ich nehme mal an, Du wirst wieder zurück kommen und nicht auswandern).

Meine einzige Frage ist, ob Du Dir jetzt nicht noch eine zweite, billige Kreditkarte zulegen willst, für den Notfall.

Simon1989
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von Simon1989 » 29 Dez 19 12:12

Die ganzen jungen Deutschen im Ausland werden das ihrer Bank aber wohl schon mitgeteilt haben. Leider reagiert da jede Bank anders. Für manche ist das in Ordnung, für andere nicht. Mein jetziger Plan würde vorsehen, dass ich mich einfach bei den Behörden abmelde und meiner Bank nichts sage, immerhin bekomme ich für 2 weitere Monate mein Gehalt. So schnell würden die das nicht merken.

Über eine zweite, billige Kreditkarte für den Notfall habe ich schon nachgedacht. Tendenziell habe ich mich schon dafür entschieden, jedoch will ich mich da noch etwas genauer darüber informieren. Da ich eine "Premium Kreditkarte" habe, bekomme ich in der Regel per Internationalen Expressversand bei Defekt eine neue zugesendet, doch das kann je nach Aufenthaltsort auch Tage dauern. Das wäre auch suboptimal. Die zweite Kreditkarte würde ich dann bei einer anderen Bank beantragen. Bei Problemen mit der Hauptkarte kann ich per Online Banking das Konto über das die Zweit-Karte läuft aufladen.

Ich finde die Gesetzeslage bezüglich dem festen Wohnsitz in Deutschland alles andere als optimal gelöst. Welt- und Langzeitreisenden wird es hier in Deutschland unnötig schwer und kompliziert gemacht.

onurb
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Wohnsitzlos: Probleme mit der Bank?

Ungelesener Beitrag von onurb » 29 Dez 19 17:20

Wie gesagt: Nichts sagen! Einfach gehen.

Warum man eine zweite Kreditkarte mitnehmen sollte; da gibt es einige weitere viel wesentlichere Gründe als Dein angegebener Grund. Aber eine Antwort ist von der Forumleitung verboten (1 Frage-> 1 Antwort).

Ich warte mal auf eine Forumfrage wie: warum soll man nicht mit nur einer Kreditkarte reisen?

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