Reisetraum oder Arbeit? help me

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
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mmichi
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Reisetraum oder Arbeit? help me

Ungelesener Beitrag von mmichi » 03 Okt 07 7:16

Reisen oder Beruf??? bitte helft mir

Ich schreibe dieses Thread und erbitte dringlichst euren Rat und eure Tips, denn ich bin am Rande der Verzweiflung.

Kurz gesagt ich möchte sehnsüchtig in die große weite Welt hinaus, möchte aber auch in meinem Beruf nicht die Chancen verpassen die sich meiner Meinung nach gerade bieten. Habe also Sorge das wenn ich zurück bin, keine guten Chancen mehr habe in meinem Arbeitsbereich, da die Sportberatung (mentales training im leistungssport) ein Bereich ist der in Deutschland gerade erst beginnt und ich einer der ersten bin.

Der Gewissenskonflikt ist also so: soll ich als Sportberater arbeiten oder meine Traum vom Reisen erfüllen? Ich stelle es mir so vor bei freiwilligen Hilspfrojekten mitzuarbeiten, Work & travel zu machen und mir so meine Reise zu verdienen. Reiseorte: neuseeland, Australien, China, Amerika, kanada...habe so viele Länder im Visir. und man sollte es ja machen wenn man jung ist.

Das ganze sieht so aus: Bin ab November ohne Job, ich habe 2005 meine Ausbildung als Physiotherapeut beendet, und habe dieses Jahr eine zweite private Ausbildung als Dipl. Mentaltrainer abgeschlossen (Kosten über 4000 Euro) als Mentaltrainer berate ich Hochleistungssportler professionelles Coaching. Man arbeitet freiberuflich, ich habe keine Festanstellung. Als Physiotherapeut habe ich die Schnauze voll, habe Jahrelang in der Pädiatrie und Neurologie gearbeitet mit schwerbehinderten Patienten, und kann es nicht mehr ertragen. Schon seit Jahren zieht es mich in die Welt, dieses Jahr habe ich mir einen Traum erfüllt und war 9 Wochen in Kanada und Amerika, ganz alleine mit wenig Geld. Das war so schön. Eigentlich habe ich nichts was mich in Deutschland hält, keine Freundinn, keine Wohnung(wohne noch bei meinen Eltern), keine großen finanziellen Verpflichtungen. Allerdings habe ich auch kaum Geld, und könnte keine Reise finanzieren. ABER: ich habe einen Sportverein bei dem ich alle 3 Monate arbeite und das ist eine gute Einstiegsmöglichkeit und Refernz als Sportberater, soll ich das einfach sausen lassen? Nur deswegen bin ich in Deutschland geblieben. Ich habe eine Firma beauftragt mir eine Homepage zu bauen und muss mich in den nächsten tagen diesbezüglich entscheiden. oder soll ich das Training im Ausland anbieten?

Ich habe schon 1 Jahr in Frankreich gelebt, spreche fließend Französisch, und ganz gut Englisch, mit Frankreich habe ich alles selbst organisiert, und auch mit Kanada 9 Wochen alleine gereist, mit Hospitality Club & Couch surfing.

Die Frage ist auch, ob ich nicht in Deutschland bleiben soll, als Sportberater arbeiten und mir stattdessen 1-3 Monate pro jahr fürs Reisen nehme mit dem Geld was ich gespart habe. Dann hätte ich auch privat Anschluss in Deutschland.

Ich stecke in einer tiefen Krise, und erhoffe mir von euch hilfreiche Beiträge.

Würde mich darüber sehr freuen.

Danke & Gruß,

Micha der Weltenbummler

dieSteffi
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Reisetraum oder Arbeit? help me

Ungelesener Beitrag von dieSteffi » 03 Okt 07 20:16

Hallo Micha!

Ich finde es schwer jemandem etwas zu raten, den man eigentlich nicht kennt. Daher empfehle ich dir, dich mal in der "Selbsthilfegruppe" umzuschauen. Dort wirst du viele mit den selben Sorgen finden.

Auch hier könntest du mal reinschauen!

Ach ja: Herzlich Willkommen im WRF und viel Spaß. Bitte schreib doch noch etwas über dich im Vorstellungsbereich!

bunteGrüße
deineSteffi
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Ara

Reisetraum oder Arbeit? help me

Ungelesener Beitrag von Ara » 30 Nov 07 12:43

Hallo Micha,

ich kann deine Sorge sehr gut verstehen, denn ich befinde mich zur Zeit in der selben Situation.
Der Unterschied bei uns beiden ist, dass ich bereits eine sehr erfolgreiche Berufslaufbahn habe und ich nun die Möglichkeit habe, in meiner Karriereleiter wieder ein Treppchen nach oben zu steigen.

Aber ehrlich gesagt, sehe ich allmählich mit ein kleinwenig Wehmut auf mein Leben zurück, denn außer Arbeit, beruflichen Erfolg hatte ich nicht viel von meinem persönlichen Leben. Meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß, daher muss ich nicht aus dieser Welt fliehen, aber meine Träume sind bisher auf der Strecke geblieben. Was habe ich schon groß erlebt? Wenn ich ehrlich bin, nicht viel. Mal einen Urlaub in dem Land und dann den Urlaub in einem andern Land ist nicht gerade viel. Man hat ja nur eine begrenzte Anzahl von Urlaubstagen. Was ist mit all den Kulturen, Sehnswürdigkeiten, Sprachen, Ländern? Nur wenig habe ich hiervon gesehen, und das meiste wohl im Fernsehen..

Es gibt so vieles was ich gerne sehen und erleben möchte, was mein tiefgehenster Wunsch ist und bisher hab ich es bzgl. meiner Karriere zur Seite geschoben. Man muss ja Geld verdienen, man möchte erfolgreich sein und und und. Aber all das ist doch alles nur materialistisch, irgendwann holen dich deine Sehnsüchte immer ein, und man stellt sich laufend wieder die Fragen: Was wäre wenn? Warum hast du nur nicht..? Weshalb ich nie den Schritt gewagt habe, war dass ich einfach Angst vor dem großen Unbekannten habe, was ist wenn ich wieder komme und ich finde keinen Platz mehr in meiner Berufswelt? Vor allem auch die finanziellen Ängste haben mich davon abgehalten. Soweit ich dies bisher beurteilen kann, werden diese Ängste wohl immer ein wenig bleiben..

Nun hilft mir auch, dass mir schon öfters gezeigt wurde, dass wenn man Entscheidungen vom Herzen her trifft, nie allein ist.. Es hat sich immer etwas ergeben, dass man weiter machen konnte, warum nicht auch bei so einer Entscheidung? Wo ist das Vertrauen in sich selbst? Mit dem Mehrwert wo man durch eine solche Erfahrung erlangt, finde sich auf jeden Fall wieder einen Platz. Man darf nur den Glauben an sich selbst nicht verlieren.

Und Arbeit findet man auch im Ausland, und nachdem du schon ein paar Sprachen sprichst ;-) noch viel einfacher. Ich denke auch in deinem Beruf kannst du in der Welt tätig sein.

Mir hat geholfen, mich mit Familie und Freunden zu beraten, und komischerweise trauen diese mir mehr zu als ich mir selbst. Ich habe auch das Glück, das ich meine Entscheidung nicht alleine leben muss sondern mit jemand gemeinsam diesen Weg beschreiten darf. Zu zweit ist man oftmal stärker als allein. Vielleicht hast du ja auch einen Freund/Freundin der auch schon immer so etwas tun wollte, einfach mal der Norm entfliehen und was verrücktes tun.

Das man noch jung und ungebunden sein sollte, geb ich dir recht, man hat noch wenig Verpflichtungen. Du kannst ja auch erst mal ein halbes Jahr ins Ausland gehen, dass ist noch keine all zu lange Zeit und eine Option auf Verlängeurng ;-) kann man sich ja dann offen halten.

vielleicht kann dir dies ein wenig Mut machen zu deiner Entscheidung, denn ich persönlich bin nun, nachdem ich die Entscheidung gefällt habe, erleichtert und freu mich darauf den neuen Weg zu gehen.

Viele Grüße
Ara

munich-man2004
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Reisetraum oder Arbeit? help me

Ungelesener Beitrag von munich-man2004 » 04 Dez 07 11:10

Hallo Michi,

ich denke dass das Reisen die berufliche Karriere zunächst mal nicht ausschliessen sollte.

Ich habe hier soviele Berichte von jungen Menschen gelesen (Ich selbst bin 44 Jahre), die sehr spontan und mit wenig Geld losziehen.
Einerseits kann man sie über soviel Spontanität bewundern, anderseits finde ich es auch etwas leichtsinnig.
Ich kann mir vorstellen, das viele die spontan und ohne große Überlegung losziehen auf der Strecke bleiben. Von denen wirst Du hier sicher nicht so oft lesen.

Man kann natürlich Glück haben, sich durchschlagen zwischendurch immer wieder arbeiten. Aber was, wenn es nicht funktioniert; Also wenn man wieder nachhause muß, weil das Geld ausgegangen ist. Mann braucht wieder Startkapital und wenn es nur am Anfang für eine Wohnung ist. Ausser man hat das Glück und kann wieder bei den Eltern einziehen.

An Deiner Stelle würde ich den "Mittelweg" einschlagen. Ich würde mit Geduld an mein Ziel hin arbeiten. Das heisst zuerst arbeiten, Geld beiseite legen. Es macht nichts, wenn es 2-3 Jahre dauert. Die Zeit kannst Du nutzen, um Deinen Plan noch feiner auszuarbeiten, bzw. Informationen sammeln. Vielleicht findest Du zwischenzeitlich auch einen Partner/Partnerin, die Du für Deinen Plan begeistern kannst. Die Welt läuft Dir nicht davon. Ich finde es nicht verkehrt, wenn Du anschliessend ausreichend finanzielle Mittel hast, um sagen zu können. Ich habe immer noch ein Hintertürchen offen. Es nimmt den Druck von Dir.

Ich selbst möchte auch in die Welt ziehen. Mir wäre es lieber heute statt Morgen. Ich habe keine Eltern oder tolle Freunde bei denen ich wohnen könnte, wenn ich zurückkomme. Also muß ich selbst dafür sorgen, dass lange bevor das Geld ausgeht ich immer noch nicht untergehe.

Schönen Gruß

M.

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