Raubüberfall: Wie damit umgehen, welche Schlußfolgerungen?

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MArtin
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Raubüberfall: Wie damit umgehen, welche Schlußfolgerungen?

Ungelesener Beitrag von MArtin » 13 Feb 10 10:16

Hallo :)

In Furcht vor einem Infograb habe ich gerade zwei ganz ähnlich gelagerte traumatische Erlebnisse als Warnung für andere in Kategorie "Vorsicht Falle - Reisende als Opfer" voneinander einzelthematisiert:
Melarie: Taxi-Raubüberfall in Nicaragua
und
N8falter: Taxi-Raubüberfall in Peru .

Ganz abgesehen von der Sachebene und von Überlegungen, wie man sich vor solchen Erlebnissen evtl. schützen kann, wie man in einer gänzlich unerwarteten Raub-Situation richtig reagiert und wie man die organisatorischen / bürokratischen Belange hinterher meistert, möchte ich hier im Plauderbereich mal die mehr persönlichen Aspekte eines solchen Vorfalls thematisieren:

- Wie geht man mit so einer traumatischen Gewalt-Erfahrung um, in der man als Opfer ja massive Machtlosigkeit, Ungewissheit und vielleicht sogar Todesangst verspürt?
- Wie erlebt man und wie erholt man sich von so einem Stress, wie lange verfolgen einen die Erinnerungen, kann man z.B. nur mit befangenen Gefühlen ein Taxi besteigen?
- Zieht man da als Opfer nachhaltige Schlußfolgerungen für die Wahl seiner nächsten Urlaubsorte oder kehrt schnell wieder "emotionale Normalität" ein?
- Wer hat schon Ähnliches erlebt und kann aus Erfahrung was dazu berichten?

Weil ich diese Meta-Ebene aus der Info-Pool-Kategorie "Vorsicht-Falle" heraushalten und dort eine Zerredung des Sachthemas verhindern wollte, habe ich dort auch die folgenden Fragen der beiden Überfallopfer entfernt und möchte sie stattdessen nun hier, in "allgemeiner Austausch" zur Diskussion stellen:
Melarie hat geschrieben:Habt ihr das Gefühl, dass die Backpackerzeit in Mittelamerika bald vorbei ist, durch die steigende Kriminalität und Korruption?
und
N8falter hat geschrieben:Melarie, möchtest du je wieder nach Südamerika reisen?
Wie geht's dir wenn du [nach Deinem Überfall-Erlebnis] an Südamerika und Reisen denkst?
Und, meine letzte Frage dazu:
Welche Reaktionen rufen solche Überfallberichte beim Leser hervor? Beeinflusst das Gelesene z.B. die Reiseplanung?


Liebe Grüße

Melarie
Kiebitz
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Raubüberfall: Wie damit umgehen, welche Schlußfolgerungen?

Ungelesener Beitrag von Melarie » 13 Feb 10 12:52

Jetzt ist mein Überfall-Erlebnis gut ein halbes Jahr her, aber hin und wieder fällt es mir ein und verursacht immer noch ein mulmiges Gefühl..
Zum Glück war ich mit meinem Freund unterwegs; in dem Moment und danach nicht alleine zu sein, war für mich sehr hilfreich.
Das einzige Mal, dass wir danach noch in einem Auto saßen, war in einem Mietwagen mit zwei Israelis; sogar das hat mir Angst-Schweißausbrüche beschert.

Auch dass der Überfall ungefähr in der Mitte unserer Reise passiert ist, war im Nachhinein gut; viele entspannende und schöne Orte in Panama, an denen wir danach noch waren, haben auf jeden Fall verhindert, ein negatives Bild von ganz Mittelamerika zu bekommen.

Was für mich aber fast schwerer zu begreifen war als die absolute Untätigkeit der Polizei, war die Schicksalsergebenheit der Nicaraguenses. In unserer Pension, in die wir zurückgefahren sind, wurde uns sehr geholfen; die Menschen sind aber komplett hilflos und eingeschüchtert von der Kriminalität, die sich in ihrem Land ungestört breitmacht. Wir sollten froh sein, oft werde die Frau vergewaltigt und danach beide umgebracht, hieß es vom Kellner; auf einmal erschien uns die schöne Kolonialstadt Granada überhaupt nicht mehr bunt und lateinamerikanisch lebensfroh, sondern wir sahen nur noch, wie bei Einbruch der Dunkelheit überall massive Gittertüren zugingen und wie die Leute versuchen, sich zu schützen, anstatt gegen diese Ungerechtigkeit zu kämpfen.

@N8falter: Ich möchte auf jeden Fall auch noch Südamerika bereisen, am liebsten Ecuador, weil ich Spanisch studiere; leider hat mir dieser Vorfall aber doch ein großes Stück von der Unbedarftheit beim Reisen genommen. Hoffentlich stellt die sich auf der nächsten Reise wieder ein Stück weit ein - in zwei Wochen gehts nach Indien und Nepal.

Das Reisen ist für mich jedenfalls nicht vorbei, es geht gar nicht ohne!

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