Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

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picfreak
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Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

Ungelesener Beitrag von picfreak » 23 Mär 10 11:34

Mich würde mal interessieren wie ihr mit Deutschen im Ausland umgeht?

Also wenn ich unterwegs bin, dann unterscheide ich durchaus zwischen den 3 Wochen Pauschalurlaub-Touristen und den Backpackern. Auch kommt es darauf an, wo man sie trifft. Wenn ich in einer großen Stadt bin, möchte ich nicht so gern als Deutscher erkannt werden, während ich in nem kleinen Kaff in Kambodscha es schon eher Begrüße einen Landsmann zutreffen.

Gerade wenn mich schon Wochenlang kein Deutsch mehr gesprochen habe, dann lässt sich so ein kleines bisschen Heimweh durch Kontakt mit Deutschen, ganz gut ertragen.

Tobilein
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Deutsche im Ausland...

Ungelesener Beitrag von Tobilein » 23 Mär 10 19:32

picfreak hat geschrieben:Mich würde mal interessieren wie ihr mit Deutschen im Ausland umgeht?
Versuche kOntakt meist zu meiden. Deutsche sind meist wesentlich seriöser wie andere Nationen, das nervt etwas. Aber vom Benehmen her vorbildlich.

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BeateS
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Deutsche im Ausland...

Ungelesener Beitrag von BeateS » 28 Mär 10 17:12

Hallo picfreak :)

Prinzipiell fällt mir zum Umgang mit Vertretern der gleichen Nationalität erst mal das Wort "respektvoll" ein - aber ein solches Verhalten würde ich jedem Fremden erst einmal entgegen bringen - unabhängig ob Landsmann oder nicht.

Allerdings suche ich den Kontakt mit Deutschen im Ausland auch nicht, ebensowenig wie ich in Restaurants oder Unterkünfte gehe, in denen mit Sätzen wie "Wir sprechen oder kochen deutsch" geworben wird.

Immerhin gehe ich ja ins Ausland, um eine neue Kultur kennenzulernen oder neue Eindrücke zu sammeln und nicht um mir das Unbekannte so heimisch wie möglich zu machen. Auch befinde ich mich im Ausland nicht gerne in einer Gruppe von Deutschen, die sich genauso wenig auskennen wie ich, da ich mich dadurch im Knüpfen von Kontakten und im Austausch mit "Locals" eher behindert fühle. Mal ganz abgesehen davon, dass mir je nach Reiseziel auch daran gelegen ist, meine Sprachkenntnisse zu praktizieren.

picfreak hat geschrieben:... Wenn ich in einer großen Stadt bin, möchte ich nicht so gern als Deutscher erkannt werden...
Ob das so realistisch ist ;).... Ich habe mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Einheimische mich bereits nach wenigen Sätzen in einer fremden Sprache als Deutsche erkannt haben und mir erzählt haben, wo weitere Deutsche zu finden sind :lol:. Meist konnte mein Gegenüber nicht so recht verstehen, warum mein Interesse an einem Kontakt eher verhalten war.

Meine Erfahrung beschränkt sich allerdings eher auf kürzere Reisen - nach mehrmonatiger Abstinenz von Deutschland mag das ganz anders aussehen.

Gruß
Der Wegreisende glaubt stets, weiter zu sein als der Dableibende - Jean Paul

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Eliane
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Deutsche im Ausland...

Ungelesener Beitrag von Eliane » 29 Mär 10 5:21

picfreak hat geschrieben:Mich würde mal interessieren wie ihr mit Deutschen im Ausland umgeht?

Also wenn ich unterwegs bin, dann unterscheide ich durchaus zwischen den 3 Wochen Pauschalurlaub-Touristen und den Backpackern.
Du vergisst noch die im Ausland lebenden Deutschen, so eine wie ich z.B.

Die meisten Backpacker, denen ich hier begegnet bin, hingen mir förmlich an den Lippen, weil sie mit ihren mangelnden Sprachkenntnissen mehr Fragezeichen als Antworten zum Land auf ihrer Stirne stehen hatten. Die meisten waren mir auch äußerst dankbar, wenn ich ihnen irgendwomit weiter helfen konnte.

Aufgefallen ist mir, dass das "junge Gemüse", das sich grade nach der Schule erst die Hörner abstößt erstmal auf Abstand zu Muttersprachlern geht. Das sind dann aber weniger Reisende als Volonteers, die für ein Jahr oder so hierher kommen. Nach ein paar Monaten kommen sie dann doch zu mir ins Büro und fragen, ob sie nicht ein deutsches Buch ausleihen könnten :lol:
BeateS hat geschrieben:Allerdings suche ich den Kontakt mit Deutschen im Ausland auch nicht, ebensowenig wie ich in Restaurants oder Unterkünfte gehe, in denen mit Sätzen wie "Wir sprechen oder kochen deutsch" geworben wird.
Das ist in meinen Augen auch so eine "jugendliche" Einstellung. Ich fand das auch immer total dämlich. Heute lobe ich die Restaurants, die zweisprachige Speisekarten anbieten. Ich kann es zwar auch immer noch nicht leiden, wenn ich automatisch auf deutsch oder englisch angequatscht werde, weil ich durchaus finde, dass man erstmal antesten kann, ob der Gast auch die Landessprache spricht.
Aber ich finde durchaus, dass Service-Personal auch Fremdsprachenkenntnisse haben sollte, das ist einfach ein Kriterium für funktionierenden Tourismus.

Gehst du in Dtl. auch nicht in Restaurants, in denen englisch oder russisch gesprochen wird?
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Felix_bubble
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Deutsche im Ausland...

Ungelesener Beitrag von Felix_bubble » 29 Mär 10 14:46

Ich bin auch so einer, der seinen Landsleuten lieber aus dem Weg geht im Ausland, aber jetzt in Kunming war ich auf einmal ganz froh, in meinem Dorm 2 Berlienerinnen zu finden, die ca die gleiche Route haben wie ich.

Waehrend ich unterwegs bin hab ich mich auch irgendwie veraendert...Ich bin nicht mehr so wild darauf alles allein zu machen und dauernd fuer mich zu sein, manchmal vermisse ich meine Freundin in Deutschland sehr oder bin einfach innerlich total ausgebrannt, habe keine Lust mehr weiter zu reisen, keine Lust nach Deutschland zurueck zu gehen oder irgendwas zu machen.
Dann ists eine wohltat jemanden zu haben, mit dem man sich ein wenig fliessend unterhalten kann um sich abzulenken :oops:

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Gast

Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

Ungelesener Beitrag von Gast » 23 Apr 10 20:52

E ngländer, F ranzosen, S panier,... die freuen sich alle, wenn sie im Ausland Landes- (und manchmal auch Leidensgenossen) treffen. Die Deutschen meiden sich. Das finde ich ziemlich schräg, nicht weil ich finde, dass man sich unbedingt anderen Deutschen als ebenfalls deutsch zu erkennen sollte, sondern weil sie sich gegenseitig scheinbar peinlich finden.
Wir begegnen zugegebenermaßen sehr selten Deutschen auf Reisen, aber ich bin geneigt zu sagen, dass es genauso viele blöde deutsche Touristen gibt wie aus fast jeder anderen Nation -> s.a. Klischees und Vorurteile verschiedener Nationalitäten



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sonrisa01
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Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

Ungelesener Beitrag von sonrisa01 » 24 Okt 10 22:51

Auch bei mir ist es zweigeteilt. Ich habe ein paar Jahr als Reiseleiterin für einen großen Pauschalreisenveranstalter gearbeitet und bin seither allergisch gegen den typisch deutschen Billigpauschaltouristen in Sandalen mit weißen Socken, bunten Bermudashorts und altem Trägerhemd. Nach meiner einzigen Gruppenrundreise in Kuba mit ca 40 ostdeutschen Rentnern, die nichts besseres zu tun hatten als sich 24 Stunden bitterlichst über den Sozialismus zu beschweren und die Kubaner wie Müll behandelten war für mich klar, dass ich zukünftig allein unterwegs sein werde.

Dies ist jetzt über 10 Jahre her, ich bin viel unterwegs, oft allein mit dem Rucksack - und bei einer Reise von mehreren Wochen bin ich heute manchmal froh Gleichgesinnte zu finden, mit denen ich mich auf deutsch unterhalten kann. Und die meisten Traveller sind vom Typ her ganz anders als Pauschaltouristen - also ganz entspannt

Tobilein
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Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

Ungelesener Beitrag von Tobilein » 25 Okt 10 6:35

Anonymous hat geschrieben:weil sie sich gegenseitig scheinbar peinlich finden.
Und das obwohl das Verhalten der Deutschen ja sehr sehr sehr nennen wir es mal "zurückhaltend" ist, verglichen z.B. mit den B riten. Würde man einem B riten den Ballerman zeigen, würde er nicht glauben das Deutsche sowas ein Massenbesäufnis nennen. Für die wäre das ein Kaffekränzchen im Altersheim, so harmlos.

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mzungu-daudi
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Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

Ungelesener Beitrag von mzungu-daudi » 25 Okt 10 21:51

Ich finde andere deutsche im Ausland zu treffen meist recht hilfreich und interessant - klar gibt es ausnahmen, aber meist wenn ich neu in fremden Städten bin gehe ich auch mal zu den "typischen" deutschen-treffpunkten, um einfach mit den leuten zu reden, denn - alle kommen aus anderen Richtungen und gehen in andere Richtungen als ich, und jeder hat anderes Erfahren, anderes gehört, was evtl. doch auch hilfreich sein kann. Was gibt es zu sehen, wo "steppt der Bär", usw.pp..

gerade während meines Auslandsjahr war es auch für andere deutsche immer Hilfreich auch mich anzusprechen, denn da ich dort für gewisse Zeit lebte, konnte ich doch in den meisten problemen mehr weiterhelfen, als die meisten Leute vor Ort, da man halt doch immer noch deutscher war, und irgendwo weiß wie die Landsmänenr so drauf sind (und vorallem weil man die selbe Sprache spricht).

MFG

Mzungu-Daudi

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