Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

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Offliner
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Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

Ungelesener Beitrag von Offliner » 27 Okt 10 16:56

Ich halte es ähnlich wie der Ursprungsposter. Deutschen Pauschalurlaubern gehe ich soweit wie möglich aus dem Weg, weil da auch oft eine ganz andere, oberflächlichere Ansicht über das Land herrscht, in dem man sich gerade befindet. Bei Backpackern reagiere ich eher neutral. Es freut mich nicht unbedingt, wenn bei jedem zweiten, den man trifft, herauskommt, dass er auch Deutscher ist. Dass liegt aber weniger an einer Abneigung gegen Deutsche, als daran, dass ich lieber Leute aus anderen Ländern kennen lernen will.

Zu im Ausland lebenden Deutschen kann ich nicht viel sagen, weil ich in der ganzen Zeit mit keinem näher zu tun hatte Das liegt vermutlich daran, dass kaum gemeinsame Treffpunkte gibt. Die Bars, die von Expats besucht werden, sind oft andere, als die die Backpacker bevorzugen. Ich kann ich mir gut vorstellen, dass man, wenn man im Ausland lebt, häufiger den Drang hat, in ein deutsches Restaurant oder einen Biergarten zu gehen. In der Tat mache ich perönlich aber immer einen Riesenbogen um Restaurants, die deutsche Küche anbieten. Auch das Oktoberfest in P enang, wo ich icher viel deutsche Expats getroffen hätte, musste ich mir nicht geben. Das letzte Mal dass ich deutsch gegessen habe war vor über einem Jahr in der deutschen Botschaft in P eking (und da war es umsonst). Ansonsten ziehe ich einheimisches Essen vor, selbst wenn es manchmal was westliches gibt, ist das eher i talienisch als deutsch. Zuhause esse ich aber auch lieber asiatisch.

Gordon30
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Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

Ungelesener Beitrag von Gordon30 » 27 Okt 10 18:51

Es kommt nicht grundsätzlich nicht darauf an ob deutscher oder sonst irgend eine nation. Der mensch ist entscheidend.

Wobei ich ganz ehrlich zugeben muss das ich nicht nach deutschen mitmenschen hier suche. Das hat aber den grund das ich englisch lernen will. Und mit deutschen redet man nunmal halt deutsch, einfach weil es einfacher ist. Merke ich ja hier im büro. Mit meinen beiden deutschen kollegen spreche ich nur deutsch. :-(
Ok ok... und deutsche touristen sind manchmal halt typisch deutsch. Auswanderer eher weniger, aber manche können es auch einfach nicht ablegen. :-D

Tobilein
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Ungelesener Beitrag von Tobilein » 27 Okt 10 19:49

Gordon30 hat geschrieben: Ok ok... und deutsche touristen sind manchmal halt typisch deutsch.
Was ist den typisch Deutsch? Die Sachen die man aus der Autowerbung kennst waren ja alle sehr sehr postiv....

BTW: Ich kann bspw. ohne deutsches Brot nicht leben. In den USA bin ich immer durch den Walmart getingelt und habe den ganzen Toast-Dreck auf der Suche nach etwas Hartem angefasst. Auch deutsches Essen wie man es z.B. beim Wandern auf einer alm bekommt ist einfach nur geil.

Gordon30
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Ungelesener Beitrag von Gordon30 » 28 Okt 10 22:20

Tobilein hat geschrieben:
Gordon30 hat geschrieben: Ok ok... und deutsche touristen sind manchmal halt typisch deutsch.
Was ist den typisch Deutsch? Die Sachen die man aus der Autowerbung kennst waren ja alle sehr sehr postiv....
Typisch Deutsch... schwer zu beschreiben. Engstirnig. Oft am Meckern. Miesgrämig. Depressiv. Und alles muss "nach Plan" laufen. Manche Deutsche können die "deutschen Regeln" nicht in Deutschland lassen.
Gerade hier in Z ypern sind die Menschen halt ein bisschen "slowly". Pünktlichkeit gehört hier nicht zum guten ton. Wird gern gesehen natürlich. Aber wenn man mal eine halbe stunde später kommt... who care?
Was mich dabei anbricht ist, dass sie dabei nicht einmal bescheid sagen. Aber das ist eine andere geschichte.

Ich sage nicht das alle Deutschen im Ausland so sind. Ich bin schließlich auch Deutscher. Aber zumeist Touristen können Deutsche Sitten und "Regeln" einfach nicht in Deutschland lassen. Auswanderer und Langzeitreisende haben sich dann doch schon eher an "andere Länder, andere Sitten" gewöhnt.

Und wie schon gesagt, ich bin nicht ins Ausland gegangen um hier in einer Deutschen Community rumzuhänggen. Dann hätte ich auch zu Hause bleiben können ;-)

Tobilein
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Deutsche im Ausland - wie geht ihr damit um?

Ungelesener Beitrag von Tobilein » 29 Okt 10 18:27

Gordon30 hat geschrieben:Auswanderer und Langzeitreisende haben sich dann doch schon eher an "andere Länder, andere Sitten" gewöhnt.
Das kommt auf die Person an. Die nicht arbeitenden Expats in I ndonesien, T hailand, P hilippinen, B rasilien,.... sind permenent nur am meckern über das Gastland - jeweils natürlich in dem Punkt völlig zurecht. Das gilt aber für alle westlichen Expats, aller Herren Länder.

Die Touristen (allen voran die Backpacker) sind halt schon ne Stufe naiver. "Die Menschen sind ja so nett und zufrieden" und ähnliche Zitate wirst du von Expats nicht hören. Die kennen halt die Realität des Gastlandes.

Ein G riechischer Freund von mir, der in D aufgewachsen ist, baut gerade in G riechenland. Es vergeht kein Tag an dem er mir nicht die Unzuverlässigkeit und Dummheit seiner Landsleute schildert. Die gelebte Inneffizenz kann einem schon die Weisglut in die Augen treiben, wenn man in Westeuropa (F rankreich würde ich da schon rausrechnen) aufgewachsen ist.

Gordon30
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Ungelesener Beitrag von Gordon30 » 29 Okt 10 19:53

Tobilein hat geschrieben:
Gordon30 hat geschrieben:Auswanderer und Langzeitreisende haben sich dann doch schon eher an "andere Länder, andere Sitten" gewöhnt.
Das kommt auf die Person an. Die nicht arbeitenden Expats in I ndonesien, T hailand, P hilippinen, B rasilien,.... sind permenent nur am meckern über das Gastland - jeweils natürlich in dem Punkt völlig zurecht. Das gilt aber für alle westlichen Expats, aller Herren Länder.

Die Touristen (allen voran die Backpacker) sind halt schon ne Stufe naiver. "Die Menschen sind ja so nett und zufrieden" und ähnliche Zitate wirst du von Expats nicht hören. Die kennen halt die Realität des Gastlandes.

Ein G riechischer Freund von mir, der in D aufgewachsen ist, baut gerade in G riechenland. Es vergeht kein Tag an dem er mir nicht die Unzuverlässigkeit und Dummheit seiner Landsleute schildert. Die gelebte Inneffizenz kann einem schon die Weisglut in die Augen treiben, wenn man in Westeuropa (F rankreich würde ich da schon rausrechnen) aufgewachsen ist.
Ich kenne die Mentalität. Schließlich ist Z ypern irgendwie halb G riechisch und ich möchte fast behaupten, ohne G riechen groß zu kennen, das Z yprioten diese Mentalität zur perfektion gebracht haben. Auf der anderen seite werden die Leute hier überraschend Alt und sind auch im hohen alter noch meist Fit. Obs an der gelassenheit und stressfreiheit liegt... wer weiß.

Und es geht auch nicht um einen einzelnen. Es gibt überall vereinzelte extrem faule oder extrem aggresive oder extrem... was auch immer... Menschen. Von denen kann man nicht auf ein ganzes land schließen. Man sollte das betrachten was wirklich in der mentalität und kultur verankert ist. Wie halt das g riechen und z yprioten (und sicher noch mehr länder) halt alles ein wenig "lockerer" angehen lassen. Oder a siaten schlecht nein sagen können und immer lächeln (ob sie nun gut drauf sind oder nicht).

Ja ich bin auch Deutscher und natürlich meckere ich hier auch rum wenn die Leute einen Termin machen, nicht kommen und es nicht einmal für nötig halten abzusagen.

Aber: Ich bin hier freiwillig, niemand zwingt mich in diesem Land zu sein. Und deswegen respektiere ich die Mentalität (und meckere still und heimlich).
Und das ist der Punkt. Es zwingt uns niemand in ein anderes Land zu gehen und dort zu bleiben. Wem es nicht passt, der kann ja wieder gehen. Oder?

hmm... sicherlich ist es etwas anderes ob man ein paar jahre in einem land lebt oder nur für ein paar wochen im land ist. Um so länger man da ist, um so tiefere einblicke hat man in die gesellschaft. In meinen ersten 6 wochen war ich so begeistert von der insel, dem wetter und den leuten. Heute kenne ich auch die negativen seiten und erfahrungen.

Aber trotzdem: Ich bin freiwillig hier und es zwingt mich keiner zu bleiben. Also respektieren oder gehen. Meine Meinung.

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