Entscheidung gefallen - nun heisst es: DRAN BLEIBEN! ohje...

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
Hier:
Ob als Urlauber oder Hardcore- Traveler: Reisen bildet und ändert das Bewusstsein. Freier Austausch unter Betroffenen.
Hier im Plauderbereich der Reisecommunity aber bitte KEINE konkreten Reiseinfos fragen oder posten, denn die gehören einzelthematisch in den Reise-Info-Pool. sodass sie als Sachthemen ergänzbar, aktualisierbar und für andere hilfreich findbar bleiben. Danke!
Lefousa
Kiebitz
Beiträge: 2
Registriert: 25 Okt 10 14:29

Entscheidung gefallen - nun heisst es: DRAN BLEIBEN! ohje...

Ungelesener Beitrag von Lefousa » 25 Okt 10 14:54

hallo liebe forums-mitglieder,

vorab: danke für diese tolle seite. hier gibt es viele informationen, die für reisende und weltreisende wirklich wichtig sind! super!!!

auch ich bin hier schon eine weile unterwegs und sammel fleissig anregungen für mein vorhaben: 1 jahr süd-ost-asien. in meinen letzten beiden 3-wöchigen urlauben habe ich bereits thailand und vietnam mit dem rucksack erkundet. aufgrund der geringen reisekosten, der für mich so interessanten kultur und der unglaublichen natur in asien, möchte ich dort im nächsten jahr meine reise antreten.

für mich bedeutet das (wie für so viele andere auch): job kündigen, auto weggeben, wohnung aufgeben, widerstände hinter mir lassen und das schlimmste: ca. 10 monate low-budget leben, um das geld zu sparen. ich habe das glück, diese zeit bei meinen eltern verbringen zu können. aber ohne restaurant-, club- oder kinobesuche, ohne auto und jedweden kleinen luxus, den ich seit jahren gewöhnt bin (ich bin übrigens 30), wird das kein zuckerschlecken.

da kommt eine harte zeit auf mich zu. aber ich bin der absoluten überzeugung, dass sich die mühe lohnen wird. ich bin fest entschlossen, einen neuanfang zu wagen, der mit meinem reisetraum beginnen soll. mit frischer energie, neuen erfahrungen und einem aufregenden jahr im gepäck hoffe ich mich dann wieder kurzfristig ein leben hier in deutschland aufbauen zu können.

meine größten ängste sind hier wohl jedem bekannt: ist das wirklich richtig für mich? mache ich vielleicht einen riesen fehler? das schlimme daran ist, dass wichtige menschen in meinem leben (zb meine eltern) mir ebendies allzugern unter die nase reiben. ganz schön hart, wenn man selbst ein bisschen wackelig hinter der eigenen entscheidung steht.

...und ich befinde mich noch ganz am anfang. der einzige schritt, den ich bereits getan habe ist, mich zu entscheiden. :shock:

ich denke, jetzt gehts dann mal los! :D

falls sich irgendwer von meinen text angesprochen fühlt, freue ich mich sehr über hinweise und tipps, wie ich am besten durch die kommenden 12 monate gehe, ohne verrückt zu werden- bis ich endlich in soa (wahrscheinlich auf bali) ankomme und mein gesicht richtung sonne richten kann. :D

Benutzeravatar
Der_Felix
WRF-Moderator
Beiträge: 1254
Registriert: 29 Mär 04 17:55
Wohnort: Karlsruhe
Kontaktdaten:

Entscheidung gefallen - nun heisst es: DRAN BLEIBEN! ohje...

Ungelesener Beitrag von Der_Felix » 03 Nov 10 22:37

Hallo,
ich kann gut nachvollziehen, was in Dir vorgeht. Mit 20 alle Zelte abbrechen und losziehen ist leicht, denn man hat noch nicht viel zu verlieren. Mit 30 hat man sich allerdings schon etwas aufgebaut, man genießt es, sich den einen oder anderen Luxus zu gönnen (und damit meine ich Dinge wie Restaurant, Club und Co). Man ahnt, dass man sich davon auch nicht so leicht verabschieden kann, selbst wenn einem der Luxus an sich gar nicht so viel bedeutet.

Trotzdem denke ich, dass eigentlich genau das, die richtige Voraussetzung ist. Das Reisen ist dann wirklich ein bewusstes Ausbrechen - und keine Flucht vor einer Realität, die einem nicht passt.

Was ich sagen will: Es gibt genügend Leute, die in der Langzeitreise einen Reset-Knopf sehen, mit dem sie schnell alles auf Null stellen und aus dem Verhassten Alltag fliehen wollen. Frei nach dem Motto: auf der anderen Seite ist das Gras in jedem Fall grüner. Diesen Menschen fällt der Aufbruch vermutlich leicht.

Du dagegen weißt sehr wohl, was Du aufgibst - und das ist eine sehr wertvolle Erkenntnis. Sie hilft Dir nämlich zu erkennen, was Du gewinnst, wenn Du aufbrichst.

Was die Sorge, einen Fehler zu machen, angeht: Die funktioniert nur, wenn man das Leben als geradlinige "Richtig"-Strecke begreift, bei der ein falsches Abbiegen schlecht ist. Nur ist es zumindest meiner Ansicht nach so, dass es kein einziges Ziel gibt, das mit jeder richtigen Entscheidung näher und mit jeder falschen Entscheidung weiter entfernt ist. Man kommt vielleicht woanders an, aber das muss nicht besser oder schlechter sein.

Ich drücke die Daumen!

In diesem Sinne, gute Reise!
Wer immer nur in die Fußstapfen anderer tritt hinterlässt keine eigenen Spuren!
http://felix-welt.de
http://www.flickr.com/photos/felix-welt

Benutzeravatar
der Bär
WRF-Moderator
Beiträge: 632
Registriert: 24 Nov 06 14:05
Wohnort: leider in Nordhessen

Entscheidung gefallen - nun heisst es: DRAN BLEIBEN! ohje...

Ungelesener Beitrag von der Bär » 12 Nov 10 10:39

hey, Lefousa, hey Felix,


im Prinzip ist schon alles gesagt - mir ist nur grad eingefallen, dass ich mich mit 30 komplett neu erfunden habe. Sprich: ich habe angefangen, zu studieren. Das war mein großer Traum und es hat mich auch echt glücklich gemacht und ich würde diese Entscheidung immer wieder so treffen.

Aber: es war ein Schritt, der mich genauso wie dich, Lefousa, von vielem Luxus (Reisen, vor allem) wegführte. Ich musste mein Studium aus den unterschiedlichsten Gründen komplett selbst finanzieren, also auch ohne Bafög und ich habe nicht bei meinen Eltern gewohnt. Es war bisweilen sehr hart, vor allem auf das von mir sooo geliebte Reisen verzichten zu müssen. Dafür blieb einfach kein Geld übrig.

Im Nachhinein muss ich sagen: alles richtig gemacht. Es war im gewissen Sinn auch eine Reise, eine zu mir selbst und meinen wirklichen Fähigkeiten.

Bei mir war es auch ein sehr bewußtes Ausbrechen - wie ein Flow. Die Zeit war reif und es musste passieren. Die Frage ob oder ob nicht stellte sich nicht mehr. Es war klar, es geht nur noch Studium und dafür halt eben auf vieles verzichten. Aber auch so vieles neues gewinnen, ein völlig neues Leben führen, nicht mehr der Mensch sein, der man vorher war.

Und genau das wünsche ich dir für das kommende Jahr. Bei den Eltern leben mit 30 und noch dazu auf vieles verzichten und sich dann wahrscheinlich noch anhören müsssen, wie sinnleer die Entscheidung ist, alles aufzugeben und reisen zu wollen -
das stelle ich mir extrem hart vor. Meine Entscheidung, einen gut bezahlten, bombensicheren Job zu verlassen (ich war Beamtin), traf natürlich bei meiner Familie auch nur auf Unverständnis und Kritik. Aber es war das einzig Richtige und ich hab es durchgezogen - allen Widerständen zum Trotz.

Es hat mich auch in einen traumhaften Job geführt, nebenbei. Das wußte ich noch garnicht, als ich die Entscheidung traf ;-) und er wartete nicht gerade hinter der nächsten Wegbiegung auf mich.

Also:
ich wünsche dir Kraft und Mut für die kommende Zeit und wann immer du pissed bist, lass hier von dir hören und wir bauen dich wieder auf !!!

Tropengrüße aus I ndonesien
(wo ich gerade bin)
der Bär
...and I, I took the one less travelled by, and that has made all the difference. Robert Frost


sphaera
WRF-MENTOR
Beiträge: 222
Registriert: 03 Jun 09 2:17

Entscheidung gefallen - nun heisst es: DRAN BLEIBEN! ohje...

Ungelesener Beitrag von sphaera » 18 Feb 12 7:23

Möchte gern etwas spärlich darauf hinweisen dass es unter Umständen schwieriger sein kann wieder zurückzukommen (mental.. und alles neu aufzubauen) als loszufahren.

War bei mir jedenfalls so, ich fühlte mich beinahe ein Jahr lang wie ausgebremst.

Wette, andere kennen diesen Zustand auch.

Gruß,
sphaera



[Yep - wie in diesen Themen nachzulesen:
-> Nach der Fernreise, Langzeitreise oder Weltreise
-> Wiedereingliederung in den Alltag nach Langzeitreisen o.ä.
-> Zurueck - orientierungslos - und irgendwie verloren...
-> wie betäubt - zurück in Deutschland - nach 2 1/2 Jahren

Glücklicherweise geht es nicht allen so -> s. z.B.:
-> Rückkehr, Kulturschock und Arbeitssuche - Astrid]

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema
  • Ähnliche Themen -> Suchen & dort Nachfragen wenn passend
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Allgemeiner Austausch - Selbsthilfegruppe Fernweh & Heimweh“