Job hinschmeissen und ab dafür?

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
Hier:
Ob als Urlauber oder Hardcore- Traveler: Reisen bildet und ändert das Bewusstsein. Freier Austausch unter Betroffenen.
Hier im Plauderbereich der Reisecommunity aber bitte KEINE konkreten Reiseinfos fragen oder posten, denn die gehören einzelthematisch in den Reise-Info-Pool. sodass sie als Sachthemen ergänzbar, aktualisierbar und für andere hilfreich findbar bleiben. Danke!
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MASTERwithoutMIND

Job hinschmeissen....... und ab dafür!!!

Ungelesener Beitrag von MASTERwithoutMIND » 28 Nov 05 11:09

no Risk no Fun
es gibt keine Sicherheiten
lebe Dein Leben oder werde gelebt
die Welt ist mein Zuhause und Jobs gibt es überall

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Coogar
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Job hinschmeissen und ab dafür?

Ungelesener Beitrag von Coogar » 28 Nov 05 23:57

Teilweise sehr schoene Gedankengaenge hier...
Ich denke, fuer mich trifft es am ehesten die Inhaltsaussage von Felix, auch wenn ich es normalerweise nicht in Saetze pressen kann, aber es ist wohl so: Wenn ich nicht unterwegs bin und keine materiellen Maengel leide, also die klassische Situation Job, Wohnung, Auto, die tolle HiFi-Anlage und der Mega-Fernseher, dazu ein bunter Freundeskreis und evt. ein Partner, neige ich zu depressiven Anfaellen. Nach ner Zeit in diesem Dasein fuehle ich mich leer und nutzlos und mag nicht mehr aufstehen morgens. Je weniger ich besitze und je mehr ich unterwegs bin, je mehr ich eintauchen kann in andere Kulturen mit anderen Leuten an anderen Orten, desto gluecklicher bin ich. Selbst in den fuer mich "schlechten" Zeiten auf Reisen fuehle ich mich besser und wohler als in der oben beschriebenen Situation "zuhause".
Man fragt sich ja schon das ein oder andere Mal nach dem Sinn des Lebens. Meiner ist: gluecklich sein. Jeden Menschen macht etwas anderes gluecklich. Fuer mich ist es Reisen. Kurz, lang oder mit Joboption, egal. Also ist es das, was ich tun sollte im Leben, denke ich.
Lieber Gruss, Coog
What is the use of straining after an amiable view of things, when a cynical view is most likely to be the true one?
G.B.Shaw

chrismuc
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Job hinschmeissen und ab dafür?

Ungelesener Beitrag von chrismuc » 16 Feb 06 15:53

Hallo zusammen,

mit Interesse habe ich den Verlauf dieses Posts verfolgt. Ich überlege schon länger, ein Jahr auszusteigen und die Welt zu bereisen.

"Gast" spricht mir dabei aus der Seele. Nur wenn man mit Neuem konfrontiert wird, kann man das Bekannte bewerten. "Sind alle Raben schwarz? Kann ich sicher sein, dass alle Raben schwarz sind, nur weil ich immer nur Schwarze gesehen habe?" Ich denke, die Welt wäre weitaus friedlicher, vorurteilsfreier und offener, wenn mehr Menschen aus Ihren gewohnten Bahnen ausbrechen und fremde Kulturen selbst erleben würden.

Naja. Aber das wird für mich nicht der einzige Grund sein, die Welt zu bereisen. Bestimmt kennen viele in diesem Forum das Gefühl, wenn man auf eine große Weltkarte (so wie die im Schlafzimmer :wink: ) schaut und überlegt, wie wenig man davon erst gesehen hat. Allein die Vorstellung, wie viele Dinge da draussen auf einen warten, schürt den Wunsch, sofort ins nächste Reisebüro zu gehen und einen Flug zu buchen...

LG
Chris

Tiroler
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Job hinschmeissen und ab dafür?

Ungelesener Beitrag von Tiroler » 16 Feb 06 17:52

@ chris , du sprichst mir aus dem herzen. Das reisen hat mich zum besseren verändert, und wenn das bei einen so hoffnungslosen fall wie mir möglich war dann sicher auch bei anderen.

Reisen öffnet den verstand u. das herz

l.g Martin
2 x China, 14 x Thailand, 3 x Neuseeland, 5 x Cook Inseln, 3 x Spanien , 2 x Jamaika, 2 x Kuba , 3 x Frankreich, 2 x Schweiz, 1 x Brasilien, 1 x Dubai, 1x Nepal, 1 x Kenia, 4 x USA, 1 x Indien, 1 x französisch Polynesien, 2 x Kambodscha, 1 x Australien. Unzählige Male in Deutschland und Italien, England (nur London), Ägypten

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Seb

Job hinschmeissen und ab dafür?

Ungelesener Beitrag von Seb » 19 Feb 06 16:02

hallo erstmal,

habe bei euch in den foren schon öfter rumgeschmökert und ich werde mich wohl auch bald anmelden..
thema dieses threads ist ja, job hinschmeißen und ab dafür, "ab dafür" - ja, davon träume ich natürlich auch, job hinschmeißen aber ist die kehrseite davon

wie geht man mit dem argument um, man müsse sich doch "um seine altersvorsorge kümmern"? dieses argument wurde mir gerade von meinen eltern vorgehalten (ich plane eine einjährige weltreise, während andere mit 33 beginnen - wenn sie es nicht schon haben - , familien zu gründen, und doppelhaushälften in vorstädten zu beziehen)

mir kommt es häufig so vor, als wären die werte, an denen alles gemessen wird, ausschließlich monetär. jetzt bitte nicht falsch verstehen, das hier ist keine kapitalismuskritik, definitiv nicht, aber ich verstehe nicht, warum viele immer nur ans geld denken, und dann, wenn sie es haben, es in doppelhaushälften in vorstädten stecken! ich meine - nichts gegen doppelhaushälften - , aber mit meinem persönlichen werteverständnis ist es nicht zu vereinbaren, 20 jahre zu arbeiten, um 120qm auf 600qm grund sein schuldenfreies eigen zu nennen, das steht doch in keiner relation

und dann der bezug zur altersvorsorge - kann es denn sinn sein, jahrzehntelang sein leben nur auf seinen ruhestand hin auszurichten?! geht da nicht etwas im allgemeinen verständnis verloren? ich meine: entspricht es dem allgemeinen verständnis, sein leben in mittelmäßigkeit zu verbringen, um sich einen mittelmäßigen ruhestand in der doppelhaushälfte zu sichern?!

irgendwann - so meine befürchtung - sitzt man dann in seiner schuldenfreien halbimmobilie und stellt fest, daß man von der einzigen sache, die definitiv beschränkt ist, der lebenszeit, nicht mehr viel übrig hat, mehr noch, die jahre sind vorbeigerannt, da eines wie das andere war

ich stelle ja jetzt schon fest, daß ich tausend erinnerungen an die kurze zeit habe, in der ich gereist bin (insgesamt vielleicht 6 monate), und diese erinnerungen erscheinen mir viel gewichtiger, als es der anteiligen reisezeit bezogen auf meine gesamte bisherige lebenszeit entspricht, maw, ich denke man lebt und ERlebt viel intensiver auf reisen, sollte es da nicht - quasi ökonomischen prinzipien folgend - sinnvoll sein, diese erlebniszeit zumindest qualitativ zu maximieren, da diese ja das einzige ist, was definitiv beschränkt ist?! aber das erscheint mir, von vielen anderen nicht so gesehen zu werden

was denkt ihr darüber?

viele grüße
seb

Goya
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Registriert: 28 Jan 06 21:42

Job hinschmeissen und ab dafür?

Ungelesener Beitrag von Goya » 15 Mär 06 21:26

Hallo Zusammen, hallo Seb,

ich verfolge mit großem Interesse diese Diskussion hier, da ich im Prinzip in der gleichen Situation bin wie Seb, ich bin 33 Jahre alt, habe Freunde die Familien gründen und Häuser bauen, Eltern, die sich das von mir auch wünschen und ich überlege den Job zu schmeißen und auf Reise zu gehen.

Ich war noch nicht auf Langzeitreise. Letztes Jahr war ich 6 Wochen in Neuseeland, das war für mich schon lang und ein besonders beeindruckendes Erlebnis. Seitdem geht mir das Thema reisen nicht mehr aus dem Kopf. Ich möchte wieder nach Neuseeland, aber auch andere Länder kennenlernen, gerade Australien und vielleicht Indien.

Ich bin keiner, der kurzentschlossen alles hinschmeißt und abhaut, zumahl ich hier einen Job habe, in dem ich ziemlich gut verdiene. Aber da geht die Irrfahrt im Kopf ja auch schon los und hier möchte ich auch auf den Inhalt anderer Posts hier eingehen.

Was erwarte ich für mich ganz persönlich von der Reise und muss ich Angst haben, mein gewohntes, finanziell abgesichertes, Leben zu verlassen, weil ich nicht weiß, was danach ist? Diese Frage stelle ich mir sehr oft und kann mir je nach Verfassung unterschiedliche Antworten darauf geben. Ich glaube auf der einen Seite, dass wir hier in BRD auf einer großen Angstwelle rumsurfen, gleichzeitig verändern sich die Werte ganz rasant, immer mehr oberflächliche/materielle Dinge gewinnen immer mehr an Bedeutung. Ich arbeite in einer Branche, die genau davon lebt und verdiene gutes Geld damit. Langsam bekommt mein Gewissen aber ein Problem damit, ich überlege auszusteigen. Das ist ein Grund, warum ich reisen möchte, um meine Werte neu auszuloten. Das einfache wieder zu schätzen und zu genießen.

Ein anderer Grund ist, dass ich mir grundsätzlich eine andere "Berufung" wünsche, aber gar keine so konkrete Idee habe. Ich würde also auch auf die Suche nach meiner tatsächlichen Erfüllung gehen und habe keine Lust dafür die FAZ zu blättern, sondern will in der großen weiten Welt schauen, weil das was ich zur Zeit mache bringt zwar Kohle, aber wirklich keine Erfüllung.

Ich habe Respekt vor den Menschen, die diesen Schritt gehen oder gehen werden, ich weiß nicht ob ich dazu gehören werde. Ich denke ganz oft daran, plane grob im Kopf, lese hier die ganzen Beiträge, hätte ein echt gutes Finanzpolster für eine Reise, ich bin Single und muss also nicht groß Rücksicht nehmen. Ja, warum gehe ich nicht einfach den Schritt?

Weil genau das, was deine Eltern dir (Seb) erzählen auch in meinem Kopf rumschwirrt und mir von meinem Freunden gesagt wird, wenn ich von dem Thema erzähle. Ich fühle mich auch unsicher, weil ich selber von der Angst einer schlechten Altersversorgung lebe und meine Brötchen damit verdiene. Aber ich weiß auch, dass das alles ein großes Ängsteschüren ist, und da bin ich wieder strikt dagegen und möchte nicht mehr dabei mitmachen.

Ihr merkt also, ich hänge da ein bischen zwischen den Seilen und komm nicht richtig raus. Das ist kein großes Problem für mich, aber es nagt an mir und ich denke ich schiebe es vor mir her, weil ich irgendwo ahne, dass ich losziehen werde. Weiß von euch jemand, wie man wo spürt, wann es der richtige Zeitpunkt ist wohin zu gehen?

Grüße

Andreas

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Der_Felix
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Job hinschmeissen und ab dafür?

Ungelesener Beitrag von Der_Felix » 16 Mär 06 6:34

Hallo!

Auch wenn ich es nicht immer so 100%ig durchziehe, so hat es mir doch des öfteren schon geholfen, mich einfach zu fragen, auf was für ein Leben ich zurück gucken möchte, sprich: wenn ich jetzt 101 wäre und morgen sterben würde, wie hätte mein Leben bis dahin dann sein sollen?

Das funktioniert freilich nicht immer und man sollte es vielleicht auch nicht zu wörtlich nehmen, aber vom Grundsatz her hilft es doch, dann und wann alles einmal aus einem etwas distanzierteren Blickwinkel zu betrachten und so vielleicht etwas klarer und unbeeinflusster zu sehen.
Mnchmal ist es da nämlich schon schreckend, wie weit das "aktuelle Streben" von dem entfernt ist, was man in dem fiktiven Lebensrückblick gern sehen würde ...

Einen fröhlichen Gruß!

Felix
Wer immer nur in die Fußstapfen anderer tritt hinterlässt keine eigenen Spuren!
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Tiroler
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Job hinschmeissen und ab dafür?

Ungelesener Beitrag von Tiroler » 16 Mär 06 6:55

@ Felix

Ich habe ähnliche gedanken. Ich treffe jeden tag viele menschen die sagen, "Hätte ich nur" usw.
Und die leute geben mir recht wenn ich meine träume leben denn sie bereuen es meistens.
Vor ca. 2 jahren hab ich mir eine liste (im kopf) gemacht mit meinen wünschen u. Träumen. Und jetzt erfülle ich sie mir so gut es geht, bis jetzt habe ich es noch nicht bereut.
Einziger Haken: Die liste wird immer länger :shock:

Aber ich bin ja noch jung...

Ich kann nur jeden raten "Lebt euren traum". So fern es möglich ist.

l.g Martin
2 x China, 14 x Thailand, 3 x Neuseeland, 5 x Cook Inseln, 3 x Spanien , 2 x Jamaika, 2 x Kuba , 3 x Frankreich, 2 x Schweiz, 1 x Brasilien, 1 x Dubai, 1x Nepal, 1 x Kenia, 4 x USA, 1 x Indien, 1 x französisch Polynesien, 2 x Kambodscha, 1 x Australien. Unzählige Male in Deutschland und Italien, England (nur London), Ägypten

Sun
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Job hinschmeissen und ab dafür?

Ungelesener Beitrag von Sun » 16 Mär 06 12:31

In der heutigen Zeit muss ja für uns eigentlich alles sicher und geplant sein. Der Job muss stabil sein, Finanzplanung gehört dazu, versichert sind wir für ein und alles (sogar für unseren Tod) und ohne Agenda läuft eigentlich gar nichts.

Kann es da nicht sein, dass eine längere Reise für viele eine Art "Auszeit" von der vielen Sicherheit ist?

...ohne Agenda, eifach das machen, wo man gerade Lust dazu hat.
...vielleicht ohne Sprachkentnisse des bereisten Landes, d. h. vielleicht nur mit viel Mühe zu bekommen was man will.
...ohne eine endlos lange Versicherungsliste, Zahlungsaufträge etc.
...ohne die Möglichkeit Mama anzurufen, wenn man nicht weiss, wie die Sauce würzen.
...etc.

Wisst ihr ungefähr was ich meine? Ich glaube, ich finde die Worte nicht so ganz, für was ich eigentlich sagen wollte!

Was für mich aber eher zutrifft:

Interessant am Reisen sind extreme Situationen. Z. B. das empfinden von Glück, wenn ich eine liebe Person treffe, die Angst, wenn ich mich Nachts in einer 10 Millionenstadt verlaufe, die Freude, wenn ich denn langgesuchten Traumstrand endlich finde, die Zufriedenheit, dass ich einfach hier sein kann, oder so viele andere Gefühle. Gefühle, die ich zu Hause nicht in dem Masse erleben kann.

Ich hoffe, ihr wisst ungefähr was ich meine!

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