Familienangehörige total gegen mein Reisevorhaben !

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
Hier:
Ob als Urlauber oder Hardcore- Traveler: Reisen bildet und ändert das Bewusstsein. Freier Austausch unter Betroffenen.
Hier im Plauderbereich der Reisecommunity aber bitte KEINE konkreten Reiseinfos fragen oder posten, denn die gehören einzelthematisch in den Reise-Info-Pool. sodass sie als Sachthemen ergänzbar, aktualisierbar und für andere hilfreich findbar bleiben. Danke!
Desi_ree
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Familienangehörige total gegen mein Reisevorhaben !

Ungelesener Beitrag von Desi_ree » 21 Dez 12 23:06

Hast du nicht vor dich von dieser intensiven Familienbindung zu trennen ?
Natürlich habe ich dies vor und tue es teilweise ja bereits schon. Allerdings heißt das ja nun nicht, dass einem die Familie egal ist. Gerade, WENN man nur so eine kleine Familie hat (halt nur 3 Personen), ist man sich vielleicht auch näher (bzw. scheinst du ja generell irgendwie kein so gutes Verhältnis zu haben, daher ist deine Situation vielleicht nicht so ganz vergleichbar)?!
Wenn deine Oma es dir nicht verzeihen wird, dass du dein eigenes Leben in die Hand genommen hast ...
Wenn das so rübergekommen ist, tut es mir Leid. DAS wollte ich nicht sagen! Es geht hier doch nicht um Verzeihen oder nicht-Verzeihen!
Meine Oma gönnt mir alles und unterstützt mich auch in allem - nur halt hier nicht, weil sie sich SORGEN um ihr einziges Enkelkind macht, was man (und ich tue es ja auch) nun wirklich verstehen sollte.
Tut man das nicht, ist man meines Erachtens ignorant und sollte sich nicht über diese "Leistung" freuen :roll:

MEIN Problem ist halt nur, dass ich es schade finde, dass ihre ANGST um mich derzeit so stark überwiegt, dass sie sich überhaupt nicht für mich freuen kann. Das gibt mir halt ein schlechtes Gefühl und verunsichert mich.

Natürlich wird sie sich, wenn ich heil wieder ankomme, sehr freuen und sich dann auch supergerne alles von der Reise erzählen lassen und sich Bilder zeigen lassen usw. (zwischendurch mailen wir sicher auch). Ich hätte halt nur nicht danach die Wiedersehensfreude, sondern auch (wenigstens etwas) die geteilte Vorfreude :wink:

BikeAfrica
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Familienangehörige total gegen mein Reisevorhaben !

Ungelesener Beitrag von BikeAfrica » 21 Dez 12 23:22

... rede mit Deiner Oma.
Sage ihr, dass in Deinen Reiseländern Menschen wie wir wohnen, auch Alte, Frauen und Kinder. Du ziehst ja nicht los in die Wildnis.

Vermeide Worte wie "Abenteuer". Erzähle, dass Du neugierig bist und Dich auf neue Erfahrungen freust. Stecke sie an mit Enthusiasmus. Lasse sie spüren, dass Du die nötige Sprache kannst, Dir über die Gefahren bewusst bist und einen "Plan B" hast. Impfungen, Auslandsrückholversicherung usw.

Deine Oma wird trotzdem Angst haben, aber vielleicht kannst Du sie etwas abschwächen.

Gruß
Wolfgang
Es gibt vierzig Arten von Wahnsinn, aber nur eine Art von gesundem Menschenverstand (Ghana)

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Astrid
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Familienangehörige total gegen mein Reisevorhaben !

Ungelesener Beitrag von Astrid » 21 Dez 12 23:34

Hallo Desiree :)
3. Der problematischste Faktor - meine Oma! Ich liebe meine Oma über alles, sie ist wirklich die Beste (okay, das kann wohl hoffentlich jeder über seine Oma sagen) und bin ein absolutes Omakind. Deswegen ist mir wohl im tiefsten Inneren ihre Meinung auch so sehr wichtig. Und ausgerechnet sie ist halt vollkommen gegen eine Reise. So weit weg, so fremde Kulturen, allein, was ist wenn ich krank bin, ...
Ich habe schon versucht, sie zu beruhigen (von wegen ich hätte Geldreserven für ein Krankenhaus vor Ort bzw. für einen schnellstmöglichen Rückflug; ich buche viele Unterkünfte vor, damit ich nicht nachts allein noch nen Bett finden muss usw.) und ihr auch Bilder aus dem Internet gezeigt, wo ich hinwill und worüber ich mich schon so sehr freue!
Und trotzdem: Sie macht sich sehr viele Sorgen und Ängste und zeigt halt sehr direkt ihre Ablehnung, Meine Oma war auch die Einzige, die bei meinem alleinigen Italientrips dachte, ich würde in irgendein Krisengebiet fahren. Also jetzt nicht wirklich, aber auch da hat sie sich megaviel Sorgen gemacht. Das tut mir halt so weh. Aber ich kann ihr ihre Sorgen ja auch nicht ausreden. Es würde mir halt nur guttun, wenn sie sich mehr FÜR MICH freuen würde...
Neben den vielen bisherigen hilfreichen Beiträgen möchte ich noch mal eine weitere Perspektive in den Raum stellen, da ich mir nicht sicher bin, ob Deine Oma wirklich der problematischste Faktor für Dich ist.... :roll:.

So wie Du Deine Oma in Bezug auf die Reisepläne Deines Großvaters beschrieben hast, wirst Du kaum von ihr erwarten können, dass sie Dich in Deinen Plänen unterstützt bzw. sich keine Sorgen macht. Das hat sie ihr ganzes Leben getan, das wird sich (vermutlich) nicht ändern.

Was also könntest Du tun, wenn Du nicht IHRE Gefühle ändern kannst?

Du ahnst es schon: Du kannst nur etwas an DEINEN Gefühlen ändern!

Sehr häufig geht Selbstverwirklichung nicht ohne eine Portion Schuldgefühl einher. Erst recht, wenn Lebenauffassungen und -einstellungen zwischen Familienmitgliedern divergieren und sie emotional davon betroffen sind.

Dass es Dir schwer fällt, Deine Oma leiden zu sehen, ist sehr verständlich, erst recht, da sie Dir am nächsten zu stehen scheint (Toll, wenn man das von seiner Oma sagen kann!).

Wenn Du ihr ihre Sorgen nicht nehmen kannst und sie nicht leiden sehen möchtest, bleibt Dir alternativ daher nur, Deine Reise abzublasen.... Dich also ihrem Gefühl und ihren Wünschen anzupassen... :shock:.

Doch die nächste Situation kommt bestimmt, wo erneut Diskrepanzen auftreten und Du Dich wieder zwischen Dir und Ihr entscheiden musst... Wohin es führen kann, wenn Du nicht auf Dich, sondern auf sie hörst, also das Leben einer anderen lebst, hat MachuPikachu ja schon geschrieben :?.
MachuPicachu hat geschrieben: die Leute, die sich immer für die sicherste und heimischste Variante entscheiden, sind mit Ende 50 gefrustet und fragen sich was sie nur mit ihrem Leben angestellt haben.


Glücklicherweise ist jedoch Deine Oma nicht dafür verantwortlich, wie Du Dich fühlst - genausowenig, wie Du dafür verantwortlich bist, wie Deine Oma sich fühlt. Dafür ist jeder selbst zuständig :).

Wie Du Deine Gefühle ändern kannst?
Indem Du Deine Einstellungen bzw. Bewertungen änderst!

Wenn es Dir trotz aller Bemühungen nicht gelingt, Deine Oma zu beruhigen oder gar von Deinen Plänen zu begeistern, dann helfen Dir vielleicht folgende Fragen weiter:
Was ist so schlimm daran, dass sie nicht Deine Auffassung teilt? Ist das wirklich wichtig? Was sind denn Deine Befürchtungen, wenn Deine Großmutter besorgt ist?

Meine Erfahrung ist, dass eigene Unsicherheiten von "Reise-Gegnern" unausgesprochen wahrgenommen werden und sie prompt so drauf reagieren, wie man es eigentlich nicht braucht ;).
In aller Regel legt sich der Widerstand, je mehr Du von Deinen Plänen überzeugt bist (dann lässt er sich auch leichter ignorieren) und sei es dadurch, dass Du deutlich machst, dass die Würfel gefallen sind und die Zeit der Diskussion des Wenn und Aber vorbei ist und Du Dir nun konkrete Hilfe von ihr erbittest!

Wenn Deine Oma Dich liebt und Du ihr sagst, wie wichtig es Dir ist, dass sie Dich trotz ihrer Sorgen für Dich freut, sollte sie sich auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten darum bemühen.

Auch wenn mir klar ist, dass es nicht einfach ist, das Geschriebene in die Realität umzusetzen, ist es doch ein erster Schritt - auch im Hinblick auf Deine geplante Reise.

Liebe Grüße
Astrid
Eine fremde Kultur ergründen zu wollen, ist wie der Versuch, den Horizont zu erreichen... Irgendwann steht man wieder an dem Punkt, an dem man begonnen hat - doch der Blick zum Horizont ist ein anderer. [A. Bokpe]

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