Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
Hier:
Ob als Urlauber oder Hardcore- Traveler: Reisen bildet und ändert das Bewusstsein. Freier Austausch unter Betroffenen.
Hier im Plauderbereich der Reisecommunity aber bitte KEINE konkreten Reiseinfos fragen oder posten, denn die gehören einzelthematisch in den Reise-Info-Pool. sodass sie als Sachthemen ergänzbar, aktualisierbar und für andere hilfreich findbar bleiben. Danke!
SARAH M.
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von SARAH M. » 22 Nov 06 17:41

MArtin hat geschrieben:Hallo :)
SARAH M. hat geschrieben:...Aber vielleicht ist es doch besser ein bischen zu viel als nötig zu reden als ein bischen zu wenig?...
Offener Austausch ist in jeder Beziehung elementar - je mehr Projektionsfläche (Unklarheiten, wie der andere tickt) besteht, desto wichtiger ist er. Dabei kommt es darauf an wie man miteinander redet.
Als Profis für Partnerkommunikation empfehlen wir gerade für internationale Paare aus verschiedenen Kulturkreisen wärmstens M.M. Moellers Buch "Die Wahrheit beginnt zu zweit" - Besprechung in unseren Weltreise-Buchtipps.

Liebe Grüße :)

Astrid &

Hab ich mir sofort bestellt!!! Vielen Dank für den Tip!!!

Liebe Grüße

Sarah.
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Coogar
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Coogar » 25 Nov 06 0:45

Also ich mag international (ich weiss, das war nicht die Frage, aber mir ist im Speziellen auch noch nicht aufgefallen, dass es wenige gemischte gibt, aber ich lebe ja auch in ner Immigrantenstadt). Weil ich es schoen finde, dass man sich zB mehr auf den anderen konzentrieren muss, wenn man keine gemeinsame perfekte Sprachbasis hat. Oder dass man eben sensibler sein muss wegen kulturellen Unterschieden. Meiner Meinung nach kann man aus solchen Beziehungen unheimlich viel ziehen und viel vom anderen lernen. Vorausgesetzt beide lassen sich drauf ein.
What is the use of straining after an amiable view of things, when a cynical view is most likely to be the true one?
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Gast

Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Gast » 15 Dez 06 19:52

kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen.

ich lebe selbst in einer deutsch-französischen Beziehung, und obwohl ich dachte ich kenne unser Nachbarland aufgrund zahlreicher Urlaube schon ganz gut - denkste. Der Teufel liegt im Detail ! :twisted: :)

Richtig kennengelernt hab ich meinen Freund erst als ich französich gelernt habe und nach Frankreich gezogen bin. Und es hat sich gelohnt!

Wie viel bunter wird das Leben und wie viel interessanter wenn man ständig neue Sachen an seinem Partner entdeckt, einfach auch weil man sein Land kennen lernt.

glaube übrigens auch dass internationale Pärchen gar nicht so unhäufig sind...nur eben eher unter bestimmten Gruppen, also Leute die gerne reisen, die Welt sehen wollen...ist da ja auch natürlicher als in Deutschland. ansosnten scheitern viele Beziehungen ja leider schon an der Distanz

Ungarnfreund
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Ungarnfreund » 26 Dez 06 18:49

Hi,

ich bin seit Jahren immer nur mit Ungarinnen zusammen.

Selbst wenn ich hier in die Disko gehe und wirklich eine nette
Sie kennen lerne - entweder aus Ungarn, Rumänien oder Serbien
kommen die dann.

Das gerade meine Ehe mit einer Ungarin in die Brüche gegangen
ist, ist halt so.

Ich komme einfach kaum noch mit den Deutschen Frauen zurecht.

Gruß

Micael

SARAH M.
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von SARAH M. » 02 Jan 07 18:15

SARAH M. hat geschrieben:
MArtin hat geschrieben:Hallo :)
SARAH M. hat geschrieben:...Aber vielleicht ist es doch besser ein bischen zu viel als nötig zu reden als ein bischen zu wenig?...
Offener Austausch ist in jeder Beziehung elementar - je mehr Projektionsfläche (Unklarheiten, wie der andere tickt) besteht, desto wichtiger ist er. Dabei kommt es darauf an wie man miteinander redet.
Als Profis für Partnerkommunikation empfehlen wir gerade für internationale Paare aus verschiedenen Kulturkreisen wärmstens M.M. Moellers Buch "Die Wahrheit beginnt zu zweit" - Besprechung in unseren Weltreise-Buchtipps.

Liebe Grüße :)

Astrid &

Hab ich mir sofort bestellt!!! Vielen Dank für den Tip!!!

Liebe Grüße

Sarah.
Ich bin fleissig dabei, das Buch zu lesen. Habe schon unheimlich viel gelernt (ich komme aber nur ganz langsam voran, weil mein Freund es auch alles wissen will und ich ihm alles Kapitelweise übersetzen soll :wink: Das Buch wurde nicht zufällig übersetzt?? Ich finde es im Internet nicht...). Aber im Endeffekt weiss man das alles irgendwo, aber ich glaube der Fehler ist, dass man es eben nur eigentlich weiss, es sich aber nicht bewusst ist und daher auf vieles nicht achtet. Vor allem was Kommunikation betrifft. Und es stimmt, dass man mit Kleinigkeiten (Zwiegespräche, etc.) soooo viel erreichen kann!!!!
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von SARAH M. » 02 Jan 07 18:25

Coogar hat geschrieben:Also ich mag international (ich weiss, das war nicht die Frage, aber mir ist im Speziellen auch noch nicht aufgefallen, dass es wenige gemischte gibt, aber ich lebe ja auch in ner Immigrantenstadt). Weil ich es schoen finde, dass man sich zB mehr auf den anderen konzentrieren muss, wenn man keine gemeinsame perfekte Sprachbasis hat. Oder dass man eben sensibler sein muss wegen kulturellen Unterschieden. Meiner Meinung nach kann man aus solchen Beziehungen unheimlich viel ziehen und viel vom anderen lernen. Vorausgesetzt beide lassen sich drauf ein.
Da kann ich nur zustimmen!!! Also mein Freund kam mich jetzt in Deutschland besuchen, und Kommunikation ist so viel intensiver als mit meinem Ex-Freund. Ich weiss jetzt natürlich nicht, ob es speziell daran liegt, dass wir andere Kulturen haben und andere Sprachen sprechen, oder weil das Interesse einfach mehr da ist. Aber ich finde es auf jeden Fall super spannend und es macht super viel Spass!!

Aber eines ist sicher: dadurch, dass wir in anderen Kulturkreisen aufgewachsen sind und leben, können wir nichts für selbstverständlich halten. Wir reden über alles und tauschen so viel mehr aus!! Im Endeffekt habe ich dadurch das Gefühl, alles bei ihm kennenzulernen zu müssen, bewusst, da ich nichts einfach so hinnehmen kann oder von mir auf ihn schließen kann, weil ich einfach nicht weiss, wie es bei ihm ist!! Und für ihn ist das natürlich das gleiche mir gegenüber!!

Aber eines ist sicher: es war sooo wichtig, dass er hergekommen ist und meine Welt kennengelernt hat. Dadurch sind wir einen ganzen Schritt voran gekommen. Es ist halt doch was anderes, wenn er es miterlebt, als wenn ich nur erzähle. Aber das gilt auch für monokulturelle Beziehungen; wenn sich der eine für die Welt (also Familie, Freunde, Gewohnheiten, etc.) nicht interessiert... dann ist natürlich schlecht um die Beziehung!!!
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Julchen
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Julchen » 03 Jan 07 15:52

Hallo!

ich hatte eine deutsch-nepalesische Beziehung.

Einerseits stimmt es, wir hatten tatsächlich einen regen Austausch über unsere verschiedenen Kulturen, haben viel geredet, viel dabei gelernt.

Aber der Kontrast Nepal - Deutschland ist doch ziemlich krass. Mein Freund hatte die Schule nicht fertiggemacht, konnte Englisch nur aus SmallTalk mit Touristen (was ich beachtlich fand, wie gut es dafür war, aber es war nicht gut genug, um uns über alles unterhalten zu können). Auch wenn es elitär klingen mag, mir hat einfach die intellektuelle Herausforderung gefehlt. Das ist sicher nicht allein auf die Kultur zu schieben, aber auch. Ich beneide die Nepali ein Stück weit um die "ke garne"-Mentalität (was soll man da machen, lass uns Tee trinken), aber ich kann mich nicht voll drauf einlassen, dazu bin ich zu sehr Europäerin.

Und alles von Grund auf erklären zu müssen ist unheimlich anstrengend. Da gibt es sicher Unterschiede von Land zu Land, aber Nepal ist wirklich eine andere Welt. Einerseits faszinierend - andererseits mühsam fremd.

Und ich fand es problematisch, dass sein ganzes Umfeld mich nur als reiche Europäerin gesehen hat und mich niemals voll angenommen hätte. Es nagt schon, wenn alle erstmal denken, der Typ wäre nur mit dir zusammen, weil er nach Europa will.

Die Beziehung hat nicht gehalten. Liegt sicher ein großes Stück weit an mir, aber der kulturelle Unterschied hat es nicht gerade erleichtert. Nach dem ersten Verliebtsein ist der "Exotenbonus" ganz schnell weggewesen.

Liebe Grüße in die Welt!
Julchen
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Eliane » 16 Jan 07 2:55

Hallo,

dann will ich auch von meiner Seite ein paar neue Aspekte einbringen.
Julchen hat geschrieben:Mein Freund hatte die Schule nicht fertiggemacht, konnte Englisch nur aus SmallTalk mit Touristen (was ich beachtlich fand, wie gut es dafür war, aber es war nicht gut genug, um uns über alles unterhalten zu können).
Auch wenn ich nun schon 5 Jahre beinahe am Stück in Russland lebe, so merke ich gerade jetzt in meiner Beziehung, wie viel Sprache mir eigentlich noch fehlt. Manchmal habe ich den Eindruck, ich lernte Russisch erst seit gestern. Vor allem Gefühle auszudrücken und die kleinen Details zu verstehen ist ein ganz schön hartes Brot. Aber es ist andererseits auch völlig natürlich, denn selbst wenn man viele einheimische Freunde hat, man geht doch selten bis ins allerletzte Detail.

Es ist eine ungeheuer große Sensibilität erforderlich, um sich gegenseitig richtig zu verstehen. Und mir ist es immer mehr ein Rätsel, wie sich manche Paare zusammenfinden, die zu Beginn ihrer Beziehung nicht die Muttersprache des anderen kennen oder manchmal sogar keine gemeinsame Ausweichsprache haben.

Ich spüre mit jedem Tag, wie ich erst jetzt so richtig in die russische Kultur (auch die schöngeistige) eintauche. Vieles konnte ich wohl bisher schon grob an Eigenarten umreißen, aber jetzt werden mir unglaublich viele Zusammenhänge klarer. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mein Freund sich bisweilen zuerst gerne auf literarische Beispiele beruft, bevor er über sich direkt sprechen kann.

MArtins Buchtipp half mir zunächst zumindest auch nur sehr bedingt weiter. Ich bin auf ein völlig anderes, aber sehr fest gemauertes Weltbild gestoßen, das mir vorher nie so bewusst war. "Wir" als ganzes und ein "du", in das er sich hineinzuversetzen bemüht ist auf der einen Seite, gegenüber meinem "ich" und meinen Vorstellungen.

Ich kann darüberhinaus auch nicht erwarten, dass jemand, der noch nie (kulturell und erziehungsbedingt) über seine Gefühle gesprochen hat, mit einem Mal alle Jalousien fallen lässt. Genausowenig kann er meine Offenheit gleich richtig einschätzen.
Von dem Buch beflügelt habe ich (zuerst vielleicht zu heftig) versucht, ihn zum Reden zu bewegen. Er könne und wolle nicht und außerdem würden viele Worte eh immer nur falsch verstanden, ich solle lieber meinem Bauch und meinem Herzen vertrauen. Aber wie? - wenn ich doch in ihn nichts falsches hineininterpretieren will...

Teilweise enttäuscht gab ich auf und mit einem Mal war dann aber irgendwie klar, dass wir aus beiden Haltungen das positive rausholen können. Jetzt läuft es ausgesprochen gut. Irgendwie haben wir wohl einen guten Mittelweg gefunden.
Julchen hat geschrieben:Und ich fand es problematisch, dass sein ganzes Umfeld mich nur als reiche Europäerin gesehen hat und mich niemals voll angenommen hätte.
Ich glaube es geht nicht nur um "die reiche Europäerin". Das Umfeld wirkt vielfach sehr verunsichernd und verunsichert. Schräg wird beäugt, ob und wie man kocht, putzt, bügelt,... :roll: oder überhaupt sich im Alltag bewegt, ob man sich in die Rolle einfindet, die einem die Gemeinschaft vorzuschreiben geneigt ist oder ob man seinen Stiefel durchziehen kann. "die macht ja alles anders"
Das habe ich jetzt weniger an mir als bei einer Freundin bemerkt. Und ich bin überzeugt davon, dass es zu einem guten Teil daran liegt, dass das familiäre Umfeld bis auf den Partner noch nie aus dem Dorf raus war. Es fehlt die Empathie-Fähigkeit auch etwas anderes als "nicht unnormal" akzeptieren zu können.

Liebe Grüße aus den "sibirischen Subtropen", viel zu warm für die Jahreszeit.

Eliane
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Peng
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Peng » 16 Jan 07 9:38

Guten Morgen Gemeinde,

und welcome back Julchen :D Schön das es bei dir schon wieder aufwärts geht !!

Zum Thema: Wie überbrückt man Sprachbarrieren, wenn es keine gemeinsame Sprache gibt?? Wenn deutsch nur bruchstückhaft gesprochen und verstanden wird??

Da bleibt soviel auf der Strecke, etliches kommt nicht so an, wie es gemeint ist und manches kann nicht so ausgedrückt werden, wie gewünscht :(

Wie isses möglich, dem anderen trotz dieser Hindernisse genau das zu vermitteln, was man meint ?? Gerade wenn man frisch verliebt ist, hat man soo viel mitzuteilen.... Ooooh Elend...das ist echt schwer

Es braucht wohl Geduld und die Fähigkeit, Dinge im Vorfeld zu vermeiden die im Nachhinein nicht so zu klären sind, wie es mit einem Partner gleicher Sprache möglich wäre. Von den kulturellen Unterschieden mal ganz abgesehen...

Grüßle

Peng

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