Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
Hier:
Ob als Urlauber oder Hardcore- Traveler: Reisen bildet und ändert das Bewusstsein. Freier Austausch unter Betroffenen.
Hier im Plauderbereich der Reisecommunity aber bitte KEINE konkreten Reiseinfos fragen oder posten, denn die gehören einzelthematisch in den Reise-Info-Pool. sodass sie als Sachthemen ergänzbar, aktualisierbar und für andere hilfreich findbar bleiben. Danke!
kyushu
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von kyushu » 13 Mär 08 13:36

Gast 81 hat geschrieben: 1)... weil mein Mann sich für die Kultur sich nicht interessiert,
2) und immer wieder unsere geplante Ungarnfahrten absagt.(Aus Angst vor Kindesentführung, oder Sonstiges)
3) Es enttäuscht mich immer wieder, da ich mit ihm bevor ich schwanger wurde es anders ausgemacht hatte.
4) suche nach Leuten die für dieses Konflikt eine Lösung wüssten.
Mich interessieren sachliche Argumente die einen eigentlich gebildeten Mann zu Vernunft bringen ...
@Melinda (moechte lediglich meine Gedanke aeussern, da ich Ungarn und die Ungarn sehr mag):
1) koennte evtl. auch an seinem Geschmack liegen :wink:
2) kann ich sehr gut verstehen :!: , hab` bitte Geduld mit ihm, die
Kinder werden sehr schnell erwachsen - die werden dann bei den Urlaubsplanungen! selbstverstaendlich auch mitentscheiden :wink:
Lass Dir der Weile ein paar interessante ungarische Kinderbilderbuecher (und auch ungarisches Spielzeug!!!) zuschicken/mitbringen, das hilft Dir auch in D. die Mutter-Sprache spielerisch zu vermitteln;
3) das ist nicht gut, da er aber vermutlich (aus welchen Gruenden auch immer) Angst hat seine Kinder bei einer evtl. Reise nach U. zu verlieren und sich deshalb so verhaelt - bitte hab` Geduld mit ihm und hack nicht darauf rum :wink:
4) Nicht auf Konfrontation gehen - Kinder brauchen beide Eltern, insbesondere wenn es sich um Soehne handelt :idea:

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Eliane
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Eliane » 14 Mär 08 2:54

Je nachdem, wo du lebst, würde ich mich auch mal nach einer "Ungarn-Kinder-Spielgruppe" umsehen. Ich weiß von einer halb-ungarischen Freundin in München, dass es sowas gibt.

Ansonsten: Wachsen eure Kinder zweisprachig auf? Wäre es vielleicht hilfreich, deinem Mann mal Literatur zu diesem Thema zu geben? Ich fand z.B. das Buch "Mit zwei Sprachen groß werden" von Elke Montanari ziemlich gut (s.a. www.mehrsprachig.info). Es ist nicht hochwissenschaftlich geschrieben, sondern tatsächlich für den Alltag in einer mehrkulturellen Familie/Umgebung.
Ich denke - ihr habt auch noch das Problem des Sprachprestiges. Wäre Englisch deine Muttersprache, dann würde er dich vermutlich unterstützen: Denn das braucht man ja.

Ich frage mich nebenbei wirklich, wie man einen Partner einer anderen Kultur ehelichen kann, wenn man sich für dessen Kultur nicht interessiert.
Und ich kann die Geduld, die kyushu dir abverlangt, nicht nachvollziehen.
Es ist verdammt wichtig für die Kinder zu wissen und zu lernen, woher der zweite Elternteil stammt und das auch möglichst früh. Kommt denn mal Verwandtschaft von dir nach Deutschland? Könnte er vielleicht die ungarischen Großeltern/Onkel/Tanten so mal kennen lernen?
Oder andere Ungarn, die in Dtl. leben? Um die Ängste abzubauen.
Woher kommen denn die Ängste, dass die Kinder entführt werden könnten? Klingt sehr nach Bildzeitung und wenig nach "gebildet".

Ein Freund wollte mit seiner Tochter zu den Großeltern nach Marokko fliegen, da machte das Jugendamt zur Auflage, dass die Mutter mitkommt - um eine Entführung zu vermeiden, da die Eltern getrennt leben und man ihm ein solches Ansinnen unterstellt hatte.
Unterstützt wurde das aber grundsätzlich, da die Kleine ein Recht auf ihre Großeltern und deren Kultur hat. Vielleicht mal beim Jugendamt unverbindlich nachfragen?

OT:
kyushu hat geschrieben:4) Nicht auf Konfrontation gehen - Kinder brauchen beide Eltern, insbesondere wenn es sich um Soehne handelt :idea:
:shock:
Warum brauchen Söhne eher "beide Eltern" als Töchter???????
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Ungarnfreund
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Ungarnfreund » 04 Sep 08 18:33

Hi,

Angst nach Ungarn zu fahren, Kindesentführung?

:D

Ungarn ist teilweise westlicher als Deutschland, wenn ich mir die Innenstadt von Szeged ansehe...

Ungarn ist kein Osteuropa und selbst in Rumänien/Bulgarien etc. hätte ich keine Angst.

Letztes Jahr war ich mit einem alten Jeep in Rumänien mit einer Bekannten.

Nichts mit klauen, ganz im Gegenteil, wir sind oft von den Bauern beschenkt worden.

In meiner Familie habe ich so einen ähnlichen Fall, "Sie" soll ihrem Sonn kein Ungarisch beibringen, der Mann versteht halt kein ungarisch.

Ergebnis:

Der kleine war in Ungarn und hat seine Oma gefragt, warum er die Leute nicht versteht und warum seine Mama die fremde Sprache lernt.

Bringe deinen Zwergen die Sprache bei, dann können sie sich später entscheiden, wo sie leben / studieren wollen.

Ich quäle mich so mit der sprache ab, als Kind muß es doch viel einfacher sein!

Gruß

Michael

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Coogar
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Coogar » 07 Sep 08 20:19

Ich durfte mir hier vor Ort inzwischen einige Gemischtpärchen angucken, hatte selber auch ein oder zwei missglückte Beziehungsanläufe und denke, dass die Problematik nur zum Teil aus der unterschiedlichen Mentalität erwächst und viel eher darin liegt, dass die Zugezogenen hier (egal woher) durch ihre/n Auslandsaufenthal/e einfach ganz andere Sichtweisen und ein anderes Weltbild haben.

Die Argentinier reisen nicht unbedingt viel (aus unterschiedlichen und teilweise offensichtlichen Gründen) und sind, was Beziehungen/Familienplanung angeht doch sehr traditionell.
Wenn da jetzt eine daherkommt, zB aus England, die jahrelang in Asien gelebt hat und jetzt in Argentinien, wird ihre Toleranz in der Beziehung mit einem seßhaften Argentinier allein schon wegen der hier zuhauf existierenden Vorurteile auf die Probe gestellt.
Meiner Freundin ist allein schon regelmäßig die Galle übergelaufen, wenn ihr Ex alles Asiatische als 'chino' titulierte, was sie als ignorant und rassistisch empfand, für viele Argentinier allerdings vollkommen normal ist.
Von meinem Ex, der eigentlich relativ gebildet war, kamen Fragen wie 'Stimmt das eigentlich, dass sich in Europa die Frauen nicht die Achseln rasieren?'.
Das mag nach Kleinigkeit klingen, aber die Toleranzgrenze sinkt eben doch mit der Zeit und es ist nicht förderlich, nach und nach das Gefühl zu bekommen, dass man mit einem Idioten Tisch und Bett teilt.

Das Problem besteht zudem von beiden Seiten, da die Argentinier auch gerne alles, was nicht Drama, Theater und Tränen schreit als 'kalt' empfinden und neue Ideen gerne als 'loco' abtun.
Im alltäglichen Umgang kann man das irgendwie wegstecken, aber in Beziehungen gibt es dann doch immer wieder Krach.

Am besten ist es wahrscheinlich, wenn der Partner einen ähnlichen Erfahrungsschatz hat, wie bei einer anderen Freundin, deren argentinischer Freund mehrere Monate mit ihr in Kanada verbracht hat, um eben auch mal ihren Hintergrund kennenzulernen. Als Folge davon zieht er jetzt nach Kanada zu ihr, nachdem sie hier eineinhalb Jahre zusammen gewohnt haben, und es ist sehr offensichtlich, dass der Aufenthalt dort seinen Horizont erheblich erweitert hat.

Einfach ist es jedenfalls nicht.
Grüße, Coog 8)
What is the use of straining after an amiable view of things, when a cynical view is most likely to be the true one?
G.B.Shaw

Silbersee
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Silbersee » 29 Sep 08 11:02

Ich melde mich auch mal zu Wort, weil es genau mein Thema ist.

Ich mache mir im Moment extrem viele Gedanken, was die Beziehung zu einem Thai angeht. (Würde ich mich tatsächlih darauf einlassen, gehörte ich zu der seltenen Deutsche Frau-Thaimann - Spezies :wink: ).

Was an kulturellen Unterschieden alles auf einen zukommt,. daran mag ich noch gar nicht denken. Der Grund, weshalb diese Beziehungen sselten sind liegt vermutlich darin, dass Thais ja selten nach Deutschland kommen. Die Deutschen Frauen, die nach Thailand reisen, sind eher weniger auf der Suche nach einem Mann. Eventuell ergibt sich ein Urlaubsflirt. Aber dass sich daraus was Ernstes entwickelt ist wohl eher die große Ausnahme.

Deutsche Männer hingegen reisen ja gezielt nach Thailand, um mit einer Frau im Gepäck zurück zu kehren. Sie verreisen also schon mit ganz anderer Motivation. Und die Frau stimmt in der Regel (korrigiert mich, wenn ich falsch liege) schon aus finanziellen Gruenden zu. Wenn die Liebe eher zweitrangig ist, dann ist es natuerlich sehr leicht, jemanden zu finden.

Mein Problem ist nun, dass ich jemanden kennen gelernt habe, den ich sehr gern mag. Ist ja eigentlich schön, bloß sehe ich nicht wirklich eine Möglichkeit, eine Beziehung mit ihm auszuprobieren. Ich kann mir vorstellen, dass das der Hauptgrund ist, weshalb es so wenige internationale Beziehungen gibt. Ich würde mich sehr sehr gern auf den Mann einlassen, aber anfangs natuerlich nur soweit, dass beide noch sich auch wieder trennen können, wenn es nicht funktionieren sollte. Da er aber kein Visum für Deutschland bekommen würde, geschweige denn einen Job und sich hier selbst versorgen könnte, ist das alles utopisch. Ich könnte nach Thailand fliegen und dort im Rahmen eines Urlaubs Zeit mit ihm verbringen, aber es ist nicht das gleiche. Es ist nicht der Alltag. Wovor ich besonders zurückscheue ist die Tatsache dass er abhängig von mir wäre. Und dann die Frage, welche Probleme es wohl alles gäbe,auf Grund kultureller Unterschiede.
Im Grunde verstehen wir uns super und sind sehr auf einer Wellenlänge. Ich glaube eigentlich nicht, dass er sich plötzlich sooo verändert. Und dennoch tausend Zweifel und der Wunsch, einfach alles an den Nagel zu hängen. Aber dazu mag ich ihn zu gern.
Ich weiß aber nicht, ob es nicht dumm wäre, mit jemandem anzubändeln, den man
1.) nicht einmal im Alltag / im gemeinsamen Zusammenleben erlebt hat
2. der kein deutsch spricht (würde er aber sofort lernen wollen...)
3. der keine solide Ausbildung hat (er hat Elektriker gelernt, aber ich dneke, davon wird er sich hier nichts kaufen können....)
4. der keinen Führerschein hat....

Der Weg scheint sooo weit....und meine Vernunft sagt mir, dass ich es lassen soll, weil ich wahnsinnig viel Verantwortung tragen würde. Vielleicht werte ich das ganze aber auch nur so hoch, denn trotz seiner völligen Fremdheit ist er eine sehr selbständige Person. So zumindest mein Eindruck.
Was die so häufig erwähnten "Nebenfrauen" von Thaimännern angeht, so kann ich bei ihm 100% sicher sein, dass er nicht zu dieser Sorte gehört. Er mag mich sooo gern und ich mag ihn auch sehr sehr gern. Aber ich habe - auf Grund der ganzen Verantwortung - Zweifel. Würde er hier leben, würde ich mich sofort auf ihn einlassen. Aber sich auf gut Glück auf jemanden einlassen, ist vielleicht ein wenig viel :( . Andererseits habe ich nicht wirklich viele Möglichkeiten. Früher oder später wird eine Entscheidung gefällt werden muessen...Und das Risiko ist auch dann noch da....

Ach man....
Man kam zum Stück, ich musst den Narren spielen.

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Eliane
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Eliane » 29 Sep 08 11:50

Silbersee hat geschrieben: Ich weiß aber nicht, ob es nicht dumm wäre, mit jemandem anzubändeln, den man
1.) nicht einmal im Alltag / im gemeinsamen Zusammenleben erlebt hat
2. der kein deutsch spricht (würde er aber sofort lernen wollen...)
3. der keine solide Ausbildung hat (er hat Elektriker gelernt, aber ich dneke, davon wird er sich hier nichts kaufen können....)
4. der keinen Führerschein hat....
Es kommt eben drauf an wo.
Für mich steht ziemlich fest, dass ich mit meinem Mann nicht in Deutschland leben werde können. (So ziemlich der einzige Fall: Jemand von uns wird schwer krank und das wäre nur in Dtl. zuverlässig behandelbar.)
Dabei kann sich mein Mann auf Deutsch verständigen, er hätte auch eine Fahrerlaubnis.
Aber ich bin sicher, dass ich in erster Linie für den Unterhalt sorgen müsste und er wäre der Hausmann. Oder anders gesagt: Für ihn gäbe es keinen befriedigenden Job. Denn er ist "leider" nicht Elektriker sondern Literaturwissenschaftler. Klar könnte ich ihn womöglich irgendwo als Hausmeister, Fabrikarbeiter,... unterbringen, aber wäre er glücklich damit? Und obendrein fern der Heimat in einem völlig anderen Kulturkreis. Wie sehr würde das unsere Beziehung am Ende belasten?

Ich gehe davon aus, dass Frauen in dieser Hinsicht flexibler sind. Zumindest bestätigen das meine Beobachtungen. Sie bekommen Kinder, sind aufopferungsvolle Hausfrauen,... im fremden Land, bis sie womöglich erst nach Jahren beruflich Fuß fassen. Aber Männer, denen man die "Ernährer-" oder "Beschützer-"Rolle wegnimmt, werden wohl kaum zufrieden sein.

Wenn du die Möglichkeit hast, dann würde ich nicht versuchen, ihn nach D zu holen, sondern selbst nach Thailand zu gehen. Und wenn es nicht passt, dann gehst du eben wieder.
Es gibt doch sicher einen Weg nicht nur als Touristen, sondern auch länger dort zu bleiben.

Viele Grüße
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Silbersee
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Silbersee » 29 Sep 08 13:09

Eliane hat geschrieben:
Silbersee hat geschrieben: Ich weiß aber nicht, ob es nicht dumm wäre, mit jemandem anzubändeln, den man
1.) nicht einmal im Alltag / im gemeinsamen Zusammenleben erlebt hat
2. der kein deutsch spricht (würde er aber sofort lernen wollen...)
3. der keine solide Ausbildung hat (er hat Elektriker gelernt, aber ich dneke, davon wird er sich hier nichts kaufen können....)
4. der keinen Führerschein hat....
Es kommt eben drauf an wo.
Für mich steht ziemlich fest, dass ich mit meinem Mann nicht in Deutschland leben werde können. (So ziemlich der einzige Fall: Jemand von uns wird schwer krank und das wäre nur in Dtl. zuverlässig behandelbar.)
Dabei kann sich mein Mann auf Deutsch verständigen, er hätte auch eine Fahrerlaubnis.
Aber ich bin sicher, dass ich in erster Linie für den Unterhalt sorgen müsste und er wäre der Hausmann. Oder anders gesagt: Für ihn gäbe es keinen befriedigenden Job. Denn er ist "leider" nicht Elektriker sondern Literaturwissenschaftler. Klar könnte ich ihn womöglich irgendwo als Hausmeister, Fabrikarbeiter,... unterbringen, aber wäre er glücklich damit? Und obendrein fern der Heimat in einem völlig anderen Kulturkreis. Wie sehr würde das unsere Beziehung am Ende belasten?

Viele Grüße
Genau diese Bedenken habe ich auch. Selbst wenn ER mit dem Job zufrieden wäre, bzw. aus Liebe zu mir nicht darüber murren würde....ICH würe nicht wollen, dass er einen dieser Ausbeuterjobs hat. Zudem denke ich auch, dass es auf Dauer für beide eine Belastung wäre, wenn er von mir nahezu abhängig wäre, bzw. nicht fuer mich sorgen könnte.
Thailand kommt fuer mich nicht in Frage - eine zeitlang war das anders. Mittlerweile habe ich hier aber Fuß gefasst, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass ich in Düsseldorf bin, was ja recht multikulti ist. Hier fühle ich mich wohl. Zudem habe ich erkannt, dass ich wohl nirgends sonst einen derart sicheren und gut bezahlten Job haben werde - zumindest nicht als Lehrerin.

Was seine "Elektrikerlehre" angeht: wie gesagt, ich denke nicht, dass er damit in D etwas wird anfangen können. Wenn er nach D kommt, dann stellt sich eher die Frage, ob er nicht noch eine Ausbildung nachholen möchte. Ich weiß zwar nicht, wie gut die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind ohne entsprechende Shculzeugnisse, aber wenn das machbar wäre dann wäre dies noch der geradlinigste Weg.

Achso, ein anderer Punkt, der fuer mich auch gegen Thailand spricht (ich weiß nicht, wie das bei euch ist) ist, dass er auch dort vermutlich eher zur Unterschicht gehört. Ich muesste ihn schon sehr lieben, dass ich meinen Lebensstandard derart zurückschraube. Ich komme selbst aus sehr einfachen Verhältnissen und habe mir durch mein Studium muehsam etwas aufgebaut. Das würde ich so leicht nicht aufgeben wollen. Es wäre also nicht so, dass er etwa in Thailand so ohne weiteres fuer uns aufkommen könnte. Da ständen wir beide (abgesehen von seiner Abhängigkeit von mir) hier in D schätzeungsweise definitiv besser da!

Schwierig .... :(
Man kam zum Stück, ich musst den Narren spielen.

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MArtin
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von MArtin » 01 Okt 08 21:07

Hallo Silbersee,
Silbersee hat geschrieben:...Da ständen wir beide (abgesehen von seiner Abhängigkeit von mir) hier in D schätzeungsweise definitiv besser da!...
Denke ich auch, schon wegen:
In den meisten (3.-Welt-) Kulturen mit noch erhaltenen Familienstrukturen (samt Clan und "extended families"), uebernimmt man bei Heirat oft Verantwortung fuer eine ganze Familie, in denen selbst entferntere Familiemitglieder (cousin 2nd degree) oft genug einen hoeheren Stellenwert haben koennen, als der (Ehe-) Partner. ("I can find a new partner but I will never get a new auntie")
Gerade in Thailand haben wir das mehrmals (meist allerdings andersrum, also Farang mit Thai-Frau) gesehen bzw. von eingeheirateten Expats berichtet bekommen.
Der Familieneinfluss ist in D sicher geringer als in Thailand.
Allerdings schlage ich vor, Individual-Persoenlicheres eher in Deinem Vorstellungsthread zu besprechen, als unter diesem eher allgemein-philosophisch gehaltenen Titelthema.


Liebe Gruesse :)

oyutan
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Registriert: 14 Okt 08 13:43

Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von oyutan » 14 Okt 08 18:38

und mein Senf dazu....

vor 3 Jahren lernte ich in der Mongolei eine Frau kennen, eigentlich nur für ein wenig Mongolischunterricht, aber irgendwie eben doch veliebt, war ein paar Wochen dort - nur hatte sie ein Thailandstipendium in der Tasche wo sie dann ab August 2007 studiert. So ganz nahe gekommen sind wir uns dann leider nie wieder, sie war mit ihrem Studium sehr frustriert und wollte keine Beziehung mehr u.s.w. und es war noch ein Landsmann involviert.

Nun, dann, hab ich per Zufall meine jetzige FReundin kennengelernt mit der ich seit Juli zusammen bin. Sie stammt ebenfalls aus der Mongolei, lebt aber schon 8 Jahre in Deutschland und wir verstehen uns bestens.

Sie spricht perfekt Deutsch und wir haben beide schon so einiges erlebt so daß wir uns nicht wegen irgendwelcher Dummheiten oder Mißverständnissen ärgern..... wenn man sich nicht unterhalten kann dann schleicht sich schnell mal etwas Langeweile rein. Verliebt ist man schnell, aber danach möchte man (oder zumindestens ich) auch etwas mehr Tiefgang, Gefühle, und den ganzen Rest den so eine Partnerschaft ausmacht. Notfalls könnte ich auch noch in ihrer Muttersprache mit ihr reden, die lerne ich auch schon seit 3 Jahren.

Außerdem liebe ich ihr Heimatland, die Lieder, die Landschaften und kann etliche Lieder auswendig - das findet sie schön..... allerdings wird sie wahrscheinlich nicht mitkommen können, wenn ich mich 2010 meine Reise antrete. Was draus wird und wie sie letztenendlich damit umgehen wird, weiß ich nicht, aber das liegt nun leider auch an den Umständen unter denen wir uns kennengelernt hatten und auch an der Tatsache daß wir beide JETZT leben und uns lieben und nicht so viele Gedanken an die Zukunft verschwenden.

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