Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

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oyutan
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von oyutan » 14 Okt 08 18:53

p.s. ich hab auch aus den anderen Threads so ein wenig rausgelesen daß viele Probleme einen daran hintern, ein halbwegs sorgloses Leben zu führen. Drei Faktoren sollten schon etwas zueinander passen:

1.) Ausbildung: Die ganze EU ist äußerst effektiv, Nicht EU Ausbildungen aus 2. oder 3. Weltländern prinzipiell nciht anzuerkennen. Praktisch heißt das: In Thailand Starchirug, in Deutschland Krankenpfleger oder OP Schwester. Meine Freundin ist von russichen Dozenten ausgebildet worden, und sie kämpft seit Jahren um die Anerkennung ihres medizinischen Berufes. Die wollen einfach nicht, die Ämter, Berufsständischen Vereinigungen u.s.w. Umgekehrt ist das meist viel einfacher und acuh vom Beruf abhängig. Ich bin IT Berater, ich KANN überall arbeiten, aber kann das meine Partnerin auch?

2.) die Sprache des Heimatlandes.... und die Kultur
Wer spricht schon halbwegs fließend die Sprache seines Partners? Ich meine nicht über die 400 englischen Floskeln die fast jeder kann sondern angestrengkte und ernsthafte Bemühungen, die Kultur und die Sprache des Partners zu verstehen. Auch die Bereitschaft, seine und ihre Familie hin und wieder mal zu besuchen. Viele Beziehungen zerbrechen daran, daß Sie oder Er dann letztenendlich alleine ins Heimatland fliegt.

3.) der soziale Status.... in ein Land auswandern heißt für mich auch daß ich nicht in einem Slum leben will, voller Mücken und Taschendiebe. Ich will meinen Beruf dort ausüben können, zu anständigen Konditionen.

Wenn das alles gegeben ist, dann würde ich mich wohlfühlen. Ansonsten - je nachdem wie heimatverbunden der Partner ist, und wie sehr der Partner seine Heimat vermißt gibts da früher oder später Probleme.

Luther
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Luther » 24 Mai 09 17:24

Hallo,

ich bin grade zufällig auf diesen Thread gestoßen.

Ich denke, internationale Liebesbeziehungen sind nicht selten, wenn man sich vor Augen hält, wie die Chancen sind, überhaupt in eine solche Beziehung hineinzukommen. In seinem Heimatland hat man praktisch tagtäglich die Gelegenheit, jemanden des eigenen Volks kennenzulernen. In zwei oder drei Wochen Auslandsurlaub einen Partner fürs Leben zu finden, ist aber nicht wahrscheinlich und nicht jedermanns (fraus) Sache. Wer aber ledig auswandert, oder für längere Zeit im Ausland arbeitet, findet meist dort sein Gegenstück. Auf diese Weise entstehen die meisten internationalen Partnerschaften.

Irgendwo in den Seiten schrieb Sarah M.:
"Aber vielleicht ist es doch besser ein bisschen zu viel als nötig zu reden als ein bisschen zu wenig??"
Und Eliane antwortete:
"in jedem Fall ist das besser."

Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie schwer es ist, aus der eigenen, anerzogenen Denke herauszukommen. Die Meinung, dass Reden gut, viel reden noch besser ist, ist typisch deutsch, oder typisch westlich, oder grenzt es ab, wiel Ihr wollt, jedenfalls nicht japanisch. Meine Frau hat in der Anfangszeit unserer Gemeinsamkeit oft zu mir gesagt: "In Japan muss man nicht reden, man muss fühlen!" Ich vermute, dass das auch für andere Länder in der Region gilt. Sie hat aber jetzt umgelernt, und als sie zuletzt bei ihrer Schwester zu Besuch war, hat die gesagt: "Du redest soviel!"

:-)
Luther

Tobilein
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Tobilein » 25 Mai 09 9:51

Silbersee hat geschrieben:Die Deutschen Frauen, die nach Thailand reisen, sind eher weniger auf der Suche nach einem Mann. Eventuell ergibt sich ein Urlaubsflirt. Aber dass sich daraus was Ernstes entwickelt ist wohl eher die große Ausnahme.
Ja, aber das man westliche Frau - Thai Mann selten sieht ist nicht wirklich richtig. Die sind z.B. auf Ko Chang eher noch häufiger anzutreffen als umgekehrt.

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Haitigirl

Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Haitigirl » 14 Aug 09 21:21

Hallo alle zusammen,

ich bin auf diesen Thread gestossen, weil ich mich selbst schlau machen wollte über Kulturunterschiede in einer Liebesbeziehung...
Ich selbst bin Deutsche, mein Freund ist Haitianer und wir leben in der Dominikanischen Republik.

Ich merke am eigenen Leibe, dass eine Beziehung zu einem Menschen, der aus einer vollkommen anderen Kultur kommt, sehr schwierig ist. Seine Einstellung zu einer Beziehung ist ganz anders als meine. Er möchte nicht über Probleme reden, wozu meint er? Er braucht keine Nähe, Geborgenheit, er "weiss" ja, daß wir zusammen gehören. Er muß dies niemanden zeigen oder offenbaren, weil wir uns unserer Gefühle sicher sind. Er steckt all seine Energie in seine Arbeit, weil er in einem fremden Land lebt und sich beweißen muß. Also komme ich oft zu kurz. Wenn ich mich über die wenige Zeit, die wir miteinander verbringen beschwere, bekommen wir Streit. Ich weiß, daß er sozial nicht die selbe Absicherung hat wie ich, Arbeitslosengeld sei dank. Ich habe eine Absicherung, sollte ich mal meinen Job verlieren. Er selbst hat keine, bis ich das verstanden habe, hat es eine zeitlang gedauert...

Aber dies sind alles Dinge, die das Leben für mich, eine typisch deutsch denkende Frau, erheblich erschwert. Mittlerweile sehne ich mich nach einem ganz stinknormalen Mann, der die Abende mit mir verbringt, muss garnicht actionreich sein, ich möchte einfach nur die Zeit nutzen, die man zusammen hat. Man lernt Eigenschaften an Menschen zu schätzen, die man früher vielleicht mal für langweilig hielt. Aber in meiner neuen Beziehung fehlen mir diese Kleinigkeiten...

Ich kann ihn nicht verstehen und glücklich bin ich auch nicht wirklich. Eigentlich weiß ich jetzt schon, daß unsere Beziehung zum Scheitern verurteilt ist, aber der Anfang unserer Beziehung war so intensiv und meine Gefühle sind einfach zu stark, daß ich an der jetztigen Situation etwas ändern könnte... aber ich weiß, daß mein Freund nicht in der Lage ist, seine Einstellungen meinen etwas anzupassen, und ich selbst will nicht nur zurückstecken.

Um die Frage zu beantworten, ich selber glaube internationale Liebesbeziehungen sind sehr schwierig, weil die Vorstellungen einer Liebesbeziehung unterschiedlich sind. Prioritäten im eigenen Leben sind unterschiedlich und diese beeinflussen die Beziehung.
Wenn sich nicht beide Partner voll und ganz auf die Kultur und den Hintergrund des Partners einstellen, ist die Beziehung wahrscheinlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Man muß Kompromisse eingehen, diese müssen aber beide eingehen. Und für den einen ist es einfacher, für den anderen schwieriger.

Felix_bubble
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Felix_bubble » 10 Jan 10 20:26

Darüber hab ich auch viel nachgedacht.
Ich persönlich fände es einfach schrecklich, mit jemanden eine Beziehung zu führen, mit dem ich mich niemals wirklich fließend in meiner Muttersprache unterhalten kann. :?

thewanderer
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von thewanderer » 11 Jan 10 12:55

Haitigirl hat geschrieben:...ich selber glaube internationale Liebesbeziehungen sind sehr schwierig, weil die Vorstellungen einer Liebesbeziehung unterschiedlich sind.
Die sind innerhalb eines Landes auch schon unterschiedlich. Ich finde solche Unterschiede absolut interessant.
Etwas überspitzt formuliert: Ich will jemanden der anders ist als ich, darum ziehe ich als Mann eine Frau vor, das ist der erste Unterschied, wenn sie noch anders aussieht als all die Frauen in meinem Dorf finde ich das gut und wenn sie mir eine ganz andere Kultur näherbringt, noch besser.

Aber so sind sie Geschmäcker verschieden, und darum gibt es für alle das Richtige - und da wir in einer schnelllebigen Zeit leben, muss das Richtige von gestern nicht unbedingt auch das Richtige von morgen sein.

Sprache sehe ich nicht als Problem, das lässt sich ziemlich schnell lernen, ist interessant und macht Spass.

Gruss
thewanderer

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der Bär
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von der Bär » 11 Jan 10 13:34

Spannend. Ich bin grad über den Thread gestolpert.

Ich habe keine Erfahrung mit internationalen Liebesbeziehungen. War bisher nur mit Männern aus meinem eigenen Kulturkreis zusammen.


Viele Probleme, die hier beschrieben werden, kenne ich aber trotzdem. Es scheint darauf hinauszulaufen, dass es garnicht so sehr die kulturellen Unterschiede sind, die in einer Beziehung Probleme bereiten.

Sondern die Unterschiede in der Persönlichkeit der beiden Menschen.

Nähe - Distanz, Gefühle und Verbindung nach außen durch Körperkontakt zeigen oder nicht, öffentlich machen, dass man ein Paar ist oder nicht -
das kenne ich alles auch.

Klar, es gibt natürlich Gesellschaften, da ist Chauvinismus und Machismo viel stärker verbreitet. Aber auch dort sind bestimmt nicht alle Männer die starken unabhängigen Kerle und nicht alle Frauen die unterwürfigen Mädchen. Die Frage ist natürlich, wie stark unterwirft man sich dem, was die Gesellschaft erwartet und wie sehr ist man bereit und selbstbewußt genug, es unter Umständen nicht zu tun?

Es gibt bei mir Tage, da krieg ich nen Vollknall :lol: wenn ein Mann mit mir händchenhaltend durch den Park laufen will. Es gibt Tage, da würd ich die Hand am liebsten nicht mehr los lassen (gebe zu, DIE sind eher selten). Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun oder damit, ob ich etwas nach außen zeigen will. Sondern einfach mit meiner persönlichen Nähe-Distanz-Regulierung.

hab mir auch schon oft gewünscht, dass ein Mann mal meinen Rucksack beim Reisen durch die Welt schleppt! Machen die einfach nicht, keine Chance. Andererseits: ich würd sie dann auch glaub ich nicht mehr ernst nehmen....

tell me what I want, what I really really want :wink:

liebe Gruesse aus dem Herz der Kälte
:lol:
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...and I, I took the one less travelled by, and that has made all the difference. Robert Frost

picfreak
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von picfreak » 23 Mär 10 11:51

Ich finde es ist immer so eine Sache mit der Weltoffenheit. Viele behaupten sie seine offen und tolerant, aber tatsächlich ist es doch ganzschön schwer von seinen eingefahrenen Prinzipien und Gewohnheiten Abstand zu nehmen. Ich meine jede Beziehung ist doch ein Kompromiss, aber gerade eine interkulturelle Beziehung erfordert nun mal einfach viele Kompromisse und enorm viel Toleranz.

Ich war mal in einer Beziehung mit einem Russen, der für sein Studium 4 Jahre in Deutschland gewohnt hat und obwohl er die Sprache hervorragend sprechen konnte und sich sehr wohl gefüllt hat in Deutschland, war es irgendwie als wäre er in meine Wohnung gezogen.
Die Liebe war stark und wir haben uns gut verstanden, aber er hat mir gesagt, er fühle sich eben nie wirklich Gleichwertig. Ich mein er war 6 Jahre älter als ich und wesentlich besser gebildet und doch gab es da anscheinend diese Diskrepanz. Genauso, also ich dann zu ihm geflogen bin, es war genau das gleiche nur umgedreht.

Also wäre da wohl nur die Alternative gemeinsam Auszuwandern, aber wie gesagt, ich denke so eine Beziehung erfordert einfach immens viel Respekt und Toleranz und gaaaaaaaaaaaaanz viel Kommunikation und die ist natürlich nur gegeben , wenn man irgendwie eine Sprache spricht.

krainma
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von krainma » 21 Apr 10 15:29

Ich finde, dass es heute schon sehr viele internationale Liebespaare gibt. Durch die Möglichkeiten die wir heute haben ist das ja sehr einfach im Gegensatz zu vor 50 Jahren. Der Freund einer guten Freundin von mir ist bspw. aus Australien. Ich finde auch, dass die Partnersuche heute auch internationaler wird. Vielleicht gibt es noch nicht so viele internationale Liebespaare aber ich würde sagen die Tendenz ist stark steigend.

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