Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

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MArtin
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von MArtin » 17 Nov 06 17:52

Hallo Sarah :)
SARAH M. hat geschrieben:Hallo,
Mich macht dieses Thema schon länger stutzig: Warum gibt es so selten internationale Liebesbeziehungen?
Wir hatten uns bisher nicht zum Thema geäußert, weil unsere Erfahrung (seit über 6 Jahren weltreisend) eine ganz andere ist:
Ganz viele unserer Bekannten und Freunde und die allermeisten Ehepaare, zu denen wir unterwegs Kontakt haben, sind nämlich gemischt-national!
Und die meisten arrangieren sich, je nach Finanzkraft, ganz gut mit den oben angesprochenen Besonderheiten internationaler Beziehungen, bei denen zumindest die Familie eines der Partner (oft aber auch beide) im Ausland leben.
Die erfreuliche Entwicklung der internationalen Kommunikation (viel verfügbarer, viel billiger, viel breitbandiger... siehe Telekommunikation unterwegs) nimmt sehr viel Druck aus einer solchen (und unserer) Situation.

Planbar ist das eh nichts: Die Liebe kommt zuerst - und bestimmt die Prioritäten. Der Rest regelt sich dann quasi automatisch - man kann nicht Alles haben - insofern müssen immer Abstriche von der Idealsituation gemacht werden - aber bei den meisten klappt es doch immer irgendwie:
Die Urlaubsorte der Familien ändern sich, man trifft sich auf halbem Weg - und lernt, sich in der Zwischenzeit mit den neuen Errungenschaften billiger globaler Telekommunikation zu benügen - entweder von PC zu PC, oder von PC zu Telefon.

Leben ist Fluß und mit der Zeit ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten (gerade so, wie sich vor 5 Jahren auch niemand hätte vorstellen können, mit SKYPE für 1,7Cts./Min von überall auf der Welt deutsche Telefone anrufen zu können) - die kann man nicht vorempfinden oder im Voraus planen.

Wie gesagt: Die Liebe kommt zuerst, der Rest folgt.
Irgendwie.


Liebe Grüße aus der östlichsten Karibikinsel :)

Astrid &

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Eliane
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Eliane » 18 Nov 06 0:03

Liebe Sarah,

wenn man gemeinsame Zukunftspläne hat, dann gehört da der Urlaub doch auch mit dazu.
Erstens sollte der Partner das Heimatland des anderen auch kennen, halte das sogar für überaus wichtig, um auch dich besser kennen zu lernen.

Und meine Erfahrung zeigt, dass die meisten über kurz oder lang gar nicht mehr jedes Jahr in ihr Heimatland reisen. Oft natürlich in Abhängigkeit der Finanzen.

Und für meine Begriffe spricht auch überhaupt nichts dagegen, wenn man einzeln in sein Heimatland fährt. Bei aller Liebe, aber man wird doch kein siamesischer Zwilling, der den anderen wohin auch immer mitschleppen muss.

Ich freue mich eigentlich darauf, mit meinem Freund vielleicht auch mal noch ein paar andere Weltgegenden kennenzulernen und nicht nur immerzu nach D zu fahren.
Bei mir sieht es eh so aus, dass ich meine Uni-Ferien lieber hier als in D verbringe und mich in D nur möglichst kurz aufhalte, wenn es was dringendes zu erledigen gibt...
Wenn hier endlich im Sommer warm ist, will ich hier alles entdecken und die wunderbare Natur genießen und nicht in D herumhocken. Und im Winter ist es das gleiche....

Ich sehe das alles nicht so dramatisch. Und MArtin hat schon ganz recht: Heute ist man dank der vielen lieben Technik sowieso nicht mehr aus der Welt und an Kontaktmöglichkeiten zu Freunden und Familie mangelt es nicht.

Liebe Grüße
Eliane


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SARAH M.
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von SARAH M. » 18 Nov 06 11:41

Hallo!!
Eliane hat geschrieben:
Erstens sollte der Partner das Heimatland des anderen auch kennen, halte das sogar für überaus wichtig, um auch dich besser kennen zu lernen.
Oh ja, das finde ich auch!! Und dabei geht es nicht ums Heimatland an sich, sondern darum, dass der andere versteht, wie man lebt, wo man aufgewachsen ist, wer seine Freunde sind, was man für ein Verhältnis mit seiner Familie hat, was man gerne macht, etc. Das alles macht einen aus!! Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass mein, äh... wie soll ich ihn nennen??, mein "angehender Freund" :wink: in zwei Wochen nach Deutschland kommt, um meine Welt zu entdecken!!!!
MArtin hat geschrieben:
Die Urlaubsorte der Familien ändern sich, man trifft sich auf halbem Weg.
Hey Martin!!! Da wäre ich jetzt gar nicht drauf gekommen!! Das ist ja sogar NOCH besser!!!! Das macht dann richtig Spass!! Die ganze Familie plant den Urlaub und man sieht sich nicht in dem Alltag vom anderen sondern verbringt seine Zeit, wenn man schon mal zusammen Zeit verbringt, in einem gemütlichen und sorgenfreien Umfeld!!! Werde ich mir merken 8) !!!

Ich schreibe gerade meine Diplomarbeit über interkulturelle Arbeitsgruppen und da habe ich rausgefunden, dass diese Gruppen entweder überhaupt nicht funktionieren (zu viele Hindernisse und Misstrauen und Unverständlichkeiten) oder sie bekommen viel bessere Ergebnisse als monokulturelle Teams!! Und das kann man direkt auch auf internationale Partnerschaften übertragen: entweder es geht gleich in die Hose oder es ist richtig super.

Dann ist mir was aufgefallen. Und zwar, wenn man eine internationale Beziehung hat und sich dessen Bewusst ist, dass der andere eventuell etwas falsch verstehen kann oder anders interpretieren kann, geht man viel vorsichtiger miteinandern um, mit viel mehr Aufmerksamkeit und viel mehr Kommunikation. Das was zwischen zwei Menschen gleicher Kultur als selbstverständlich gesehen wird, muss man in einer interkulturellen beziehung mit viel Offenheit und Ehrlichkeit aussprechen. Das kann dem einen vielleicht etwas anstrengend vorkommen, aber wenn man das will, dann macht das richtig, richtig Spass. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man dadurch selbst die Kleinigkeiten der Beziehung viel bewusster erlebt. (das soll jetzt nicht heissen, dass monokulturelle beziehungen langweilig sind, es ist nur, dass man in gewisser maßen bei anderen Kulturen "gezwungen" wird, für eine gesunde Kommunikation zu kämpfen)

Liebe Grüße,

Eure Sarah.
Il est quelle heure au paradis?

Tiroler
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Tiroler » 19 Nov 06 11:44

Hier in thailand sieht man viele gemischte paerchen,viele sexbeziehungen, liebesbeziehungen sind hier zu 80 prozent nur sehr kurzlebig da es einfach zu viele unterschiede zw. europaern und thai gibt.

Falls ich nicht zum moench ordiniere koennte ich mir aber gut vorstellen eine thailaendische freundin zu haben, da von der mentalitaet,religion mehr mit einer thai harmoniere als mit einer oesterreicherin.

l.g martin
2 x China, 14 x Thailand, 3 x Neuseeland, 5 x Cook Inseln, 3 x Spanien , 2 x Jamaika, 2 x Kuba , 3 x Frankreich, 2 x Schweiz, 1 x Brasilien, 1 x Dubai, 1x Nepal, 1 x Kenia, 4 x USA, 1 x Indien, 1 x französisch Polynesien, 2 x Kambodscha, 1 x Australien. Unzählige Male in Deutschland und Italien, England (nur London), Ägypten

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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Eliane » 20 Nov 06 10:42

SARAH M. hat geschrieben:Hallo!!
Eliane hat geschrieben:
Erstens sollte der Partner das Heimatland des anderen auch kennen, halte das sogar für überaus wichtig, um auch dich besser kennen zu lernen.
Oh ja, das finde ich auch!! Und dabei geht es nicht ums Heimatland an sich, sondern darum, dass der andere versteht, wie man lebt, wo man aufgewachsen ist, wer seine Freunde sind, was man für ein Verhältnis mit seiner Familie hat, was man gerne macht, etc. Das alles macht einen aus!!
Genau das meinte ich damit.
Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass mein, äh... wie soll ich ihn nennen??, mein "angehender Freund" :wink: in zwei Wochen nach Deutschland kommt, um meine Welt zu entdecken!!!!
Na dann auch dir herzlichen Glühwurm... Auf dass es eine schöne Zeit werden möge und euer "Experiment" auch eine gute Zukunft hat... :D

Ich schreibe gerade meine Diplomarbeit über interkulturelle Arbeitsgruppen und da habe ich rausgefunden, dass diese Gruppen entweder überhaupt nicht funktionieren (zu viele Hindernisse und Misstrauen und Unverständlichkeiten) oder sie bekommen viel bessere Ergebnisse als monokulturelle Teams!!

Das klingt ja superspannend.
Wenn du fertig bist und Ergebnisse vorliegen, würde ich die gerne mal lesen - von Berufs wegen. Wäre das irgendwie machbar?
Dann ist mir was aufgefallen. Und zwar, wenn man eine internationale Beziehung hat und sich dessen Bewusst ist, dass der andere eventuell etwas falsch verstehen kann oder anders interpretieren kann, geht man viel vorsichtiger miteinandern um, mit viel mehr Aufmerksamkeit und viel mehr Kommunikation.

Hmm. Das würde ich jetzt nicht bedingungslos unterschreiben. Ich glaube, es liegt viel mehr an der Erfahrung und der Reife. Ich habe mit jeder Beziehung dazu gelernt und bin offener geworden und erwarte aber auch mehr Offenheit. Für mich war in der ersten festen Beziehung (die ja ebenfalls interkulturell war) vieles selbstverständlich, weil ich einfach nicht wusste, dass es auch anders sein kann... Die Offenheit kam dann später mit den nächsten (monokulturellen) Freunden.

Jetzt merke ich aber manchmal auch, dass ich manches zum ("interkulturellen") Problem zerrede, was vielleicht einfach nur ein wenig Zeit bräuchte oder aus dem Bauch heraus viel besser gelingen würde.

Liebe Grüße
Eliane
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SARAH M.
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von SARAH M. » 21 Nov 06 10:52

Eliane hat geschrieben:
Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass mein, äh... wie soll ich ihn nennen??, mein "angehender Freund" :wink: in zwei Wochen nach Deutschland kommt, um meine Welt zu entdecken!!!!
Na dann auch dir herzlichen Glühwurm... Auf dass es eine schöne Zeit werden möge und euer "Experiment" auch eine gute Zukunft hat... :D
Danke!!! Ich berichte dann, wie es mit unserer interkulturellen Kommunikation funktioniert hat!! :wink:

Eliane hat geschrieben:
Ich schreibe gerade meine Diplomarbeit über interkulturelle Arbeitsgruppen und da habe ich rausgefunden, dass diese Gruppen entweder überhaupt nicht funktionieren (zu viele Hindernisse und Misstrauen und Unverständlichkeiten) oder sie bekommen viel bessere Ergebnisse als monokulturelle Teams!!

Das klingt ja superspannend.
Wenn du fertig bist und Ergebnisse vorliegen, würde ich die gerne mal lesen - von Berufs wegen. Wäre das irgendwie machbar?
Klar!! Mache ich gerne!! Musst mir einfach deine E-mail geben! Aber es geht speziell um Deutsche Unternehmen in Süd-Ost-Asien, also um deutsch-thailändische Teams ganz genau... ist das auch von Interesse?? (und ist auch alles auf englisch)
Eliane hat geschrieben: Für mich war in der ersten festen Beziehung (die ja ebenfalls interkulturell war) vieles selbstverständlich, weil ich einfach nicht wusste, dass es auch anders sein kann...
[...]
Jetzt merke ich aber manchmal auch, dass ich manches zum ("interkulturellen") Problem zerrede, was vielleicht einfach nur ein wenig Zeit bräuchte oder aus dem Bauch heraus viel besser gelingen würde.
Hm... ja stimmt... Man kann, egal ob in internationalen oder nationalen Beziehungen, das Ganze für selbstverständlich halten... und dann geht es in die Hose. Da das mit ihm meine erste richtige internationale Beziehung ist, und es das erste mal ist irgendwie, dass ich so offene Kommunikation habe, habe ich gedacht, das hängt direkt zusammen. Aber wahrscheinlich hängt es vor allem an der Erfahrung und am Willen von beiden Seiten, so eine offene Kommunikation zu haben.

Und das mit dem alles zerreden ist auch so ne Sache... wenn man über alles zu viel redet, verhält man sich wie zwei Geschäftsleute, die alles bis ins kleinste Detail abgeklärt haben wollen!!! Aber vielleicht ist es doch besser ein bischen zu viel als nötig zu reden als ein bischen zu wenig??

Liebe Grüße,

Sarah.
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Ungelesener Beitrag von MArtin » 21 Nov 06 18:26

Hallo :)
SARAH M. hat geschrieben:...Aber vielleicht ist es doch besser ein bischen zu viel als nötig zu reden als ein bischen zu wenig?...
Offener Austausch ist in jeder Beziehung elementar - je mehr Projektionsfläche (Unklarheiten, wie der andere tickt) besteht, desto wichtiger ist er. Dabei kommt es darauf an wie man miteinander redet.
Als Profis für Partnerkommunikation empfehlen wir gerade für internationale Paare aus verschiedenen Kulturkreisen wärmstens M.M. Moellers Buch "Die Wahrheit beginnt zu zweit" - Besprechung in unseren Weltreise-Buchtipps.

Liebe Grüße :)

Astrid &

vabels
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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von vabels » 22 Nov 06 7:51

Hallo,

ich bin jetzt 13 Jahre mit meiner Frau aus Thailand verheiratet. Unsere Beziehung verläuft sehr gut, wobei wir im laufe der Jahre beide eine Menge lernen mussten und auch weiterhin lernen.

Ich glaube eine Partnerschaft mit solch unterschiedlichen Mentalitäten bedarf schon einiges an Toleranz auf beiden Seiten, damit sie funktioniert. Vor allem in den ersten Jahren haben wir sehr viel voneinander gelernt. Obwohl ich schone Jahre vorher sehr häufig in Asien unterwegs war und dadurch einiges über asiatische Mentalitäten mitbekommen habe, ist es schon eine andere Situation mit einer Asiatin zusammen zu leben.

Bei uns gab es in der ersten Zeit schon bei Kleinigkeiten im alltäglichen Leben die ersten „kleinen Erlebnisse“: Z.B. bekam meine Frau die Wohnungstür nicht auf – der Schlüssel wird anders gedreht, die Heizung an machen(?) in Thailand gab es keine. Waschmaschine – nie gesehen und wenn funktioniert die ganz anders als in Thailand. Mit Messer und Gabel essen – das Messer wird nur zum klein schneiden vor dem Essen benutzt. Das waren nur die ersten Kleinigkeiten.

Eine Sache aber, war anfangs nur mit vielen Erklärungen von meiner Frau zu akzeptieren, dass ich als Mann mich auch mit anderen Frauen, ganz normal und ohne Hintergedanken allein unterhalten kann.

Ich war nie der Familienmensch. Aber meine Frau legt schon Wert darauf, dass zumindest die Geburtstage etc. gefeiert werden.

Ich bin früher sehr viel zu Fuß gegangen, aber Thais gehen möglichst keinen Weg, wenn es nicht sein muss, zu Fuß. Also selbst 1 – 2 km wurden anfangs immer mit dem Auto zurückgelegt – inzwischen habe ich es geschafft, dass meine Frau doch auch einiges zu Fuß oder mit dem Fahrrad unternimmt.

Obwohl ich in keinster Weise religiös bin, ist es natürlich wichtig zu akzeptieren, dass meine Frau einen kleinen Hausaltar aufgebaut hat. Sie ist zwar auch nicht übermäßig religiös, aber ein - zweimal die Woche werden doch ein paar Gaben für Buddha oder die verstorbenen Vater und Oma, geopfert. Wenn die vorgenannten dann gegessen haben, darf ich dann den Rest essen. :)

Hin und wieder erzählt mir meine Frau von Geistern (Pie) oder dem Besuch ihrer verstorbenen Oma in Form von Insekten etc. Ich finde es auch immer wieder interessant, wenn sie von ihren Erfahrungen, aus Träumen erzählt, was ihr meist ziemlich real vorkommt. Meine Frau hat wiederum keine Probleme damit, dass ich mit Religion nichts am Hut habe. Zugegeben der Buddhismus sagt mir von den großen Religionen schon am ehesten zu. Mit einer gläubigen Christin und Kirchenbesuchen hätte ich wohl schon meine Probleme, weil ich damit nichts zu tun haben will.

Bei politischen Ansichten sind wir häufig ziemlich unterschiedlicher Ansicht und da ist in der Tat Toleranz gefordert.

Beispiele: Politiker versorgen ihre Familie- das ist nicht verwerflich, denn man muss ja für die Familie sorgen. Warum werden Arbeitslose so vom Staat versorgt? Das ist zwar gut, aber so richtig versteht sie es nicht. Nationalstolz: - das ist vielleicht nur in Deutschland ein Thema.

Bei Festen, bei denen viele Thais dabei sind, hocken die Frauen meist in der Küche und quatschen und essen. Sie wollen dann auch normalerweise ihre Männer nicht dabei haben - also doch anders als in Deutschland gewohnt. Aber wenn die Musik dann abgeht ist es doch wie überall.
Es gibt noch viele andere Situationen, in denen unterschiedliche Auffassungen und Ansichten bestehen, was auch spannend ist und das alltägliche Leben doch bereichert.

Eine Sache noch zum Schluss: Was mir sehr gut gefällt ist die Art der Gastfreundschaft, die ich auch übernommen habe. Egal wer zu Besuch kommt, es gibt immer etwas zu essen und zu trinken – im Zweifel wird schnell etwas improvisiert. :D

Gruß
Volker
Sehen ist subjektiv - auch meine Antworten!

Besucht doch auch mal mein Blog:
http://www.foto-reiseberichte.com

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Internationale Liebesbeziehungen - warum so selten?

Ungelesener Beitrag von Eliane » 22 Nov 06 8:27

Hallo,
SARAH M. hat geschrieben:Aber vielleicht ist es doch besser ein bischen zu viel als nötig zu reden als ein bischen zu wenig??
in jedem Fall ist das besser.
Aber gerade das braucht eben auch eine hohe Sensibilität gegenüber dem anderen, seiner Kultur und seiner Erziehung. Ich kann ihm eben nicht auf den Kopf zu Sachen sagen, die er bislang selbst noch nicht einmal zu denken gewagt hat. Und er kann ja auch nicht so ohne weiteres aus seiner Haut und Hals über Kopf Dinge beim Namen nennen, die bis dato grundsätzlich tabu waren. Wenn ich da ständig rede, verschrecke ich ihn mehr, als dass ich dadurch etwas gewinnen würde.

Da ist es dann zunächst mitunter besser, sich ganz langsam voranzubewegen, erstmal weniger zu reden, aber mehr zu zeigen..., um früher oder später aber natürlich den Bogen zu einem Gespräch doch noch zu schlagen.

Kurz: Offenheit ist das absolute Muss für eine gelingende Beziehung, aber sie will gelernt sein und man muss seinem Partner auch die nötige Zeit dazu geben. Ich hatte sie ja auch nicht von Anfang an.

So jedenfalls meine Erfahrung...

Liebe Grüße
Eliane
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