Weltreise : Soll ich, oder soll ich nicht...

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
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Ob als Urlauber oder Hardcore- Traveler: Reisen bildet und ändert das Bewusstsein. Freier Austausch unter Betroffenen.
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Gast

Re: Soll ich, oder soll ich nicht...

Ungelesener Beitrag von Gast » 11 Feb 05 14:35

Ja herrlich,

Gott sei Dank hab ich dieses Forum wiederentdeckt :-)

Gleichgesinnte zu treffen ist schon eine feine Sache.

Kurz zu mir: Ich bin 31, aus Stuttgart, Flugbegleiter (hetero :D ), seit 2 jahren in diesem Job, aber eben doch auch auf der Suche nach einem Ausstieg auf zeit oder länger :lol:

Dazu habe ich ne Freundin seit 6 Jahren, die ähnliche Gedanken hegt wie wir alle. Sie hat eine Ausbildung als reiseverkehrskauffrau absolviert, ein halbes Jahr gearbeitet und dann gemerkt das es das nicht sein kann. Ich kann das prima nachvollziehen, hab ne Bankerlehre hinter mir und damals das gleiche Problem.

Sie war also seit letztem Jahr Januar arbeitslos und hatte auch keinen richtigen Plan wie es weitergehen sollte. Nach langem überlegen hatte sie sich dazu entschlossen einen Italienisch Sprachkurs zu machen und war zu diesem zweck im Juni- Juli für zwei Monate in Neapel... Dort hat es Ihr so gut gefallen, das sie nach einem Monat hier gleich nochmal für drei Monate hin ist... Leider bin ich dadurch auf der Strecke geblieben :cry: was mir immernoch schwer zu schaffen macht... Einerseits kann ich Sie gut verstehen andererseits tut es mir unendlich leid für uns Beide, da wir nun schon ganz lange Zeit miteinander verbracht haben udn Ich mir durchaus mehr vorstellen konnte...Sie im Übrigen auch.

In Italien hat sie aber die Lebensweise der Italiener lieben gelernt und auch das Gefühl der Unabhängigkeit schien Ihr mehr als zu gefallen, sodaß ich eben keine oder nur noch eine kleine Rolle spiele...
Jetzt geht sie im März für ein halbes Jahr nach Süditalien und arbeitet dort in einem Ferienclub...

was ich eigentlich sagen will, Sie lebt Ihren Traum ohne Rücksuicht auf Verluste und Personen in Ihrem Umfeld, was ich als sehr richtig empfinde, leider bin ich der Betroffene was es mir sehr schwer macht damit klarzukommen..

Schlußendlich lebt aber jeder für sich und muss es sich rechtmachen. Denn nur wenn man selbst mit sich und seiner Situation zufreiden ist kann man das einem eventuellen Partener auch zeigen und das geben was von Nöten ist. So hart das erscheinen mag, aber auf Sicht gesehen ist das der einzige Weg.
Ich hab mich jetzt nach Sri Lanka in ein Sporthotel beworben, bin auch staatl. annerk. Sportlehrer und hoffe inständigst, das sich nochwas tut im Leben...

Entschuldigt evt. rechtschreibfehler, ich bin ein miserabler Tipper :lol:

Grüßle aus Stuggitown

Peng

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Gast

Re: Soll ich, oder soll ich nicht...

Ungelesener Beitrag von Gast » 25 Mär 05 22:24

Hallo líebe Leute,
freue mich total eure Geschichten zu hören. Bei mir war es ähnlich wie bei euch konnte mich auch nie entscheiden ob ich es machen soll oder nicht. War dann schon kürzer für jeweils 2 Monate im Ausland und habe es genoßen. Beruflich sieht es im Moment ziemlich scheiße aus, da ich gestern in der Probezeit meine Kündigung bekommen habe. Ich glaube das es Schicksal ist und es mir meinen Weg zeigt was ich tun soll.

Liebe Grüße

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Gast

Re: Soll ich, oder soll ich nicht...

Ungelesener Beitrag von Gast » 07 Apr 05 19:39

Oh Mann, ihr habt ja alle einen Job! Und / Oder ne Ausbildung oder so.

Ich steh hier mit meinen 25 Jahren, hab ein nicht mal halbes Studium fertig, etliches anderes abgebrochen und bin, darauf kommt es an, nicht blöd oder so.
Ich halte nur einfach Einseitigkeit und Perspektivlosigkeit nicht aus. Außerdem interessieren mich so viele Dinge (oft nur für kurze zeit um mich dann wieder abzuwenden und später dann evtl. wieder darauf zurückzukommen).

Die Vorstellung, einen Job oder eine Tätigkeit den Rest meines Lebens zu tun ode tun zu müssen, nur um mir das Wochenende und den kläglichen Feierabend zu finanzieren, bzw. einmal im Jahr irgendwie "frei" zu sein im Urlaub, macht mir Angst. Ich weiß, dass ich das nie im Leben könnte.

Trotzdem habe ich auch trotz vieler Interessen und Begabungen (zwei rechte Hände, Ruhe bewahren in prekären Situationen, Informatik-Kenntnisse, Kellnererfahrung, soziale Kompetenz und Intelligenz etc.etc.)
Schiss, einfach loszuziehen und mein Glück zu suchen.
Obwohl es genau das ist, worauf mein Leben nun seit 25 Jahren hinausläuft glaube ich.

Eine Angst ist die, dass ich, sollte es mir nicht gefallen, in D gar nix mehr werde (Eigentlich würde ich gerne für immer weg). Obwohl auch das MIT Ausbildung ja nicht garantiert aber doch wahrscheinlicher ist.
Und die Tatsache, dass ich hier einfach nur noch raus will aus den gesellschaftlichen Ketten, Zwängen und Bahnen sollte eigentlich Grund genug sein, es einfach zu tun.

Ich könnte mir gut vorstellen, irgendwo mein Glück zu finden, vielleicht ein kleines "Gewerbe" aufzumachen (Tauchschule, Gästebewirtung, Fremdenführer, Camp für Backpacker, Weltenbummler und Aussteiger auf Zeit, Kommune auf Selbstversorgerbasis mit ein bisschen Handwerk und netten Leuten und und und....) und entweder damit glücklich zu werden oder eben weiterzuziehen.

Snd wir nicht auf der Welt um unserem Herzen zu folgen und unseren ganz eigenen Lebensweg zu gehen? Frei zu sein? Einfach die Früchte zu pflücken, die das Leben bereithält?
Ist es nicht so, das alles gut wird, wenn man nur an sich glaubt und tut, was richtig für einen ist? Sich selbst treu bleibt? Auch ohne ausbildung, netz und doppelten Boden? Ohne Geld?

Vielleicht ist die Antwort auf all diese Fragen, dass man es einfach tun muss. Im Zweifel kann es nicht schlimmer sein, als in diesen gesellschaftlichen Bahnen zu leben und sterben tut man so schnell auch nicht. Es wird wohl irgendwie weiter gehen.

Ein Punkt allerdings macht mir Sorgen. Obwohl ich wahrscheinlich nicht allein reisen werde. falls aber doch:
"Ist es nicht auch teilweise ganz ganz einsam in einem fremden Land, in dem man keinen kennt und niemanden hat? Wie schwer ist es, da (unverbindlich) Anschluss (auf Zeit) zu finden?"

Es ist nicht so, dass ich nicht gerne alleine bin. Aber ein bisschen Rückhalt und Sicherheit, dass es da Menschen gibt, die für einen da sind, wäre schon wichtig. Eigentlich kommt es doch zu einem großen Teil auf nette und gute Menschen an im Leben.

Was habt ihr mit diesem Thema für Erfahrungen gemacht?
Und was würdet ihr mir bzgl. meiner Berufsausbildung/ meines Studiums raten?
Ich will nicht mein Leben lang warten. Warten, dass das Studium zu Ende ist, warten, dass ich einen Job habe, warten dass ich den perfekten Job habe, warten dass ich unabhängig bin, warten, dass ich ein Haus habe, warten dass alles sicher ist, warten, warten, warten...

...warten, dass das leben beginnt.



Angst habe ich trotzdem. Obwohl ich das nicht muss. Das sagt mir irgendwie mein Herz.

Aber was, was wenn es mir woanders genauso wenig gefällt?

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JimmyEatWorld

Soll ich, oder soll ich nicht...

Ungelesener Beitrag von JimmyEatWorld » 08 Sep 05 1:02

Hallo,

Eure Bericht zu lesen, hat mir gefallen. Ich möchte Euch meine Situation beschreiben:
Bin 28, habe einen gut bezahlten Job, viele Freiheiten im Job trotzdem fühl ich mich leer und ausgebrannt. Keine Begeisterung, geht mir bei vielen Dingen so. Habe vor 2 Jahren eine lange Beziehung abgebrochen und seitdem nicht den richtigen Menschen für mich gefunden. Ich kämpfe eigentlich die letzten 2 Jahre damit, was ich mit meinem Leben anfangen soll....und seit dieser Woche habe ich ein Lächeln auf meinem Gesicht. Habe mit meinem Chef eine 1 Jahres Auszeit vereinbart und bald gehts los. Versuche auf diesem Wege herrauszufinden, was das Richtige für mich ist. Möchte mich in verschiedenen Sachen weiterbilden, Kreativität, Sprachen. Ist ein großartiges Gefühl ... Freiheit ... schon jetzt. Kann mich frei entscheiden wohin es mich treiben soll.... Ich hab mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht: "wird es mir dort gefallen", "wie wird das allein sein","was kann ich für mich erreichen" ... Unsicherheit ... ich werd es versuchen, kämpfen und letztendlich hat man ja immer die Freiheit zu sagen: "ich geh zurück".

Lieben Gruß an alle die vor so einer Entscheidung stehen. Ich wünsche Euch nach der Entscheidung mein derzeitiges Gefühl (=richtig entschieden zu haben).
Arbeit ist Zweck, Geld ist nichts, Liebe ist alles.

S.

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Skye
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Soll ich, oder soll ich nicht...

Ungelesener Beitrag von Skye » 14 Sep 05 5:54

hey leute!

was für ein interessantes thema. der vorletzte beitrag des gastes (sorry, einen namen habe ich ja nicht), sprach mir geradezu aus dem herzen. nun ja, vor drei wochen wäre es wohl noch so gewesen.

ich dümpelte auch ewig im studium hin und her, sah mich dann außer stande, es zu beenden, obwohl ich mein studienfach nach wie vor liebe (nicht so meine nebenfächer), und frage mich schon seit anderthalb jahren, was zum geier ich mit meinem leben anfangen soll.

den erwartungen anderer gerecht werden vielleicht? nein, das kann ich nicht, ich will nicht. dennoch fühlte ich mich bislang verpflichtet eben dies zu versuchen.

ich habe immer davon geträumt zu reisen, aber wie? wann? wie lange? wohin? und was kostet das?

tausend fragen und noch mehr. eigentlich erschien es mir eine barriere zu geben, die derart unüberwindlich war, dass ich es gar nicht erst versuchte und dementsprechend nicht dran dachte.

bis es plötzlich "klick" gemacht hat. ich habe mich nicht ewigkeiten hin und her geplagt, mich gefragt ob oder ob nicht. nein, es machte einfach klick und plötzlich wusste ich, dass ich es tun muss. ich muss weg (der gedanke abzuhauen ist schon seit langem sehr stark). ich muss die welt sehen und zu all jenen orten, die man nicht mal in reisekatalogen findet oder in bildbänden über die schönsten plätze dieser welt.

ich habe die entscheidung im eigentlichen sinne gar nicht getroffen, sie kam zu mir, hat sich von hinten angeschlichen, mich niedergeknüppelt, sich auf mich raufgesetzt und wird gewiss nicht mehr gehen.

und das ist ein unglaubliches gefühl. ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich mich das letzte mal so frei gefühlt habe.

es ist mit dieser wie mit allen anderen entscheidungen, die ich bisher in meinem leben getroffen habe: spontan ist nie verkehrt.

wenn ich lange hin und her überlegen muss, dann ist meist weder das eine noch das andere etwas, das ich wirklich will.

wenn ich aber spontan weiß, dass es das richtige für mich ist, dann war es das auch. und ist es noch.

ich werde niemandem davon abraten, eine weltreise in angriff zu nehmen, ich kann wie meine vorredner nur sagen, dass dies wohl eine entscheidung des herzens ist.

und egal wie es wird, ich weiß, dass ich es nie bereuen werde.

Skye
"The sky is the limit"


sheigha
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Soll ich, oder soll ich nicht...

Ungelesener Beitrag von sheigha » 17 Okt 05 13:36

Eine ferne Stimme schreit nach mir,
hat ein Stück meiner Seele an sich gerissen.
Schreit nach mir, Folge zu leisten
Und zu vereinen was zusammengehört.

Mein Leben ist die Ruhe vor dem Sturm,
ich warte - vergeblich - er zieht immer vorbei.
Meine Gleichgültigkeit macht mir Mut,
es muss wohl nur einer den Schalter umlegen.

Hier ist kein Halt für menschliches Treibholz
Schlaflose Zeit ist zu wertvoll für ein Leben im Traum
Unerfüllte Sehnsucht gegen enttäuschten Stolz,
Ist dieser Tausch gerecht?

Eine Reise bringt einen zu keinem festen Ziel,
aber sie deutet eine Vielzahl von Wegen.
Sie sagt dir nicht was du bist, aber sie hilft dir suchen
Suchen, was viele schon aus den Augen verloren haben.


Ja, das in etwa beschreibt meine momentane Lage. sie ähnelt gewissermaßen, der von [Gast].
Ich (22) studiere im 3. Semester und bin nicht einmal unglücklich mit meinem studienfach.
trotzdem habe ich seit langem das gefühl, nicht mein leben zu leben, sondern ein katalogleben.
es gibt nichts was mich wirklich hier hält, keine freundin, keine eltern oder freunde, die man nicht auch eine weile alleine lassen könnte.
aber irgendwas macht mir angst. muss ich mir die basis für eine zukunft schaffen, die ich vielleicht gar nicht will? darf das gefühl sich so über die vernunft setzen? enttäusche ich womöglich leute dadurch und sollte ich das nicht eigentlich als kriterium völlig ausser acht lassen?
Es geht um mich, mein leben, aber die gesellschaftlichen denkweisen, die einem 22 jahre beigebracht wurden, hinterlassen doch ihre spuren.
meine zeit ist mir zu schade, um sie an einem ort zu verbringen.
ich will einfach mit 60 oder 70 jahren nicht verpassten chance nachtrauern.
das ist meine schlimmste vision.
es ist schwer sich in dieser sache rat von anderen zu holen, aber vielleicht braucht es nur noch den richtigen auslöser?!

MfG sheigha[/list]
"Die Kirche ist nahe, aber die Straße ist vereist.
Bis zur Kneipe ist es weit, aber ich kann ja vorsichtig laufen."

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Soll ich, oder soll ich nicht...

Ungelesener Beitrag von TropicHeat » 18 Okt 05 1:43

Also, ich habe in meinem Leben schon mehrere male totale "Brüche" gemacht (im Sinne von "was total neuem angefangen") - und es NIE bereut!

Reisen war oft ein Anlass, neue Freundin manchmal ein anderer, Auswandern einer der letzten... Und fast jedes mal habe ich mich getrennt von vielen Dingen, die so vielen Menschen "Sicherheit" bedeuten: fester Wohnort mit Freunden und Bekannten, sicheres Einkommen (in meinem Fall eigene Geschäfte), andere Besitztümer... Und immer habe ich gefunden, daß ich wieder "auf die Füsse falle" und mein Leben (und Einkommen - was ja so vielen so wichtig erscheint) weitergeht; oft nicht so wie ich mir das vorher vorgestellt hatte (oder gar geplant - ich Dummkopf), einfach weil sich meine Interessen mal wieder geändert hatten - Dank all der neuen Einflüsse und Erfahrungen... Zu guter letzt eine Erfahrung: einige echte Freundschaften überstehen sogar riesige Entfernungen!!!

ALSO WAGT DEN SPRUNG - ER TUT NICHT WEH! (zumindest nur sehr selten - LOL)

Als ich das letzte mal meine Tante in Dtschld. besucht habe, war sie 96 und ziemlich "umwölkt" - in einem ihrer klaren Momente sagte sie:
"Verschiebe nicht Dinge auf 'später' - irgendwann ist dann 'später' und Du merkst, daß Du die Dinge nicht mehr tun kannst, weil Du zu alt oder zu krank bist..."
Im Camper unterwegs durch Amerika von 03/06 bis 05/09: http://dare2go.com

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Re: Soll ich, oder soll ich nicht...

Ungelesener Beitrag von MArtin » 18 Okt 05 7:11

Hallo sheigha et.al. :),
sheigha hat geschrieben:... Ja, das in etwa beschreibt meine momentane Lage...
Das kommt uns schon sehr bekannt vor!
Etwa so: http://www.worldtrip.de/About_us/about-weltreise.html ?

Nein, Du bist nicht allein :)

Liebe Grüße
Astrid &

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