Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Was man (außer Computern und Datenspeichern, s.u.) sonst noch an Elektronik mitnehmen kann: Fotoapparate, Smartphones, Videokameras, mp3-Player, Akku-Ladegeräte, weltweite Mobiltelefone, GPS, Solarpanels, usw.

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Matz2121
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Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Ungelesener Beitrag von Matz2121 » 04 Okt 13 9:44

Hallo,

ich bin auf der Suche nach einer neuen Kamera, mit der ich Unterwasseraufnahmen machen kann.
Ich benutze die Kamera ausschließlich zum Schnorcheln und nicht zum Tauchen. Also bis zu 10 Meter sollte sie aber trotzdem wasserdicht sein.
In den letzten 3 Jahren benutzte ich eine wasserdichte Rollei Sportsline 60.
War die günstigste wasserdichte Digicam die ich 2010 im Internet finden konnte.
Doch jetzt ist es an der Zeit mir eine neue Digitalkamera zuzulegen.

Ich habe schon einiges gelesen über Unterwasserkameras, aber ich bin sehr unschlüssig ob ich mir gleich eine wasserdichte Digitalkamera oder eben eine normale Digitalkamera + Unterwassergehäuse zulegen sollte.

Sind wasserdichte Digicams wirklich nur Unterwasser zu gebrauchen oder machen sie auch an Land super Fotos?

Welche Erfahrungen habt ihr mit den Unterschiedlichen Typen gemacht?
Und vor allem mit welchen Kameras?

Ich hoffe ihr könnt mir bei meiner Entscheidung helfen und bin für jeden Tipp dankbar.


LG Matz

sphaera
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Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Ungelesener Beitrag von sphaera » 05 Okt 13 16:54

Hallo Matz,

folgende Erfahrungen habe ich bisher gesammelt:

1. Wasserdichte und stoßfeste Digitalkamera: Olympus Mju Touch... ich glaube die erste, die es damals gab. Blöd dimensionierter Auslöser.. schlecht mit einer Hand zu halten.. ansonsten sehr robuster und wertiger Eindruck.

Erste Bilder im Schwimmbad machten Spaß, aber die Optik ist weder an Land noch zu Wasser besonders dolle gewesen. Für ich glaube damals bezahlte über 400 Euro sehr enttäuschend! Viel Freude an der Kamera hatte ich auch insbesamt nicht: bei einem Bootsausflug (Aussteigen aus einem Langboot ins Wasser) lief sie mir überraschend voll Wasser.. das war es dann gewesen!). Reparatur zweckslos, Olympus stellte sich trotz mehrerer Zuschriften tot = Kundenservice Fehlanzeige. Ich befand mich mitten in einer Langzeitreise durch Asien.. also richtiger Griff ins Klo, da es glaub ich zu dem Zeitpunkt meine einzige Kamera war.

Fazit: Kann ich von abraten! Nicht nur von dieser spezifischen, sondern allgemein, weil du üblicher Weise für viel Geld scheinbar grundsätzlich schlechtere Optik bekommst.


2. Meine nächste wurde eine Canon G11 mit Unterwassergehäuse (steht übrigens zum Verkauf). Natürlich eine ganz andere Liga, grundsätzlich richtig tolle Kamera (zu der es auf Wunsch eine freie, vielseitige Firmware gibt!), aber ein klobiges Teil. Gute Fotos (in tieferem Wasser ist aber zusätzlich Licht oder besserer Blitz nötig), auch nette Filmchen... aber halt klobig. Macht sich etwas breit und schwer im Gepäck und..naja, ich hatte beim Tauchen nicht immer Lust die mitzuschleppen. Das ist imho auch ein sehr wichtiger Punkt... entweder Hände frei, oder ein paar nette Fotos hinterher... musste ich jedes Mal neu entscheiden.



Heute:

Ich habe eine passable Immerdabei-Digiknipse, die Olympus SH-25MR dabei (nicht, weil ich Olympus toll finde, sondern weil die im Laden reduziert war und das beste Preis-Leistungsverhältnis hatte.. hat halt nen GPS Chip on board usw).. die schwächelt bei Makro und schlechtem Licht, aber insgesamt gute Schärfe, passable Optik bei Normalaufgaben und softwareseitig ein paar nette Gimmicks. Ein Unterwassergehäuse gibts für die glaub ich nicht? Aber das ist auch nicht nötig, denn ich habe für solche Aufgaben seit Kurzem die GoPro Hero3 Black, welche auch Bilder schießen kann, nicht nur Filme.


Es muß keine GoPro sein, auch andere Actioncams schießen Bilder. Vielleicht ist das eine Alternative (=Zusatz?) zu einer guten "Land-Only-Kamera"? Actioncams sind bekanntlich klein, können problemlos um den Hals getragen werden und sind beim Schwimmen nicht im Weg. Und ich denke auch nicht viel teurer oder gar billiger als ne billige Wasserdichte.


Also, ich würde mir nach meinen Erfahrungen so schnell keine wasserdichte "Hauptkamera" zulegen. Hab übrigens ein Motorola Defy (siehe auch: -> Smartphone für Langzeitreise sinnvoll? - Welches?), angeblich auch wasserdicht. Aber unter Wasser nicht bedienbar, lach... Touch geht da halt nicht :-)

Grüße,
sphaera

Revilo
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Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Ungelesener Beitrag von Revilo » 07 Okt 13 9:58

Wir nutzen öfters die Pentax WG-II, nicht die schnellste ist dafür aber wasserdicht, stossfest und passt in die Hosentasche.

Nutze die z.B. wenn es regnet, wie bei unserem total verregnetem Ausflug ins Outback von Australien lol

Kannst dir ja ein paar Fotos (fürs Web verkleinert) ansehen. Aus dem Beitrag "Wasserfälle im Outback" sind alle mit der Pentax gemacht.

Eine GoPro Hero 3 würde mich aktuell aber auch reizen :wink:
Unsere Reise(n) um die Welt im Weltreise Blog Woanderssein.com.

jot
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Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Ungelesener Beitrag von jot » 08 Okt 13 11:36

Ich hatte mir mal eine Olympus Mju gekauft und war eher enttäuscht. Abgesehen von der Bildqualität (nur unwesentlich besser als heutige Smartphones) hielt sie die versprochenen 10 Meter bei weitem nicht... beim Schnorcheln (nicht tiefer als 3m) ging sie dann irgendwann einfach aus, offensichtlich sickerte Wasser ins Akkufach (kein Fremdkörper oder so in der Klappe)... scheinbar ein häufiges Problem, als ich später mal einem Tauchlehrer erzählte, dass mir meine Kamera beim Schorcheln gestorben ist kam sofort wie aus der Pistole geschossen "bestimmt eine Olympus, die Dinger hab ich schon reihenweise verrecken sehen"
Hab sofort den Akku entfernt um Kurzschlüsse zu vermeiden und sie nach mehrtägiger Trocknungszeit dann doch wieder einschalten können, aber fortan nur noch im Flachwasser verwendet (bis 1m hält sie ihr Versprechen ;)).
Für Unterwasser (bis 1m :P) sind die Aufnahmen brauchbar und ein netter Gag, aber an Land macht jede normale Kompaktknipse bessere Fotos.

Zum Vergleich hab ich mal eine Canon Powershot S90 (damals eine eher hochwertige Kompaktkamera) im Unterwassergehäuse verwenden dürfen, die Bilder waren ein vielfaches besser als mit der Olympus-Kamera.
Allerdings kostet das Unterwassergehäuse nochmal fast so viel wie die Kamera. Bei einer DSLR ist es noch krasser (4-stellig nur für das UW-Gehäuse sind keine Seltenheit), dafür sind die Bilder natürlich auch deutlich besser.

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Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Ungelesener Beitrag von MArtin » 09 Okt 13 7:56

Hallo :)
Wie im Workshop Reisekamera detaillierter ausgeführt, hat eine wasserdichte Digitalkamera durch das wasserdichtende Glas vor der Linse eine optische Brechungsebene mehr und muss deshalb zwangsläufig schlechtere optische Eigenschaften und eine geringere Lichtstärke besitzen als ihr nicht.wasserdichtes Schwestermodell.
Mit einer Nichtschwimmer-Kamera und einem Unterwassergehäuse braucht man diesen systemimanenten Nachtel nur für ein paar gelegentliche Unterwasserfotos nicht dauerhaft in Kauf zu nehmen.
Dafür kommt ein zusätzliches Unterwassergehäuse halt teurer & sperriger und ist i.d.R. nur mit genau dem Kameramodell zu gebrauchen, für das es gebaut wurde.
Die individuelle Entscheidung hängt also v.A. von dem persönlichen Anspruch, dem Geldbeutel, der Gepäcksituation und der vor-exitierenden Kamerausrüstung ab.
Wir hatten uns für ein Unterwassergehäuse unserer Canon Powershot A95 entschieden. Es ist im Workshop Reisekamera abgebildet. Es ist samt der inzwischen veralteten, aber noch funktionsfähigen Kamera bis zum nächsten (seltenen) Einsatz eingemottet. Insgesamt hat es aber nicht die erhofften, mit downloadbaren Unterwasserfotos aus Fotostocks vergleichbaren Bilder ermöglicht, siehe workshop.


LG

sphaera
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Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Ungelesener Beitrag von sphaera » 09 Okt 13 9:22

Dazu fällt mir ein, dass es für den gelegentlichen "Oberflächeneinsatz" kostengünstig weiche, wasserdichte Kamerataschen mit Objektivausbuchtung gibt (=Frontscheibe aus Glas?) [Kamera-Unterwassertaschen].
Die wären fürs Schnorcheln vielleicht eine Alternative und funktionieren je nach Hersteller bis ca. 3 Meter.

Gruß,
sphaera

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Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Ungelesener Beitrag von mzungu-daudi » 09 Okt 13 10:52

Wie sphaera schon erwähnte wäre eventuell eine Actionkamera eine Option. Ich selbst nutze eine GoPro HD Hero 2 mit Tauchgehäuse (Laut Beschreibung bis 60m Wasserdicht - ich war maximal auf 40 damit). Die ist zwar vor allem fürs Filmen gut, und ein Zoom existiert nicht, das Fisheye kann man aber ausschalten und so etwas tricksen.

Eine aktuelle GoPro Hero3 mit Display (die kommen nun schon ab Werk im Tauchgehäuse) gibt es für ~ 300 EUR für die Kamera und knapp 100 EUR für das Display. Ist erst mal eine Investition, aber die Teile sind es meiner Meinung nach Wert.
Hier ist meine im Einsatz beim tauchen...

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Ungelesener Beitrag von MArtin » 09 Okt 13 18:33

sphaera hat geschrieben:Dazu fällt mir ein, dass es für den gelegentlichen "Oberflächeneinsatz" kostengünstig weiche, wasserdichte Kamerataschen mit Objektivausbuchtung gibt (=Frontscheibe aus Glas?) [Kamera-Unterwassertaschen].
So einen wasserdichten Kamerabeutel halte ich für weniger "heldenhafte" Reisen & Portemonnaies auch für einen sehr praktikablen Kompromiss.

LG

sphaera
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Digitalkamera wasserdicht vs Kamera + Unterwassergehäuse

Ungelesener Beitrag von sphaera » 10 Okt 13 16:56

Bin neulich beim Surfen bei LIDL über die beiden Dinger gestolpert:

Kamera 1

und

Kamera 2

Keine Ahnung ob die was taugen, aber sie sind zumindest gnadenlos billig. Die eine für 40 Euro verwendet standard-Akkus und die andere für 60 ist sogar bis 10m wasserdicht. Wer sich dafür interessiert und bisschen sucht, findet bestimmt Beispielbilder. Ich hab jetzt nicht den Rechercheaufriss gemacht :-)

Gruß,
sphaera

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