Essbare Wildpflanzen, Wildgemüse kennen lernen - wie?

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Essbare Wildpflanzen, Wildgemüse kennen lernen - wie?

Ungelesener Beitrag von flymaniac » 19 Sep 12 7:40

Auf meiner letzten 5 tägigen Wandertour hatte ich Wasser und Verpflegung dabei. Mir reicht eigentlich schon das ich immer so viel Wasser mit mir rumtragen muß. Bei den Lebensmittel habe ich möglichst auf das Verhältniss wenig Gewicht /viel Kalorien geachtet.

Auf Wanderungen hat mich eins immer wieder geärget. Ich habe leider keine Ahnung von essbaren Pflanzen, würde mich aber gerne mehr von den Pflanzen am Wegesrand ernähren. Egal ob Blätter, Früchte oder Stengel oder Wurzeln. Es soll nicht meine Hauptnahrung werden aber mich so weit ernähren das ich weniger mitgebrachtes mit mir rumtragen muß.

Meine Frage:
Wie kann ich mir Wissen über wild wachsende essbare Pflaznen, Kräuter, Wildgemüse aneignen?

Ich war auch schon in der Buchhandlung und habe mir verschiedene Bücher angesehen. Aber keines konnte mir weiter helfen. Deshalb siehe auch meine weitere Frage:
-> Buch über essbare (Wild-) Pflanzen, Wildgemüse - Empfehlung?

Die einzige essbare Pflanze die ich kenne ist die essbare Mittagsblume, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Essbare_Mittagsblume
Kein kulinarischer Genuß aber sie enthält viel Wasser.

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Essbare Wildpflanzen, Wildgemüse kennen lernen - wie?

Ungelesener Beitrag von MArtin » 19 Sep 12 8:55

flymaniac hat geschrieben:Wie kann ich mir Wissen über wild wachsende essbare Pflaznen, Kräuter, Wildgemüse aneignen?
Ich habe viel über Wildgemüse von Brennnesseln und Löwenzahnblättern über Schlehen bis zum Sauerampfer als Kind von meinem Vater bei gemeinsamen Spaziergängen gelernt und behalten.
Niemals gelernt habe ich hingegen die verschiedenen Pilzarten, obwohl mein Vater auch leidenschaftlicher Pilzsammler war. Ich mag keine Pilze, deshalb hat mir die Motivation dazu gefehlt - und ein Lernerfolg blieb aus, obwohl ich es zig mal erlebt habe.

Auf Deine Frage bezogen soll das heißen, dass man bei Interesse gut von Fachkundigen in entsprechenden Situationen lernen kann:
Wenn man die Pflanze anfassen, beriechen und probeschmecken kann ist die Erinnerung ungleich besser als wenn man in Theorie ein Buch liest. Auch ist die Angst, sich vielleicht zu irren, geringer.
In der Praxis heißt das, z.B. bei Spaziergängen entsprechende Gespräche zu beginnen, mal an einem Schrebergarten stehen zu bleiben und mit dem Gärtner zu quatschen u.s.w.

Seit 12 Jahren reise ich in tropischen Gefilden, wo die (essbare) Pflazenwelt eine ganz andere als in Europa ist und wo ich deshalb quasi bei Null wieder anfangen musste, wilde Esspflanzen kennen zu lernen. Aber das ging ganz gut, wiederum über unzählige Gespräche, besonders mit alten Damen, verarmten Pennern und kräuterkundigen Rastas.
Inzwischen könnten sich Astrid und ich fast ausschließlich von Buschpflanzen, wild wachsenden Früchten und essbaren Wurzeln ernähren - und tun das reisekasseschonend von Amaranth und Hibiskusblüten über Mandelfrüchte bis zu Seetrauben auch.

Bleiben wir irgendwo länger als 6 Wochen legen wir auch selbst Gärten, z.T. mit anderswo ausgegrabenen Wildpflanzen und Kräutern an. (In nur 6 Monaten kann man sich aus einem organischen tropischen Garten quasi selbst ernähren, wenn man 3-4 Std. tgl. Zeit für Pflege und Mitesserentfernung hat!)
Der (Kräuter-) Vorgarten führt unweigerlich zu Gesprächstoff, wodurch wir automatisch noch mehr lernen - und durch Pflanzentausch anbauen.

Theoretisch lernt man außer durch Bücher auch über entsprechende Internetseiten:
http://statedv.boku.ac.at/wildpflanzen/ und
http://books.google.com/books/about/The ... c6TnJzA4EC
sind nur zwei Beispiele, wo man durch Suchen & Schmökern viel lernen kann.

Simonnes Technik der Esspflanzenbestimmung, siehe Essbare Wildpflanzen finden, ohne sie bestimmen zu müssen stehe ich mangels Mut und Erfahrung damit eher skeptisch gegenüber, obwohl man sicher mehr Pflanzen essen kann, als die Meisten annehmen.
Obwohl wir auch schon von Rastas gehört haben, man könne unbedenklich alles essen, was auch Vögel oder Affen essen. Zumindest in der europäischen Pflanzenwelt ist mir die Eibe als giftiges Gegenbeispiel bekannt.


LG

flymaniac
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Essbare Wildpflanzen, Wildgemüse kennen lernen - wie?

Ungelesener Beitrag von flymaniac » 20 Sep 12 21:46

Vielen Dank für die schnelle Antwort und die 2 Links. Genau das ist mein Problem ich habe nie gelernt was am Wegesrand wächst und es hat mich damals auch gar nicht interessiert. Und meine Versuche mit Bestimmungsbuch los ziehen haben kläglich gescheitert.

Und wie du schon sagst am besten lernt man von anderen. Das die Mittagsblume essbar ist habe ich als Kind in Portugal gelernt als ich gesehen habe wie ein Angler die gegessen.. Seit dem habe ich die immer wieder mal in Portugal und Südafrika als snack gegessen.

Nach dem ich im oberen Link gesehen habe wie viele giftige Pflanzen es gibt, bin ich froh das ich unterwegs so vorsichtig bin. Aber wie mein Lehrer schon sagte : Die Dosis macht das Gift. Blöd nur wenn man weder das Gift noch die Dosis kennt.

Das Buch werde ich mal genauer anschauen denn es nützt mir nur was wenn es auf Europa/Südeuropa begrenzt ist da es die Suche stark vereinfacht.

Und noch was ist mir klar geworden. Man kann es nicht mal so auf die schnelle lernen sondern es braucht Zeit bis man sich damit auskennt.

Das System von Simonne nach der "try and error" Methode ist nix für mich.
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