Wie vertrete ich mein Vegetarier-Sein ?

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RTW als Vegetarier -> Gibt es eine vertretbare "Ausrede bei fleischhaltiger Gastfreundschaftsgeste"?

Umfrage endete am 05 Mai 06 6:53

Ja, nämlich......
8
89%
Nein, denn.....
1
11%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 9

chan74
Kiebitz
Beiträge: 9
Registriert: 15 Mai 13 9:46

Wie vertrete ich mein Vegetarier-Sein ?

Ungelesener Beitrag von chan74 » 15 Mai 13 14:20

Vielen Dank für die vielen interessanten und hilfreichen Beiträge in diesem Thema!

Ich bin ebenfalls Vegetarier (Lacto, Ovo nur mit Einschränkung) und fliege Ende Juni für fünf Wochen nach Nepal. Da ich die Reise über eine Freiwilligenarbeit-Agentur gebucht habe, habe ich natürlich schon im vorhinein dort nachgefragt, wie ich mit meinem Fleisch- und Fischverzicht in Nepal durchkommen würde. Antwort war, die meisten können sich sowieso kein Fleisch leisten (und Fisch schon mal gar nicht) und falls doch mal was serviert wird, solle ich es aus religiösen Gründen ablehnen.

Nach der Lektüre dieses Thema hier habe ich mich aber nun doch entschieden offen zu sagen, dass es sich um Gewissensgründe handelt. Meine Gastfamilie soll angeblich schon im vorhinein von der Organisation informiert werden und bei Ankunft werde ich sie nochmals darauf hinweisen. Für Essen "außer Haus" werde ich mir glaube ich wie einer der Vorposter hier so kleine Schildchen basteln und den Nepalesischen Vetreter der Organisation bitten, auf Nepali "kein Fleisch, kein Fisch, kein Ei" draufzuschreiben.

Ich hoffe, dass ich so gut durchkomme. Ich möchte natürlich niemanden verletzen oder beleidigen, aber ich würde angebotenes Fleisch immer ablehnen. Das hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, ich kann es einfach nicht essen, selbst wenn ich wollte. Da setzt sofort ein Würgreiz ein.

Dann esse ich jeden Tag eben nur Reis mit Linsen, wie es sowieso die meisten Nepalis tun.

Chrisbiene
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Wohnort: Bayern

Wie vertrete ich mein Vegetarier-Sein ?

Ungelesener Beitrag von Chrisbiene » 23 Jun 13 17:14

Ich bin seit gut 25 Jahren Vegetarierin. Nach Ausreden habe ich nie gesucht, sondern immer klar gesagt, dass ich kein Fleisch essen will. Manchmal werde ich belächelt, gelegentlich versucht man, mich zu "bekehren", ab und zu ist die Reaktion schieres Entsetzten, wie man denn so leben kann. Die Meisten akzeptieren es aber einfach so.
Inzwischen wird es auch in den eher "schwierigen" Ländern immer einfacher. Z.B. in Spanien oder Kroatien hat man in den Lokalen im Gegensatz zu früher eine etwas größere Auswahl als nur Beilagen, privat war es auch dort noch nie ein Problem. Traumhaft sind Länder wie Indien oder Nepal, dort wird traditionell sehr viel vegetarisch gegessen.
Alptraumhaft ist leider immer noch das deutsche "Hinterland"...

Was mich allerdings schon immer gewundert hat: Wenn jemand erklärt, dass er z.B. keinen Blumenkohl, keine Pilze oder auch keinen Käse mag, habe ich noch nie erlebt, dass andere versuchen, ihn unbedingt davon zu überzeugen, diese Nahrungsmittel seien lebensnotwendig. Als Vegetarier erlebe ich (und andere) dies jedoch immer wieder, obwohl ich selbst sicher noch nie versucht habe, zu missionieren. Was treibt die Leute dazu? Schlechtes Gewissen, unaufgeforderte Rechtfertigungsversuche, Legitimation des eigenen Verhaltens :?:

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