Schädlingsbekämpfung in Tropen-Unterkünften mit Insektiziden

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epha
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Schädlingsbekämpfung in Tropen-Unterkünften mit Insektiziden

Ungelesener Beitrag von epha » 28 Mär 11 13:33

Sprühdosen enthalten fast ausschließlich Wirkstoffe, die stark abschreckend wirken.
Damit werden Bettwanzen, die ohnehin in unzugänglichen Winkeln sitzen, eher tiefer in diese hinein bzw. in benachbarte Räume getrieben. Sie helfen daher eher der Ausbreitung als der Vernichtung der Bettwanzen. Außerdem muss ab der 10-15. Anwendung mit Resistenzen gerechnet werden.
Gifte sind scharfe Waffen, die durch Übertreibung vorzeitig stumpf werden. Hinzu kommt die Belastung für den menschlichen Organismus mit den Wirkstoffen, die über die Atmung und den Kontakt in den Körper gelangen.
Fazit: Insektengifte gehören in die Hände derjenigen, die das gelernt haben.

Bettwanzenstiche verhindern kann jeder für sich. Wie, lässt sich lernen.

Zur nachhaltigen Abwehr von Bettwanzen gibt es unzählige Möglichkeiten, z.B. Tiefkühlfach, Wäschetrockner, Insektenschutzlaken, Abwehrmittel für Gepäckstücke, ... . Alle müssen genau gezielt werden, damit sie wirken. 'Bettwanzisch', d.h. die Schädlingsbiologie der Bettwanzen, ist lernbar wie eine neue Fremdsprache.

Die Bekämpfung von Bettwanzen hat viele Komponenten, z.B. Vorsorge, Achtsamkeit, Notfallhilfe, Nachsorge, Qualitätssicherung, Wiederbefall verhindern, ... . Sie ist immer eine Kombination aus den jeweils passenden Instrumenten, gut gestimmt und richtig eingesetzt, ähnlich wie im Orchester. Jeder (Be-)Fall ist anders.

Empfehlung unterm Strich, vor allem für Reisende und Unterkünfte: Ab sofort mit Wanzen rechnen und vorsorgen, siehe
-> Bettwanzen - was tun?

koester
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Schädlingsbekämpfung in Tropen-Unterkünften mit Insektiziden

Ungelesener Beitrag von koester » 24 Sep 11 15:59

Immer wieder diese Schädlinge....Egal wo man ist. Und immer wieder stellt man sich die Frage nach der Schädlingsbekämpfung. Jeder beschäftigt sich mit dem Thema und es gibt sogar Schädlingsbekämpfer-Experten...
Aber irgendwie gibt es noch nicht das perfekte Mittel...Naja, dann müssen wir wohl noch länger mit unseren Schädlingen klar kommen;)

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MArtin
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Schädlingsbekämpfung in Tropen-Unterkünften mit Insektiziden

Ungelesener Beitrag von MArtin » 24 Sep 11 23:09

Hallo :)
epha hat geschrieben:...Hinzu kommt die Belastung für den menschlichen Organismus mit den Wirkstoffen, die über die Atmung und den Kontakt in den Körper gelangen.
Ja! Gerade Sprays wie die beliebten, gerne als "biologisch" verharmlosten Pyrtethroide legen sich als gleichmäßiger Kontakt-Gift-Film auf alles, was kurz darauf wieder von Kurzsichtigen (Giftverwender) oder Nichtsahnenden ("hygienebewusste" Hotelgäste) angefasst wird.
Unsere Belastung mit diesen und anderen Umweltgiften wie Insektiziden, Herbiziden, Fungiziden, Nagergiften und Pestiziden, die bereits im Embryoalter gespeichert werden und nachweisbar sind und sich bis zum Tod in uns akkumulieren (z.B. durch Agrarprodukte und Trinkwasser) sind wohl hauptverantwortlich für die pandemische Zunahme ekliger Krankheiten von Brustkrebs bis psychisch- neurologischen Veränderungen.

Es gibt harmlosere Alternativen, um sich "Ungeziefer" vom Hals zu halten - aber dank der übermächtigen Profit-orientierten kommerziell / professionellen Giftmischer- und Giftvernebler-Industrie und den von ihr Ausgebildeten kaum eine vernehmbare Lobby, die sie propagieren würden, weil geschäfts- und wirtschaftsschädigend.

Zwei sehr gute kostenlos ansehbare Video-Dokumentationen möchte ich zu diesem Thema wärmstens empfehlen:
- Unser täglich Gift. Arte-Dokumentation über die Selbstvergiftung der zivilisierten Welt und
- Monsanto: Mit Gift und Genen (ARD- Doku)
Die Infos in diesen Videos sollten u.E. nicht nur (Tropen-) Reisenden bekannt sein. Zum Sebstschutz und auch weil sie stellvertretend typisch für ein System stehen, das uns vergiftet und unseren Planeten in absehbarer Zeit und für alle erkennbar unbewohnbar macht, wenn wir es nicht stoppen (siehe http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... hp?t=15461 ).

Wir leben nun seit 11 Jahren in den Tropen und haben wohl mehr Kakerlaken gesehen (und Generations-weise getötet) sowie Moskito- und Bettwanzenstiche erlitten, als die allermeisten hier Lesenden.
Unter diesem "Evolutionsdruck" haben wir etliche effektive, alternative und für den Menschen unschädliche Schädlingsbekämpfungsmethoden erprobt und angewendet.

Die Grundpfeiler einer intelligenten Schädlingsbekämpfungsmethode sind u.E. nicht Insektizide, sondern:

1. Rational- wohlwollender Umgang mit der sich um uns herum entfaltenden Mit-Schöpfung. Anders ausgedrückt: Ein harmloses Tier "eklig" zu finden, sollte für einen intelligenten Menschen kein Grund sein, es und sich selbst zu vergiften.

2. Das wichtigeste Grundprinzip einer effektiven, nicht selbst-schädigenden Schädlingsbekämpfung ist, seinen "Feind" in seinen biologischen Eigenheiten und Verhaltensmustern zu studieren und ihn dann "Selektiv Anlocken und Vernichten".

3. Bewusst die natürlichen Feinde der ungewollten Insekten schonen und fördern. (Was den Einsatz von Pestiziden fast immer obsolet macht.)

Einiges mehr dazu haben wir im nicht- öffentlichen Fördererbereich, wo wir weniger Hände vor die Münder legen müssen, geschrieben.

Wie oben schonmal erwähnt haben wir (auch als tropische Gärtner) - mit Ausnahme von vielleicht insgesamt 1 Ltr. DEET-Verdünnung - in unserem Tropenjahrzehnt keinerlei Sprays mit industriellen Insektiziden, Pestiziden, Herbiziden, Fungiziden etc. eingesetzt. Vielleicht kann das Anderen zur Ermutigung dienen, es in eigenem Interesse auch ein paar Wochen / Monate ohne Insektizide aus zu halten.


LG, bleibt gesund :)

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