Panama: Baha'i-Tempel nahe Panama Stadt

Manchmal fühlt man sich in einem Hotel, Resort oder Hostel überirdisch gut aufgehoben - und schwelgt so in Wohlbehagen, dass man es unbedingt weiterempfehlen will...
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Volkmar
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Panama: Baha'i-Tempel nahe Panama Stadt

Ungelesener Beitrag von Volkmar » 07 Apr 11 0:42

Das ist freilich keine U nterkunft, wo man nachts schlafen kann. Wenn es darum geht, wo Kraft zu tanken, wie das im Schlafe regelmäßig geschehen kann, dann kann ein Wasserfall, eine Bucht, eine Kirche oder ein Tempel eine besondere Tankstelle sein.

Der Tempel, von dem ich hier berichte, steht auf einem Berg nördlich der Stadt Panama. Vor etwa 50 Jahren ist er hier gebaut worden, nicht etwa, weil es in Panama eine bedeutende Baha’i-Gemeinde gegeben hätte. Die Baha’i fanden, dass dies ein guter Platz sei für einen ihrer Tempel. Es gibt auf der ganzen Welt 7 solcher „Häuser der Andacht“.

Ich nehme mitten im Tempel, unter einer hohen parabolischen Kuppel mit neun Eingängen Platz auf einem der 500 Stühle. Es weht eine sanfte Briese durch den Raum. Ein Vogel schwebt im Aufwind. Baumgrün wiegt im Wind. Hier sitze ich selbstversunken eine Viertelstunde.

Ich bin recht vorsichtig, was den Kult mit den Kraftplätzen angeht. In positiver Skepsis - hier spüre ich eine besondere Stimmung. Ich könnte gut einige Stunden hier verweilen, um mich tiefer in diese Stimmung einzulassen.

Die Baha'i bauen solche Tempel zur Andacht, als Raum der Verehrung des Höchsten. Sie pflegen keine Rituale - das würde nach ihrer Auffassung zur Verkrustung der Religion führen. Sie stehen allen anderen Religionen offen gegenüber.

Aus Wikipedia zitiert:

Gläubige aller Religionen versammeln sich in diesen Sakralgebäuden zu Gebet und Meditation. Weder Bilder, Statuen noch Musikinstrumente sind hier zu finden. Im Mittelpunkt der Andacht stehen die Heiligen Schriften aller Weltreligionen, welche ohne Predigt, Auslegung oder Kommentar in der Originalsprache oder Übersetzung rezitiert werden. Der Religionsstifter der Baha’i, Baha’u’llah, hat bestimmt, dass das „Wort Gottes“ selbst wirken soll. Jeder Besucher kann sich nach Absprache an den Lesungen beteiligen.
Gesungene Gebete in allen Sprachen und spirituellen Traditionen der Menschheit sind in den Tempeln willkommen. Die Akustik des zentral angelegten Kuppelbaus trägt die menschliche Stimme. Keine anderen Geräusche sollen die individuelle Reflexion und Meditation stören.
In der Kuppelspitze, dem Scheitel, ist eine arabische Kalligrafie des Größten Namens zu sehen, ein Ausdruck des Lobpreises: „O Herrlichkeit des Allherrlichen!“.
Ein weiteres Merkmal ist allen Tempeln gemein: Neun Tore nach allen Seiten symbolisieren die Offenheit für die Anhänger der verschiedenen Religionen.

(Zitat Ende)

Von den Muslimen werden die Baha'i als Abtrünnige ihrer Religionsgemeinschaft betrachtet. Es ist ziemlich das Schlimmste, was ein Muslim anstellen kann, sich von seiner, einmal erkannten, göttlichen Gemeinschaft, abzuwenden. Darauf steht im Islam der Tod. Vor allem in Persien sind die Baha'i, lange vor Khomeni, blutig verfolgt worden.

Mehr, siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Haus_der_Andacht und
http://de.wikipedia.org/wiki/Bahai

Ich habe in einer geführten Gruppe den Tempel gefunden. Ich hatte nicht die Freiheit, so lange zu sitzen und den Raum auf mich wirken zu lassen, wie ich mir das gewünscht hätte. Hinterher bedaure ich nun, dass ich nicht auf eigene Faust noch einmal hier her gekommen bin.

Bild
Baha'i-Tempel

Volkmar

P.S.: Gut geschlafen habe ich übrigens immer im Hostel Mamallena in Panama Stadt.
In der Natur durchströmt den Menschen trotz seiner Sorgen wunderliches Wohlbehagen (Ralph Waldo Emerson)
www.segelnumdiewelt.at

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