Nach Langzeit-Abwesenheit: Jobsuche vom Ausland aus oder AA?

Nach längerem Reiseleben ist nichts mehr, wie es vorher war: Die Heimat nicht und man selbst schon gar nicht. Und dann trotzdem: Business as usual?
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Coogar
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Nach Langzeit-Abwesenheit: Jobsuche vom Ausland aus oder AA?

Ungelesener Beitrag von Coogar » 29 Mai 09 17:53

Hallo!
In ein paar Tagen habe ich fünfjähriges Auslandsaufenthaltsjubiläum - und in zwei Monaten geht's zurück nach Deutschland. Gründe gibt's genug...
Was mir gerade schlaflose Nächte bereitet, ist die Arbeitssuche.
Macht es Sinn, sich schon von Ausland aus zu bewerben (per e-mail), wo man schlecht für Vorstellungsgespräche zur Verfügung stehen kann?
Abgesehen vom arbeitssuchend Melden, wie sieht es mit Jobangeboten vom Arbeitsamt aus (die haben ja nicht so einen guten Ruf)?
Das Problem ist, dass ich mich gerade mal so 2 Monate über Wasser halten werde können, ich sollte also nach einem Monat Arbeit gefunden haben. Ich weiß, dass mag utopisch klingen, aber sparen war mir in den letzten Jahren leider nicht möglich :P
Wenigstens bin ich ortstechnisch ungebunden und würde fast überall hingehen, wenn's nötig ist (lieber würde ich allerdings in Stuttgart oder Köln landen).
Hat jemand ein oder zwei Ideen?
Dankbare Grüße, die Coog 8)
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Lohas
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Nach Langzeit-Abwesenheit: Jobsuche vom Ausland aus oder AA?

Ungelesener Beitrag von Lohas » 29 Mai 09 18:53

Hallo Coogar,

wow, fünf Jahre....
Willst Du als Sprachlehrerin arbeiten? Und welche Arbeitgeber schweben Dir so vor?

Ich denke, es macht durchaus Sinn sich schon jetzt per Email zu bewerben. Hängt aber natürlich davon ab, ob Du Dich auf ausgeschriebene Stellen bewerben willst oder Initiativbewerbungen geplant hast.
Wenn ein richtiger Bewerbungsprozess läuft und man acht Wochen auf einen möglichen Termin mit Dir zu einem Vorstellungsgespräch warten muss, könnten andere Bewerber bevorzugt werden. Vier Wochen sollten aber kein Problem sein.
Jobangebote vom Arbeitsamt sind so ein Thema.
Ich weiß von meiner Firma und einigen anderen, dass offene Stellen nicht an’s Arbeitsamt weitergegeben werden, da man dann ziemlich viel Mist an Bewerbungen bekommt. Manche Jobvermittler lassen offensichtlich wirklich ihre Kunden Bewerbungen schreiben, um ihr Soll zu erfüllen. Das Ergebnis für die Firmen ist, dass man zahlreiche Bewerbungen brav mit Absage zurückschicken muss (Aufwand, Porto....) und teilweise auch noch mal dem AA erklären muss, warum wieso weshalb. Das schreckt ab...

Konservative Firmen schrecken Online-Bewerbungen manchmal noch ab. Wir akzeptieren nur noch Online-Bewerbung, achten dann aber sehr genau darauf, wie professionell diese gemacht sind. (als pdf, Dateigröße, Anzahl Anhänge, Email-Anschreiben etc.)

Viel Erfolg!

Lohas


PS: Meine Erfahrungen beziehen sich auf kleinere Firmen (bis 50 MA)
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Coogar
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Ungelesener Beitrag von Coogar » 29 Mai 09 21:24

Danke dafür schonmal, die letzten vier Wochen sind ja dann immerhin keine vergebene Zeit :)
Ich habe mich schonmal bei Sprachlehrerstellen umgesehen und war nicht gerade hellauf begeistert. Die Ausbeuterei im Ausland geht in Deutschland direkt weiter, es sei denn man hat einen Hochschulabschluss. Den strebe ich zwar an, aber da liegen noch einige Jahre vor mir.
Danach möchte ich auf jeden Fall als Lehrer arbeiten, aber bis dahin (und das sind immerhin gute 7 Jahre, und für den Anfang dachte ich, dass ich vielleicht im Bürobereich unterkommen könnte in einer Firma, wo Fremdsprachenkenntnisse gefragt sind (Englisch und/oder Spanisch).
Und Organisation ist ja sowieso mein Ding.
Wäre gar nicht drauf gekommen, meinen CV als pdf zu verschicken, ich dachte Word-Anhänge sind immer noch üblich ;)
Lieben Gruß, die Coog 8)
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Luther
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Nach Langzeit-Abwesenheit: Jobsuche vom Ausland aus oder AA?

Ungelesener Beitrag von Luther » 29 Mai 09 21:56

Hallo Coogar,

ja, ich denke auch, dass es in Deinem Fall durchaus Sinn macht, Dich schon per Mail zu bewerben. Zwar sind heutzutage, wie Lohas schon sagte, noch nicht alle Firmen bereit, Bewerbungen per Mail ernst zu nehmen. Aber bei einer Sprachschule sollte es doch eher ein Vorteil sein, wenn man sich vom Ausland her bewirbt. Zudem ist es nachvollziebar, dass Du das auf diesem Weg tust, weil Du noch im Ausland bist. Und vier Wochen Frist sind in der Regel zumutbar, keine Firma entscheidet schneller, falls nicht ein Notfall vorliegt.

PDF ist natürlich richtig, nicht jeder hat Word als Textverarbeitungssystem.

Du hast Angst vor der Arbeitslosigkeit? Nun, während Du weg warst, hat man hier Hartz IV erfunden. Davon lebt man nicht fürstlich, aber muss auch nicht verhungern. Als ich von meiner Reise zurückkam, hieß das noch Sozialhilfe, habe ich auch ein halbes Jahr genossen.

Du bist von den Löhnen für Sprachlehrer nicht begeistert? Meine Tochter gibt Nachhilfeunterricht in Französisch im Auftrag einer Nachhilfeschule, kriegt sie 25 EU je Stunde für.

Gruß
Luther

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der Bär
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Nach Langzeit-Abwesenheit: Jobsuche vom Ausland aus oder AA?

Ungelesener Beitrag von der Bär » 29 Mai 09 23:18

Hey, Coogie,

du kommst zurück?!?!? Jetzt bin ich grad ein bißchen platt und gucke dumm aus der Wäsche :lol: JETZT? Ausgerechnet jetzt?!?!

Ok, hab mich wieder gefangen:


was mir grad so einfällt, in puncto Nachhilfelehrer sind die Nachhilfeinstitute vielleicht keine schlechte Anlaufstelle (hab ich auch mal ne Zeitlang mein Studium mit finanziert und das lief ganz gut) ?

Sie zahlen normalerweise ganz gut.

Ich hab das im Saarland (ja, es gehört zu Deutschland :D ) gemacht. Dort wurde das G8 (also verkürzte Gymnasial-Schulzeit, 8 statt 9 Jahre bis zum Abi) eingeführt und es herrschte ein totaler Run auf diese Institute. Die konnten sich echt vor neuen Schülern kaum retten und suchten händeringend Nachhilfelehrer.

Ich denke, von deiner fachlichen Qualifikation her könntest du "normale" Lehramtsstudenten aus dem Rennen schlagen. :wink:

Laß mal überlegen...eigentlich müsste ich es sicher wissen...Hessen führt auch G8 ein. Ich recherchier das nochmal.

Zwischenzeitlich mach ich mir noch ein paar Gedanken, was sonst noch drin wäre.

bis später,
der Bär

P.S. Unbelievable! You'll be back.... :)
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Ungelesener Beitrag von Luther » 30 Mai 09 0:00

Hallo Bea,

bei Nachhilfestunden, deshalb hatte ich das genannt, ist die Bezahlung nicht schlecht. Allerdings ist es schwierig, viele Stunden zusammen zu bekommen, und wenn man dann noch jeweils dahin fahren muss, ist es nervig.

So gesehen ist der Unterricht als Lehrerin an einer Sprachschule lockender, weil man feste Arbeitszeiten und einen festen Einsatzort hat. Aber da wird es mit der Bezahlung schwieriger. Du schreibst: "Ich denke, von deiner fachlichen Qualifikation her könntest du "normale" Lehramtsstudenten aus dem Rennen schlagen." Einerseits ist es in Deutschland halt grundsätzlich so, egal in welcher Branche, dass nicht zählt, was Du kannst, sondern was Du belegen kannst.

Und da liegt das Problem: Coogar kann nicht belegen, was sie kann. Wenn sie so lange im Ausland war, hat sie zwar mehr Sprachkompetenz als andere Deutsche, die nie oder wenig im Ausland waren, aber das sagt nichts darüber aus, über welche methodischen und didaktischen Fähigkeiten sie zur Sprachunterrichtung besitzt.

Ich bin examinierter Englischlehrer, das hat mir auch geholfen, wenn ich Spanisch unterrichtet habe oder Deutsch als Fremdsprache. An vielen Privatschulen werden Muttersprachler als Lehrer eingesetzt, ohne dass sie eine pädagogische Ausbildung haben. Ich habe das als Schüler im Russischen, Spanischen und Japanischen erlebt. Die Qualifikation der Lehrer, ich sehe das als Insider natürlich besonders kritisch, war sehr unterschiedlich, und meisten miese.

Coogar wird deshalb, solange sie keine spezifische Qualifikation nachweisen kann, sich mit geringem Gehalt begnügen müssen. Falls sie aber mehr kann, als die Sprache, die sie da unterrichtet, nur zu beherrschen, falls sie didaktisch und methodisch intuitiv geschickt vorgeht, ihre Schülder motivieren und bei der Stange halten kann, kann sie Gehaltserhöhung fordern.

Gruß
Luther

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Ungelesener Beitrag von der Bär » 30 Mai 09 0:18

Hallo Luther, hey, Coogar,

ich meinte damit allerdings nicht jene einzelnen Nachhilfestunden mit einem Schüler, sondern den Unterricht an einem der diversen Nachhilfeinstitute.

Bei mir war das damals so, dass ich mehrmals pro Woche mehrere Stunden am Nachmittag eine etwas größere Gruppe betreut habe. Ok, es ist nicht zwingend nur Nachhilfe, das ist vielleicht ein irreführender Begriff. Es zählte auch z. B. Hausaufgabenbetreuung dazu, Vorbereiten von Klassenarbeiten, auch Nachhilfe. Und da kam, wenn ich das z. B. in den Semesterferien täglich vier Stunden gemacht habe, ziemlich viel Geld zusammen.

Ich weiß halt nicht, wie streng diese Institute es mit irgendwelchen Nachweisen halten - klar, in Deutschland ist das Formular wichtiger als das, was man tatsächlich kann. Aber das lässt sich ja rausfinden.

Coogar: Vielleicht einfach mal die diversen Institute anmailen? Adressen finden sich auf jeden Fall im Netz.

Mir fällt grad noch was anderes ein: wenn du hier noch studieren willst - in Deutschland muss man inzwischen in den meisten Bundesländern Studiengebühren blechen. Hessen z. B. hats aber grad vergangenes Jahr nach dem Scheitern der Koch-Regierung abgeschafft. Bislang hat die neue CDU-FDP-Regierung den Tanz um dieses Goldene Kalb noch nicht wieder eröffnet.

Aber gut, es ging ja eigentlich um Jobsuche noch vom Ausland aus oder über Arbeitsamt. Ist nicht auch beim AA das größte Problem, dass die dir alles mögliche andrehen wollen und du irgendwann auch mal zugreifen musst? Wer weiß das genauer? Bin bislang zum Glück immer um diese Behörde drumrum gekommen.

Liebe Grüße
der Bär




:wink:
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Ungelesener Beitrag von Coogar » 30 Mai 09 0:23

Also, so ganz ohne bin ich auch nicht ;)
Ich habe ein TEFL degree und zwei Jahre Lehrerfahrung (und ein paar Referenzen), und das ist auch anerkannt, allerdings werden die Stellen für TEFLer bevorzugt an Muttersprachler vergeben (was natürlich relativer Blödsinn ist, denn das degree besagt, dass man sich sprachlich auf (zum. fast) Muttersprachlerniveau bewegt, sonst bekommt man es nämlich erst gar nicht).
Die Sprachschulen, die mit TEFLern arbeiten sind auch wiederum die, die Hungerlöhne zahlen, und wie Luther schon richtig feststellte, man muss ja auch Fahrtzeiten mit einbeziehen.
Nachhilfeschulen klingt aber nach einer brauchbaren Alternative, werde mich mal umhören - danke!
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Ungelesener Beitrag von dieSteffi » 01 Jun 09 14:29

Hallo Coogie!

Du kommt zurück!?! Das ist ja aufregend... hoffe, darüber bald mehr zu erfahren.

Das Arbeitsamt in Sachen Stellenvermittlung kannste vergessen. Du kannst aber offene Stellen bei www.arbeitsamt.de in Erfahrung bringen. Auch gibt es da ja einige Stellen-Portale wie monster.de oder stellenmarkt.de (o. ä.).
Per Mail zu bewerben ist sicher eine gute Idee.
Und dann sollte dein erster Gang trotzdem zum Arbeitsamt führen. Zumindest wenn du eine kleine monetäre staatliche Unterstützung haben möchtest, wird dir dort geholfen.

bunteGrüße
deineSteffi
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