praktizierende Aussteiger gesucht!

Vogelfrei und zeitlich ungebunden? - Vom Weltreisenden zum Expat? - Das Forum für Hardcore-Aussteiger und Auswanderer (in spe): Besonderheiten für Welt-Reisen oder Auslandsaufenthalte ohne Zeitrahmen, Expats ohne sichere Heimkehr, Netz und doppelten Boden, die letzten Abenteurer fern der Heimat...
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dieSteffi
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praktizierende Aussteiger gesucht!

Ungelesener Beitrag von dieSteffi » 23 Apr 07 22:32

Hallo Ihr Lieben!

Der Olaf und ich fragen uns schon seit langem, wieviele (Langzeit -) Aussteiger hier im Forum eigentlich unterwegs sind.

MArtin definiert dies so:
Vogelfrei und zeitlich ungebunden?
Auslandsaufenthalte ohne Zeitrahmen, ohne sichere Heimkehr, Netz und doppelten Boden...
Da wir genau dieses demnächst beginnen, wären wir doch sehr interessiert an den Erfahrungen anderer. Allerdings ist es schwierig, genau jene hier aus der "Masse" der Reisenden herauszufiltern, um dann z. B. mal auf den entsprechenden Internetseiten oder im Vorstellungsbereich vorbeizusurfen...

Wenn du dich also von der o. g. Definition angesprochen fühlst, dann antworte doch mit einem LINK oder einer kleinen Vorstellung.

Im Ausstausch steht unsere Internetseite zum sofortigen Lesen bereit: www.keine-eile.de und auch im Vorstellungsbereich steht schon so einiges über uns/mich: http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... php?t=6651

bis dann
eureSteffi
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Rainer Backpack
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praktizierende Aussteiger gesucht!

Ungelesener Beitrag von Rainer Backpack » 24 Apr 07 4:49

Hallo Steffi,
Also wenn keiner den anfang machen will dann tu ich das ebenjavascript:emoticon(':wink:')! Ich weiss nicht ob wir (meine Frau Julia, mein sohn Marvin und ich Rainer)uns so dazu bekennen koennen. Wir haben D.land Juni 2005 verlassen und haben uns auf eine ungewisse zukunft eingelassen. In einem vieleicht auch ungewiss unsicherrem Land.
Wir sind nach Paraguay geflogen und haben uns dort erst einmal im Hotel eingebucht fuer etwa 3 wochen , danach Sind wir nach Loma Plata gezogen wo ich dann auch schnell als Lehrer fuer Schweisstechniken und Mechanik gearbeitet habe. Aber wegen des rauhen Klimas im Chaco sind wir bald in die Hauptstadt Asuncion gezogen. Dort haben wir jemand (einen art Headhunter) kennen gelernt der fuer Kanadische Industrie betriebe Leute mit einer Handwerklichen oder Industriellen Ausbildung gesucht hat und immer noch sucht. Der hat mich dann sozusagen weiter vermittelt und so haben wir ein gute und relativ einfache art und weise gefunden um hierher nach Canada zu gehen.
Wir waren alle sehr froh in Paraguay und wir haben auch sehr viele Freunde dort mit den wir ab und zu Telefonieren. Wir waren dort 16 Monate und ich denke wenn man sich nicht auf jeden einlaesst dann hat man dort keine Probleme.
Hier in Canada sind wir seit Ende Oktober letzten Jahres und als wir angekommen sind habe ich schon nach 3 Tagen wieder gearbeitet. Aber da ich nicht ganz so zufrieden war, haben wir uns entschlossen nach Saskatoon zu ziehen, das war am 1. 4 .2007 auch hier habe ich wenige Tage nach unserer Ankunft gleich wieder gearbeitet.
Mittlerweile haben wir uns entschlossen warscheinlich nicht mehr nach D.land zurueckzukehren, ausser mal so auf Backpack Urlaub.
Aber im moment zieht es mich persoehnlich eher in Urlaub nach Paraguay zu meinen Freunden. Also jetzt kannst du fuer dich entscheiden ob du mir zustimmst, wenn ich einfach mal so behaupte, dass wir damals einfach ausgestiegen sind.
Was habt ihr denn vor, wo wollt ihr denn hin oder wollt ihr einfach nur umherziehen. So von Land zu Land. Wenn ihr irgendwie Tipps braucht und ich euch weiterhelfen kann, dann schreibt mir ruhig.
So das war meine kurz darstellung unseres Ausstiegs.
Gruss aus Canada,
Rainer

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Ungelesener Beitrag von MArtin » 24 Apr 07 8:57

Hallo Steffi, Rainer :)

Na ja, eigentlich zählen wir uns eher zu der Sorte "praktizierende Einsteiger", Abteilung "Nomadenleben weltweit". ;)

Bei uns hat es sich einfach so ergeben:
Nachdem wir 2000 für das avisierte Weltreisejahr eh Job und Heim an den Nagel hängen mussten, fiel uns das "einfach weiter reisen" leicht, nachdem unser Jahresticket auslief, als wir es erst halb um die Welt geschafft hatten.
Seither hat sich unsere Reisegeschwindigkeit nochmal verlangsamt, weil wir auch immer auf den Flow warten, der uns dann woanders hin (und oft auch wieder zurück) trägt.

Im Gegensatz zu Rainer haben wir unterwegs nur selten in unseren "angestammten" Berufen gearbeitet, aber in eine Menge anderer Tätigkeiten reingeschnuppert - von Divemaster über DJ, Gasthausverwalter, Übersetzer, Gardinennäherin, PC-Doktor, Frisör, Fischer, Schwimmlehrer, Fotografen, Köchin, Gärtner, Nachhilfelehrer, Webschreiber, Frachtschiffcrew, Schnorchelkursgeber, Kindermädchen, Segelmatrose, Haustierbetreuer bis zuletzt zum Pferdemistsammler auf www.barbadoshorseriding.com .

Es geht schneller als wir schreiben können und unerwarteter, als wir's fantasieren könnten. Bislang resultierte sehr häufig das Gefühl, momentan an keinem Ort der Welt lieber sein- oder etwas anderes machen zu wollen. Solange das so ist, wollen wir jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um genau so weiter zu leben - auch wenn es uns manchmal extrem viel Flexibilität abverlangt.

Könnte irgendwann sein, das sich unsere Reisegeschwindigkeit irgendwo bis zu einer Expat-ähnlichen Situation verlangsamen wird - aber bislang haben wir einfach noch den Eindruck, zuviel noch nicht gesehen / erlebt zu haben.

Liebe Grüße :)

Astrid &

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Coogar
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Ungelesener Beitrag von Coogar » 24 Apr 07 14:41

dieSteffi hat geschrieben:MArtin definiert dies so:
Vogelfrei und zeitlich ungebunden?
Auslandsaufenthalte ohne Zeitrahmen, ohne sichere Heimkehr, Netz und doppelten Boden...
Hm, schwierig... nach der Definition falle ich da auch drunter (und Eliane zB auch), allerdings sehe ich mich eigentlich nicht als Aussteiger.
Ich lebe jetzt seit knapp 3 Jahren in Irland und ich denke, der Aussteigerteil in mir ist der, dass ich weder vorhabe nach Deutschland zurückzukehren, noch in Irland zu bleiben. Nächste Station ist Argentinien aber wenn es mir dort eines Tages nicht mehr gefallen sollte, ziehe ich eben weiter. Die Hemmschwelle sinkt halt :wink:
Ein weiterer Aussteigerteil ist der, dass ich über sehr geringen Besitz verfüge, so wenig, dass ich es problemlos von Land zu Land mitschleppen kann (nach Irland sind noch 3 Umzugskisten mitgekommen, inzwischen bin ich bei 1 Rucksack und 1 Tasche angelangt).
Allerdings lebe ich dort wo ich lebe so wie alle anderen auch, also in nem gemieteten Zimmer, habe geregeltes Einkommen (oder lebe von dem, was ich gespart hatte als ich noch geregeltes Einkommen hatte), gehe ins Kino oder auf ein Abendbierchen und lese.
Wo genau ist denn da die Linie Aussteiger - Einsteiger?
Aussteiger hat für mich so nen Anklang von sonnenverbrannter Hippieverschnitt, der sich mehr schlecht als recht mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält und meistens nicht so genau weiß, wo er morgen schlafen soll. Denn so aus dem Heimatland weg, um woanders zu leben, das machen doch sehr viele Menschen weltweit ohne Aussteiger zu sein - oder doch nicht?
Verwirrte Grüße, Coog 8)
What is the use of straining after an amiable view of things, when a cynical view is most likely to be the true one?
G.B.Shaw

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Ungelesener Beitrag von christelle » 24 Apr 07 17:35

Hallo zusammen,

das Wort "Aussteiger" ruft bei mir das Bild von jemandem hervor, der gegen das "System" ist, vor dem selben fliehen und ganz anders leben will (man kann aber wiederrum auch in Deutschland selber Aussteiger sein, denke ich. Daruber hinaus ist es sowieso fast nicht moeglich, voellig auszusteigen, z.B. weil man immer vom Geld abhaengig bleibt - aber ich merke schon, meine Gedanken weichen gerade vom Thema ab)...
Als wir August 2003 auf Reise gegangen sind, war unser Beweggrund ganz einfach die Lust, die grosse weite Welt kennen zu lernen. Ich weiss aber mittlerweile echt nicht mehr, ob wir jemals in Deutschland bzw. Europa ein zufriedenes Leben fuehren koennten. Grundsaetzlich behaupte ich aber nicht, absolut nie mehr nach Europa zurueck zu wollen, wobei ich da auch nicht unbedingt wieder hin muss (sind irgendwie sehr flexibel geworden, eben...)! Tja, und als "Aussteiger" bzw. Langzeitreisender muss man eben doch ab und zu "Einsteiger" sein, d.h. arbeiten, um die Reisekasse wieder aufzufuellen! Gerade sind wir im Congo (Pointe-Noire) und wir haben uns entschieden, 2 Jahre hier zu bleiben um fuer die Weiterreise ins suedliche Afrika und anschliessend hoffentlich in Suedamerika zu sparen. Aber obwohl wir in einer - wir MArtin es schreibt - in einer Expat-aehnlichen Situation sind, sind wir's eben doch nicht! Irgendwie sitzen wir zwischen den Stuehlen: wir sind keine Reisende, aber leben auch nicht wie "Expats" (mit Haus, Auto, Dienerschaft usw. - wir haben nur Plastikteller, kein Kuehlschrank, keine Waschmaschine...).

Ich fuehle mich jedenfalls von der o.g. Definition angesprochen und fuege deshalb den Link zu unserer (frisch gebastelten) Seite: http://weltstreicher.blogspot.com/

Liebe Gruesse aus unterhalb des Aequators,
Christelle

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Ungelesener Beitrag von Eliane » 25 Apr 07 8:44

Wir hatten die Frage ja nicht erst einmal hier, wie man Aussteiger oder Expats definieren kann oder sollte.

Für mich hat Aussteigen nicht unbedingt was mit einem Nomadendasein zu tun, sondern eher mit dem Versuch, das, was man braucht, möglichst mit eigenen Händen zu produzieren oder aufzubauen. Oder sowas wie "von der Hand in den Mund", ja auch Hand gegen Koje.

Und in diesem Sinne sehne ich mich auch nach dem Aussteigen, was in einem Jahr ungefähr so weit sein soll, wenn ich meinen Vertrag beende.
Ob dies sich dann alles so umsetzen lässt oder ob nicht z.B. die russische Wirtschaft uns einen Strich durch die Rechnung macht und wir wider Erwarten also nicht nur Sauerkraut einstampfen und über den Winter aufessen, sondern aus dem einfachen Zimmer für Backpacker eine ganze Pension mit Buchhaltung, Zimmermädchen und Fremdenführer wird.... weiß ich nicht.

Vielleicht bin ich dann auch wieder "Einsteiger".

Und da kommt mir sowieso noch ein Gedanke:
Wie ist es mit meinem Freund? Ist der Aussteiger, weil er zurück zu einem Leben kehrt in dem er aufgewachsen ist? Wäre ich dann überhaupt noch Aussteigerin, weil ich eigentlich nur ein Leben anstrebe, wie es viele 1000 Menschen hier ohnehin leben?

Im Moment auf jeden Fall, wenn ich mich so sehe, in Geschäftskleidung an meinem Schreibtisch in meinem Büro fühle ich mich überhaupt nicht als Aussteigerin.

Liebe Grüße
Eliane
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Ungelesener Beitrag von dieSteffi » 26 Apr 07 20:59

Hallo Ihr!

Ja, die Diskussion darüber, was ein Aussteiger eigentlich ist, haben wir schon geführt... ich erinnere mich an das hier .

Aber irgendwie muss ich das Kind ja beim Namen nennen!

Ich denke, jeder der sich für einen Aussteiger hält, der ist auch einer.

Egal warum/wo/wie lange. Ob er nun die Gesellschaft verlässt, das Land, oder seine Lebenseinstellung ändert, arbeitet oder nicht, flieht, flüchtet oder sucht, langsam oder schnell reist, oder gar nicht reist und ob er dann in was anderes einsteigt oder umsteigt - mir egal!

Dennoch würde ich gerne einen Unterschied machen (unbewertet) zwischen denen, die für eine von vornherein begrenzte Zeit reisen wollen, um die Welt zu sehen und danach wieder in ihr Leben zurückkehren.

und denen

die
(um noch mal mit MArtins Worten zu reden):
Vogelfrei und zeitlich ungebunden sind
Auslandsaufenthalte ohne Zeitrahmen, ohne sichere Heimkehr, Netz und doppelten Boden...
Von letzteren würde ich eben gerne mehr erfahren. Warum, wie und ob es funktioniert, ob es noch Spaß macht, ob sie es wieder machen würden, welche Schwierigkeiten es gibt/gab...

Und so wie es für mich aussieht, seit ihr, die ihr schon geantwortet habt in diesem Sinne: Aussteiger... weil ihr euch angesprochen fühlt und weil MArtins Definition einfach passt, finde ich.

Danke schon mal
eureSteffi

P. S. Am Ende diesen Jahres kann ich mir dann ja vielleicht auch selbst anworten :wink:
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Ungelesener Beitrag von al-iksir » 27 Apr 07 10:40

Hallo dieSteffi,

habe ein paar Fragen. :) Aber mehr, weil ich für mich selbst versuche, eine persönliche sowie auch eine allgemein anerkannte Annäherung an den Begriff "Aussteiger" zu finden.
dieSteffi hat geschrieben: Dennoch würde ich gerne einen Unterschied machen (unbewertet) zwischen denen, die für eine von vornherein begrenzte Zeit reisen wollen, um die Welt zu sehen und danach wieder in ihr Leben zurückkehren.
Muss man reisen, um Aussteiger zu sein? Was bedeutet reisen? Nie lange an einem Ort zu bleiben?
und denen

die
(um noch mal mit MArtins Worten zu reden):
Vogelfrei und zeitlich ungebunden sind
Auslandsaufenthalte ohne Zeitrahmen, ohne sichere Heimkehr, Netz und doppelten Boden...
In diese Definition würden auch so manche Flüchtlinge fallen, oder? Abgesehen davon: kommt es nicht häufig vor, dass jemand z.B. aus beruflichen Gründen (schlechte Jobaussichten) seine Heimat verlässt, um in einem anderen Land Fuß zu fassen, Familie zu gründen, Besitz zu erwerben? Diese Fälle sind doch gerade heutzutage, wo einem während eines Studiums oder einer anderen Ausbildung häufig geraten wird, mobil und flexibel zu sein, gar nicht selten. Sind das auch Aussteiger?
Von letzteren würde ich eben gerne mehr erfahren. Warum, wie und ob es funktioniert, ob es noch Spaß macht, ob sie es wieder machen würden, welche Schwierigkeiten es gibt/gab...
Es muss also Spaß machen, darf nicht erzwungen sein?

Grübelnderweise,
al-iksir

christelle
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Ungelesener Beitrag von christelle » 27 Apr 07 12:17

Hallo Steffi,
Warum, wie und ob es funktioniert, ob es noch Spaß macht, ob sie es wieder machen würden, welche Schwierigkeiten es gibt/gab...
- Warum: Diese Frage wird sehr oft gestellt! Sie ist fuer uns auch am Schwierigsten zu beantworten. In meinen Ueberlegungen habe ich mich immer als alte Frau gesehen, die eine Bilanz von ihrem Leben zieht. Und da war fuer mich klar, dass diese Bilanz nicht so aussehen soll: ich habe mein ganzes Leben in Europa gearbeitet, vielleicht dann jahrelang in der gleichen Firma, habe Kinder, ein Haus gebaut und habe nie grossartig was Anderes kennen gelernt (nach anderen Postings zu beurteilen ist dieser Gedanke sehr verbreitet unter “Aussteiger” (in spe)). Kuerzere Reisen und danach in das "normale" Leben zurueckzukehren und dann immer weiter davon traeumen, endlich wieder reisen zu koennen, waere fuer mich unbefriedigend gewesen, denke ich. Als es fuer uns losging, wollten wir einfach ausprobieren, ob wir alles kombinieren koennen, das heisst reisen und unterwegs ab und zu arbeiten. Wir dachten uns, wenn es nicht klappt, dann kehren wir eben in unser "normales" Leben zurueck. Wir versuchen, flexibel und offen zu sein, um auch nicht so enttaeuscht zu sein, wenn es nicht klappt. Und eins ist bei uns sicher: wenn es nicht klappt, kehren wir zurueck nach Deutschland, bevor wir uns mit dem letzten/kein Geld und frustriert durchschlagen muessen und total verwahrlost irgendwo landen! Und da machen wir uns keine Sorgen, irgendein Job wird es fuer uns schon geben! Erleichert hat das Ganze, dass wir erstmal ein Job/eine Bleibe in Marokko hatten, und das wir uns langsam an unser Leben ausserhalb Europas gewoehnen konnten.

- Es macht noch Spass, wobei ich im Moment auch kein anderes (Arbeits-)leben als in Europa fuehre, das heisst, ich erwarte sehnsuechtig den Moment, an dem ich wieder losfahren kann. Die Umgebung ist natuerlich viel anders als in Deutschland, es gibt jeden Tag noch was zu entdecken, Gespraeche mit Menschen (die sich wundern, dass ich am selben Billig-Sandwichstand esse, wie alle “normale” Menschen hier und nicht in teueren klimatisierten Lokalen oder dass ich am lokalen Markt einkaufe – deshalb meinte ich auch weiter oben, dass ich zwischen den Stuehlen sitze, d.h. mich nicht als “klassischer” Expat fuehle) und die Ausfluege am Wochenende sehen natuerlich auch anders aus (Stichwort: Strand und Palmen). Die notwendige Zeit als “Einsteiger” laesst sich also eher aushalten als in Deutschland.

- Ich wuerde es jeder Zeit wieder machen!

- Schwierigkeit hat mir den Anfang in Bamako/Mali bereitet, da hatte ich so was wir einen “Kulturschock”, den ich aber ueberwunden habe. Es wird immer wieder gesagt, “Afrika immer wieder oder nie wieder” (oder so), und irgendwie stimmt dieser Satz. Die Phase des Kulturschocks war eben die Phase, wo es sich fuer das “immer wieder” entschieden hat.

Gruss aus unterhalb des Aequators,
Christelle

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