Umbau von Minivan in Campervan - ungefähre Kosten?

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Janner185
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Umbau von Minivan in Campervan - ungefähre Kosten?

Ungelesener Beitrag von Janner185 » 17 Okt 10 11:05

Hallo an alle,

ich befinde mich derzeit in NZ und überlege hier ein Auto zu kaufen. Ich habe jetzt einen Toyota Estima ins Auge gefasst, der allerdings noch seine Sitze drin hat. Nun würde ich diesen gerne in einen Campingvan umgestalten, d.h. Bettgestellt + Matratze rein, Gardienen und Camping-Gear, was man halt so braucht.

Ich habe nur leider absolut keine Ahnung was für Kosten auf mich zukommen um die beiden großen Posten Bettgestell + Matratze abzudecken?! Leider hat mir auch die Forum-Suche und auch die Recherche auf anderen Internetseiten nicht wirklich weitergeholfen. Gibt es hier jemanden, der Erfahrung mit dem Umbau hat und kann mir mal einen Betrag nennen? Gibt es noch weitere große Posten, die ich noch gar nicht so auf dem Plan habe? Ist es ein großes Problem die Sitze auszubauen?

Vielen Dank für eure Hilfe!!!

Schöne Grüße
Jan

markusw
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Umbau von Minivan in Campervan - ungefähre Kosten?

Ungelesener Beitrag von markusw » 28 Dez 10 9:32

das kommt drauf an.
wenn du es selbst machen kannst, und auf besondere ausführung sowie Umklappfunktion zu einer sitzbank etc. verzichten kannst sind es vielleicht ein paar hundert euro.

wenn es ein profi einbau sein soll wird es auf jeden fall sehr teuer.

Tane Mahuta
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Umbau von Minivan in Campervan - ungefähre Kosten?

Ungelesener Beitrag von Tane Mahuta » 07 Dez 13 5:42

Ein Auto zum Camper ausbauen. Leichter als gedacht.

Was euer Auto kann/hat und was nicht liegt natürlich an eurer Expertise beim Kauf und am willen ein wenig Arbeit zu investieren. Sicher hat hat hier der Eine oder Andere Bedenken, weil die handwerklichen Herausforderungen Ihn oder Sie and Seine oder Ihre Grenzen stoßen lassen. Doch mit ein wenig logischem Sachverstand und dem Wissen wie man einen Akkuschrauber und vielleicht eine Säge bedient kann hier jeder zum kreativen Bastler werden.

Zu erst mal zum Material:
Es gibt drei grundlegende Geschäfte die Ihr eventuell aufsuchen werden möchtet.

Baumarkt: Bunnings Warehouse oder Mitre 10
Hier gibt es wie im heimischen Baumarkt alles von Schraubenzieher bis Kloschüssel. Die werdet Ihr zwar nicht brauchen, aber Ihr bekommt natürlich alles Andere was Ihr zum Ausbau braucht.
Balken, Schrauben, Winkel usw.

Autozubehör:
Der preiswerteste dieser Läden ist Repcos
Ihr bekommt hier alles von der Autobatterie bis zum Zylinderkopf

Sämtliches Zubehör:
Warehouse. Wie gesagt die haben Alles...Absoluter Lieblingsladen :)


Das Holz kann man im Baumarkt meistens für nen kleinen Aufpreis milimetergenau schneiden lassen oder ihr holt euch ne Handsäge. Was das Werkzeug sonst anbelangt müsst Ihr kreativ sein.
Am besten ist es sich mit dem Auto bevor Ihr es braucht oder wenn es passt in einem netten Hostel etwas länger einzumieten. In Auckland kann ich das Bamber House sehr empfehlen. Habe dort 2 Monate verbracht und dort im Hostel gearbeitet. Sehr familliäre Atmosphäre und ein cooles großes Haus mit Garten und viel Parkfläche. In solchen größeren Hostels etwas ferner ab vom Zentrum gibt es in den meisten Fällen Eine Bormaschine oder Schraubenzieher. Und dieses Werkzeug kann man sich in den meisten Fällen auch gerne ausleihen. Kiwis sind sehr nette Menschen und die goldene Regel lautet überall ,,Du musst nur danach fragen''.

Der Vorteil wenn Ihr euer Auto selber ausbaut, Die Sitze rausschmeißt und entsorgt (15NZD) und ein Bett hineinbaut ist erstens finazieller Natur. Fertige Campervans sind im Endeffekt teuerer als ein Eigenbau. Außerdem wollt Ihr nicht wissen wie viele Generationen von Backpackern euer Auto vorher bewohnt und eingemüllt haben. Bei den meisten sollte man zumindest die Matraze wechseln.
Mein größtes Problem war das ich kein fertiges Auto gefunden habe was meinen Anforderungen entsprach und dabei nicht völlig meine Ersparnisse auffraß. Desshalb habe ich mich entschlossen mir ein Auto zu kaufen. Ich hatte einen Madzda MPV Efini 1996er. Er hat mich 2700 NZD gekostet und mit Equipment kam ich auf 3500 NZD für meinen Guten Finn. Das muss nicht Euer Anspruch sein, ich habe jedoch großen Wert auf viele Dinge gelegt die im Endeffekt alle sehr sinnvoll waren und es uns an nichts fehlen lassen haben. Außerdem habe ich fast den kompletten Preis an verminderten Übernachtungskosten wieder gespart.
Das gute an der ganzen Sache ist auch, dass Ihr mit Eurem Auto einen Campervan der ersten Generation besitzt, dass bewegt viele Käufer dazu gerne etwas mehr zu bezahlen, eure Arbeit wird sich also lohnen.

Ich habe an meinem Auto 4 Tage gebastelt und hatte alles umgebaut, ein vergleichsweise kurzer Aufwand. Bedenkt allerdings das ich vorher das Auto gekauft ausgemessen und im vorhinein einen ungefähren Bauplan erstellt habe um sicher zu gehen das alles passt.

Für alle die die sich nicht vorstellen können wie so etwas Aussehen könnte. Hier ein paar Erklärungen. Leider habe ich die Bilder vom Innenraum meines Autos aus Versehen gelöscht und damit unwiederbringlich verloren aber ich denke ich kann Euch auch so ein paar Ideen und Anregungen geben, die dann im Endeffekt auch auf jedes andere Auto zu übertragen sind.

1. Die Schlafstätte mit Kleiderschrank
Man geht also davon aus die hinteren Sitze zu entfernen und statt dessen eine Liegefläche zu erhalten. Dafür muss das Auto entsprechende Maße haben. Combi ist hier also die Untergrenze an Platz. Wenn man zu zweit reist sollte man sich schon lieber etwas größeres besorgen, allerdings ist das Startkapital ja auch höher angesetzt.
Nun zur Praxis. Wenn alle Sitze entfernt sind habt ihr in den meisten Fällen noch keinen geraden Unterboden. da Fußraum und Sitzbefestigungen den Schlafkomfort unnötig behindern und zudem im Auto sonst keine großen Stauflächen mehr vorhanden sind, wird mittels Balken, Winkeln und Brettern ein Podest gezimmert das Euch die Möglichkeit gibt je nach Höhe Eures Vehikels den Boden so weit anzuheben um Staufläche darunter zu erhalten. Um leichter an diese zu gelangen Teilt Ihr die Bretter oben in 3 Teile und befestigt sie mittels scharnieren auf den Querbalken. Jetzt habt Ihr richtige Truhen unter eurem Bett und das Beste ist, unter eurer Matratze speichert sich die Kühle der Nacht über den ganzen Tag hinweg. Ihr könnt also entweder eure verderblichen Lebensmittel wie Gemüse und kaltes Bier (*,*) unter dem Bett verstauen oder gleich die Kühlbox.
Um am Besten etwas Ordnung in Eurem Auto zu halten bietet es sich an, Plastikboxen o.Ä unter dem Bett zu haben. Messt vorher die Boxen im Warehouse aus und baut danach Euer Podest. Achtet aber auch darauf genug Platz nach oben zu lassen. Ich konnte in meinem Auto auf dem Bett entspannt sitzen. Holt euch kleine Ösenschrauben und zieht Draht durch diese. Dann tackert Ihr Stoffbahnen an diese und schwups habt Ihr Vorhänge.
Noch etwas Wichtiges am Rande. Baut das Podest so, dass die obere Platte zu der Seite wo später euer Kopf sein soll etwas höher liegt als am Fußende, wenn Ihr an einem leichten fast nicht merklichen Abhang steht, liegt Ihr sonst etwas bergab, was unangenehm sein kann. In vielen Situationen kann man sich auch nicht aussuchen wie das Auto Nachts steht. Darum der Tip.

2. Die Küche
In meinem Auto war nach oben genug Platz, um im Kofferaum mittels eines von mir gezimmerten Regales 3 Plastik Boxen (Würfel) Aufhängungen für Pfanne ect und einen Ausklappparen Tisch unterzubringen Das Regal hab ich aus Balken und zwei Brettern gezimmert. Um die Schlafraum nicht in die Küche kommen zu lassen, habe ich am Fußende
ein Brett zum Abschluss gesetzt, welches auch gleich Platz für Haken ect mitbringt. Fett und Waschwasser oder was auch immer kommen so nicht auf die Matraze Das Obere Ende der Holzkonstruktion ist auch ein Holzplatte. Da dies euer Küchenbereich ist wird es fettig, nass und dreckig, daher überzieht die Bretter an der Vorder/Oberseite mit Linolium (einfach anschrauben/Nageln). Oben auf dem Regal hatte Ich wie gesagt die Plastik Würfel. Alles Essen und Küchenbedarf kann da rein und ist immer in der Praktischen Box zum rausnehmen (falls man im Hostel kochen will). Da Das Podest bei meinem Auto im Ehemaligen Kofferaum nur noch 15 Zentimeter hoch war habe ich den Platz genutzt um Sachen wie den Campingkocher, Gasdosen, oder den Besteckkasten darunter zu verstauen.
Es hatte alles seinen Platz und es fällt so wirklich leichter nicht ständig etwas im Auto zu verlieren, was wirklich keine Seltenheit ist :)

3. Der Fahrerraum und Technische Spielereien
Mir war es wichtig eine zweite Autobatterie im Auto zu haben die abgekoppelt von der wichtigen eingebauten Autobatterie Strom für Laptop, Handy, Kamera und kleine Lautsprecher liefern musste. So verhindert man irgendwann ohne Saft in der Pampa steht und nicht mehr vom Fleck kommt. Auf der anderen Seite kann man sich auch selber Starthilfe geben wenn die zweite Batterie voll ist. Das System zum beladen bzw Entladen ist wirklich einfach. Laden tut man die Batterie während der Fahrt mit einem Batterieladegerät über einen Inverter (Autostrom wird zu Steckdose, bekommt man im Warehouse) mit dem Zigarettenanzünder. Wenn man dann sein lager aufschlägt, wird einfach der Inverter an die Batterie angeschlossen und man hat Strom. Bei einer kleinen Standartbatterie reicht der Saft für ca 10 Stunden (Ich habe Kamera geladen und war am Laptop).

All das hab ich allein in 4 Tagen realisiert und ich denke, selbst etwas weniger handwerklich begabte Menschen als Ich können so etwas sicher in einer Woche umsetzen. Fragt euch rum vlt. will ja im Hostel einer mitbasteln, für gelegentliche Fahrdienste :)

Es folgt eine Liste von Gegenständen die ich hatte und die mir gute Dieste geleistet haben:
Warehouse:
Große Taschenlampe
Campingstüle (2)
Logitec Boxen (für Musik am Abend)
Schaufel
Plane (zum Spannen über die Heckluke)
Angel
Ölkerze (super mit Citronella gegen Mücken und Sandflies)
Moskitonetz (zum Verhängen des Kofferaums wenn er offen ist oder generell fürs Bett)
Kühlbox
Gaskocher (Koffer)
Ein Topf eine Pfanne und ein Küchenbrett
scharfe Messer (sind selten in Hostels, hab immer meine eigenen benutzt)
Wenn Ihr etwas Feuerschalenähnliches findet, gleich mitnehmen. Ihr werdet keinen Ärger bekommen wenn Ihr sowas habt, es sei denn es ist rote Brandschutzstufe. Ich hatte den löchrigen Zylinder von nem kaputten Heizstrahler. Das war perfekt und mein Topf hat genau reingepasst.

Dick Smith:
kleiner Adapter fürs Autoradio in Form einer Kassette für Ipods ect.

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