Dieselstandheizung in großen Höhen

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Klaus V
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Dieselstandheizung in großen Höhen

Ungelesener Beitrag von Klaus V » 18 Jun 14 12:10

Wer macht sich schon in der Heimat Gedanken darüber, wie eine Dieselheizung in den Anden oder im Himalaya funktioniert, wenn der höchste Berg Deutschlands kaum 3.000 Meter hoch ist?

Wir haben uns in unserem Fahrzeug für eine Diesel-Standheizung entschieden, da der Kraftstoff überall erhältlich ist und direkt aus dem Fahrzeugtank entnommen wird. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Heizung auch in extremen Höhen funktioniert. Schon ab 2.000 Höhenmetern verändert sich die Zusammensetzung der Luft, so dass nicht mehr ausreichend Sauerstoff für die Verbrennung zur Verfügung steht. Als Folge setzt sich die Brennkammer mit Ruß zu, die Heizung fällt aus.

Dies passierte uns in Mexiko und führte zu einer mehrstündigen "Operation am offenen Herzen" ;-) Glücklicherweise ist unsere Webasto-Heizung verschraubt, so dass wir die Heizeinheit öffnen und die Brennkammer säubern konnten.

Dauerhaft hilft jedoch nur eine automatische Höhenkompensation oder eine zweite Dieselpumpe, die parallel eingebaut wird. Diese spritzt nur noch rund 70 % der Dieselmenge in die Brennkammer und kann in Höhen bis rund 3.800 Metern betrieben werden. Ab dieser Höhe verzichten wir auf die Standheizung und heizen im Bedarfsfall bei laufendem Motor über die Motorheizung.


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Dieselstandheizung in großen Höhen

Ungelesener Beitrag von flymaniac » 18 Jun 14 15:07

Abenteuertour hat geschrieben: Schon ab 2.000 Höhenmetern verändert sich die Zusammensetzung der Luft, so dass nicht mehr ausreichend Sauerstoff für die Verbrennung zur Verfügung steht. Als Folge setzt sich die Brennkammer mit Ruß zu, die Heizung fällt aus.
Wie schnell setzt sich denn die Brennkammer zu ? Ich nutze die öfters in den französischen Alpen und habe keine Lust mich mal morgens bei Temperaturen unter 0 mich aus dem Schlafsack quälen zu müssen. Habe in 9 Jahren noch nie etwas an der Standheizung gemacht. Nutze Sie nicht sehr oft aber regelmäßig.
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Klaus V
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Dieselstandheizung in großen Höhen

Ungelesener Beitrag von Klaus V » 18 Jun 14 15:48

Bei uns war das ein schleichender Prozess, bei dem ich ein konkretes Anfangsdatum bzw. eine Dauer nicht definieren kann. Wir nutzten das Auto seit rund einem Jahr intensiv und hatten häufiger in einer Höhe von über 2.000 Metern die Heizung laufen lassen.

Schlimm wurde es, als wir über einen Zeitraum von drei Wochen die Heizung täglich für ein paar Stunden auf über 2.000 Metern laufen ließen. Irgendwann kam nur noch Qualm aus dem Auspuff und die Heizung sprang nicht mehr an.

Um zukünftig ein Verrußen der Heizkammer zu vermeiden, halte ich mich - neben der Höhenkompensation - an die folgenden Punkte:

- die Heizung einmal im Monat laufen lassen (unabhängig von der Außentemperatur)
- wenn die Heizung in extremer Höhe lief, sie immer in der Niederung auch noch mal laufen lassen
- die Heizung mindestens eine Stunde durchlaufen lassen

Hintergrund dieser Maßnahmen ist, dass ich die Heizung immer sehr heiß werden lasse, so dass alle Rückstände in der Brennkammer rückstandsfrei verbrannt werden können.


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Dieselstandheizung in großen Höhen

Ungelesener Beitrag von flymaniac » 18 Jun 14 18:25

Danke.
Abenteuertour hat geschrieben: 1- die Heizung einmal im Monat laufen lassen (unabhängig von der Außentemperatur)
2- wenn die Heizung in extremer Höhe lief, sie immer in der Niederung auch noch mal laufen lassen
3- die Heizung mindestens eine Stunde durchlaufen lassen
1- Mache ich auch.
2- meistens dann am nächsten morgen
3- 30 Minuten auf Batterie, danach zusätzlich Motor im Leerlauf

Ich lasse die Standheizung auch im Kurzstreckeverkehr mitlaufen da mit der Motor schneller warm wird. Das Heizen des Innenraums ist normal nur zusätzlicher Luxus vor dem hinlegen und vor dem aufstehen den ich im Gebirge aber gerne geniesse.
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