Afghanistan: Radioaktivität - Verstrahlungsrisiko

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Gast

Afghanistan: Radioaktivität - Verstrahlungsrisiko

Ungelesener Beitrag von Gast »

Hallo zusammen,

mir ist aufgefallen, dass hier relativ viele Leute nach Afghanistan wollen.

Alle Menschen, welche mit dem Gedanken spielen, sich Afghanistan mal etwas genauer anzuschauen, sollten wissen, dass die Amerikaner im letzten Afghanistan Krieg hunderte Tonnen Radioaktiver Munition verschossen haben und dass die dortige Bevölkerung und unsere Soldaten dort mit Verstrahlungen und übelsten Missbildungen bei Neugeborenen zu kämpfen haben.

Um es kurz zu sagen, Afghanistan ist für die nächsten 50 Jahre oder mehr verstrahlt und verseucht (in der Nähe von ehemaligen Kampfplätzen) !!

Also, ich würd mir eine Reise nach Afghanistan gaaaanz genau überlegen, falls ich nach der Reise noch Kinder zeugen wollte...

LG Spy



[einzelthematisiert - Astrid]
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der Bär
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Afghanistan: radioaktives Risiko

Ungelesener Beitrag von der Bär »

Lieber Spy,


guten Morgen!

Kannst du bitte mal die Quelle für deine Informationen nennen?
Das wäre supernett. Vielen Dank,


liebe Gruesse, der Bär
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stephan-
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Afghanistan: radioaktives Risiko

Ungelesener Beitrag von stephan- »

Wenn von dieser Urankern-Munition überhaupt eine nenneswerte Gefahr ausgeht, dann wenn man laufend Staub ehemaliger Schlachtfelder isst oder direkt nach Detonationen in unmittelbarer Nähe, wenn das Geschoss beim Aufschlag auf ein Ziel zu Staub zerfetzt wird und man den Dampf einatmet - sofern man den Einschlag überhaupt überlebt.
Also ruhich Blut, die Gefahr für einen Urlauber geht gegen Null. Die Gefahr durch Taliban oder auch "friendly fire" ist milliardenfach höher. :mrgreen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Uranmunition
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der Bär
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Afghanistan: radioaktives Risiko

Ungelesener Beitrag von der Bär »

Gerne sprengt auch unsere Bundeswehr mal
Tanker in die Luft. Also auch nicht neben Tanklastzüge stellen!

:wink:
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MArtin
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Afghanistan: Radioaktivität - Verstrahlungsrisiko

Ungelesener Beitrag von MArtin »

Hallo,

ja, Amerikaner verwenden und exportieren gerne Uranabfälle für Geschosse, um dadurch schwerere Projektile mit höherer Durchschlagkraft zu produzieren.
Eine Vergiftung der Bevölkerung und (sehr!) langfristige Verstrahlung nicht nur der bebombten Gebiete wird dabei auch von der NATO gegen ein Verbot des internationalen Gerichtshofs in Kauf genommen, sodass in diesem Zusammenhang auch der Begriff "Bio-Terrorismus" genannt ( http://lonestaricon.com/index.php?optio ... &Itemid=69 ) und seit 10 JAhren erfolglos dagegen protestiert wird http://www.webinformation.at/material/i ... _06-10.pdf .

Nicht nur in Afghanistan, sondern auch im I raq, im B alkan - und, damals noch in geringerem Maße, über Deutschland wurden etliche hundert Tonnen an Uranabfall-haltiger Munition abgeworfen: http://dissidentvoice.org/Articles/Hero ... umWars.htm .

Der verwendete Uranabfall enthält mehrere Isotope, deren radioktive
Strahlung für Erbschäden und konsekutive Missbildungen wie diese http://www.i-marco.nl/weblog/archive/20 ... est_secret oder diese http://www.globalresearch.ca/index.php? ... &aid=16442 bekannt sind.

Bestandteil der Urangeschosse sind vor allem hochgiftige und stark strahlende Uranisotope wie U-235, U-234 sowie besonders U-238, die Halbwertszeiten zwischen 250.000 und 4,5 Milliarden(!) Jahren haben, sodass die oben geschätzten 50 Jahre wohl etwas zu optimistisch angesetzt sind. ;)
Ebenso die Aussage, dass kriegsbedingte Radioaktivität nur kurzzeitig in Schlachtfeldnähe gefährlich sei, denn feinste Staubpartikel davon können sich überall befinden und werden auch über Mikroben weiter verbreitet - auch wenn die Verursacher diese Gefahr naturgemäß nach Kräften verharmlosen.
Insofern macht das Problem durch Munition mit depleted Uranium (DU-Geschosse) nicht an Ländergrenzen halt, sondern ist ein gravierendes, globales, uns alle betreffendes.
Weil keines unserer Sinnesorgane Radioaktivität wahrnehmen kann, merken wir sie nur nicht gleich, verharmlosen sie - und wie lang schon bekannt verlachen wir getrost Dinge, wenn unsere Augen sie nicht seh'n.

Die Schlussfolgerung, die man m.E. daraus ziehen sollte wäre primär nicht, die befallenen Länder (steigende Anzahl!) zu vermeiden, sondern die Verbrecher gegen die Menschheit vor Gericht zu zerren und ihnen das Handwerk zu legen.
Denn auch frühere Kriegs- und heutige Reiseländer wie V ietnam sind noch immer Kriegs-vergiftet und leiden an höheren Missbildungsraten und genetischen Defekten für folgende Generationen.

Eine kurze Internetrecherche dazu fördert etliche englisch- und deutschsprachige Aktions- und Protestseiten, auch von selbst-betroffenen amerikanischen Soldaten und bis in facebook hinein http://www.facebook.com/group.php?gid=96525728787# zu Tage.


LG
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der Bär
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Afghanistan: Radioaktivität - Verstrahlungsrisiko

Ungelesener Beitrag von der Bär »

Top-Recherche! :wink:

Aber mal ehrlich, Jungs:

ohne Nachzudenken fallen mir 5 andere Gründe ein, warum es
vielleicht nicht so ungefährlich ist, in Afghanistan zu reisen!

:D
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der Bär
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Afghanistan: Radioaktivität - Verstrahlungsrisiko

Ungelesener Beitrag von der Bär »

So. Es hat jetzt ein bißchen gedauert, aber es war auch keine einfache Recherche und ich kann noch keine detaillierten Ergebnisse zusammentragen - folgt noch. Bin zur Zeit beruflich sehr eingespannt.

Trotzdem möchte ich jetzt schon mal darauf hinweisen und die Recherchen von MArtin nicht unkommentiert stehen lassen.

Es ist Vorsicht geboten, denn bei keiner der zitierten Quellen handelt es sich meiner Recherchen nach um unabhängige Quellen. Sie sind immer
interessenmotiviert und haben einen starken politischen Background.

Am Bedenklichsten finde ich diesen Link hier mit dem Verweis auf eine
Organisation in Österreich, die dem rechtspopulistischen Kreisen zugeordnet wird:

http://www.webinformation.at/material/i ... _06-10.pdf

Mich hat die Bezeichung "Initiative Heimat und Umwelt" stutzig gemacht. Ich habe recherchiert und bin an vielen Stellen darauf gestossen, dass es einen rechtsextremen Hintergrund gibt. Ich werde noch weiter recherchieren und mich um eine unabhängige, nicht politisch motivierte Beurteilung dieser Initiative bemühen.

Ebenso ist Vorsicht geboten (meiner Meinung nach) bei diesem Link hier:
es handelt sich um einen privaten Blog, soweit ich das feststellen kann:
http://www.i-marco.nl/weblog/archive/20 ... est_secret

Soweit erstmal. Wie gesagt, eine erste Recherche.

Meine Schlußfolgerung:
sicher alles Vorwürfe/Ereignisse, denen man nachgehen sollte. Aber meiner Meinung nach nicht, in dem man ausschließlich interessenmotiverte Quellen zititert. Da ist äußerste Vorsicht geboten !

Ich bleibe dran.

Liebe Gruesse, der Bär




[Bär, don't kill the messenger.
Die Info ist das Entscheidende, darum geht es - und nicht darum, wer sie überbringt.
Bedenklich ist m.E. eher, dass sie in den vom System abhängigen Mainstream-Medien eben NICHT überbracht, vielleicht sogar verharmlost oder unterdrückt wird. :idea:
LG MArtin]
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safewora

Afghanistan: Radioaktivität - Verstrahlungsrisiko

Ungelesener Beitrag von safewora »

Man schätzt dass von den in Afghanistan bisher eingesetzten 60.000 deutschen Soldaten etwa 30 - 40% an den Folgen der Strahlung sterben werden.
Hier eine von vielen Seiten mit näheren Infos

http://www.0815-info.de/modules.php?nam ... &sid=10153

http://www.suite101.de/content/toedlich ... abz-a78582

http://www.oedp.de/themen/globalisierun ... als-bisher
rechnomaniac
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Afghanistan: Radioaktivität - Verstrahlungsrisiko

Ungelesener Beitrag von rechnomaniac »

Zum Thema Uranmonition habe ich hier zum einen den Link zu oben genannten Film den man sich unbedingt einmal anschauen sollte!
Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra

43:31 - Vor 3 Jahren

Der Film begleitet den deutschen Tropenarzt und Epidemiologe Dr. Siegwart-Horst Günther und seine amerikanischen Kollegen bei ihren Untersuchungen im Kosovo, in Bosnien und im Irak. Überall dort hatten amerikanische Truppen die gefährliche Uran-Munition eingesetzt. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Langzeitfolgen unter denen besonders die Kinder in den Kriegsgebieten zu leiden haben. Nach Ende des jüngsten Irak-Krieges entdeckten die Experten in der Umgebung von Basra kontaminierte Kriegsschauplätze, deren radioaktive Verseuchung die natürliche Erdstrahlung um das 20.000-fache übertrifft.
http://video.google.com/videoplay?docid ... 4296057254


Und eine fast dreistündige Radiosendung von meinem Lieblingsmoderator KenFM von Fritz. Nehmt euch die Zeit!
Ich & DU: Komplette KenFM-Sendung über Uranmunition vom 21.8.2011 / 17.4.2011

KenFM am 17. April 2011 mit dem Thema "Ich und DU", wobei DU für Depleated Uranium steht. Bunkerbrechende Munition, die aus abgereichertem Uran hergestellt wird. Dieser Stoff entsteht beim Betrieb von Atomkraftwerken und gilt als klassischer Atommüll. Militärdesigner nutzen DU seit geraumer Zeit um damit effektive Bomben zu bauen. KenFM beschäftigte sich am Sonntag, den 17. April mit DU-Munition und den Folgen z.B. für Soldaten, die jetzt in Afghanistan stationiert sind. Ken Jebsen traf sich deshalb u.a. mit Frieder Wagner, einem ARD-Journalisten, der 2004 einen Film über den tödlichen Staub gemacht hat: Deadly Dust.
http://www.youtube.com/watch?v=y2qBXMribXY
Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben. -Philip K. Dick-

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