Weltreise als Karriere-Chance?

Nach längerem Reiseleben ist nichts mehr, wie es vorher war: Die Heimat nicht und man selbst schon gar nicht. Und dann trotzdem: Business as usual?
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jot
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Weltreise als Karriere-Chance?

Ungelesener Beitrag von jot » 02 Mär 13 9:10

stephan- hat geschrieben:Hat die Stelle irgendwas mit Reisen, Sprachen und Export zu tun, KANN solch eine lange, im Lebenslauf genannte Weltreise ein Pluspunkt neben anderen sein, mehr aber auch nicht.
Für alle anderen Stellen ist es eine ziemlich wertlose Information.
Ich arbeite in der IT-Branche, da ich in meinem Lebenslauf nach der Weltreise keinen weißen Fleck lassen wollte habe ich diese Reise mit angegeben (sollte man finde ich grundsätzlich machen, denn "Weltreise" ist selbst beim skeptischsten Personaler immer noch besser als "zu Hause gegammelt" oder "Knast" - das sind die anderen Optionen, die man sich sonst denkt wenn da ein langer Zeitraum offen ist zu dem gar nix angegeben wird).
Die Weltreise war in dem Bewerbungsgespräch zumindest ein interessanter Gesprächsaufhänger für Smalltalk... ich würde sagen wir haben so 50% über meinen alten Job und meine Qualifikationen gesprochen, 50% über die Weltreise. Ob das nun ein ausschlaggebender Pluspunkt für mich war, keine Ahnung... aber es hat auf jeden Fall nicht geschadet und das Gespräch in eine sehr angenehme Richtung gedreht.

stephan-
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Weltreise als Karriere-Chance?

Ungelesener Beitrag von stephan- » 02 Mär 13 9:44

Das ist richtig, vorallem bei denen, die noch ziemlich am Anfang des Berufsleben stehen. Aber wenn man mal 5,10 Berufsjahre hinter sich hat, interessiert das keinen mehr, was man in seiner Jugend getrieben hat.

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Stephan Mussweg
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Weltreise als Karriere-Chance?

Ungelesener Beitrag von Stephan Mussweg » 21 Nov 13 3:52

Hallo zusammen,

hoffe das ist jetzt der richtige Platz für meine Frage - hab nichts wirklich passenderes gefunden ;)

Zwecks Weltreise als Karriere-Chance: Würdet ihr sagen das es prinzipiell schwerer ist einen Job nach der Rückkehr zu finden wenn man 2 Jahre unterwegs ist als wenn man "nur" 1 Jahr auf Tour war oder macht das aus eurer Sicht/aus euren Erfahrungen keinen Unterschied?
Grund meiner Frage ist das ich überlege (obwohl ich noch auf meiner Reise bin) nach 3 Monaten in Deutschland wieder aufzubrechen um zunächst in K anada 6 Monate zu arbeiten und zu reisen und danach nochmal 6 Monate Z entralamerika dranhängen möchte.....also das als grober Plan.
Nur habe ich irgendwie die Befürchtung das es dann noch schwieriger sein wird weil ich ja dann im Prinzip mehr als 2 Jahre nicht mehr gearbeitet habe.....

Also - hoff das ist der richtige Bereich und ich bekomm bald eine positive Antwort :)

Beste Grüße aus K o C hang
Stephan
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Astrid
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Weltreise als Karriere-Chance?

Ungelesener Beitrag von Astrid » 21 Nov 13 23:47

Hallo Stephan :)
Würdet ihr sagen das es prinzipiell schwerer ist einen Job nach der Rückkehr zu finden wenn man 2 Jahre unterwegs ist als wenn man "nur" 1 Jahr auf Tour war oder macht das aus eurer Sicht/aus euren Erfahrungen keinen Unterschied?
Inwieweit eine 2-jährige Auszeit sich förderlich / hinderlich auf Deine Karriere auswirkt, hängt nicht zuletzt davon ab, was Du beruflich machst und was Du während Deiner Reise an Berufsförderlichem gemacht hast.
In einer schnell-lebigen Branche wie z.B. im IT-Bereich oder bestimmten medizinischen Disziplinen, in denen sich innerhalb kurzer Zeit viel ändert, sinken mit zunehmender Abwesenheit aus Deinem Tätigkeitsfeld die Chancen auf einen Wieder-Eintritt.
Berufsnahe Jobs unterwegs oder eine Verbesserung von in Deiner Branche wichtigen Fremdsprachenkenntnissen können Deine Aussichten andererseits beträchtlich steigern, da sie Dir indirekt Eigeninitiative, Risikofreude und Flexibilität attestieren. Vorausgesetzt sowas ist erwünscht und in Deinem Beruf sinnvoll.

Ebenfalls nicht unerheblich dürfte das Vorhandensein vorheriger Berufserfahrung bzw. gute Zeugnisse früherer Arbeitgeber sein.
Doch auch da ist letztendlich entscheidend, wie Du Deine Reise und Dich verkaufst, wieviele Mitbewerber es gibt und wie abenteuerlustig / verständnisvoll Dein zukünftiger Chef selbst ist.

Tatsache ist, dass es Vielen mit zunehmender Reisedauer schwer fällt, sich wieder in einen geregelten 8-stündigen Arbeitsalltag einzugliedern.
Das wissen auch Chefs ;)

Von daher ist das zweite Jahr u.U. anders (zukunftsorientierter) zu planen als das Erste.

Liebe Grüße
Astrid
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Danny Machu
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Weltreise als Karriere-Chance?

Ungelesener Beitrag von Danny Machu » 22 Nov 13 0:03

Die Quintessenz ist doch die hier:
hängt nicht zuletzt davon ab, was Du beruflich machst
"Karrierechancen" nach der Weltreise hängt doch hauptsächlich davon ab was man für Ausbildungen/Diplome/Abschlüsse hat und in welchem Berufsfeld man arbeitet.

Über den Kamm geschorene Antworten wird es zu dem Thema nicht geben können. Das muss jeder für sich selbst betrachten und realistisch einschätzen.

Zu mir: Ich bin am Anfang meines Geowissenschaftsstudiums und hoffe in 5-7 Jahren nach dem M.Sc. diesbezüglich recht flexibel zu sein. In welche Richtung ich genau gehen möchte, weiß ich noch nicht, doch werde ich als Geologe definitiv bevorzugen im Ausland zu arbeiten. Zeitverträge sind da keine Seltenheit.

Gut ausgebildete Geologen, die zu "weltweitem Einsatz" (Zu beachten ist sicherlich auch, dass mein Job eine halbe Weltreise sein wird, wenn alles so klappt wie es soll) bereit sind, gibts nicht häufig und nachdem was ich bisher gehört und gelesen habe, scheint es so, dass ich mich vor Arbeitslosigkeit nicht fürchten brauche mit einem M.Sc in einer geologischen Disziplin, die weltweit gefragt ist.

Da blick ich schon sehr positiv in die Zukunft. Bei mir werden sich Auszeiten im Lebenslauf wohl wesentlich harmloser auswirken als Leute, die eine kaufmännische Ausbildung abgeschloßen haben und auf einen Job in Deutschland angewiesen ist.

Muss ohnehin sagen, dass ich jedem, der noch die Möglichkeit dazu hat, nur empfehlen kann in die Geologie zu gehen, wenn er sich für die Erde, das Reisen und Wissenschaft begeistert.

Liebe Grüße,

Danny
Ehemaliger Accountname: "MachuPikachu"

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