Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Worüber man in der Welt-Reise-Community sonst noch spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)

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Julian
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Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Ungelesener Beitrag von Julian » 17 Aug 07 10:20

[quote="Coogar]Tjaha, so ist das aber nunmal hier - andere Länder, andere Sitten :wink:

...wir sind doch Exportweltmeister, warum nicht auch ein bisschen davon :lol: :wink:

Meike
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Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Ungelesener Beitrag von Meike » 23 Aug 07 17:06

Ich habe noch einen interessanten Typen getroffen, den es hoffentlich nicht so häufig gibt, dass es zu einem Klischee reicht: der [b]pseudo-Sozialangagierte[/b]. Ich habe den Typen in einem Hostel in Lima getroffen, wo er erzählt hat, dass er 3 Monate in Brasilien bei einem Straßenkinder-Projekt mitgearbeitet hat (natürlich unbezahlt, sonst wäre es auch nicht das Richtige gewesen...) und danach nach Kolumbien gereist ist um (Zitat) "... mal zu gucken, ob das da mit dem Bürgerkrieg wirklich so schlimm ist...". Er kam zu der Beobachtung, dass es in Kolumbien nicht so schlimm ist... Ich frage mich, wann ein Bürgerkrieg nicht so schlimm ist - ab wieviel Toten pro Tag??? Mich hat es sehr aufgeregt, dass er erst auf Sozial tut und dann zum Kriegstourist mutiert.

Grüße,
Meike

Cocco
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Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Ungelesener Beitrag von Cocco » 25 Aug 07 14:40

Hi,

ich musste bei einigen Beiträgen sehr lachen. Und habe mich oft ertappt gefühlt...

Als Ausrüstungsfetischistin war ich davon überzeugt, bei meinem ersten Asienaufenthalt ohne ausreichendes Equipment völlig verloren zu sein. O. K., Stirnlampe und Taschenmesser braucht man in Grossstädten und Strandorten nicht unbedingt.

Aber mit dem Kompass konnte ich feststellen, dass der Pfeil an der Decke des Hotelzimmers tatsächlich ein Gebetspfeil war (er wies nach Mekka). Und mit der Wäscheleine sicherte ich prima die Tür, nachdem ich durch Zufall festgestellt hatte, dass es in dem vietnamesischen Hotel wohl nur einen Schlüssel für alle Türen gab.

Ehrlich gesagt freue ich mich aber, dass für mich alles noch so neu und aufregend ist, dass ich meinen Mitteilungsdrang an meinen Freunden auslassen muss (mal sehen, wie lange ich noch Freunde habe). Glücklicherweise bin ich noch kein Ich-bin-den-Himalaya-schon-barfuss-bestiegen-Traveller, der sich nur noch gelangweilt gibt. Denn davon gab es in den Hostels jede Menge...

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sushi-suse
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Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Ungelesener Beitrag von sushi-suse » 12 Jan 08 19:46

sind wir nicht ale ein bisschen BLUNA??

Ist es nicht toll das wir alle immer wieder so vielen unterschiedlichen Kategorien begegnen auf unseren unvergleichlichen Individual reisen?

Und das ich in recht viele Kategorien passe ist auch sehr amuesant. Doch was waere denn wenn wir die alle nicht haetten, waere es nicht fuerchterlich langweilig um uns rum wenn alle nur die gleiche Lebensansicht und Erfahrung haetten, ist es nicht schon genug das wir alle im gleichen Flow schwimmen (natuerlich entgegen der Stromrichtung aller anderen...)

Wie aetzend wenn wir alle in Khaki gekleidet waeren und nur genuegend Soma essen muessten zum gluecklich sein und mit genetisch festgelegten gleichen Interessen ausgestattet waeren. wer war das noch? Aldous Huxley??

Ein Hoch auf die Vielfaeltigkeit der Menschheit!! Juhu, ich liebe es vor allem ein Hmm-gbt-es-da-nicht-noch-eine-andere-Sichtweise-reisende zu sein.

am Ende des Tages muessen wir uns doch sowieso alle diesen einen Planeten teilen, oder?

Ach was bin ich ein moralapostel-besserwisser-klugscheisser... :mrgreen:


hahahahaha

Herrlich wenn man sich selbst und andere nicht zu ernst nehmen muss.


die liebe suse, die sich grad den Hintern verbrennt auf koreanischen Fussboden heizungen, bei Leuten die ihr Plumps klo draussen im Garten haben und in einer kleinen Weltverbesernden community leben... Ist das Leben nicht entzueckend??



8)

SteffanPet
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Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Ungelesener Beitrag von SteffanPet » 13 Jan 08 19:41

Hi Leuts,

Das was hier Teilweise beschrieben wird kann man auch teilweise als Ego- Zentrismus beschreiben. (Das bedeuted, wenn jemand in einem anderem Land alles mit seinem Herkunftsland oder mit einem anderem vergleicht um so darzustellen ,dases in diesem Herkunftsland alles besser ist.)
Das ist nur die vereinfachte beschreibung zu " Ego-Zentrismus"


Steffan

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sushi-suse
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Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Ungelesener Beitrag von sushi-suse » 14 Jan 08 4:26

hey Steffan,

meinst Du damit das z.B. die Iren mit ihrem Bier in der Hand nach NZ reisen, sich dort weiter vollsaufen, Prolet sind es geniessen das man das in bestimmtem Rahmen in NZ eben machen kann, aber das sie eigentlich nur sagen wollen wieviel besser das in Irland geht?

Oder das die posh pueppchen sich nur ein neues Publikum suchen um wieder neu bestaunt zu werden, im Rampenlicht zu stehen? und neustes make up von Overseas zu testen und sich dann drueber aufzuregen das es Pickel macht und das das gute alte von zu hause eben dochdas beste ist?

Oder das die equipment freaks nur rausgehen um in Extremsituationen -wie Vulkanbesteigung oder Canyoning oder Eisklettern oder campen im Dschungel...-zu zeigen das ihr Equipment aus dem Heimatland doch den viel besseren Standard hat und der "auslaendische Mist" im besuchten Land eh nix taugt?

Oder das wir uns alle eigentlich sowieso nur um uns selbst drehen, was ja auch Grund zum reisen sein kann.

ich dachte man geht unter anderem auch reisen weil einem das heimatland stinkt, warum es dann doch zum persoenlichen Mittelpunkt des Universums machen?? :roll:

Oder wie verstehst Du die Subklassen der Reise Kategorien und Stereotypen als Egozentriker??

Suse - etwas verwirrt... :roll: :?:

Frank
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Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Ungelesener Beitrag von Frank » 12 Feb 08 13:33

Verdammt.... Ich bin wohl eine Mischung aus einigen der genannten Beispielen. Def. bin ich zum Teil Ausrüstungsfetischist. Bei einigen Teilen wie Taschenlampe, Schlössern etc. schau ich mir zu gerne Fachliteratur an. Ausserdem bin ich am Anfang jeder Reise furchtbar "deutsch". Wenn ein Bus nach 10 Minuten noch immer nicht da ist werd ich nervös obwohl ich es langsam besser wissen müsste (da wo ich herkomme fahren die aber pünklich :-) )

Aber welche Art von Reisenden ich besonders verabscheue habe ich "I-am-better-then-you" genannt: Dieser Typus frägt dich gleich zu Anfang Dinge wie: " wie lange seit ihr den Unterwegs". Und wenn man dann tatsächlich wagt zu sagen: "vier Wochen" wird er sich abkehren und einen anderen Gesprächspartner suchen (schon x mal vorgekommen).
Auch weiss dieser Typus auf fast alles einen Kommentar wo man Beispielsweise etwas billiger bekommt, welche Reise härter war, wo es am gefährlichsten war etc. Er wird alles unternehmen um dich Klein und sich Gross und Erfahren dazustellen.

Hasta luego,
Der Frank

Micha2203
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Reisende: Stereotypen und wandelnde Klischees

Ungelesener Beitrag von Micha2203 » 12 Feb 08 15:11

Und ich traf mal wirklich jemanden, den man auch gut in eine TV-Doku einarbeiten könnte. Nämlich den ich-wander-nach-brasilien-aus-und-weiß-gar-nicht-welche-flagge-die-haben
Das war auch ein schönes Erlebnis. Dummerweise drei Wochen auf einem Frachtschiff und keine Chance ihm aus dem Weg zu gehen...

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