Thailand: Tier-Unfug beim Elephant Riding in Thailand

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MArtin
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Thailand: Tier-Unfug beim Elephant Riding in Thailand

Ungelesener Beitrag von MArtin » 20 Sep 04 23:18

Da Ruth gerade über Tier-Unfug in Thailand: Tiger Temple geschrieben hat, möchte ich auch vor Elephanten-Touren (Elefantenreiten, Elephanten Reiten) warnen.
Die Elephanten werden (außer im Nationalen Trainingscamp) oft schlecht gehalten und behandelt.
Bei Ungehorsam werden die Elefanten mit Messerstichen medial der Ohren (Narben!) bestraft und manchmal dreht einer der gequälten Elephanten durch, was schon mal tödlich enden kann.
Die nächste Touristengruppe erfährt davon nichts und das Töten eines sehr wertvollen aggressiven Elephanten für die Halter aus finanziellen Überlegungen heraus (ca.70.000 US$ Wert) keine Option.

Auch hinter den Elefantenohren, wo die touristischen Elefantenreiter oft ihre ermüdeten Beine abstützen, haben die Elefanten oft schwere chronisch entzündete Wunden.

Mir hat das einer der Mahouts erzählt, nachdem ich vor Jahren unwissend und ahnlungslos an einer Dschungel- Elefantentour auf einem so misshandelten, mit Schädelnarben übersäten Elefanten teilgenommen hatte und ein anderer Elefant aus der Gruppe grob und blutig gezüchtet wurde, als er sich samt verschreckten Touris auf seinem Rücken selbständig machen und aus der Gruppe ausscheren wollte.

Liebe Grüße

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Caveman
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Thailand: Tier-Unfug bei Elephanten- Touren in Thailand

Ungelesener Beitrag von Caveman » 20 Sep 06 7:31

reisewombat [url=http://www.reise-forum.weltreiseforum.de/viewtopic.php?p=33623#33623]hier[/url] hat geschrieben:Zu den Elefanten nur so viel: Ich denke, denen gehts [hier bei den Trekkintouren in Chiang Mai] besser als jedem Zoo-Elefanten in Deutschland. Die duerfen abends im Wald frei rumstrolchen zum Fressen und morgens ihr Bad im Fluss nehmen. Keine Haken zum an den Ohren ziehen.
Also ich habe bei noch keinem Zoo- oder selbst Zirkuselefanten derart schreckliche Wunden und Narben auf der Stirn gesehen, wie bei ziemlich vielen von diesen Spazierrittelefanten in Nordthailand. Wozu ist wohl dieser spitze Eisenhaken gut, den die Elefantenfuehrer staendig mit sich fuehren.

Klar gibt's da Unterschiede zwischen den einzelnen Elefantencamps und man kann das daher auch nicht verallgemeinern, aber in nicht wenigen dieser Camps geht's schon recht ruppig zu.

Gruss
Caveman

nutellatoast
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Thailand: Elefantenquälerei kommerzieller Elefantenhalter

Ungelesener Beitrag von nutellatoast » 11 Jul 11 11:57

Hallo,

wem das Interesse den Elefanten gilt, sollte ihnen zu Liebe auf das Reiten verzichten und jegliche kommerzielle Elefanten-Unterhaltung meiden.

Die Domestizierung von Elefanten in Südostasien ist mit großen Qualen verbunden. Hierzu werden Jungtiere im Alter von bis zu 3 Jahren von ihrer Mutter getrennt und wochenlang (!) in einer Holzkonstruktion (ähnlich einer, in der Rinderbullen zur Tätowierung festgehalten werden) festgehalten und ohne Nahrung und Wasser mit Eisenspitzen und Nadeln misshandelt (bspw. werden die Eisenspitzen in das äußerst empfindliche Ohr des Elefanten gebohrt, bis Blut fließt). Das "Ende" ist dan ein "gebrochener" Elefant, der danach seine Mutter nicht mehr wieder erkennt.

Unter Schlägen mit Eisenhaken auf die Schädeldecke oder in die Beine werden dem Elefanten fortan "Kommandos" gelehrt und die Gehorsamkeit sichergestellt.

Gruß,
Martin

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Per Hentian
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Myanmar: Elefanten-Safari in Burma

Ungelesener Beitrag von Per Hentian » 11 Jul 11 12:58

Stimme nutellatoast 100 Prozent zu.

Eine der wenigen, ruehmlichen Ausnahmen in SOA bildet das Elefantenwaisendorf in Pinnawela nahe K andy/Sri L anka. So (emotional) nahe wird man den Dickhaeutern wahrscheinlich nie wieder kommen. Wer jemals gesehen hat, mit welch Spass Tiere und Pfleger interagieren wird sich ab diesem Zeitpunkt jedweden Kommerz-Nepp mit Elefanten anderorts verkneifen.

Per

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MArtin
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Thailand: Tier-Unfug beim Elephant Riding in Thailand

Ungelesener Beitrag von MArtin » 12 Jul 11 8:05

nutellatoast hat geschrieben:... ohne Nahrung und Wasser mit Eisenspitzen und Nadeln misshandelt (bspw. werden die Eisenspitzen in das äußerst empfindliche Ohr des Elefanten gebohrt, bis Blut fließt). Das "Ende" ist dann ein "gebrochener" Elefant, der danach seine Mutter nicht mehr wieder erkennt.
Wie ich in Deinem Blog gelesen habe, hast Du ja unlängst ein 4-wöchiges Volontariat im Elefantenrettungscenter mit Elefantenrehabilitation Elephant Nature Park in Thailand gemacht.
Bist Du dort mit so gräßlich misshandeleten Elefanten in Kontakt gekommen, bzw. woher stammen diese Schilderungen denn?


LG :)

nutellatoast
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Thailand: Tier-Unfug beim Elephant Riding in Thailand

Ungelesener Beitrag von nutellatoast » 12 Jul 11 9:11

MArtin hat geschrieben:Wie ich in Deinem Blog gelesen habe, hast Du ja unlängst ein 4-wöchiges Volontariat im Elefantenrettungscenter mit Elefantenrehabilitation Elephant Nature Park in Thailand gemacht.
Bist Du dort mit so gräßlich misshandelete Elefanten in Kontakt gekommen, bzw. woher stammen diese Schilderungen denn?
Hallo MArtin,

in der Tat war ich 4 Wochen (März 2010 und Juli 2010) im Elephant Nature Park (ENP) in Chiang Mai und 1 Woche (März 2010) in dem staatlichen Elephant Training Study Center in Surin :lol: , beides Thailand.

Im ENP habe ich erstmals näheren Kontakt zu Elefanten, auch misshandelte, bekommen. Die Tiere haben zum Teil unfassbare Leidensgeschichten hinter sich. Auch habe ich dort erstmals über das sog. "Phajaan training" erfahren, was nahezu 100% der SOA Elefanten durchleben müssen.

Der ENP arbeitet als Foundation. Die Tagestouren durch den Park und auch das Volunteer-Programm sind kostenpflichtig, das Geld daraus geht in den Park. Selbst diese sehr zurückhaltende Interaktion (kein Reiten, keine Vorführungen, keinen Hook, aber z.B. Baden) sind der Parkgründering "Lek" eigentlich zu viel, aber nun einmal eine gute Möglichkeit Geld zu sammeln. Weitere Details zum ENP siehe
-> Thailand: Volontariat in Elefanten - Trainingscamps

In Surin leben in einem Elefantenprojekt der lokalen Regierung ca. 150 Elefanten nebst der Mahouts und deren Familien. Angebliches Ziel dieses staatlichen Elephant Training Study Centers in Surin soll sein, die Straßenelefanten weg von der Straße zu bringen.
Pro Elefant erhält der Mahout 8.000 THB (monatlich) und kann sich zudem durch regelmäßige "Show" und durch "Touristenreiten" etwas dazu verdienen. Die Elefanten sind z. T. in schlechtem Zustand, werden angekettet, stehen z.T. ohne Wasser in der prallen Sonne. Weitere Details siehe
-> Thailand: Volontariat in Elefanten - Trainingscamps

Des Weiteren habe ich Elephant-Camps in L aos und K ambodscha besucht.

Gruß,
Martin

vabels
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Thailand: Tier-Unfug beim Elephant Riding in Thailand

Ungelesener Beitrag von vabels » 15 Jul 11 18:07

Hallo,

sicherlich ist der Umgang mit den Elefanten manchmal grenzwertig. Nur was für eine Alternative gibt es?

Früher wurde die Elefanten ja für Waldarbeiten (Logging) gebraucht. Das war übrigens sehr anstrengend für die Tiere, die deshalb oft auch nicht sehr alt wurden.

Außer für den Tourismus können die Elefanten und die Familien, die davon leben, nicht mehr lange existieren.

Die einzige Möglichkeit die ich sehe, ist das Hinweisen auf Missstände
und zu versuchen nur solche Elefantentouren zu buchen, bei denen die Tiere vernünftig behandelt werden.

Gruß
Volker
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Justus
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Thailand: Tier-Unfug beim Elephant Riding in Thailand

Ungelesener Beitrag von Justus » 15 Jul 11 22:37

Hallo :)

Zum elephant Phajaan training habe ich ein paar engl. Details zu Phajaan gefunden.
Danach und nach dem oben Gesagten empfinde ich
vabels hat geschrieben:sicherlich ist der Umgang mit den Elefanten manchmal grenzwertig.
sehr verharmlosend ausgedrückt. :?
vabels hat geschrieben:Nur was für eine Alternative gibt es?
Ich kann mich da leichtherzig Pers Meinung anschließen:
jedweden Kommerz-Nepp mit Elefanten verkneifen.
Selbst wenn für die betroffenen Menschen nur die Wahl zu bestehen scheint zwischen Geldverdienen mit Tierquälerei oder kein / weniger Geld mit anderen Überlebensstrategien (kein Thai verhungert in Thailand!), bzw. Touristen auf die Sensation des Elefantenreitens verzichten müssten.


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