Unfug mit Passkopie möglich?

Worüber man in der Welt-Reise-Community sonst noch spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)

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Mueng-Thalueng
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Unfug mit Passkopie möglich?

Ungelesener Beitrag von Mueng-Thalueng » 19 Feb 10 6:50

Habe im TV neulich mitbekommen, daß irgendwelche Assasins mit gefälschten engl. Passports sich irgendwo im Ausland getroffen haben, um irgendeine brühmte, oder auch berüchtigte Person zu exekutieren, ob nun zu Recht oder zu Unrecht, ist nicht dikutabel.

Einige echte Passportholder sind gefunden und interviewed worden und haben behauptet, daß sie niemals in dem besagten Land gewesen wären. Die Daten im Passport würden zwar stimmen, jedoch das Foto stelle eine andere, unbekannte Person dar.

Nun hat mich dieser Vorfall etwas nachdenklich gemacht. Woher kommen die Daten in den gefälschten Passports?

Als ich neulich in einer sehr abgelegenen Unterkunft in Kambodscha abgestiegen bin, wollte der Chef dort meinen Passport in seinen PC einscannen. Daß die Guesthouses meldepflichtig sind ist schon klar und bisher ist das immer mittels eines tabellenartigen Vordrucks abgewickelt worden. Man trägt seinen Namen, seine VisaNr und Passport Nummer dort ein und der Zettel landet täglich bei einem staatlichen Mitarbeiter zwecks Erfassung. Man kann auch Fantasiedaten eintragen, keiner kontrolliert das.
Alles kein Problem, das Prozedere kennen viele.

Nun die Frage: Was kann ein potenzionell Krimineller mit meiner Passport Kopie (in hoher Auflösung und in Farbe) für Unfug anstellen und muß ich mir Sorgen machen?
Als Gott den Mann erschuf, übte sie nur...

thewanderer
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Unfug mit Passkopie möglich?

Ungelesener Beitrag von thewanderer » 19 Feb 10 11:04

Der Fall mit der Ermordung des Hamas-Mannes, den du ansprichst, wurde höchstwahrscheinlich vom israelischen Geheimdienst Mossad durchgeführt.

Die haben naturlich ganz andere Möglichkeiten als ein Guest-House-Besitzer in Kambodscha.

Tatsache ist, Pässe können gefälscht werden, es wird aber immer schwieriger, bei den neuen biometrischen sogar nahe bei unmöglich. Trotzdem ist eine Einreise damit in Länder möglich, wo die biometrischen Daten zwischen dem Reisenden und dem Pass nicht abgeglichen werden. Und das sind wohl noch fast alle Länder.

Aber ich verstehe, was du meinst, mir passt es auch nicht, dass Kopien meiner Pässe auf der ganzen Welt verstreut sind.

Gruss
thewanderer

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Mueng-Thalueng
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Unfug mit Passkopie möglich?

Ungelesener Beitrag von Mueng-Thalueng » 22 Feb 10 13:29

Hallo @thewanderer,

danke Dir, daß du das so präzisiert hast.
Das war wohl in D ubai und der dahingeschiedene war einer der Köpfe der Hammas.

Aber zT:
Als harmloser Mißbrauch einer Reisepasskopie könnte ich mir vorstellen, daß sich jemand im Internet mit meinen Daten irgendwo anmeldet. Oft reicht dazu eine Kopie des Ausweis. Wie soll ich jemals rausfinden wo?

Bedenklicher wäre, wenn jemand Kopien von Reisepässen an irgendeine Organisation weiterleitet (verkauft?), die dann fies genug ist, daraus Druckvorlagen herzustellen.

So wurde ich mal vor vielen Jahren von der Polizei gefragt, was ich denn 3 Monate lang in J amaika gemacht hätte. Damals war mir mein Pass in D geklaut worden und das habe ich erst bemerkt, als ich den aus der Schublade holen wollte. In J amaika war ich aber noch nie.


Kann sich irgendwer noch irgendwelche Szenarien vorstellen?

THX 4 Beispiele
Als Gott den Mann erschuf, übte sie nur...

jot
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Unfug mit Passkopie möglich?

Ungelesener Beitrag von jot » 23 Feb 10 23:03

Das "wertvolle" an deinem Pass ist nicht die Kopie bzw. der Scan (das ist für die Vervielfältigung unbrauchbar), sondern die darauf enthaltenen Informationen (Name, Geburtsdatum/-ort, Passnummer, ...). Diese Informationen kann man auch ohne Scan sammeln, insofern ist das Kopieren durch den Guesthouse-Besitzer nur eine Arbeitserleichterung für ihn aber nicht wirklich eine Gefährdung für dich oder deine Identität... jedenfalls keine größere, als wenn er den Pass händisch abschreiben würde (wozu die Hostelbetreiber in den meisten Ländern gesetzlich verpflichtet sind). Du hast da also sowieso keine Wahl (außer du hast selber noch einen gefälschten Pass zum vorzeigen ;)).

Ein geklauter Pass ist natürlich etwas anderes, denn dann kann ja jemand (der zumindest ansatzweise ähnlich aussieht wie du) mit dem fälschungssicheren Original herumreisen - es gab zumindest früher wohl auch Möglichkeiten bei geklauten Pässen das Passbild mit vergleichsweise geringem Aufwand auszutauschen, aber bei modernen Pässen sollte diese Möglichkeit ausgeräumt sein. Ein Passklau ist aber mit einem Identitätsklau auch nicht direkt vergleichbar.

Felix_bubble
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Unfug mit Passkopie möglich?

Ungelesener Beitrag von Felix_bubble » 24 Feb 10 18:28

Ich schätze nur die Kopie deines Passes ist nahezu unbedenklich.
Würde der komplette Pass geklaut, das wäre was anderes aber nur die Kopie..
Im schlimmsten Fall verkauft vlt jemand deine Adresse an Händler, die Adressen im großen Stil weiterverkaufen (Spam).
Aber dazu braucht man nicht die Kopie vom Pass, das kann man auch einfacher haben :wink:

Zu dem von dir angesprochenen Fall:
Die meisten Leute scheinen sich sicher zu sein, dass der Mossad dahinter steckt und die haben gaaanz andere Möglichkeiten, als irgendwelche anderen Kriminellen. Könnte mir auch gut vorstellen, dass die sich einfach original-Pässe haben anfertigen lassen..Mit einem Haufen Geld und besten Kontakten sicher nicht unmöglich...

Aber überleg mal:
Warum sollte jemand deine Identität klauen wollen?
Wäre es nicht sicherer selbst eine zu erfinden oder von jemanden zu nehmen, der nicht mit dem Täter in Verbindung stand?

Angenommen jemand fälscht deinen Pass perfekt (was zumindest an europäischen und amerikanischen Grenzen nahezu ausgeschlossen ist) und begeht dann ein Verbrechen um die Fahnder zu dir zu leiten...
Du könntest dich doch sofort daran erinnern, dass da ein Typ in dem und dem Land deinen Pass gescannt hat und nachweisen, dass du schon längst wieder in der Heimat bist, dass dir also jemand aus der Stadt soundso vermutlich die Identität geklaut hat.


Wäre doch viel unsicherer für den Täter als erfundene Daten, oder?


Was ich mir noch denken könnte:
der Täter hat deine genaue Anschrift und weiß, dass du weit weg von daheim bist. Er könnte Kollegen in deinem Heimatland benachrichtigen, dass deine Wohnung noch Wochen lang leer steht, damit die die Wohnung mal genauer beobachten können.

Aber das klingt wirklich sehr unwahrscheinlich :wink:

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Mueng-Thalueng
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Unfug mit Passkopie möglich?

Ungelesener Beitrag von Mueng-Thalueng » 25 Feb 10 11:04

Erstmal THX an alle, die hier aktiv noch was beitragen, oder beigetragen haben.

Auf meine Anfrage an das BKA erhielt ich folgende Stellungsnahme:

Sehr geehrter Herr xxxyyy,
zunächst ist festzustellen, dass eine Kopie oder ein Scan des Reisepasses immer das Einverständnis des Inhabers voraussetzt.
Ein sorgfältiger Umgang mit diesen Daten ist immer angezeigt und es ist durch den Inhaber in jedem Fall zu prüfen, ob ein solches Begehren (z.B. des Hotelbesitzers im geschilderten Fall) nicht auch abschlägig beschieden werden kann.

Eine Kopie oder ein hochaufgelöster Scan eines deutschen EU-Passes ist aufgrund der komplexen sicherungstechnischen Absicherung des Dokumentes (technologisch aufwendige Material- und Sicherheitsdruckmerkmale, ab 11/2001 indivdualisiertes Hologramm mit maschinell prüfbaren Merkmalen, photographische Integration der Daten in der Passkarte, ab 11/2005 Authentisierung der Chipdaten über digitale Signatur) sofort als Fälschung erkennbar.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Angaben weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen
------

Ich könnte mir zB folgendes Sz vorstellen:
Jemand registriert eine website+18 und hostet kritisches Material.
Politisch oder obszön, oder? Wie er das anstellt, entzieht sich leider meiner Kenntnis, möchte ich mir hier auch nicht erklären laßen.

Die Probleme landen dann zuerst auf meinem Tisch, wennn ich zurück in D bin. Sollte ich längere Zeit nicht nach D zurückkehren, erwischt es mich evtl. an der nächsten Grenze, bis/ob ich den nicht engl. sprachigen Behörden erfolgreich klarmachen kann, daß ich nicht dafür verantwortlich bin, können viele unangenehme Tage im nicht engl. sprachigen Knast folgen und ob der echte Fälscher dann schnell lokalisiert werden kann, mag ich bezweifeln.

To be cont...
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