Indonesien - Widerstand gegen westlichen Tourismus

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Be_no
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Indonesien - Widerstand gegen westlichen Tourismus

Ungelesener Beitrag von Be_no » 25 Nov 10 15:39

maengelchie hat geschrieben:Indonesien will keine Touristen, die komfortablen 2-Monate Regelungen von 1991 und das Wanderwegebauprogrammm .... die Tourismusförderung sind gestrichen.
Schade aber leider religionsbedingt.
Viele Hotelmanager stimmten mir morgens 5 Uhr zu, das sie eigentlich muslimische Gäste bräuchten, denn die Langnasen verschwinden alle.


Tatsaechlich will Indonesien in weiten Teilen des Landes religionsbedingt keine Touristen wie sie langnasig in Massen z.B. in den Touristen-Hotspots T hailands zu erleben sind:

"Suff und Sex in T hailand: Gefährliche Urlaubssünden" >weiterlesen:

http://www.n-tv.de/reise/Gefaehrliche-U ... 15350.html

Genau diese Tatsachen waren der Grund welcher durch das "DIREKTORAT JENDERAL IMIGRASI" damals im Jahre 2004 wegen der neuen VOA-Regelung medial verbreitet wurde ,weil insbesondere Bali damals auf dem besten Wege war in einem aehnlichen Sumpf wie er in einigen Teilen T hailands anzutreffen ist zu landen.
Selbst deutsche Webseiten hinterfragen manchmal diese Art des Tourismuses der die urspruengliche Kultur eines Landes total zerstoeren kann und nur die Reichen im In - und Ausland reicher und die Armen in den "erschlossenen" Tourismusgebieten noch aermer macht:

"Mit seiner nicht nur auf Bali als ›exotisch‹ vermarktbaren Kultur hat Indonesien in den letzten Jahren einen enormen Aufstieg als Reiseziel westlicher Touristen erlebt.
- Bali ist eine Kolonie der Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java geworden, stellen balinesische Kritiker und Bürgerinitiativen angesichts dieser Entwicklung fest. Die Inselbewohner müssen den aufwendigen Hotelbauten weichen, bekommen aber keinesfalls immer Jobs. Mehrmals rief der Dissident Aditjondro zum Boykott der großen Ferienanlagen auf Bali auf.
- Bislang haben Appelle an die westlichen Touristen, Reisen nach Bali und in andere indonesische Ziele aus Solidarität mit der unterdrückten Opposition zu unterlassen, wenig gefruchtet. Solange die Touristen in vermeintlichen ›Paradiesen‹ ungehindert ihren Interessen nachgehen können, kümmert es sie wenig, ob in ihrem Namen Einwohner vertrieben werden und mit ihrem Geld ein menschenrechtsverletzender, korrupter Staatsapparat finanziert wird. Auch andere bisherige Erfahrungen mit Tourismusboykotten sind ernüchternd. Trotz wiederholter Aufrufe seitens der Dritte-Welt-Solidaritätsgruppen haben Länder, in denen Minderheiten und Menschenrechte mißachtet werden, große Zuwachsraten im Tourismus erzielt."

Quelle: http://www.trouble-in-paradise.de/03bac ... t0305.html

Ob die Annulierung am 1.Februar 2004 des -

"Visa Free on Arrival - In the past the nationals of 48 nations were given a 60-day stay (visa free) upon arrival at an Indonesian international gateway."

- nachher immer mal wieder geupdated wie z.B. am "August 01, 2005, the nationals of 36 countries will be able to obtain a "Visa on Arrival" processed at the gate of entry following the payment of an official fee.
The Visa on Arrival fee for citizens of eligible countries is US$ 25 for a 30 day visa and US$ 10 for a 7 day visa.
The Visa on Arrival is non-extendable and cannot be converted into another class of visa."

- in Bali korangerecht diese touristische Versumpfung verhindert hat, darf durch die dortige Realitaet und durch vergangene Bombenanschlaege gegen westliche unglaeubige Touristen auf Bali und anderen indonesischen Destinationen stark bezweifelt werden.

Ein Wanderwegeprogramm im leider oertlich nur noch spaerlich vorhandenen Regenwald Indonesiens darf ob seines sinnvollen Zweck stark angezweifelt werden.
Da bis auf wenige Ausnahmen, - wie z.B.im Dschungel rings um den Lake Maninjau in Westsumatra - eine gefahrlose Wanderung ohne Guide dort nahezu unmoeglich ist, waeren die dafuer aufgewendeten Finanzen rausgeschmissenes Geld.
Befestigte Wanderwege wuerden dazu im tropischen Klima Indonesiens binnen kurzer Zeit sehr schnell ihre westlich fundierte infrastrukturelle Funktion durch natuerliche Erosion verlieren.

Zwar wird manchmal in den Publikationen Indonesiens von "Indonesia’s tourism — a national tragedy" gesprochen -

http://www.thejakartapost.com/news/2010 ... agedy.html

- jedoch ist diese angebliche Tragoedie vor Ort keinesfalls so brisant wie sie teilweise dargestellt wird.
Fuer ein zufriedenstellendes Leben finden die Locals immer noch genuegend andere Verdienstmoeglichkeiten ohne auf den Tourismus angewiesen zu sein.

Die Statistikzahlen fuer den Indonesien-Tourismus sind hierzu keineswegs alarmierend:

Visitor Arrivals to Indonesia 2001-2009: http://www.budpar.go.id/page.php?ic=621&id=180

Die Foerderung des Tourismuses durch staatliche Hilfen wird wie am 07/03/2010 6:17 PM u.A. zu lesen tatsaechlich durch ausreichende finanzielle Mittel der Regierung gewaehrleistet:

Govt to develop tourism in 200 villages: http://www.thejakartapost.com/news/2010 ... lages.html

Gruss - OB vom Lake Toba auf Sumatra im Homestay "Tuk Tuk Timbul" bei Ambarita/Samosir:

http://img843.imageshack.us/img843/363/ttt0.jpg


[einzelthematisiert aus Indonesien - Neu: Visa on Arrival verlängerbar seit 01/2010 - Astrid :)]

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