Arbeitslosengeld vor bzw. nach Langzeitreise: Unmoralisch?

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boppel
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Arbeitslosengeld vor bzw. nach Langzeitreise: Unmoralisch?

Ungelesener Beitrag von boppel » 16 Jan 11 7:09

obwohl ich Boppel in vielem bzgl. Verbratung öffentlicher Gelder beipflichten möchte, würde ich es in diesem Fall nicht als Argumentation benutzen wollen
ja, schon richtig, meine Aussage war aber bewußt provokativ gehalten.

Jedoch fehlt mir hier die Komponente der Selbstverantwortung. Ich persönlich sehe in erster Linie mich für mich selbst und meine Verwandten verantwortlich, und sehe den Staat als Notanker in der Situation, wenn mein Repertoire an Möglichkeiten ausgeschöpft ist. Damit will ich aber nicht planen und ich finde, als Langzeitreisender sollte man auch einen Effort machen, diese Systeme nicht zu belasten
So sehen wir das auch. Die "aktive" Einplanung des sozialen Netzes in die Reiseplanung ist m.E. nicht der "ideale" Weg.

Gruß

Boppel

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Um möglichen Mißverständnissen aufgrund meiner vorigen Aussagen zu begegnen: Wir haben finanziell so geplant, daß wir auch nach der Reise noch Geld verfügbar haben werden. Jedoch werden wir alles tun, um unsere Arbeitslosengeldansprüche nicht verfallen zu lassen ... man weiß ja nie ob man's nicht doch dringend braucht!

ernest
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Arbeitslosengeld vor bzw. nach Langzeitreise: Unmoralisch?

Ungelesener Beitrag von ernest » 17 Jan 11 10:10

Ich habe nach manchen Einträgen zu diesem Thema den Eindruck, als ob die Arbeitslosigkeit eine Möglichkeit sei, die "freie Zeit" für eine Weltreise nutzen zu können und dabei auch noch zu Lasten der Gemeinschaft vom Staat ein paar Cent dazu zu bekommen.
Leider ist die Situation der Betroffenen überwiegend eine ganz Andere.
Es sollte immer mal wieder zu Bewusstsein gebracht werden, dass einer hohen echten Arbeitslosenzahl (ca. 6 Mio) relativ wenige normal bezahlte freie Arbeitsstellen gegenüberstehen. Es gibt also viele Menschen, die unverschuldet, z.B. infolge Alters keine Arbeit mehr bekommen können.
Diese Menschen werden es als eine Verhöhnung ansehen, wenn wir hier so schreiben, als ob es sich um eine Personengruppe handelt, die freiwillig mal nur so "auf Arbeit verzichtet" um Zeit für eine schöne Urlaubsreise zu gewinnen.
Wir haben schon sehr viele Länder mit unserem dafür angesparten Geld bereist und sind sehr dankbar, dass wir nicht unglücklicherweise in eine Situation geraten sind, uns gerade noch so über die Runden schaukeln zu müssen, wie es doch recht vielen Menschen in unserem reichen Land geht.

Wenn wir in armen Ländern, z.B. in Mittelamerika sind, tun uns die Menschen oftmals wegen ihrer ärmlichen Verhältnisse sehr leid. Wenn man aber mal richtig nachdenkt, sind diese vielleicht insgesamt nicht so l unglücklich, als unsere "Abgehängten" hier in Deutschland.
Dort sind sie in Gemeinschaft arm, hier sind sie "Aussätzige" und werden auch oft so vom Staat und der Gesellschaft behandelt.
Ich möchte damit allerdings keine Lanze für echte Schmarotzer(die es m.E. sogar mehr in der Oberschicht gibt) und notorische Faulpelze brechen.

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