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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Weltreisend oder im Urlaub schlechte, vielleicht "ortstypische" Erfahrungen mit Trickbetrügern, abgekarteten Spielen, Halunken und Räubern gemacht- und daraus gelernt? - Hier kannst Du es schildern, Andere warnen - und Trost finden.

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Danke! :)
punktesammler
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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von punktesammler » 04 Mär 08 23:14

Ende 2007 war ich mehrere Monate in Südamerika unterwegs. Dabei habe ich einige südamerikanische Länder, u.a. Ecuador bereist.
Da ich komischerweise in Ecuador, dem Land, das mir subjektiv am Reichsten und Sichersten vorkam die schlechtesten Erfahrungen gemacht habe, hier ein paar Warnungen für euch:

- Mir selbst wurde mit Hilfe des Senf-Tricks (siehe anderer Beitrag: "Senftrick (oder Ketchup oder Mayo oder..)") in Cuenca mein Rucksack abgenommen. Als kleine Variation des Tricks wurde mir Farbe auf die Hose und den Rucksack gespritzt. Obwohl ich theoretisch von diesem Trick wusste, war ich in dem Moment überrumpelt und habe leichtfertig den Rucksack zum putzen neben mir auf den Boden gestellt. Keine Sekunde später war er spurlos verschwunden.
Die in der Nähe anwesende Polizei hat nichts bemerkt und auch nur mit den Schultern gezuckt.

Vorsicht: Meine Versicherung hat für die Kamera, die sich in dem Rucksack befand nicht gezahlt, da ich durch das Abstellen des Rucksacks einen Diebstahl angeblich "leichtfertig" ermöglicht habe.

Während meiner Woche in Quito habe ich noch diverse Leute getroffen, die ebenfalls bestohlen wurden:
- Ebenfalls in Cuenca hat ein dänisches Päarchen seine Rucksäcke auf eine Bank gelegt, um Pullover rein zu packen. In dem Moment stolpert neben ihnen eine alte Frau. Sie helfen ihr auf, drehen sich um, und beide Rucksäcke sind weg.
- Ein Päarchen hat in einem Restaurant gegessen und hatte die Rucksäcke neben sich am Tisch stehen. Auf einmal waren die Rucksäcke verschwunden, obwohl sich während der ganzen Zeit nur der Kellner und der Sicherheitsmann des Restaurants in Tischnähe begeben hatten!
- Ein Engländer ist mit einem der engen und vollen Stadtbusse in Quito gefahren. Er hat sich neben eine Frau gesetzt, die sehr freundlich war und ein Gespräch mit ihm angefangen hat. Als er ausgestiegen ist, hat er gemerkt, dass er einen Schnitt in der Hose hatte. Auf der Seite, auf der die Frau saß. Sie hatte zum Glück die Tasche nicht genau getroffen und somit den Geldbeutel nicht rausziehen können.
- ein Freund von mir wurde von einem Jungen ins Gesicht gespuckt, während ein anderer versuchte, seine Brieftasche zu klauen.
- Im Bus den Rucksack zwischen die Beine legen nützt meist auch wenig. Trotz (oder gerade wegen der Enge) können sich Leute von vorne oder hinten unter dem Sitz durchbeugen, den Rucksack öffnen und leeren.
- Typische Szene: 2 Backpacker machen Fotos. Ein Mann kommt aufgeregt auf sie zu und meint, einer von ihnen hätte seine Geldbörse verloren. Fassen sie jetzt an ihre Geldbeutel weiß der Nächste, wo er zu suchen hat. Außerdem kann dieser Moment dazu genutzt werden, Rucksäcke, Jacken oder alles was auf dem Boden steht, zu klauen.
- Sich niemals bücken! Geldbeutel, Spielzeug,... auf dem Boden können ein Ablenkungsmanöver sein.

Als Vorsicht kann ich nur empfehlen, extrem egoistisch zu sein und niemandem zu trauen, auch wenn derjenige eine Uniform trägt.
Falls ein Mann oder eine Frau in der Umgebung nur in irgendeiner Weise hektisch wird oder etwas "schnell" machen will: Vorsicht: meist wird hier Hektik erzeugt, um einen abzulenken.

Generell muss ich leider sagen, dass Ecuador das einzige Land in Südamerika war, in dem ich diese Fälle in meiner nächsten Umgebung miterlebt habe.

OT:
Wenn Ecuador, dann geht nach Montanita: super Ort und extrem sicher :-)

roesi
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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von roesi » 09 Mär 08 20:16

Hallo zusamen! Ich war von September bis Dezember diesen Jahres in Ecuador unterwegs, und wuerde gerne zu dem Thema etwas sagen. Die Sicherheitslage dort, so sagt jeder, ist etwas bedrueckender geworden, das stimmt.

Aber: man sollte auch hier die Kirche im Dorf lassen, denn mit einigen wenigen Tricks kann man sich aeusserst effektiv gegen Diebstahl wehren. Das heisst: Geld verstecken, nie alles an einem Ort haben, man sollte einfach auf eine Geldboerse verzichten , die sich normalerweise abzeichnet und dem Dieb die Arbeit erleichtert.
Ausserdem sollte man nicht ueberall seine Kamera zuecken und seine Fotos anschauen, denn dann wissen alle, was man dabeihat.

Das gleiche gilt fuer die Art, wie man sich in der Oeffentlichkeit gibt, da man immer vorher von den Raeubern beobachtet und eingestuft wird. WEnn man sich absolut gringomaessig mit dicken Rucksack, dicker Uhr, Kamera und mit Reisefuehrer in die Luft nach Verkehrsschildern ausschau haltend durch die Gegend bewegt, ist man halt ein leichtes Opfer.

Man sollte sich auch als Grundregel einfach nicht mit Leuten unterhalten, gerade irgendetwas schnell und sofort von einem wollen, denn dass ist eigentlich ueberhaupt nicht die Art der eher entspannten Ecuadorianer.

Wenn man doch bestohlen wird durch einen Trickdiebstahl o.ae., kann man ebenfalls vorsorgen, denn der Dieb bekommt immer nur das, was man eingesteckt hat. Dass heisst, man sollte einfach vorher nachdenken, was man mitnimmt und nicth das ganze Geld von der Bank mit sich rumtragen. Wenn man dann doch etwas mehr hat, sollte man den Geldguertel, den es ueberall zu kaufen gibt, nehmen oder sich das meiste in den Schuh stecken.
Die meisten Raeuber sind nicht gerade professionell und nehmen nur das aus der Brieftaschen oder schlimmstenfalls aus den Hosentaschen mit.

Und, wie immer in Suedamerika: WEnn man spanisch spricht, ist die Gefahr um ein Vielfaches geringer, denn die absolute Mehrheit der Ecuadorianer sind extrem hilfsbereite Leute, die einem mitteilen, wenn sie die Situation gerade als gefaehrlich einstufen.

Also. Bitte lasst euch nicht von diesen Schreckensgeschichten davon abhalten, dieses Land zu besuchen.

Veile Gruesse Christian

DanielaEcuador
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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von DanielaEcuador » 23 Mär 08 23:31

Ich gehe in einer Woche für ein halbes Jahr nach Ecuador. Ich werde in Santo Domingo de los Colorados Freiwilligenarbeit in einem Kinderheim leisten. Na dann hoffen wir mal das alles gut geht und mein Rucksack nicht schon auf dem Weg dorthin im Bus geklaut wird. Da ist nämlich jede Menge Zeug für die Kinder drin.

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Claus
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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von Claus » 23 Mär 08 23:58

Hi Daniela,

keep cool! In diesem Bereich werden natürlich hauptsächlich negative Erfahrungen gepostet. Lerne daraus und mach es besser! In der Mehrheit der Fälle wird gar nichts passieren! Dann passt das schon! Immer bedenken, dass man mit gesundem Menschenverstand meist ganz gut durchkommt! Alles Gute!

Gruß,
Claus
StGB §§ 328 Abs. 2 Pkt 3:
Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht. ;-)

DanielaEcuador
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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von DanielaEcuador » 24 Mär 08 0:03

Hey Claus

Vielen Dank. Das beruhigt mich. :D Ich war schon öfter in Südamerika und hatte auch noch nie schlechte Erfahrungen. Mit Ecuador betrete ich Neuland. Mal sehen. Ich nehme auch nie grossartig Wertgegenstände mit. Bei mir klaut man nur Klamotten und ne billig Kamera. Die Papiere habe ich immer bei mir. Es wäre einfach furchtbar ärgerlich auch weil man danach ja keinen Rucksack und keine Klamotten mehr hat. Für die Kinder täte es mir in diesem Fall auch leid. Aber das wird schon klappen. Bin sehr optimistisch !!! :D

Ganz liebe Grüsse aus dem Wallis
Daniela

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Dani_Guayaquil

Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von Dani_Guayaquil » 16 Apr 08 12:14

Hey Daniela

Ich gehe schon seit 10 Jahren jährlich nach Ecuador und habe 1 Jahr dort gearbeitet. Auch ich sehe die Sicherheitsmassnahme nicht so dramatisch. Durch die Armut passieren halt überfälle, auch ich war schon davon betroffen.

Meist bin ich in Guayaquil, was als gefährlichste Stadt Ecuadors gilt. Aber mit gesundem Menschenverstand und der nötigen Vorsicht kann man den Aufenthalt dort gniessen.

Wenn Du unser Projekt kennenlernen möchtest, kannst Du nachschlagen unter www.kinder-ecuador.ch. Derzeit arbeitet eine Schweizerin bei uns bis Juni 2008.

Liebe Grüsse

Dani

DanielaEcuador
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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von DanielaEcuador » 19 Apr 08 22:01

hey dani

ich bin im moment voll im kinderheim am arbeiten. fuer ein anderes projekt waere ich aber auch zu haben. wie sieht das bei euch so aus? kannst du mir deine mail adresse schreiben?
gruss
daniela

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Anke77
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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von Anke77 » 22 Mai 08 23:19

Grundsaetzlich stimme ich allen zu, die auf gesunden Menschenverstand, selbstbewusstes Auftreten und manchmal ein bisschen Glueck setzen. Bisher hat dies auch - bis auf eine Ausnahme - bestens funktioniert. Diese eine Ausnahme will ich nur schnell posten, damit Ihr gewarnt seid:

Mitad del Mundo, das Aequator-Monument noerdlich von Quito.

Uns ist dort vor dem Museumseingang von 2 Kindern eine Kamera aus der Innentasche der Jacke gestohlen worden. Diese Kinder haben Bonbons verkauft, sind koerperlich sehr nahe gekommen und 5 Sekunden spaeter war die Kamera weg. Wir waren umgeben von Wachpersonal - und das ist das Problem.

Die Wachleute (zumindest 2 von ihnen) sind Teil des Deals. Wir hatten den Diebstahl sehr schnell gemerkt und sogar noch die Kinder und ihre Taschen durchsucht; Fehlanzeige. Auffallend schnell hat die herbeigerufene Wache sich der Kinder angenommen "um sie zu kontrollieren", ist mit ihnen im Sauseschritt verschwunden und hat dann spaeter per Funk mitgeteilt, dass eine Durchsuchung kein Ergebnis gebracht haette.

Die Kinder hatten die Kamera sofort nach dem Diebstahl dem Wachmann zugesteckt und sich deshalb auch von uns ohne Widerstand durchsuchen lassen.

Bloederweise war das kein Einzelfall, einen Tag spaeter haben wir Reisende getroffen, die das gleiche Erlebnis hatten.

Das nur zur Ergaenzung dieser Beitraege.

Der Polizeibeamte, der die Meldung aufgenommen hat, war uebrigens die Hilfsbereitschaft in Person - so wie bisher alle Menschen, mit denen wir in Ecuador etwas mehr Kontakt hatten :D
"When you have to make a choice and don't make it, that is in itself a choice.” - William James

Frank_am_Main
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Ecuador: nicht so sicher wie es scheint - häufige Tricks

Ungelesener Beitrag von Frank_am_Main » 13 Sep 08 21:12

Ich muss leider noch etwas Oel ins Feuer giessen und feststellen: In Ecuador hoeren (und erleben) wir derzeit viel mehr gefaehrliche Situationen als in z.B. Kolumbien. Leider sind wir auch bestohlen worden und verbreiten derzeit hier in Ecuador daher die folgende Warnung. Scheinbar ist besonders in Quito am Busbahnhof eine Bande von Trickdieben sehr aktiv.

Dies ist eine Warnung an alle Reisenden, die Quito per Bus verlassen, besonders auf dem Weg nach nach Latacunga. Wir wurden im Bus, der vom Terminal Terrestre abfuhr, ausgeraubt und haben in der Zwischenzeit in Hostals in Latacunga und von anderen Einheimischen gehoert, dass diese Diebstahlmethode sehr haeufig vorkommt.

Eine Bande von drei oder vier jungen Leuten beobachtet Touristen, die im Terminal Bustickets kaufen und steigen moeglichst vor den Reisenden in den Bus ein. Einer der Gruppe gibt vor, der Platzanweiser zu sein und sagt den Reisenden, wo sie ihr Gepaeck hinzustellen haben (unter den Sitz oder in das Gepaeckfach). Die anderen der Bande setzen sich in die Platzreihen um die Touristen, einer dahinter. Dieser nutzt die schlechten Strassen und Schlagloecher, um die Taschen / Rucksaecke langsam und unbemerkt nach hinten zu bewegen, oeffnet sie und stiehlt alles Wertvolle. Manchmal werden die Taschen wieder vollstaendig geschlossen, selbst Etuis oder Portemonnaies wurden leer wieder zurueck gesteckt, so dass die Touristen den Diebstahl nicht bemerken.
Dieser Trick ist sowohl der Polizei als auch den Busgesellschaften bekannt, leider wird bis jetzt nichts dagegen getan.

Unsere dringende Empfehlung: Behaltet eure Taschen unter allen Umstaenden immer auf eurem Schoss, stellt sie niemals zwischen eure Fuesse und legt sie auf keinen Fall in die Gepaeckfaecher. Lasst niemanden (auch nicht den Buskontrolleur) eure Taschen anfassen oder mit den Taschen helfen.

Wir haben durch diese Bande einen Laptop und zwei teure Sonnenbrillen verloren. Erzaehlt diese Geschichte bitte weiter, damit dies endlich aufhoert.

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