Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Worüber man in der Welt-Reise-Community sonst noch spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)

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Wie hoch ist euer durchschnittliches monatl. Reise-Buget?

bis 300 €
33
27%
bis 500 €
36
30%
bis 1000 €
39
32%
über 1000 €
14
11%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 122

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Blackweave
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Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Ungelesener Beitrag von Blackweave » 01 Jun 08 12:57

Peter hat den Nagel auf den Kopf getroffen! Kann ihm nur zustimmen...und MArtin auch. Leider ist es nicht für jeden Selbstverständlich, dass man nicht nur profitieren kann und sollte. Bewusstes Reisen ist angesagt...

sab1980
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Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Ungelesener Beitrag von sab1980 » 31 Aug 08 15:56

die diskussion ist zwar schon etwas älter, aber ich möchte auch mal was dazu ergänzen. ich selbst reise auch mehr oder weniger mit geringem budget, aber diese hardcore-backpacker, die ohne ende sparen und überall handeln, angefangen vom strassen-essen bis zum taxifahren, diese leute gehen mir echt gegen den strich. ich würde niemals um den preis meines essens feilschen, das kann sich eigentlich nur auf die qualität auswirken.

in krabi-railay (thailand) traf ich eine backpackerin, die zu geizig war, 100 baht für das taxi boot auszugeben und dafür mit ihrem gesamten backpack über die felsen von railey nach tonsai kletterte. sie hatte blutige füsse und ihren rucksack komplett durchs wasser geschleift.
also sorry, da kann ich nur den kopf schütteln. sowas kann ich nicht verstehen. und das ist nur eins von vielen beispielen...

mit solchen reisenden kann ich auch nichts anfangen, mit denen kann man abends nicht mal was trinken gehen, das wäre ja auch schon zu teuer. ne danke, verschont mich.

zum thema couchsurfing und co.
ich bin selber seit geraumer zeit mitglied dort und total begeistert, aber mal ganz ehrlich:
ich spare unter strich kein geld, das übernachten ist zwar umsonst, aber meistens ist es doch dann so, dass die hosts einem noch was von der stadt zeigen und abends mit mir ausgegangen sind, essen, barbesuche, etc. - für mich selbstredend das ich da alles für meinen host mitbezahle bzw. ihn einlade.
und selbstverständlich bringe ich auch ein geschenk mit bei der ankunft. also unterm strich habe ich genausoviel ausgegeben als wäre ich in ein hostel gegangen. aber dafür hab ich ne unterhaltsamere zeit gehabt.

wer das nicht so sieht und denkt: "cool, über couchsurfing kann ich umsonst bei jemand pennen und mit glück bekomm ich da auch umsonst frühstück und abendessen..." der ist für mich ganz klar ein schmarotzer und hat das prinzip von couchsurfing nicht verstanden.

dieSteffi
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Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Ungelesener Beitrag von dieSteffi » 11 Sep 08 14:27

Hallo!

1. Ich finde es unheimlich schwer auf diese Frage zu antworten!

Was zaehlt denn alles zum Reisebudget?

Was ist z. B. mit:

Anschaffung des Reiseausruesung

Impfungen

An- und Abreise

Visa

Transportkosten unterwegs

Versicherungen

Kosten, die zu Hause weiterlaufen, wie z. B. Versicherungen oder Bankgebuehren

groessere Anschaffungen unterwegs, wie z. B. ein neuer Fotoapparat

Kosten, die durch die Rueckkehr ins Heimatland entstehen, weil man erst mal kein Einkommen hat

Oder sind es nur die "Lebenshaltungskosten" unterwegs, wie Lebensmittel, Hoteluebernachtungen und das abendliche Bierchen?

2. Wie auf jede Budgetfrage (siehe Sticky Finanzpool) ist es auch hier wieder nicht einfach mit der Antwort und wahrscheinlich gibt es so viele unterschiedliche Budgets, wie es Reisende gibt.

Wie hoch ist ein geringes Budget?
Und wieviel ist viel?
Wie will ich reisen und wo will ich hin?

Was braucht der Mensch?
Eine Frage, die nicht nur die Philisophen unserer Zeit interessiert.
eureSteffi
Wir wollen nicht mehr mitschwimmen, wir wollen aber auch nicht gegen den Strom schwimmen, wir wollen einen ganz anderen Fluss!
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SandraS
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Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Ungelesener Beitrag von SandraS » 27 Jan 09 21:55

Für meinen Jakobsweg Trip rechne ich mit einem Budget von 530 Euro monatlich. (310 Euro essen und 220 Euro Unterkunft) Mit 5 Euro für Essen am Tag komme ich nichtmal in Deutschland aus.

Zusätzlich noch ca. 20 Euro im Monat für Hygieneartikel.


Für meinen LAteinamerika Tripp rechne ich mit einem Budget von ca. 200 Euro, da ich hier essen und Unterkunft kostenlos bekomme.

Jedenfalls habe ich als Student sowieso nur maximal 800 Euro zur Verfügung und das setzt auch noch vorraus, dass das Geld von Eltern, Großeltern und Bafög Amt im Ausland ankommt.

flymaniac
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Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Ungelesener Beitrag von flymaniac » 30 Apr 12 4:55

Ich bin mit Anfang 20 mit extrem wenig Geld verreist allerdings nur in Europa. Fernflüge waren damals für mich unerschwinglich. Ich hatte mir aber meine Ausrüstung, nur Qualitätsteile vorher zugelegt. Zelt, Schlafsack, Rucksack,Schuhe. Dann bin ich nach Portugal und Spanien getrampt. Und habe fast nur wild gezeltet. Gutes Material welches man monatelang täglich braucht ist dann Lebenswichtig.

Ich kann die Kosten nicht mehr aufzählen. Habe aber nur Lebensmittel gekauft. Nicht irgendwelche oder die billigsten sondern die im Verhältniss Kalorien/Preis am günstigsten waren. Wasser habe ich fast nie gekauft. Das gibt es kostenlos am Brunnen, in öffentlichen Gebäude, Hotels, in den Markthallen, wo ich schon mal das eine oder andere nicht mehr verkaufsfähige Obst gekauft oder geschenkt bekommen habe. Je nach Jahreszeit findet man auch Obst an den Bäumen oder Gemüse auf dem Feld. Nicht ganz legal aber ich habe es gemacht. Möhren, Salat, Kohl.

Ausgaben mit denen ich am Anfang nicht gerechnet hatte waren Friseur (Kurzhaar spart Shampoo oder Seife), Seife, Rasierschaum usw. Toilettenpapier gab es meist in Hotels. Schuhe, Plastiksandalen, neue Tshirts. Ordentlich aussehen war mir sehr wichtig, denn nur so kommt man unauffällig überall rein.
Kerzen nicht nur für Licht sondern auch wärme im Zelt. Gaskartuschen zum kochen, Postkarten, Briefmarken, Anrufe nach Hause als Lebenszeichen.

Mit Resten von Fischernetzen habe sehr mühselig (viel zu kleine) Fische gefangen. Zeit spielte ja keine Rolle. Muscheln von den Felsen gesammelt.

Ich war damals frei und glücklich. Habe den "Luxus" nicht vermisst und wirklich wenig Geld gebraucht. Ich meine ich bin mit weniger als 5 DM/2,50€ am Tag ausgekommen Nach heutigem Wert vielleicht 5€. Und konnte mir dadurch bei schlechtem Wetter oder länger andauernder Kälte ein Hostal oder Jugendherberge leisten. Habe in den Büchereien Tageszeitung gelesen, auf dem Markt auch mal frisch eingekauft. Und immer Angst um meine zelt und sonstiges hab und Gut gehabt Smile

ABER, heute würde ich das nicht mehr machen. Da darf es schon ein bischen mehr Luxus sein obwohl mich das nochmal reizen würde. Aber nicht mehr Monate lang.


[aus Vorstellungsbereich gefischt und in passendem Thema gepostet - Danke Flymaniac :) - Astrid]

freak007
Kiebitz
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Registriert: 18 Mär 08 3:56

Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Ungelesener Beitrag von freak007 » 06 Mai 12 14:29

Hallo an alle,


WOW! Mehr fällt mir dazu echt nicht ein. :D:D:D:D:D

Nach sooo langen Jahren mal wieder in Deutschland und im weltreiseforum und dann diese Überraschung.

Ich muss mich wohl echt entschuldigen über die damalige Ausdrucksweise und rübergekommene Einstellung meinerseits.



:shock: :shock:


Sicherlich sind auch die Einwände eurerseits eingetreten. Nicht immer konnte ich mein Budget einhalten. Doch im großen und ganzen konnte ich kummuliert gerechnet sagen: ES HAT GEKLAPPT!!!!

Ich bin zwar sehr leichtgläubig und naiv an die Reise herangetreten, doch bin ich gewachsen an den Geschichten und Abenteuern die ich erlebt habe.

Zwar habe ich mich wirklich nie mit einem monetären Geschenk an all die zahlreichen Gästgeber und Hosts bedankt, doch konnte ich Ihnen Dinge geben die - meines erachtens - wertvoller sind, als ne Runde in der Bar auszugeben.


Origamigeschenke, bzw. auch das lehren dieser Kunst, oder das zeigen und verraten von kleinen Zaubertricks, vermagte meinen Freunden ein Lächeln in Gesicht zu zaubern. Selbst heute habe ich zu vielen noch Kontakt und freue mich schon jeden Tag darauf wieder loszuziehen. Für mich hat sich das "Normadenleben" als die richtige Lebensform entwickelt.

Sicherlich stimmt es das man in vielen Ländern mit lowest Buget nicht weit kommt, doch konnte ich unterwegs durch Straßenmusik/Kunst mein Budget wieder aufzufrischen.

Mehrere Tausend Kilometer in fremden Autos und LKW's, Wochenlanges Zelten, an die Hundert Couchen und unzähligen Freundschaften sind bisher auf mein Globetrotter Konto eingegangen und ich kann sagen, ich bereure nicht ein Ereigniss in den letzten 4 Jahren.


An alle die mit der gleichen Einstellung reisen wollten und eventuell durch diesen Tread verunsichert wurden: Versucht es. Und wenn Ihr euch nur 1 Monat als Versuchsgrenze setzt. Macht es einfach. Niemand kann euch sagen was Ihr nicht könnt!!!

------------ JUST DO IT !! ---------

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Stefan09
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Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Ungelesener Beitrag von Stefan09 » 06 Mai 12 16:45

Mit 10 Euro am Tag dürftest du ganz gut hinkommen. Ich brauch weit weniger.
Bin allerdings auch kein Backpacker. Ich hab ne durchschnittliche Fahrleistung von 5 Kilomtern am Tag. Ich hab das mal ausgerechnet, das macht Kraftstoffkosten von unter 50 Euro/Monat. Schlafen kann ich umsonst in meinem Wagen, kochen kann ich selber, dusche hab ich auch. Sprich neben dem Diesel brauch ich nur noch Geld für Nahrung da ich meine Bekleidung, Sonnencreme, Duschgeel etc. meist am Strand finde. Ist ist erstaunlich was Touristen alles legen lassen.
Essen ist nicht teuer da ich viel containern gehe und auch wenn ich es kaufen muss, was kosten Bratkartoffeln? So gut wie nix. Ich hab´s halt gut und kann im Angebot riesige Mengen kaufen.
Wenn du auf Hotels verzichtest reichen 10 Eus am Tag locker hätte ich gesagt. Obgleich dein leben teurer sein wird. Du kannst halt nix bunkern. Wenn ich ohne Auto unterwegs bin wie zum Beispiel auf meiner B ootstour die D onau runter, dann merke ich immer wie teuer das Leben sein kann. Dennoch reichen 10 Euro.

Ich hab hier im wrf schon mal nen ähnlichen Beitrag geschrieben, da ging es sich um Einnahmequellen unterwegs. Ich mag den hier einfach mal verlinken weil ich glaube das er gut hier her passt. Bitteschön, das Thema:

Jobs unterwegs - Was habt Ihr schon alles gemacht?
Mehr über mich in meinen Wohnmobil Reiseberichten.
Non Stopp unterwegs seit 2007!

Wolfram
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Gibt es hier denn keine echten Low Buget Backpacker?

Ungelesener Beitrag von Wolfram » 06 Mär 13 6:53

Hey,

ich bin grad ueber dieses Thema gestolpert und will mich mal dazu aeussern, weil ich es doch auch recht interessant finde.

Also erstmal muss ich mich doch sehr wundern, was hier im Thread fuer ein rauher Umgangston herrscht. Das bin ich von dem doch sehr umgaenglichen und fairem wrf Forum gar nicht gewohnt. Aber vll. liegt das auch daran, dass sich hier einige leute persoenlich angegriffen gefuehlt haben.

Man kann und sollte doch ganz klar selbst entscheiden was ok und was nicht ok ist. Und das isses dann auch. Punkt.
Der einen Seite Schmarotzertum vorwerfen, bloss weil man wenig Geld ausgeben will halte ich fuer ebenso unangemessen wie der anderen Seite Snobismus zu unterstellen.

Reisen ist ja keine pauschaliesierende Taetigkeit, es ist, ein Produkt unserer eigenen Individualitaet. Leute ,welche gerne komfortabel leben, werden wohl auch unterwegs nicht ploetzlich zum Hardcoretramp mutieren, ebensowenig wie der dumpsterdiver ploetzlich eine Luxuskreuzfahrt ausm Katalog bucht.

Ich persoenlich finde low low superlow budget hat neben der Kostenerspaerniss auch noch andere Vorteile. Erstens schafft es ja eine Art Herausforderung wenn man kaum Geld hat. Man muss eben sehen wie man klar kommt. Und da ist das ein oder andere Abenteuer schon automatisch vorprogrammiert. Ausserdem MUSS man ebenn auch in Kommunikation mit seinen Mitmenschen treten. und damit meine ich nicht sie auszunutzen. Aber um eben mal an nen Job ranzukommen, Infos ueber lokale Gegebeneheiten usw zu bekommen hilft eben nur Leute anquatschen. Und schwupps, schon ist man wieder ein bissl tiefer in die Mentalitaet eines Landes eingetaucht.

Aber wie gesagt, ich will hier keinen als supidoof hinstellen, weil er eben Geld hat und gewillt ist dieses auch auszugeben.

zu "freak": ich wuerd ja WAHNSINNIG gern wissen wie es dir unterwegs so ergangen ist. vll. liest du das ja und gibst ne Kurzfassung ab?

lg
wolle weltenreiter

Und achja, ich bin letztens aufm B alkan gegwesen und hatte nen tageschnitt von 7 Euro inkl Rueckflug. Und es hat riesen Spass gemacht! Geht also alles :)
Wer kriecht, kann nicht stolpern

Reiseberichte von Hier und Dort:
http://grenzpirat.wordpress.com/

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