Nach Funkstille & Bedenkzeit - mein 'Bericht'

Von der Reise-Idee zur Entscheidung. Vom Traum zur Trip-Planung. Vom Chaos zur Reiseorganisation und von der Reisebuchung über Airport-Check-In bis zum Abflug in den Urlaub:
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Christian.Rio
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Nach Funkstille & Bedenkzeit - mein 'Bericht'

Ungelesener Beitrag von Christian.Rio »

Hallo liebe Traveller,

da bin ich nun wieder - zurück im Forum, nachdem nun einige Zeit Funkstille bei mir war. Das hatte auch einen Grund. Und davon will ich euch berichten. Denn ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere vielleicht ähnliches durchmacht, was ich gerade hinter mir habe, oder aber sich über manches nicht bewusst ist.

Es sind jetzt gut und gern 6 Monate ins Land gegangen, seit ich den Entschluss für eine große Reise fasste. Anfangs war es nur ein Schimmer im Kopf und wurde nach und nach zu einem festen Wunsch. Irgendwann war es dann soweit, dass ich diesen Wunsch auch in die Tat umsetzen wollte und begann mit der Planung. Diese war natürlich absolut notwendig, denn ohne Informationen und gezielte Recherche geht es eben nicht.

Nun, das habe ich dann auch mit Eifer betrieben und bekam von Tag zu Tag mehr Vorstellung davon, wie ich das Ganze angehen muss. Leider beging ich dabei einen großen Fehler: Ich plante zuviel, wollte aus allem das Optimum herausholen und vergaß dabei, warum ich denn überhaupt diese Reise machen wollte.

Ja, genau das. Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, warum ich da oder da hin wollte. Mir ist heute bewusst, dass es daran lag, dass ich mich durch die 'Überplanung' zu sehr in eine Vorstellungswelt versetzt habe, mir ausgemalt hab', wie dieses oder jenes vor Ort laufen könnte, und was ich denn auf meiner Sehenswürdigkeiten-Liste 'abhaken' wollte. Ich war von der der Reise gefühlsmäßig entfremdet.

Dann kam ich irgendwann zu dem Punkt, an dem ich merkte, dass das alles Unsinn ist, was ich da mache. Ich dachte auch daran, die Reise zu kippen - was ich übrigens (jedoch nur vorläufig) getan hatte, wie ich im Folgenden schildere:

Nachdem ich im Reisebüro war und dort meine Wunschroute buchen wollte, gab es ein Problem: Ich war etwas zu spät. Es waren sämtliche Flüge von Südamerika nach Neuseeland für den angestrebten Zeitraum ausgebucht. Keine Chance - weder mit dem einen noch mit dem anderen RTW-Ticket, und Einzelflüge waren mir zu teuer. Doch ich wollte weg und buchte sozusagen unter einer Art Zwanghaftigkeit die 'Notlösung', die ich mir zurechtgelegt hatte.

Kaum war ich zuhause, wusste ich auch schon, dass ich etwas gebucht hatte, was ich nicht wollte. Das Ende vom Lied war, dass ich schlappe 250 Euro Stornogebühren loswurde...

Doch mein eigentliches Problem war nicht, dass ich nicht den Flug bekam, den ich wollte, sondern etwas ganz anderes: Ich war innerlich nicht bereit für die Reise. Es lag eigentlich weder am Ziel noch an sonstigen 'formalen' Umständen. Der Knackpunkt war meine innere Einstellung. Mir wurde bewusst, dass ich mich selbst in eine Zwanghaftigkeit getrieben hatte.

Die Ursache ist mir mittlerweile nach einiger Zeit der Ruhe und Selbstreflektion klar. Ich war drauf und dran, den großen Fehler zu begehen, die Reise um der äußeren Erscheinung Willen anzutreten, völlig in Widerspruch zu dem wahrhaftigen, inneren Ereignis, wofür man eine solche Reise normalerweise antritt. Mein rationales Denken war mein Verhängnis. Es steckten zuviele Mechanismen in meinem Denken, die von Erziehung, Schule, Studium, ja überhaupt dem ganzen typischen Denken eines Industriestaatenbürgers geprägt waren.

Der Zufall wollte es, dass ich ein Buch, das schon viele Jahre lang halb gelesen in meinem Schrank stand, erneut entdeckt und diesmal aufmerksam aufgenommen habe. Es war die Artikulation dessen, was ich eigentlich schon immer wusste, aber nie tatsächlich in meine Erlebenswelt integriert hatte. Das Buch trägt den Titel "Haben oder Sein" und ist von Erich Fromm - und der Name verrät eigentlich auch schon, worum es geht.

Das Buch als solches ist hier eigentlich Nebensache. Davon soll dieses Posting nicht handeln. Aber es war der Türöffner für eine klare Sicht auf mein Problem: Ich hatte irgendwann durch zuviel Planung die Reise wie ein abstraktes Ding behandelt. Je mehr ich plante desto mehr wollte ich optimieren, sprich: desto mehr wollte ich von der Reise HABEN. Und je mehr ich HABEN wollte, desto unzufriedener war ich mit den Zwischenergebnissen meiner Planung. Typisch westlich eben. Mit Reisen hatte das jedenfalls nichts mehr zu tun. Bestes Beispiel war meine Vorstellung, ich müsste UNBEDINGT auf die Osterinsel. Aber warum? Um nach Hause zu kommen, meine Fotos anzuschauen und mir sagen zu können, dass ich dort gewesen bin? Schwachsinn, wie ich heute weiß. Diesmal überlege ich sogar, ob ich überhaupt einen Fotoapparat mitnehme. Denn offen gestanden kenne ich für mich persönlich nur einen Grund: Um Mitmenschen daran teilhaben zu lassen (Freunde, Verwandte, Nachkommen). Ich selbst habe so aus dem Bauch heraus gar keine richtige Lust, Fotos zu machen. Es verdirbt mir den Moment, einen Fotoapparat herauszuziehen, um die Sehenswürdigkeit "einzusammeln".

Aber zurück zum Kern der Sache: Es ist nun so, dass ich mit diesen ganzen verdammten "Will haben"-Wünsche aufgeräumt hab', ja auch die Alternative in Erwägung zog, keine Reise zu machen, wenn ich merken sollte, dass ich nicht bereit bin. Ich schaltete einfach ab, hörte auf zu planen und fütterte meinen Kopf mit dem Genuss einfacher Dinge (Freunde besuchen, gut essen, ein schönes Buch am See lesen, usw.).

Und siehe da: Das ureigene Selbst trat hervor und offenbarte sich ohne mein Zutun. Es wurde mir klar, DASS es mich durchaus wegzieht und auch die Zeit dazu reif ist. Aber es ist mir nicht mehr wichtig, WO es mich hinzieht. Denn das weiß ich gar nicht! Das kann ich gar nicht wissen! Dazu muss ich erstmal die Bude verlassen und es herausfinden. Natürlich hat jeder so ein bestimmtes Gefühl und gewisse Träume, und mancher weiß auch genau, dass er da und da unbedingt mal hinwill. Ja, das ist wohl bei jedem so, und ich weiß z.B. dass ich irgendwann unbedingt mal nach Südamerika möchte, wohlgemerkt IRGENDWANN, wenn die Zeit eben reif ist. Denn wie sagt meine Oma: "Eins nach dem anderen." Simpel, aber wahr. Es ist mir nun mittlerweile egal, ob ich heute oder morgen da oder da hinkomme. Man kann einfach nicht entspannen und sich treiben lassen, wenn man zu viele Ziele zu genau abgesteckt hat. Die Erde ist wirklich riesig und mit Sicherheit an unzähligen Flecken enorm schön. Aus diesem Grund werde ich in den nächsten Wochen die Entscheidung für das konkrete Reiseziel sehr spontan treffen und einfach losziehen, ohne auch jemals einen Gedanken daran zu verschwenden, wie es dort sein wird. Das genaue Ziel ist mir quasi unwichtig geworden, ich möchte einfach nur erleben.

Dadurch sind die Möglichkeiten schlagartig erweitert worden - denn diese sind nun praktisch unbegrenzt und unterliegen nicht mehr meinen abstrakten Wünschen. Ich kann nach Südamerika fliegen und Spanisch lernen; ich kann nach Asien fliegen und weiter nach Australien und Neuseeland ziehen; ich kann auch direkt nach Australien fliegen und richtig lange dort bleiben, vielleicht ein Auto dort kaufen und durch's Outback tuckern, vielleicht im Anschluss spontan nach Südamerika; ich könnte auch nur nach Asien gehen und irgendwann, wenn die Kasse mal richtig superdick ist, eine 2-Jahrestour starten; und und und... - alles steht offen. Während mir die Vielzahl dieser Möglichkeiten damals Kopfzerbrechen bereitete, weil ich herausfinden wollte, was das 'Beste' ist, stelle ich heute keine Ansprüche mehr daran. Denn DAS 'Beste' gibt es nicht. Alles ist ein komplexes Gefüge vielschichtiger Verbindungen, die sich erst im jeweiligen Hier und Jetzt offenbaren können.

In diesem Sinne wünsche ich allen - vor allem den grübelnden - Reisehungrigen viel Ruhe und Spontanität, auf dass das Ereignis ein Erlebnis wird, und bedanke mich natürlich für all die wertvollen Tipps und Hinweise, die ich hier erhalten habe - auch wenn ich das Planen gerade satt habe :-)

Christian

P.S.
Selbstverständlich werde ich von meinen Erfahrungen berichten, wenn ich unterwegs bzw. wieder hier bin.
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MArtin
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Nach Funkstille & Bedenkzeit - mein 'Bericht'

Ungelesener Beitrag von MArtin »

WOW Christian, da hast Du ja eine bemerkenswerte Selbstreflektion geschafft und, sehr hilfreich für andere Weltreisende in spe, beschrieben! :)

Deine Selbsterfahrung bestätigt, was wir hier verschiedentlich schon über zu intensive (Welt-) Reisevorbereitung, Kontrollwünsche und Ängste (vor dem Unbekannten, aber auch davor, etwas zu verpassen) geschrieben haben.
Erich Fromms "Haben und Sein" ist auch einer unserer alltime- Favoriten und steht bereits auf der Liste für das Kapitel "Kultbücher", das wir gerade vorbereiten. :) (Als Ergänzung wäre übrigens auch Riemanns Buch Grundformen der Angst lesenswert.)

Aber wie Du sagst, es geht nicht um Bücher, sondern um wertvolle (Selbst-) Erkenntnisse.
Und davon hast Du Dir während Deiner "Bedenkzeit" eine gehörige Portion erarbeitet. (So gesehen, sind die 250€ gut investiert, wenn Dir das ein Trost ist. ;))
Unterwegs wird's davon noch reichlich mehr geben, denn:
"Travel helps you remember, who you forgot to be."

In diesem Sinne liebe Grüße über den großen Teich :)
Charlymelon
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Nach Funkstille & Bedenkzeit - mein 'Bericht'

Ungelesener Beitrag von Charlymelon »

Danke dass Du uns teilhaben lässt an Deinen Erfahrungen!

Ich reise seit einigen Jahren mit dem Anspruch, so wenig wie irgend möglich zu planen. Ich bestize keine Kamera, auch kein Photohandy.
Ich denke, dass ich es teilweise etwas übertreibe - auch Spontanität lässt sich übertreiben und ist dann nicht mehr spontan.

Ich hoffe Du findest Deine Art zu reisen.

Die Kunst besteht, wie immer im Leben, im Loslassen (auch wenn das nach Selbsthilfebuch klingt)... Für mich zumindest.

Gute Reise!
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boppel
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Nach Funkstille & Bedenkzeit - mein 'Bericht'

Ungelesener Beitrag von boppel »

Einer der besten Beiträge über die Gründe zu reisen - eigentlich müßte das im Bereich "Unbedingt vor der Anmeldung lesen" stehen.

Es ist schon merkwürdig, wie oft man (mehr oder weniger deutlich) genau das von vielen Mitgliedern hier zu lesen bekommt - und es stimmt auch mit meiner Überzeugung überein.

Schöner Beitrag - und noch viel Spaß bei der weiteren NICHT-Planung.

Gruß

Boppel
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gaby86
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Nach Funkstille & Bedenkzeit - mein 'Bericht'

Ungelesener Beitrag von gaby86 »

boppel hat geschrieben:Einer der besten Beiträge über die Gründe zu reisen - eigentlich müßte das im Bereich "Unbedingt vor der Anmeldung lesen" stehen......
Gruß Boppel
@Boppel: das meinst du jetzt aber wirklich nicht ernst!

ich zitiere nur mal einen Grund dafuer, dass Christian NICHT reisen konnte/kann:
Christian.Rio hat geschrieben: Ich war innerlich nicht bereit für die Reise.... Mein rationales Denken war mein Verhängnis. Es steckten zuviele Mechanismen in meinem Denken, die von Erziehung, Schule, Studium, ja überhaupt dem ganzen typischen Denken eines Industriestaatenbürgers geprägt waren.
@Boppel: wir alle hier, die wir reisen, sind doch "Industriestaatenbuerger", wie Christian das so verschwurbelt nennt.

Wir alle koennen aber reisen - und sind hier im Forum, um ueber zu machende oder gemachte Reisen zu schreiben und zu lesen, nicht aber ueber nicht gemachte und nicht machbare Reisen.

Keiner von uns hier - ausser eben anscheinend Christian - wird doch durch das "Denken eines Industriestaatenbuergers" geblockt. Im Gegenteil, gerade weil wir mal aus unserer "Buergerlichkeit" rauswollen, reisen wir doch und koennen und wollen das und setzten das auch um.

Und wer das kann und insofern frei im Denken ist und im Handeln - und darueber dann auch noch was Schoenes und Lesenswertes schreibt, DER kann eventuell als "lesenwert" empfohlen werden, aber doch nun wirklich nicht ein Beitrag, warum jemand NICHT reist und nicht reisen KANN.
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Wanja
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Nach Funkstille & Bedenkzeit - mein 'Bericht'

Ungelesener Beitrag von Wanja »

Och Gaby :roll:

Es bereitet mir nicht immer pralle Freude, Deine oft etwas negativ angehaucht kritischen Bemerkungen anderen Meinungen gegenüber angeblich "im Namen aller Anderen" zu lesen - besonders, wenn die Beiträge vor Deinem von einer "sittlichen Reife" und Ernsthaftigkeit zeugen, die, auch wenn man sie selbst (noch?) nicht hat, doch wenigstens erkannt und gewürdigt werden könnten.

Einem individuelleren Austausch entziehst Du Dich leider, ich konnte keine Vorstellung von Dir finden?! :?

@ Christian: Ich bin ja auch schon länger im WRF mitlesend und erinnere mich sehr gerne an Dich!
Du warst mit Deiner menschlichen Offenheit einer der Gründe, warum ich hier immer gerne geschmökert habe.

Ich würde mich auch sehr freuen, irgendwann mal ein Update von Dir lesen zu können.
Auch wenn es manchmal so scheint, als werfe man Perlen in einen Stall - es gibt auch Perlentaucher, die Beiträge wie Deine wie einen Schatz bergen. Tiefgänger, die bereit und fähig sind, auch Parallelen zum eigenen Selbst zu ziehen und deshalb sehr langfristig und in ihrem Herzen von Zeilen wie Deinen profitieren.

Mir jedenfalls war Dein Beitrag noch von damals in guter Erinnerung, während ich ein paar Hundert andere direkt nach Lesen "ad acta" gelegt habe.

Sei gedrückt!
flymaniac
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Ungelesener Beitrag von flymaniac »

Christian.Rio hat geschrieben: und begann mit der Planung. Diese war natürlich absolut notwendig, denn ohne Informationen und gezielte Recherche geht es eben nicht.

Nun, das habe ich dann auch mit Eifer betrieben und bekam von Tag zu Tag mehr Vorstellung davon, wie ich das Ganze angehen muss. Leider beging ich dabei einen großen Fehler: Ich plante zuviel, wollte aus allem das Optimum herausholen und vergaß dabei, warum ich denn überhaupt diese Reise machen wollte.
Reisenplanung ist ein besonderes Thema. Meine beiden ersten Touren habe ich gemacht als es noch kein Internet gab. Das erste war eine Wandertour durch die Pirenäen. Zur Planung hatte ich nur die erforderliche Wanderkarten und die Busverbindung bis zur nächsten Stadt. Ich habe versucht möglichst viele Infos raus zu lesen, In einer Bücherei am Startort fand ich dann noch einen Hüttenführer. Ich habe also eine 3 wöchige Wandertour nur mit den Wanderkarten (alte Militärkarten mit Wegen und Pfaden), einen Hüttenführer und guter Ausrüstung. Es gab nicht mehr und ich habe auch nicht mehr gebraucht.

Die 2te war Interrail Italien. Geplant an Hand einer 1:500:000 Karte mit Sehenswürdigkeiten. Es war auch mit dem Jugendherbergsführer alles was ich hatte. Und ich habe nichts vermißt. Fähren, Busse, Zugverbindungen, Unterkünfte alles spontan vor Ort geplant.

Im Frühjahr habe ich wieder eine Wanderung gemacht. In Zeiten des Internet habe ich alles rausgesucht was nur möglich war. Mit Google Satelliten Bilder und Google Earth alles vorgeplant, entfernungen ausgerechnet. eventuelle Plätze zum Wildzelten per Satelliten Bilder rausgesucht. Bus und Zug verbindungen. Geschaut wo es Quellen und Läden gibt.

Als ich mit planen fertig war hatte ich das Gefühl ich hätte die Reise schon gemacht und gar kein Bedürfniss mehr die Tour zu machen. Natürlich habe ich sie trotzdem gemacht und es kam anders wie geplant. :)

Auf meiner 2ten Thailandtour hatte ich gar keinen Reiseführer. Es war wunderbar. Man unterhält sich mehr mit Leuten, und bakommt viele Infos die man vielleicht gar nicht gelesen hätte. Und so fand ich meinen Lieblingsplatz in Thailand. Non Khiao oder so ähnlich am Oberlauf des nam Ou.

Also man muß im durchorganisierten Deutschland seine Reisen nicht bis ins Detail planen. Wenn die Grundplanung fertig ist sich vor Ort einfach treiben lassen. Man braucht nichts abhaken und und sich an einen Fahrplan halten den man vor Monaten unter ganz anderen Umständen gemacht hat. Auch so erlebt man genug und viel neues und dadurch das man nichts speielles erwartet wird man immer wieder positiv überrascht.
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gaby86
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Ungelesener Beitrag von gaby86 »

Wanja hat geschrieben: Och Gaby :roll: ...

Einem individuelleren Austausch entziehst Du Dich leider, ich konnte keine Vorstellung von Dir finden?! :?
@Wanja, obwohl das ja voll off toppic ist von dir, will ich gerne eine kurze Entgegnung geben: auf einen "individuelleren Austausch" lege ich momentan ebensowenig wert wie du, der/die du ja auch keine Vorstellung bisher gegeben hast, und das, obwohl du schon wesentlich laenger hier eingeschrieben bist. also was soll der einwand?

das einzige Festhaltenswerte von dir ist eigentlich nur deine mitteilung aus 2008, dass du koerperlich chronisch krank bist und kaum noch arbeiten kannst. das wiederum erklaert natuerlich deine nachfolgende Aussage und deine Suche nach Mitgliedern hier, die ebenfalls leiden.
Wanja hat geschrieben: @ Christian: ..
Auch wenn es manchmal so scheint, als werfe man Perlen in einen Stall - es gibt auch Perlentaucher, die Beiträge wie Deine wie einen Schatz bergen. Tiefgänger, die bereit und fähig sind, auch Parallelen zum eigenen Selbst zu ziehen und deshalb sehr langfristig und in ihrem Herzen von Zeilen wie Deinen profitieren.
nur, @Wanja, akzeptieren wirst du schon muessen, dass ein weltreiseforum doch eher fuer Reiseberichte und -hilfestellungen da ist als fuer einen Austausch Leidender, vor allem, wenn sie, wie Christian, deshalb gerade NICHT reisen koennen - und dass man das auch mal sagen koennen muss, wenn es angebracht ist.

Vergiss bitte nicht, dass ich ja eigentlich hier nur eingestiegen bin, weil Boppel die - fuer mich absolut abwegig erscheinende - meinung vertrat, die Erklaerungen von Christian, warum er NICHT reisefaehig ist, gehoerten zu den "unbedingt" zu lesenden Sachen hier im forum. Als ob es fuer sowas nicht andere foren gaebe, die fuer derartige Leidensgeschichten geeigneter waeren..
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Wanja
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Ungelesener Beitrag von Wanja »

Letztmalig OT
gaby86 hat geschrieben:... der/die du ja auch keine Vorstellung bisher gegeben hast...
Danke der Erinnerung. 8)
Hier.

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