Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Von der Reise-Idee zur Entscheidung. Vom Traum zur Trip-Planung. Vom Chaos zur Reiseorganisation und von der Reisebuchung über Airport-Check-In bis zum Abflug in den Urlaub:
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Simone
WRF-Förderer
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Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von Simone »

Ihr Lieben,

wen man so eine Reise in Angriff nimmt, stößt man oft auf Widerstände u. Demotivation derer, die sich selbst so was nicht vorstellen können, bzw. die einfach zu viel Angst hätten. Eltern o. Freunde trauen einem oft nicht zu, daß man weiß, was man tut. Sie erzählen Dir, daß sie sich nur Sorgen machen u. es gut meinen, statt dessen projizieren sie aber nur ihre eigenen Ängste auf einen. Statt einen moralisch zu unterstützen, erzählen sie Dir von großen Katastrophen, den großen Gefahren und "all den bösen Menschen" auf dieser Welt. Natürlich sind wir nicht blöde und wissen, dass es einige Dinge zu beachten gibt u. das sowieso auch nicht nur auf einer Weltreise. Man wird sich allerdings nie u. nimmer auf alle Eventualitäten vorbereiten können u. wenn ich die Aufmerksamkeit eher darauf lege, was schief gehen kann, als auf das, was gut ist, werde ich nie losfahren und auch ansonsten in meinem Leben nie verändernde Schritte wagen. Ich merke, für mich ist es nicht so schwer damit umzugehen, wie für meine Freundin. Obwohl ich sie natürlich unterstütze, bitte ich dennoch um Eure Hilfe für sie:
Wie oft habt Ihr Euch vorher um die politische Situation in einem Land gekümmert od. überlegt, was ihr tut, wenn diese plötzlich umkippt.
Wie war es, bei Leuten zu übernachten, die ihr vorher nicht gekannt habt.(Vor allem als Frau)Was ist Euch insgesamt unterwegs widerfahren, pos. u. neg.?Braucht man wirklich so viel Geld, wie man "sowieso nie aufbringen wird". Was ist passiert, wenn Ihr eigentl. nicht arbeiten durftet u. es doch gemacht habt?

Ich bin sehr dankbar für jeden Beitrag.
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Simone

Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von Simone »

Möchte zu meiner eigenen Nachricht oben bloß noch hinzufügen, daß sie nicht verstehen, daß man nicht schon einen festen Job hat, wenn man zurückkommt u. damit, daß man in diesen Zeiten kündigt, sind sie sowieso überfordert(kann ich ein bißchen verstehen)
Habt Ihr ne Arbeit, wenn Ihr wiederkommt?
Jens1977
Aktives WRF-Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: 28 Jun 04 15:56

Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von Jens1977 »

Hi Simone und freundin,

ich kenn eure situation recht gut und bin auch etwas unsicher gewesen. aber meine entscheidung ist nun gefallen.
ich habe im moment noch einen festen job und es fällt mir auch schwer diese sicherheit (gerade in der heutigen zeit) aufzugeben. diesen job werde ich nach meinem trip nicht wiederbekommen und habe auch nicht anderes konkretes im auge. darum kümmer ich mich erst wieder wenn ich zurück bin. ich bin sicher man hat einen ganz anderen blick auf die welt und dementsprechend bestimmt auch andere vorstellungen wie das leben weitergehen soll.

also keine panik.
wird schon klappen, ich probiers auf jeden fall.

lg
jens
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Christian.Rio
Reise-Geburts-Helfer
Beiträge: 278
Registriert: 19 Feb 04 13:54

Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von Christian.Rio »

Hallo Simone,

ich persönlich z.B. hab' mehr Angst davor, an einem Autounfall auf einer deutschen Autobahn zu sterben, als eine Weltreise anzutreten. Das heisst natürlich nicht, dass man deshalb Kamikaze begehen muss, indem man mitten in ein Gebiet mit einem lebensgefährlichen politischen Unruheherd reist. Das wäre nicht klug. Aber ob es deshalb auch dumm ist? Menschen haben verschiedene Motivationen, Dinge zu tun. Und bei jedem Handeln ist der real mögliche Tod immer dabei - ob vor der Eisdiele in Rom oder im Nahen Osten. Es ist immer eine Frage der persönlichen Ängste und Überlegungen. Daraus entsteht dann das, was man Risikobereitschaft nennt.

Wenn du über genügend sachliche Information über eine Situation verfügst und dich dann entscheidest, warum sollten dir andere sagen können, was gut für dich ist und was nicht? Egal, was andere dir sagen - sie sind nicht du. Das Einmischen von Menschen in die Entscheidung eines anderen, so wie du es gerade erlebst, ist ein höchst egoistischer Akt. Denn dieses Einmischen hat seine Ursache nicht im Interesse an deiner Person, sondern in der Angst vor Umständen, die für die eigene Person unangenehm sein könnten (Trauer, Kummer, Schmerz, Aufgabe von Gewohnheiten, Infragestellungen).

Und auffälligerweise sagen diese Menschen auch immer das Gleiche, egal ob in Nürnberg, Hamburg oder sonstwo, und auch egal ob Oma, Onkel, Schwester oder Freunde. Und warum? Weil sie nach übernommenen Schablonen denken, die nicht ihre eigenen sind. Und wenn dann jemand den alten Krempel, an den sie so fest glauben, über Bord wirft und sich sein eigenes Weltbild machen möchte, passt das nicht in ihr Denken, das auf Gewohnheit und Bedürfnis nach Sicherheit gebaut ist. Und daraus entsteht dann ihr hohles Gerede, das nur den Zweck hat, das Neue und Andersartige auszulöschen, um das bequeme Altbekannte zu bewahren und möglichen Kummer vom eigenen Ego abzuwenden, bzw. sich nicht den Fragen zu ihrem eigenen Leben stellen zu müssen, die du durch deine unkonforme Lebensweise für sie aufwerfen könntest.

Natürlich ist es so, dass wenn tatsächlich etwas schieflaufen sollte, solche Leute mit geradezu schwungvollem Elan den Zeigefinger in die Luft strecken und sich in glühender Selbstbestätigung sagen: "Ich hab' es vorhergesehen. Ich hab's ihr ja gesagt, aber sie wollte nicht hören." Aber auch das ist Blödsinn, da es mit der Realität nichts gemeinsam hat. Es gibt Millionen von Reisenden, die jahrjährlich heil wieder nach Hause kommen. Und das ist zweifelsfrei auch das wahrscheinlichere Ereignis für dich.

Christian
andrea58
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Beiträge: 105
Registriert: 19 Aug 04 15:33
Wohnort: Aachen

Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von andrea58 »

hallo simone,
ich kann die bedenken schon verstehen und hatte sie selbst auch lange. und so gehe ich auch bei familie und freunden damit um, d.h. ich lasse sie stehen und rede sie nicht weg. aber dennoch drängen sich nun bei mir andere prioritäten in den vordergrund und lassen sich nicht mehr wegwischen. da bleiben bei mir trotzdem auch ängste, zweifel, unsicherheiten, aber der drang, endlich nochmal etwas anderes zu wagen, ist stärker. ich bin übrigens 46, gebe einen langjährigen, sicheren job auf und vertraue darauf, dass es sich entwickelt, wie es danach weitergeht. und ich bin auch erst am beginn des planens. in diesem sinne alles gute und lieben gruß, andrea :)
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Roland als Gast

Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von Roland als Gast »

ich sehe das ähnlich wie Rio.Reiser.
wenn man mit der mehrheit nicht konform geht, stößt man leider immer auf widerstände, weil den meisten menschen schlichtweg so etwas wie toleranz fehlt.
egal ob man sich anders kleidet, ob man ein ausgefallenes hobby hat, mit dem rucksack durch die welt reist, nicht verheiratet ist, politisch eine andere meinug vertritt,..............fast immer hört man das gleiche. "das geht ja nicht", "wie kann man denn nur", "wenn das jeder machen würde", "das war schon immer so", diesese schablonenhafte gerede und schlechtmachen. das geht bis zum mobbiing am arbeitsplatz oder in der nachbarschaft.
ich ziehe, obwohl ich mich leider auch oft viel zu oft von anderen beeinflussen hab lassen, meine dinge durch, egal was die anderen davon halten. man lebt nur einmal und das leben ist ohnehin viel zu kurz.

lg
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Petra
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Beiträge: 622
Registriert: 16 Jan 03 15:54
Wohnort: Berlin

Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von Petra »

Hallo Simone,
ich bin gerade auf Suedamerikareise und habe meinen sicheren Job in Deutschland aufgegeben und habe es bisher nicht einen Tag bereut. Reisen macht einfach Spass und es wird heutzutage auch nicht mehr als Negativ angesehen, wenn man so eine Auszeit im Lebenslauf hat. Ich versichere dir, dass man auf so einer REise mehr lernt, als in 2 Jahren zuhause.
Nur Mut, wenn ihr erstmal aufgebrochen seid trefft ihr soviel Gleichgesinnte, dass es manchmal schon wieder nervt....

Gruesse
Petra
angevil
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Beiträge: 28
Registriert: 26 Mär 04 10:26
Wohnort: Wien

Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von angevil »

Hallo!
Kann Euch verstehen, ich gebe meinen Job hier auch auf. Als meine Umgebung davon erfuhr gab es die heftigsten Reaktionen. Vor allem, weil ich dadurch auf die mir zustehende Abfindung verzichte und ich hier auf Lebenszeit hätte bleiben können. Ich habe viel darüber nachgedacht und bin zum Schluß gekommen, dass mir diese Reise viel, viel mehr bieten kann, als diese 3 Monatsgehälter oder dieser Bürojob auf Lebenszeit. So etwas in seinem Leben zu machen ist etwas geniales und großartiges, anderes zu erleben, anderes zu sehen. Ich mache mir auch keine großen Gedanken, was danach kommen wird. Vielleicht hab ich ja die MÖglichkeit und kann irgendwo länger bleiben (wäre ja nicht die erste, die auf Weltreise aufbricht und dann nicht mehr so schnell nach Hause kommt :wink: )? Wir werden sehen...
So, und jetzt sag ich nur, erfüllt Euch Euren Traum, ansonsten bereut Ihr es vielleicht einmal und das wäre traurig!

LG Heidi
Faraway
Aktives WRF-Mitglied
Beiträge: 111
Registriert: 20 Aug 04 19:54

Motivation und Demotivation von denen,die daheim bleiben

Ungelesener Beitrag von Faraway »

Namaste!

Christian hat Recht... Ich höre auch immer das gleiche.
"Als Frau alleine!!!"Als Frau alleine will ich nämlich nächstes Jahr Richtung Asien aufbrechen.
Ich meine, soll ich mich denn etwa vorher geschlechtsumwandeln lassen?!!!
Diesmal nehme ich ein Jahr unbezahlten Urlaub, habe also die Hoffnung, meinen Job nach dem Jahr noch zu haben.
Aber einen sicheren Job habe ich vor Jahren auch schon mal aufgegeben, um ein Studium zu beginnen. Das hat sich absolut gelohnt (und erlaubt mir heute meine Reise!)
Darum an alle, die überlegen, ob sie sich trauen sollen:
Traut euch! Den Mut haben zu tun, was man wirklich will, lohnt sich immer! Wenn wir alt sind und ihm Lehnstuhl sitzen, werden wir froh sein, auf ein interessantes und erfülltes Leben zurück blicken zu können. Und das ist doch die beste "Alterssicherung", die man haben kann, oder?
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