es tut weh, ich vermisse mexico so sehr, dass es weh tut

Nach längerem Reiseleben ist nichts mehr, wie es vorher war: Die Heimat nicht und man selbst schon gar nicht. Und dann trotzdem: Business as usual?
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lalaliu
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es tut weh, ich vermisse mexico so sehr, dass es weh tut

Ungelesener Beitrag von lalaliu » 13 Feb 09 14:41

ich war in mexico - 3 monate und ja wie ihr alle, ich hatte die beste zeit meines lebens,

ich habe die sprache gelernt, ich war reisen, ich war in guatemala, in belize, bin in hühnerautos gefahren und habe mich zu weihnachten mit eierlikör abfüllen lassen, weil an dem ort wo ich gelandet bin weit und breit kein hostel war und ich bei einer mexikanischen familie übernachtet habe!
ich bin mit todesangst in bergen geklettert und auf pferden durch die wüste gerast, ich war längere zeit an einem ort, habe die menschen dort lieben gelernt, und während dem rumreisen die leichtigkeit des seins gefühlt..

und nun bin ich wieder da, sitze in meinem büro und erledige den job den ich vorher so geliebt habe, sehe die menschen die mir einst das wichtigste waren, die ich unterwegs nicht vermisst habe, schaue aus dem fenster und verzweifel an dem wissen, nicht zu wissen was ich mit meiner zeit anfangen soll, weil draußen verdeckt unter schnee kein leben ist.

die leute grüßen mich nicht, und wenn ich sie grüße und versuche mexikansichen frohsinn in deutschland zu verbreiten, sehen sie mich geschockt an "kennen wir uns oder wieso grüßen sie mich?"

mir geht es schlecht, manchmal mehr manchmal weniger...

doch die frage nach dem Ob, soll ich gehen, soll ich alles aufgeben und einfach nur für immer gehen, auf weltreise, nach argentinien, zurück nach mexiko, wohin auch immer die habe ich mir schon beantwortet.
ich bin süchtig ich bin verfallen, es gibt kein zurück :)

und ich verstehe nicht, wie ich hier je glücklich sein konnte.

mir zerreisst es das herz....und ich merke wie die leichtigkeit des seins aus meinem herzen schwindet...ich will weg, ich will einfach nur weg......

Luther
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es tut weh, ich vermisse mexico so sehr, dass es weh tut

Ungelesener Beitrag von Luther » 13 Feb 09 22:50

Hallo,

auch ich liebe Mexico, ich war mehrfach da, das längste Mal ein halbes Jahr, ich kann deine Gefühle also nachvollziehen.

Allerdings: Du warst nicht nur in Mexico, du hast dort auch eine ganz besondere, abwechslungsreiche Zeit verbracht. Du hast dort nicht am Schreibtisch gesessen. Du kannst ja versuchen, dort Arbeit zu bekommen (wenn Du einen Bürojob hast, am ehesten über eine deutsche Firma (z. B. VW) die dort residiert. Ob Du aber dann aus der Schreibtischperspektive Mexico noch so siehst wie jetzt, das weißt Du noch nicht.

Du verstehst nicht, wie Du hier je glücklich sein konntest? Mir fällt da ein Gespräch mit einem kleinen griechischen Jungen ein, der erst seit einigen Jahren in Deutschalnd lebte: "Vermisst Du Griechenland nicht?", fragte ich ihn, "fast das ganze Jahr schönes Wetter zum draußen Spielen?" "In Griechenland hatte mein Papa keine Arbeit", antwortete er mir.

Gruß
Luther

lalaliu
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es tut weh, ich vermisse mexico so sehr, dass es weh tut

Ungelesener Beitrag von lalaliu » 16 Feb 09 9:18

ja ich weiß ich weiß...

ich habe einen tollen job mit guter bezahlung und spaß macht er auch noch.

ich habe liebe freunde und eine tolle wohnung mit einem spitzen mitbewohner!

und trotzdem fühle ich mich so verloren in der welt, hört das irgendwann auf??
seit einem monat bin ich wieder da, ich geb mir echt viel mühe, ich gehe auf jede party die sich bietet, treffe freunde, verkrieche mich nicht...

und trotzdem wache ich hier auf und muss weinen weil ich nicht weiß was ich hier will.

jaja, wenn einem die leichtigkeit des seins begegnet ist es schwer wieder in deutschland anzukommen. das pure glück als die ultimatiove droge..

hier bleiben mit sicherem gehalt oder ins ungewisse stürzen?

doch zählt es nicht irgendwie mehr, morgens aufzuwachen und zu lachen weil man glücklich ist, auch ohne geld, statt aufzuwachen und zu weinen?

ich weiß es nicht, mexico fehlt mir so

wie kommt man denn an gute jobs in mexico ran, weiß da wer was?

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Astrid
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es tut weh, ich vermisse mexico so sehr, dass es weh tut

Ungelesener Beitrag von Astrid » 16 Feb 09 17:00

Hallo Lalaliu und Herzlich Willkommen im WRF

und im Club ;)

Deinen Beitrag habe ich in die Kategorie "Nach der Reise ist wie vor der Reise" verschoben, wo auch schon einige andere Themenstränge mit ähnlichem Tenor existieren:

-> http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... php?t=7981
-> http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... php?t=6091
-> http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... .php?t=158

u.a.
lalaliu hat geschrieben:ja ich weiß ich weiß...

ich habe einen tollen job mit guter bezahlung und spaß macht er auch noch.

ich habe liebe freunde und eine tolle wohnung mit einem spitzen mitbewohner!

und trotzdem fühle ich mich so verloren in der welt, hört das irgendwann auf??
Ich glaube, dass ich Dich dahingehend beruhigen kann, wenn Du möchtest: Natürlich hört dieses Gefühl irgendwann wieder auf bzw. verändert sich... - aber das weißt Du vermutlich selbst ;).
Viel schlimmer scheint es mir gegenwärtig für Dich zu sein, dass die ganzen äußeren Umstände, die gemeinhin als Voraussetzungen zum "Glücklich-sein" gelten, gegenwärtig an Bedeutung verloren haben?!

seit einem monat bin ich wieder da, ich geb mir echt viel mühe, ich gehe auf jede party die sich bietet, treffe freunde, verkrieche mich nicht...

und trotzdem wache ich hier auf und muss weinen weil ich nicht weiß was ich hier will.
Damit beschreibst Du ganz treffend die typische Situation desjenigen, der sich im Zustand des "Kulturschocks" befindet und das Gefühl hat, fehl am Platz zu sein...

jaja, wenn einem die leichtigkeit des seins begegnet ist es schwer wieder in deutschland anzukommen. das pure glück als die ultimatiove droge..
...während anderswo auf der Welt das Leben mit euphorischer Grundstimmung (Lebensfreude und Glücksgefühl) zu warten scheint....
hier bleiben mit sicherem gehalt oder ins ungewisse stürzen?

doch zählt es nicht irgendwie mehr, morgens aufzuwachen und zu lachen weil man glücklich ist, auch ohne geld, statt aufzuwachen und zu weinen?

ich weiß es nicht, mexico fehlt mir so
Da Du die von Luther beschriebene Alltagsphase in Mexiko während Deines 3-monatigen Aufenthaltes (leider) noch nicht erlebt hast, ist es gegenwärtig vermutlich nicht einfach, nicht schwarz-weiß zu malen... - aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Du bereits vor Deiner Reise Dich jeden Morgen unglücklich gefühlt hast...?
Insofern kam mir beim Lesen Deiner Zeilen spontan das Bild eines "Seitensprungs" in den Sinn, bei dem sich jemand aus einer langjährigen und "scheinbar" guten Beziehung heraus plötzlich in eine andere Person verliebt.... und sich eine rosarote Brille aufsetzt, die das Unbekannte und Neue in faszinierendem Licht erstrahlen und das Bekannte und Alte uninteressant, farb- und wertlos erscheinen läßt...

wie kommt man denn an gute jobs in mexico ran, weiß da wer was?
Vielleicht ist Deine gegenwärtige Situation eine gute Gelegenheit, Dein gegenwärtiges Leben und Deine Prioritäten neu zu überdenken;
eine Chance, Alternativen und bislang ungelebte und vielleicht sogar bis jetzt unbekannte Bedürfnisse zu erkennen...

Dennoch würde ich Dir nicht dazu raten, spontan sämtliche Brücken abzubrechen, sondern eher die gegenwärtige Verunsicherung dazu zu nutzen, Dich einfach erst mal über für Dich realistische Möglichkeiten in Mexiko zu informieren ;).

Deine Frage nach Jobs in Mexiko gehört in die Rubrik "Im Ausland arbeiten" und wurde dort auch schon mal angerissen:
-> http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... php?t=1473


Ich hoffe, Du konntest mit meinen Gedanken etwas anfangen.

Liebe Grüße
Astrid

Luther
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es tut weh, ich vermisse mexico so sehr, dass es weh tut

Ungelesener Beitrag von Luther » 17 Feb 09 16:47

Hallo,

ein Job in Mexico?
siehe: -> http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... php?t=1473

Luther




[Anm. Astrid: Beitrag verschoben :)]

Walterfly
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es tut weh, ich vermisse mexico so sehr, dass es weh tut

Ungelesener Beitrag von Walterfly » 09 Mär 15 12:03

Ich war jetzt zwar noch nie in Mexico, aber wie siehts denn aus? meistens helfen kleine Dinge wie sich zum Beispiel übers Bett ein schönes Bild von Mexico zu hängen, oder vielleicht haben deine Freunde ja lust dir eine kleine Mexico Party zu schmeißen!

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