Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Nach längerem Reiseleben ist nichts mehr, wie es vorher war: Die Heimat nicht und man selbst schon gar nicht. Und dann trotzdem: Business as usual?
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Sveni70
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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von Sveni70 » 28 Jun 09 12:30

Hallo zusammen,

seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Gedanken, ob es nicht irgendwie möglich ist, regelmäßig eine längere (3-6 monatige) Reise einzuschieben.
Gibt es jemanden unter Euch, der das so praktiziert, also eine Zeitlang in Deutschland arbeitet und dann auf Reisen geht?
Wie organisiert Ihr das mit Eurem Job und Eurer Wohnung?
Kündigt Ihr Euren Job jedesmal und sucht Euch danach einen neuen?
Gebt Ihr Eure Wohnung auf oder zahlt Ihr weiter die Miete?

Mich würde sehr interessieren, ob und wie bzw. mit welchem Aufwand es möglich ist, über die Jahre hinweg mehrere längere Reise ins (Berufs-) Leben zu integrieren.

Vielen Dank für Eure Antworten! Ich hoffe, das Thema passt hier rein und ich darf diese Frage trotz mehrerer Fragezeichen hier in dieser Form stellen....

Viele Grüße
Sveni

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pukalani
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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von pukalani » 28 Jun 09 18:28

Hallo Sveni,

es ist "ganz einfach"...

1. Arbeiten bis zum Umfallen (inkl der Wochenenden)
2. Wohnung untervermieten
3. Ticket kaufen
4. abfliegen

;)

Mein Intervall ist: 2-3 Jahre arbeiten, 4-6 Monate weg.
Das klappt mal gut (mal weniger gut) seit nunmehr 12 Jahren.

Ich bin selbständig, daher muß ich mir nicht jedesmal einen neuen Job suchen. Nur meine 1. Reise war ein Sabbatical... Aber der Aufwand ist immer riesig: Jobs übergeben, Kunden verteilen, Wohnung und Büro untervermieten, Kontakte pflegen (und auf Rückkehr vorbereiten).

Und doch: ist es den ganzen Streß wert.
Spätestens wenn ich wieder im Flieger sitze... :)

Schöne Vorfreude,
Lani

PS:
Mit der Suchfunktion "Sabatti*" wirst Du ein paar weitere Threads zu Sabbaticals finden: http://www.reise-forum.weltreiseforum.de/search.php

MArtin
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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von MArtin » 28 Jun 09 22:28

Hallo Sveni,

das geht auch im Angestelltenverhältnis, wenn man sich sonst keine langfristigen Verantwortlichkeiten aufgehalst hat:

Ich hatte 2001 mal so eine Option, als eine Oberarzt-Kollegin von mir Interesse hatte, die besseren 6 deutschen Klimamonate im Ausland zu verbringen, was mir dank Zustimmung der KH-Verwaltung die Möglichkeit gegeben hätte, die Wintermonate Sabbatical-artig woanders zu verleben.

Allerdings waren wir schon 1,5 Jahre unterwegs, als sich dieses Angebot auftat (sonst hätte es sich wahrscheinlich gar nicht ergeben) - und da hatten wir unsere Existenz in D schon aufgelöst, waren wir schon so vom Reiseleben gehooked, dass uns dieses Setting, obwohl früher auch immer erträumt, nicht mehr besonders reizvoll erschien.

So reisen wir noch immer "vollschichtig" - und haben's bislang auch noch nicht bereut.

Das persönliche Beispiel soll zeigen, wie es prinzipiell laufen kann:
Man braucht einen gleich gesinnten Arbeitskollegen und einen kooperationswilligen Arbeitgeber.

Ob selbständig oder abhängig beschäftigt:
Langzeitreisen laufen immer darauf hinaus, in der Restzeit mehr Arbeit, mehr Organisation, insgesamt weniger Geld für Konsum und meist auch weniger soziale Absicherung zu haben.


Liebe Grüße

(Astrid &)


P.S.
Und ja, Du bist hier im Plauderbereich mit so einem diffus-offenen Thema ganz richtig. "Handfeste" Infos dazu kämen dann allgemeindienlich einzelthematisch in den Info-Pool. :idea:

LG

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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von Offliner » 18 Dez 10 23:28

MArtin hat geschrieben: das geht auch im Angestelltenverhältnis, wenn man sich sonst keine langfristigen Verantwortlichkeiten aufgehalst hat:

Ich hatte 2001 mal so eine Option, als eine Oberarzt-Kollegin von mir Interesse hatte, die besseren 6 deutschen Klimamonate im Ausland zu verbringen, was mir dank Zustimmung der KH-Verwaltung die Möglichkeit gegeben hätte, die Wintermonate Sabbatical-artig woanders zu verleben.
So einen Job muss man aber auch erst mal finden. Ich kann meinen zukünftigen Arbeitgeber kaum fragen, ob er mir alle halbe Jahre unbezahlten Urlaub gibt.

Dirk R
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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von Dirk R » 29 Dez 10 10:51

Hallo ihr

Ich mache das ganze auch schon 12 Jahre. Zwar nicht jedes Jahr aber alle 2 Jahre so im Schnitt ziehts mich für 3 Monate in die Ferne. Das ganze verdanke ich einer Saisonstelle bei der ich weiss das es dort anschließend wieder weiter geht. Halt so ne befristete 6 Monatstelle. So arbeite ich von April bis Oktober, spar ein Teil und wenn dann genug zusammen gekommen ist, gönne ich mir davon in den Wintermonaten eine Auszeit.
Bei einer Reise bis zu 3 Monaten gebe ich meine Wohnung nicht auf.
Die Mieten für die Zeit und andere Dauerkosten laufen auch weiter. Ich gönne mir allerdings sonst nicht gerade kein Luxus und keine Laster wie Party, Zigaretten, Auto und so.

schöne grüsse
Dirk

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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von Offliner » 29 Dez 10 16:06

Ja, das wäre genau das, was mich (und wohl viele andere) auch interessieren würde. Was für eine Art Stelle ist das, wenn man fragen darf?

Dirk R
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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von Dirk R » 29 Dez 10 18:01

Wer's wissen will.
Ich bin Gärtner jedes Jahr in einer befristeten Saisonanstellung von sechs Monaten im öffentlichen Dienst. Je nach Arbeitsaufkommen wird auch schon mal auf acht bis zehn verlängert. Entwickelt hat sie sich aus einer Vertretungsstelle.

Ich denke du wirst aber in vielen Berufen ähnliche Voraussetzungen finden können.

Buffalo
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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von Buffalo » 14 Dez 11 4:11

pukalani hat geschrieben:es ist "ganz einfach"...
1. Arbeiten bis zum Umfallen (inkl der Wochenenden)
2. Wohnung untervermieten
3. Ticket kaufen
4. abfliegen
;)
Mein Intervall ist: 2-3 Jahre arbeiten, 4-6 Monate weg.
Das klappt mal gut (mal weniger gut) seit nunmehr 12 Jahren.

Ich bin selbständig, daher muß ich mir nicht jedesmal nen neuen Job suchen. Nur meine 1. Reise war ein Sabbatical... Aber der Aufwand ist immer riesig: Jobs übergeben, Kunden verteilen, Wohnung und Büro untervermieten, Kontakte pflegen (und auf Rückkehr vorbereiten).

Und doch: ist es den ganzen Streß wert.
Spätestens wenn ich wieder im Flieger sitze...
So einfach ist das dann auch wieder nicht.
Einen Vermieter muss man auch erst mal finden. als ich einen neuen Vermieter gebraucht habe, hatte ich starke Probleme.

jot
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Regelmäßige Langzeitreisen - wie organisierbar?

Ungelesener Beitrag von jot » 14 Dez 11 9:32

Buffalo hat geschrieben:
pukalani hat geschrieben:es ist "ganz einfach"...
1. Arbeiten bis zum Umfallen (inkl der Wochenenden)
2. Wohnung untervermieten
3. Ticket kaufen
4. abfliegen
;)
So einfach ist das dann auch wieder nicht.
Einen Vermieter muss man auch erst mal finden. als ich einen neuen Vermieter gebraucht habe, hatte ich starke Probleme.
Ich vermute du meinst Mieter? Pukalani wird das nicht ganz ernst gemeint haben, darum war "einfach" ja auch in Anführungszeichen gesetzt und alles mit einem Smiley versehen worden ;)

Natürlich spielt bei Wohnung vermieten vor allem die Lage und die Qualität der Wohnung selber eine Rolle, in einem entvölkerten Landstrich ist das wohl nicht ganz so leicht wie in einer Großstadt. Letztendlich ist es eine Sache von Nachfrage und Angebot, die man über den Preis steuern kann - wenn sich absolut kein Mieter finden will, ist die Wohnung schlicht gesagt einfach zu teuer.

Vor allem ist es aber eine Frage der persönlichen Einstellung. Also wirklich lange genug arbeiten und Geld beiseite legen (nicht für Luxusartikel, Zigaretten usw. ausgeben), sich darum kümmern dass die Wohnung vermietet wird (notfalls ausziehen falls sie sich nicht kostendeckend untervermieten lässt) usw.
Ich habe meine damalige Wohnung in Frankfurt vor meiner Reise geräumt, weil ich unsicher war ob ich sie langfristig kostendeckend weitervermieten könnte (mittlerweile ärgere ich mich ein bißchen, weil ich mitbekommen habe dass sie nun zu einem deutlich höheren Preis vermietet wird, ich hätte also noch Gewinn gemacht wenn ich mich drum gekümmert hätte ;) - naja, dafür keinen Stress damit gehabt und nicht das Risiko auf Mietnomaden oder so mitgetragen).

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