! Wie sag ich's meinem Chef? Argumentationshilfe Sabbatical

Von der Idee zur Entscheidung. Vom Traum zur Planung. Vom Chaos zur Organisation und von der Reisebuchung bis zum Abflug:
Einzelthematische Sachfragen zu Bürokratie, Reisezeit, Organisatorisches, Visa, ArbeitsAgentur, Reiseversicherungen (Nicht: Auslandskrankenversicherung), besondere Umstände beim Reisen, Grobplanung... (Nicht: Flugtickets, Schifftransport, s.u.)

Moderator: pukalani

Mannuel
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Ungelesener Beitrag von Mannuel » 04 Aug 15 12:59

trolli hat geschrieben: Da ich in einem Konzern arbeite wird das nicht gehen. Da kannst du zwar mit dem Entscheidungsträger der Niederlassung sprechen was ich auch mache aber ich weiß das solche Themen an die Zentrale weitergeleitet werden die letztlich yes or no sagen.
Trolli:

in der Zentrale macht man nicht das, was du willst, sondern das, was dein Chef ("Entscheidungsträger der Niederlassung") denen empfiehlt. Auf den hoeren die, sonst haetten sie ihn nicht zum "Entscheidungstraeger" gemacht. Dich kennen sie im Zweifel nicht mal.

Massgeblich ist und bleibt daher in einem solchen Fall, dass du deinen unmittelbaren Chef ueberzeugst. DER muss deinen Antrag befuerworten. Dann laeuft es; nur dann.

Und nochmals: Lass Wilhelm Busch weg. Der hat im Personalrecht nichts zu suchen...

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Astrid
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Ungelesener Beitrag von Astrid » 04 Aug 15 17:26

Hallo trolli :)

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner Entscheidung und vielen Dank für Deinen "Mut", Dein Anschreiben hier zur Diskussion zu stellen.

Auch wenn man Manuels Kritik freundlicher hätte formulieren können, befürworte ich seine Idee, den direkten Vorgesetzten erst einmal ins Boot zu holen.

Wenn es Dir gelingt, ihn für Dein Vorhaben zu gewinnen, kann er Dir wahrscheinlich weitere Anregungen geben / Aspekte aufzeigen, wie Dein Brief an die Geschäftsleitung auch unter Berücksichtigung möglicher innerbetrieblicher Lösungsaspekte am erfolversprechendsten formuliert werden könnte.

Mit ihm könntest Du auch klären, inwieweit Mannuels Bedenken hinsichtlich des Busch-Zitats berechtigt sind. M.E. bringt es auch eine ehrliche Komponente rein und zeigt Deine Bereitschaft, Dich so zu zeigen, wie Du im Moment bist ("What you see is what you get").

Liebe Grüße und viel Erfolg!
Astrid
Eine fremde Kultur ergründen zu wollen, ist wie der Versuch, den Horizont zu erreichen... Irgendwann steht man wieder an dem Punkt, an dem man begonnen hat - doch der Blick zum Horizont ist ein anderer. [A. Bokpe]

trolli
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Ungelesener Beitrag von trolli » 04 Aug 15 21:21

Astrid hat geschrieben:Hallo trolli :)

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner Entscheidung und vielen Dank für Deinen "Mut", Dein Anschreiben hier zur Diskussion zu stellen.

Auch wenn man Manuels Kritik freundlicher hätte formulieren können, befürworte ich seine Idee, den direkten Vorgesetzten erst einmal ins Boot zu holen.

Wenn es Dir gelingt, ihn für Dein Vorhaben zu gewinnen, kann er Dir wahrscheinlich weitere Anregungen geben / Aspekte aufzeigen, wie Dein Brief an die Geschäftsleitung auch unter Berücksichtigung möglicher innerbetrieblicher Lösungsaspekte am erfolversprechendsten formuliert werden könnte.

Mit ihm könntest Du auch klären, inwieweit Mannuels Bedenken hinsichtlich des Busch-Zitats berechtigt sind. M.E. bringt es auch eine ehrliche Komponente rein und zeigt Deine Bereitschaft, Dich so zu zeigen, wie Du im Moment bist ("What you see is what you get").

Liebe Grüße und viel Erfolg!
Astrid
Hallo Astrid, hallo Manuel,
ich werde dem Vorschlag mit dem direkten Vorgesetzten zu sprechen folgen ihm nach dem Gespräch aber direkt das Schreiben übergeben. Bezüglich des Zitates bin ich nochmal in mich gegangen. Eigentlich wollte ich hier nichts zu meinem Job schreiben, aber vielleicht können nachfolgende dann den Text besser einordnen: ich verkaufe Dienstleistungen und habe Führungsverantwortung. Die Philosophie / Strategie stellt sich so dar: Emotional in Bildern verkaufen, "Story-Telling/Content Marketing" und andererseits klar formulieren was man will und logischerweise Nutzenargumentation darstellen. Dies habe ich versucht in mein Schreiben zu Packen. Ich möchte, dass er begeistert ist, dass sich seine Philosophie/Vorgehensweise hier wiederfindet (Stichwort gute/positive Grundstimmung). Wenn ich die Zusammenarbeit mit einem Kunden kündige dann immer so, dass die Tür nicht zugeschlagen ist. Daher auch der lange ausführliche Text und nicht nur ein kurzer Antrag mit Zweizeiler. Was ich sagen will, ist dass das Schreiben meiner Arbeitsweise und der des Chefs "technisch" entspricht. Es spiegelt aber natürlich auch persönliches von mir wieder.
Innerbetriebliche Lösungsansätze bzgl. Personal etc. habe ich im Hinterkopf, wie gesagt da ich Führungsverantwortung habe, habe ich mir dazu was überlegt.
Wie auch immer das Thema ausgeht, meine grundsätzliche Entscheidung ist gefallen und ich bin notfalls auch zu einem anderen Schritt bereit. Ich möchte wie jeder andere das Bestmögliche herausholen und prüfen was machbar ist - werde aber keinen Millimeter von meiner Grundhaltung abrücken. Das hat auch mit meinem Job des Verkaufens zu tuen, denn wenn man nicht versucht für sein Ziel zu kämpfen, dann hat man schon verloren.
Wenn 8 Monate Vorlauf nicht genug sind kann ich es nicht ändern....
Sicherlich gibt es irgendwann ein Update.

Auch wenn ich nicht alle Feedback-Ideen berücksichtige, so haben mir die Posts doch ein paar Denkanstöße gegeben.....Danke.
Was mich persönlich aber interessieren würde: Warum Manuel kommst du zu der extrem negativen Kritik bzgl. der Emotionen die dieser Text trägt. Ich sehe dies als rethorisches Stilmittel. Wie sind denn deine konkreten Erfahrungen?

Mannuel
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Ungelesener Beitrag von Mannuel » 05 Aug 15 1:29

trolli hat geschrieben:Warum Manuel kommst du zu der extrem negativen Kritik bzgl. der Emotionen die dieser Text trägt. Ich sehe dies als rethorisches Stilmittel. Wie sind denn deine konkreten Erfahrungen?
Mann oh Mann, ich hab dir dieses im Zusammenhang mit einem arbeitsrechtlichen Antrag absolut abwegige Wilhelm Busch Zitat ausreden wollen - und nun kommst du gleich mit "extrem negativ". Nein, Trolli, das war extrem positiv. Denn das musst du einfach lassen. Und dass mir Astrid Unfreundlichkeit vorwirft, zeigt, dass sie anders denkt, als es hier angebracht ist: denn hier geht es um sachliche, belastungsfaehige Tipps. Freundlichkeit kann man sich fuer die Begruessung eines Neumitglieds aufheben. Bei juristischen Tipps sind andere Stilmittel angebracht.

Trolli: in der Sache willst du doch deinen Arbeitgeber dazu bringen, deine Stelle 1 Jahr lang fuer dich freizuhalten. Da soll nur jemand draufgesetzt werden, der erst mal angelernt werden muss, der aber dann gleich wieder weiss, dass er sich gar nicht erst anzustrengen braucht, weil er nach einem Jahr eh wieder fliegt - denn dann willst du selbst dich ja wieder auf deinen alten Sessel hocken.

Fuer dein Unternehmen ist dein Antrag auf unbezahlten Urlaub, wenn ihm stattgegeben wird, so gesehen also nur ausgesprochen nachteilig. Das Unternehmen muss deshalb abwaegen, ob es dem Antrag stattgibt oder ob es dich nicht besser rausschmeisst (ja, Astrid, nicht freundlich, dafuer aber plastisch), mit anderen Worten, dich in eine Eigenkuendigung draengt. Denn nur dann koennte es einen Nachfolger fuer dich einsetzen, der sich ins Zeug legt und Leistung mit der Hoffnung auf langfristige Anerkennung bietet.

Also wird man genauestens pruefen, aufgrund welcher Motivation deinerseits man hier fuer dich den Stuhl freihalten soll. Und nun stell dir also vor, da kommst du dann und traellerst in deinem Antrag auf Stuhl-Freihaltung was von

Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s Reise, reise!“

Und Astrid bestaerkt dich darin auch noch....

P.S. Da du, wie ich in anderen Faeden sehe, nach Lateinamerika willst und ich da wohne (Kolumbien), hoffe ich, dir auch da noch ein paar Tipps geben zu koennen. aber dazu spaeter. ;-)

trolli
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Ungelesener Beitrag von trolli » 06 Aug 15 16:58

Mannuel hat geschrieben:
trolli hat geschrieben:Nein, Trolli, das war extrem positiv. Denn das musst du einfach lassen. Bei juristischen Tipps sind andere Stilmittel angebracht.

. Und nun stell dir also vor, da kommst du dann und traellerst in deinem Antrag auf Stuhl-Freihaltung was von

Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s Reise, reise!“

Und Astrid bestaerkt dich darin auch noch....

P.S. -)
kurzes Update:

Es war genau der richtige emotinonale Aufhänger vor den sachlichen Argumenten und es hat funktioniert. Ich habe auch lange überlegt ob ich es so mache oder nicht. Dem Antrag wird stattgegeben.
Abgesehen davon war es sehr gut, dass ganze am Ende des Gespräches schriftlich zu übergeben und zwar nicht in Form eines Zweizeilers. Ich kann daher nur empfehlen, neben dem reinen Antrag zumindest die Argumentation nochmals darzulegen.
LG Trolli

Mannuel
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Ungelesener Beitrag von Mannuel » 06 Aug 15 17:36

trolli hat geschrieben:Dem Antrag wird stattgegeben.
Bin gespannt. Du wirst ja sicher berichten, sobald die Entscheidung ergangen sein wird....

trolli
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Ungelesener Beitrag von trolli » 07 Jan 16 21:31

Mannuel hat geschrieben:
trolli hat geschrieben:Dem Antrag wird stattgegeben.
bin gespannt. Du wirst ja sicher berichten, sobald du Entscheidung ergangen sein wird....
Alles paletti, und eingetütet.
Genauso wie gewünscht :)

Chrisbiene
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Ungelesener Beitrag von Chrisbiene » 23 Jul 18 14:22

Egal ob Sonderurlaub oder Sabbatical, ein für dich wichtiger Grund für eine Freistellung alleine ist nicht sehr überzeugend, denke auch über Vorteile nach, die der Arbeitgeber davon hat (hohe Motivation, Mitarbeiterbindung, etc..) Du musst dir auch Gedanken darüber machen, wie deine Aufgaben während deiner Abwesenheit erledigt werden, z.B. teilweise Übernahme durch Kollegen, befristete Einstellung einer Vertretung,... Sprich dich vor deiner Antragstelllung mit deinen direkten Vorgesetzten und Kollegen ab.
Die Begründung wird immer individuell sein und wenn du dir ernstahaft Gedanken draüber gemacht hast, warum du die Freistellung möchtest und wie sich die Zeit für den Arbeitgeber überbrücken lässt, kannst du viel überzeugender argumentieren, als wenn du nur Begründungen von anderen übernimmst.
Viel Erfolg!


[Beitrag aus dem Thema: Sonderurlaub, Freistellung vom Dienst, Sabbatjahr? in passenderes Thema verschoben - Danke für Deinen Input Chrisbiene :) - Astrid]

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