Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Astrid & MArtin haben über 1 Jahr auf Tonga im Südpazifik gelebt, Moderator mahimahi wohnt auf Tongatapu...
Hier beantworten sie Fragen zu 'Eua, Ha'apai, Vava'u und Tongatapu, die über das bereits unter www.worldtrip.de/Tonga/tonga.html Geschriebene hinausgehen.
Hier:
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Andreas41
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Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Ungelesener Beitrag von Andreas41 » 07 Jan 10 22:22

Hier wird immer gut und gerne alles für die Reise beschrieben. Ich will aber für mehrere Jahre auf Tonga bleiben.

Kann man auf Tonga z.b. auch ohne Geld leben ?
Ich bin z.b. bereit mich nur von Fisch und Reis zu ernähren.. also tiefstes Niveau.

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KatharinaF
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Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Ungelesener Beitrag von KatharinaF » 08 Jan 10 7:41

Fisch und Reis sind für Dich tiefstes Niveau?

Tiefes Niveau wäre z.B. Restaurantabfälle essen oder im Müll nach Essbarem suchen.

Klar kannst Du hier ohne Geld leben. Geh auf eine unbewohnte Insel die niemandem gehört. Viel Spass beim Fischen und Reisanbau.

detschlumpf
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Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Ungelesener Beitrag von detschlumpf » 10 Jan 10 9:04

Hallole.
Ich wiederhole nicht gerne Aussagen die schon getätigt wurden, aber beim dem Thema juckt es mich...
Junger Vater, Reis und Fisch als unterstes Niveau zu titulieren grenzt schon an Dusseligkeit. Das ist für viele Menschen, nicht nur in Tonga die einzige Lebensgrundlage...
Und wo willst du wohnen? In einer selbstgezimmerter Hütte(wie Robinson Crusoe)? :roll:
Und was ist mit Wasser? Bastelst du dir wie McGuiver(?) mit einem Taschenmesser eine Entsalzungsanlage? :(
MArtin, wenn meine Antwort zu polemisch ist darfst du die gerne löschen. Aber soviel Naivität habe ich hier im Forum noch nicht gelesen. :wink:
Das sind aber die Leute die dann von der deutschen Botschaft ausgeflogen werden müssen und dann bei RTL ihre Geschichte erzählen...
An alle im WRF die besten Wünsche für dieses Jahr..
Gruß
Detlef

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KatharinaF
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Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Ungelesener Beitrag von KatharinaF » 10 Jan 10 22:52

Hallo detschlumpf,
ich denke mal, das war ein gefaketes Posting, so wie damals die Story mit der Ente zu Weihnachten-Du erinnerst Dich sicher lebhaft an unseren Freund "Minouche und Dominik"?
Und wenn es nicht gefaket war, dann Gnade uns Gott bei der nächsten Ladung Loser, die hier mit Rucksack und Batikhemd angeschlurft kommen...da bleiben wir besser in unseren Häusern und winken ihnen über den Zaun lieb zu, während sie staunend durch diese Welt stolpern und nach ein paar Wochen schimpfend und zeternd wieder zurück in den Wohlfahrtsstaat fliegen-gell?

pedito
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Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Ungelesener Beitrag von pedito » 10 Jan 10 23:37

Hmh, Andreas,

kann man irgendwo auf der Welt ohne Geld leben?

Reis und Fisch? Nochmal hmh: Fisch kann man fangen, kannst du das? Und den Reis, fängst du den dir auch?

Den Fisch willst du aber doch wohl nicht roh essen? Und den Reis? Als ungekochte und ungebratene Körner schlucken?

Oder denkst du, es gibt auf Tonga genug Holz, oder getrocknete Kokosnussschalen, die du als Brennstoff verwenden kannst, und nicht schon jemand anders für eigene Zwecke an sich genommen hat? Jemand, der sie für seinen Lebensunterhalt benötigt, während du aus einem Land, kommst, wo man, selbst wenn man arbeitslos oder arbeitunfähig ist, vom Staat jeden Monat meht Geld bekommt, als mancher Tonganer bei harter Arbeit im ganzen Jahr verdient?

Wenn man all das außer Acht lässt: Womit bezahlst du die Streichhölzer, um dein Feuer anzuzünden? Wie dein Dach über dem Kopf, wie deine Kleidung, wenn sie verschlissen ist? Was, wenn du krank wirst, oder "nur" Zahnschmerzen hast?

Grüße
Pedito

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mahimahi
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Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Ungelesener Beitrag von mahimahi » 11 Jan 10 2:04

Hachz :twisted: , eines meiner Lieblingsthemen...
Erinnert mich spontan an den schönen Satz "Sagt ihnen, dann sollen sie eben Kuchen essen, wenn sie kein Brot haben..."

Aber bei aller Polemik mal kurz im Ernst ein paar sachliche Gedanken zur Frage:

1) Ganz ohne Geld bekommt man kein Visum in Tonga - dh man muss alle 2 Jahre bei Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung nachweisen, dass man a) mindestens über 20.000 Euro Vermögen verfügt (bei Business Visum) oder b) über regelmässige finanzielle Einkünfte verfügt, die einem eine Existenz gewährleisten, wobei der Betrag sicher eine Ermessensfrage ist. Ansonsten ist nach max 6 Monaten Schluss mit dem Touristenvisum. (Ach ja - die ganze Visumserteilung kostet dann auch nochmal GELD!)

2) Seitdem der Garten Eden für den Publikumsverkehr geschlossen wurde, hat sich in den letzten 2000 Jahren leider eine unheimliche Bewegung durchgesetzt, sämtliche Landflächen irgendwie besitzen zu wollen... dh auch in Tonga ist es mittlerweile unmöglich, ein Fleckchen Land zu finden, dass keinem gehört. In der Regel muss man also in irgendeiner Weise eine Gegenleistung für ein Nutzungsrecht erbringen. Wenn nicht mit Moneten, dann vielleicht mit Muskelschmalz?

Ah - definieren wir die Frage also neu: "Leben in Tonga ohne Arbeit?"

3) Wer sich den Fisch nicht kaufen will (oder kann), muss ihn sich eben selber fangen - sprich dafür arbeiten. Schon mal mit Harpune einen Fisch gejagt und 120mal daneben geworfen, weil man die Lichtbrechung immer falsch berechnet? Und Reis wächst leider nicht in Tonga - aber es gibt lecker Wurzeln wie Yam, Manioke und Taro... Jedes tonganische Kind weiss, wie man die anbaut und zubereitet... du auch? Es dauert nur ein paar Monate bis zur ersten Ernte... also den Gürtel in der ersten Zeit einfach ein bisschen enger schnallen, gell? Das geht auch viel einfacher, wenn man erstmal 6 Stunden bei sengender Hitze auf dem Acker Löcher für die Erstanpflanzung in den harten Boden gehackt hat...

Um es kurz zu machen: Ja, die Einheimischen können es für eine gewisse Zeit durchaus schaffen, ohne Geld zu leben - denn ihnen gehört das Stück Land auf dem sie leben, sie arbeiten hart für die wenigen Grundnahrungsmittel und sie haben das Wissen, wie man das alles macht. Ausserdem können sie Verzicht üben, da ihnen der westliche Lebenstil zum grössten Teil sowieso suspekt und fremd ist (und das ist von mir nicht abwertend gemeint). Und last but not least sind sie in eine soziale Gemeinschaft integriert, in der sie sich mit Ressourcen versorgen können, und welche sie im Notfall (auch bei Krankheit und im Alter) immer wieder auffängt - etwas, das dir als europäischer Einwanderer leider versagt bleiben wird.

Ah - ich höre dich sagen, dann heiratest du eben in eine tonganische Familie, die dich "auffängt"... Tja - das widerum geht nun leider wirklich nur mit GELD! :P

So ganz ohne Geld und Arbeit kann man am Besten dann wohl doch nur in D eutschland leben, denkt sich der
Mahimahi

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KatharinaF
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Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Ungelesener Beitrag von KatharinaF » 11 Jan 10 7:00

Ach Mahimahi...jetzt hast Du ihm die Luft abgelassen, ich hätte so gerne gesehen, wie er hier versucht, traditionelle Reissorten anzubauen (Terassenanbau schaut besonders malerisch aus!), abends in seiner "Bambus"hütte sitzt und eine karge Schale selbstgeernteten ungekochten Reis (oder eben auch nicht, wegen der Dürren und Zyklone und so...) mit einem Stück rohen Fisch isst...Tag für Tag...Jahr um Jahr...Spielverderber!

Da gab es doch mal einen Film mit Tom Hanks, wie er nach einem Flugzeugabsturz auf einer Insel überleben muss. Guter Film, aber in echt wohl noch 10x härter. Also mein Tip: DVD besorgen und anschauen. Erspart uns viel Schreiberei. :evil:

SimONNE
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Tonga: Leben auf Tonga ohne Geld?

Ungelesener Beitrag von SimONNE » 10 Feb 10 14:24

Lieber Andreas,
bin "zufällig" auf Dein Posting gestoßen und kann Dir zu dem Thema einfach meine Sichtweise anbieten, auch wenn ich die Antworten der anderen durchaus nachvollziehen kann. Gleich vorweg: Ich hab mit Tonga nichts am Hut bis jetzt, dafür eine Vision von einem Leben ohne Geld. Dafür brauchst Du bestimmte Fähigkeiten, Konsequenz und Mut, wenn Du nicht als Landstreicher enden willst ;-) Vielleicht helfen Dir meine Erkenntnisse weiter, gebündelt unter:
http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... hp?t=16634 vorallem erster und letzter Beitrag von mir heute ;-)

Ach ja: Geld für den Notfall und als Rückendeckung, solltest Du Dir schon irgendwie verdienen, sonst kann es böse enden! Mit ein paar Tausend Euro ist das machbar und auch Du findest eine Möglichkeit das zu Verdienen, wenn Du wirklich willst!

Übrigens gibt es in vielen Städten schon lange Alternativen zur Geldwirtschaft. Google doch mal "Tauschkreis" oder "kost nix".

Wichtig ist, immer dran bleiben und ein Schritt nach dem anderen, bei einer guten Vorbereitung. Dann schaffst Du das auch.

Alles Gute und Viel Erfolg
SoNNE
Nicht die Wirklichkeit begrenzt uns, sondern unsere Vorstellung von ihr.

meine Vorstellung & meine Vision: http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... hp?t=16634

mein blog: www.rohkostnomade.blogspot.com

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