Höhenkrankheit - Tips & Erfahrungen

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3. Auf Gegenseitigkeit posten wie in der WRF-Anleitung erklärt.
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travel time
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Höhenkrankheit - Tips & Erfahrungen

Ungelesener Beitrag von travel time » 09 Aug 03 17:01

Meine Erfahrung & Tips zur Höhenkrankheit:

:oops: Wer einen Perutrip plant, will meist auch Machu Picchu sehen. Dann fliegt man meist erst nach Lima auf normal 0 NN, dann nach
Cuzco in ca.1,5 Std. auf über 4000m NN.
Ein guter Tip unserer Reiseleitung: Vorm Abflug in Lima eine Aspirin zum Blutverdünnen, dann erst ins Hotel und 2 Tassen Mate de coca (Tee) trinken. ca. 45 Min. flach aufs Bett legen. Langsam aufstehen und z.B. nach dem Schuhe anziehen langsam aufrichten.
Sehr wenig essen und den Magen nicht mit rotem Fleisch (Schwein/Rind)
sondern nur mit weißem Fleisch (Geflügel/Fisch) belasten.
Unserer 17-köpfigen Reisegruppe ging es bei Einhaltung dieser Tips immer GUT.
Falls einem doch mal schlecht wird- in allen besseren Hotels gibt es Sauerstoffmasken an der Rezeption.
Zu spät erkannte Höhenkrankheit kann schlimm verlaufen.
Also dann........Gute Reise! Vera&Rolf :D
Es ist schön auf der ganzen Welt Freunde zu haben!

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Astrid
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Medizinische Hintergründe zur Höhenkrankheit

Ungelesener Beitrag von Astrid » 19 Sep 03 15:38

Hallo Vera & Rolf !
Willkommen an Board und vielen Dank für Eure Tipps bei schnellen Reisen in Höhen über 2500 Metern, die ja z.B. auch für Tibetreisende interessant sind.

Dazu noch ein paar medizinische Hintergrundinfos:
Obwohl die Atmosphäre in diesen Höhen weiterhin 21% Sauerstoff enthält, ist sein Partialdruck deutlich niedriger.
Daher finden sich in jedem Atemzug weniger Moleküle Sauerstoff. Die erste Anpassungsmaßnahme des Körpers besteht in einer schnelleren Atmung.
Symptome sind schnellere Erschöpfungszeichen, u.U. Schwindel und Kollapsneigung, Müdigkeit und Kopfschmerzen.
Dagegen können Kaffee und Ruhephasen Wunder wirken. ;)
Ausserdem fördert der Genuß von Kaffee z. T. eine weitere Anpassungsreaktion des Körpers, die in einer Steigerung der Urinproduktion besteht, um die Konzentration roter Blutkörperchen zu erhöhen.
Diese "Entwässerung" führt zu einer Abnahme der Flüssigkeitsmenge und einer Konzentration des Hb- Wertes.
Das dadurch gesteigerte Thromboserisiko kann durch die Einnahme von Aspirin vermindert werden.
Die mit dem Flüssigkeitsverlust einhergehende Kollapsneigung erfordert wiederum vermehrte Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser, Tees, Süpchen oder Säften (und nicht: Kaffee).

Hinter weißem Fleisch verbirgt sich leichte Kost, die zur Verdauung weniger Energie & Blut abzieht und so zu besserem Wohlbefinden beiträgt.

Insgesamt gilt: Höhenkrankheit (AMS = Acute mountain sickness) kann jeder bekommen.
Eine langsame Reise mit gemächlicher Akklimatisierung (nicht mehr als 300 Höhenmetern) an höhere Gefilde ist der beste Schutz vor dem Auftreten.
Neben Sauerstoffzufuhr und Schonung ist Rückweg Weg in niedrigere Gefilde die beste Therapie; Aussitzen kann besonders beim Vorliegen von Risikofaktoren gefährlich werden.

Mehr zur Höhenkrankheit, ihren Symptomen und der Therapie findet Ihr hier.

Vielen Dank Euch beiden.
Bei dieser Gelegenheit haben wir uns wieder einmal voller Vorfreude auf den kommenden Teil unserer Reise durch Eure "bisher schönste Reise" geschmökert und sind gespannt auf die Fortsetzung.

Liebe Grüße
Astrid

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viajero
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Höhenkrankheit

Ungelesener Beitrag von viajero » 07 Jan 04 14:49

Hallo,

ich moechte hier noch kurz meine Erfahrungen mit der Hoehe schildern ...

Ich finde es schon fast unverantwortlich, Leute von 0 Meter auf ueber 4000 m zu schicken, das Gesundheitsrisiko ist wohl gerade bei gewissen Risiken ( Bluthochdruck, Uebergewicht, Herzprobleme .. ) ungleich hoeher und in solchen Reisegruppen sind wohl auch haeufiger nicht mehr die ganz jungen Leute unterwegs - also ich koennte es mir nicht leisten - das soll aber keine Kritik sein ;), Cuzco liegt uebrigens nicht auf 4000 m sondern im Durchschnitt auf 3300 m. Der Hoehenunterschied in der Stadt selber betraegt aber schon mind. 300 Hoehenmeter vom Busbahnhof zu den Ruinen von Sacsayhuaman

Jeder Mensch reagiert anders auf die Hoehe, es kann den superfitten Bergsteiger ebenso erwischen wie den untrainierten Pauschaltouristen, die Anpassung an die Hoehe wird aber wohl ersterer schneller realisieren koennen. Wichtig ist eben, wie auch schon geschrieben wurde: viel trinken, hinlegen

Wenn zu den normalen Sympthomen Kopfweh, Appetitlosigkeit weitere hinzukommen wie Erbrechen, Übelkeit evt. Bewusstlosigkeit hilft normalerweise nur der Abstieg in tiefere Lagen. Dies gilt jetzt fuer Regionen, wo kein zusaetzlicher Sauerstoff ( in Flaschen o.ä. ) vorhanden ist.

Als normalfitter Mensch kann man durchaus zwischen 300 -500 m pro Tag hoeher "schlafen". ( ab ca. 3000 m ) Laufen kann man durchaus noch hoeher, also an dem Tag Ausfluege auf einige Hundert Hoehenmeter mehr machen, aber man sollte dann auf die Ausgangshoehe zurueckkehren. Dies ist fuer die bessere Anpassung an die Hoehe, ich bin damit immer gut gefahren


das war´s erstmal :wink:
Auf dem Tagebuch in Südamerika stand:
"Als der Rahmen des Moeglichen zu eng wurde, sprengte er sich und suchte das Weite"

André Diez
www.Der-Reisende.de

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Re: ! Höhenkrankheit in den Anden, Peru / Bolivien

Ungelesener Beitrag von happytravel » 09 Feb 05 1:57

...am besten, wenn es passiert ist, in peru eine apotheke besuchen. die haben echt zaubermittel, die innerhalb weniger stunden helfen.

meine freundinn hat es selbst probiert.

albatross02
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! Höhenkrankheit

Ungelesener Beitrag von albatross02 » 16 Nov 05 9:47

Hallo,

ab ca. 2.800 m ( das ist individuell verschiedene ) treten starke Kopfschmerzen auf ( hauptsächlich bei Ruhe ).
In jeden Fall ist man aber auch bei absoluter Topform nicht gegen die Höhenkrankheit immun. Daher passiert es auch immer wieder das unerfahrene, junge, super trainierte Bergsteigen mit akuter Höhenkrankheit zurück transportiert werden. Sie sind absolut gut in Form und wollen schnell Lesitung zeigen.
Steigt man höher kommen, je nach Höhe kommen stärkere Indizien hinzu wie Blutspucken ( das ist ein Zeichen für akute Höhenkrankheit ).
Der Ruhepuls ist ein wichtiges Indiz, er sollte unter 80 liegen.
Innerhalb einer Woche sollte der Schlafplatz maximal um 1.000 Höhenmeter steigen.
Tritt die Höhenkrankheit auf und man steigt wieder ins Flachland ab, verschwinden die Indizien.
Bevor man höher steigt sollte der Puls in Richtung Normalpuls runter gehen.

La Paz mit ca. 3.700 m Höhe führt meiner Erfahrung nach, immer zu starken Kopfschmerzen. Hier ist in den ersten Tagen eher einer Unterkunft im Vorort Cayacoto ( 3400 m ) oder die Gegend am Zoo ( z.B. Hotel Oberland anzuraten ).

Wichtig: viel Trinken, viel Knoblauch, der Schlafplatz sollte immer unter der maximalen Tageshöhe liegen


Genauere Infos gibt es auch in "Traumberge Amerikas" von Ekkehard Radehose.


Gruss
Dieter

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Der_Felix
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! Höhenkrankheit

Ungelesener Beitrag von Der_Felix » 16 Nov 05 10:11

Vielleicht war es Einbildung, aber mir hat es geholfen und ist ja nicht umsonst schon seit fünf (?) Jahrtausenden gängiges Mittel der Bewohner von Peru, Bolivien, Nordchile und Nordwestargentinien: Coca Blätter kauen (wobei kauen eine irreführende Bezeichnung ist, eigentlich legt man die gerollten Blätter hamstermäßig im Mund ab und nimmt die Wirkstoffe so nach und nach über die Schleimhäute auf).

Zu kaufen gibt es die Blätter oft auf Marktplätzen, dort habe ich sie jedenfalls regelmäßig angeboten bekommen. Ihr Besitz und Konsum ist zwar in fast allen Ländern der Erde verboten, in Chile wird er jedoch toleriert und in den anderen drei genannten Ländern ist er sogar legal - soweit ich weiß jedenfalls.
Als wir in Argentinien auf den Spuren des Tren a las Nubes in relativ kurzer Zeit von 1200 auf 4200 Meter hochgefahren sind, hat der Tourguide die Blätter verteilt. Geschmeckt haben sie ein wenig bitter, aber zumindest bei mir sind die sich langsam einstellenden Kopfschmerzen daraufhin verschwunden.
Die Blätter können, wie schon gesagt, auch als Tee aufgebrüht werden, was mir allerdings nicht sonderlich geschmeckt hat.

Kokainsüchtig bin ich nun auch nicht geworden, was w2eniger an meiner Willensstärke oder einer etwaigen körperlichen Resistenz liegt, sondern schlicht daran, dass der Wirk- und Suchtstoff in den Blättern so gering konzentriert ist, dass man wohl Tonnen lutschen müsste, um wirklich so etwas wie eine Rausch zu bekommen.

Auf Dauer würde ich die Blätter trotzdem nicht kauen (auch wenn das unter den Andenvölkernb durchaus üblich und oft zudem religiös behaftet ist), aber für die ersten Tage und gegen die gröbsten beschwerden ist es vielleicht eine gute Ergänzung zu den oben schon genannten Tipps.


Gruß und frohes Reisen!

Felix
Wer immer nur in die Fußstapfen anderer tritt hinterlässt keine eigenen Spuren!
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albatross02
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! Höhenkrankheit

Ungelesener Beitrag von albatross02 » 16 Nov 05 12:12

Hallo Felix,

das ist keine Einbildung, ich kenne es von La Paz auch.
Ich denke das Geheimnis ist das Coca Blätter und alternativ auch Mate der Coca den Blutkreislauf anregen.
http://www.paredes-steup.de/deutsch/coca.html

Gruss
Dieter

Tiroler
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! Höhenkrankheit

Ungelesener Beitrag von Tiroler » 17 Nov 05 8:57

Naja ich reise im mai nach nepal u. tibet dort gibt es sicher keine cocablätter :roll: also werd ichs mit aspirin und viel wasser probieren und vielleicht noch 2-3 kg abnehmen. Ich hoffe die höhenkrankheit geht an mir vorbei....

mfg Martin
2 x China, 14 x Thailand, 3 x Neuseeland, 5 x Cook Inseln, 3 x Spanien , 2 x Jamaika, 2 x Kuba , 3 x Frankreich, 2 x Schweiz, 1 x Brasilien, 1 x Dubai, 1x Nepal, 1 x Kenia, 4 x USA, 1 x Indien, 1 x französisch Polynesien, 2 x Kambodscha, 1 x Australien. Unzählige Male in Deutschland und Italien, England (nur London), Ägypten

albatross02
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! Höhenkrankheit

Ungelesener Beitrag von albatross02 » 17 Nov 05 12:22

Hallo,

Coca Blätter helfen nicht gegen Thrombose. Da ist eher viel trinken und richtig akklimatisieren ( Disziplin ) erforderlich.
Die Coca Blätter regen den Blutkreislauf an und vermindern die Kopfschmerzen bei leichter Höhenkrankheit.
Knoblauch soll auch helfen und abgeblich die Blutbildung unterstützen.

Gruss
Dieter

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