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enja+peter
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Ungelesener Beitrag von enja+peter »

Auf Vorschlag von Martin stelle ich die folgende mir zugegangene E-Mail mit der Bitte um Mithilfe auch in dieses Forum.
Ich weiß, es gibt viele Spendenaufrufe zur Zeit, doch es ist immer noch zuwenig - und wir haben alle immer noch mehr als genug....
Enja

HIER DIE MAIL:
Liebe Verwandte, Bekannte, Kollegen.
Liebe Freunde!

Eigentlich sollte dies eine froehliche Urlaubsrundmail werden.
Doch manchmal entwickeln sich die Dinge in sehr kurzer Zeit sehr anders als geplant.
Wir waren heute mit einem Hilfstransport in der Gegend noerdlich von Khao Lak, kurz vor der burmesischen Grenze.
In Doerfern, in denen die staatliche Hilfe nur schleppend anlaeuft und wo es teilweise immer noch so aussieht, wie am Tag der eigentlichen Katastrophe. Ganz im Gegensatz uebrigens zu den vielen Touristenorten, die in atemberaubender Geschwindigkeit aufgeraeumt wurden
und werden. Warum ich in diesen Zeiten hier ueberhaupt durch die Gegend reise?
Nein, der Wettcke ist nicht unter die Katastrophentouristen gegangen,
sondern kam auf verschlungenen Pfaden dazu, diesen Trip heute als Photograph begleiten zu duerfen und zwar fuer das thailaendische Koenigshaus, denen die Bilder morgen zugehen werden.
Und nein, das ist kein Scherz!

Wir haben Gueter in ein Fischerdorf gebracht, in dem von 300 Einwohnern
nur etwa 90 ueberlebt haben. Davon nur fuenf Kinder alle anderen Jungen und Maedchen wurden mit dem Schulgebaeude ins Meer gerissen. Im naechsten Fischerdorf habe ich dann Dinge gesehen und erlebt, die mich mein Leben lang nicht mehr loslassen werden.

Ich habe Erfahrungen gemacht, die ich meinem aergsten Feind nicht wuenschen wuerde und die ich doch mit meinen Freunden teilen wollte. Problemlos koennte ich jetzt ergreifend emotionale Saetze formulieren, die euch die Traenen in die Augen treiben wuerden.
Genauso koennte ich euch Bilder schicken, die euch nicht mehr schlafen lassen wuerden.
Doch waehrend ich diese Zeilen schreibe, habe ich
mich dagegen entschieden.
Leid, Tod und Schrecken bleiben in diesem Zusammenhang unteilbar.
Der Unterschied zwischen TV-Bildern und Photos und dem realen Erleben
ist so unendlich gross. So viel groesser, als ich es vorher vermutete. Ich will meine Faehigkeit als Autor nicht dazu missbrauchen, zwischen diesen Polen eine vermeintliche Bruecke schlagen zu wollen zumal ich daran angesichts des Grauens sowieso scheitern wuerde.

Aber ich bitte euch mir zu vertrauen.
Und ich bitte euch, mir zu helfen. Damit ich vor Ort helfen kann.
Ich lebe hier bei einem alten Freund meiner Eltern, der seit Jahren in Phuket ansaessig ist (in einem Teil, der von der Flut groesstenteils verschont wurde). Zurzeit koordinert, organsisiert und
delegiert er private Hilfslieferungen fuer den nicht im Fokus der
Oeffentlichkeit stehenden Norden.
Die Ueberlebenden dort sind zwar in recht gut organisierten Fluechtlingslagern untergebracht und werden auch mit Nahrung versorgt.

Und trotz der immensen familiaeren Verluste scheint ihr Wille nach Leben und einem Wiederaufstehen ungebrochen. Doch diesem Willen sind derzeit sehr enge Grenzen gesetzt. Ihre Haeuser sind bestenfalls noch Ruinen, ihr gesamtes Hab und Gut ist zerstoert und ihre Lebensgrundlage, die Fischerboote, liegen zerschmettert im Landesinneren. Von den unwiderbringlichen familiaeren Verlusten ganz zu schweigen.

Doch Prioritaet beim Wiederaufbau haben die Touristensiedlungen,
da diese langfristig auch wieder die benoetigten Devisen ins Land bringen
sollen.
Das ist keine Frage der Moral. Das ist weder gut noch schlecht.

Das ist einfach so.

Deshalb haben wir auf der Rueckfahrt beschlossen, uns diesen ausschliesslich von Einheimischen bewohnten Fischerdoerfern zu widmen. Noch nie in meinem Leben, habe ich eine dermassene Verantwortung gespuert wie heute. Ich will diesen Leuten nicht nur helfen. Ich muss ihnen helfen.
Und wenn sie, wie ich heute vernommen habe, in den deutschen Medien erzaehlen, dass man hier vor Ort nicht helfen kann und wegbleiben soll, dann reden sie Bullshit.
Man kann immer helfen!
Und zwar sehr gezielt und sehr konkret. Deswegen habe ich
heute versprochen, dass ich in etwa zwei Wochen zurueckkehre und diesen Menschen persoenlich all das geben werde, was ich bis dahin aufzutreiben in der Lage war.

Denn, so profan das klingen mag, das, was diese Leute am meisten
benoetigen, ist Geld. Geld, um das wieder aufzubauen, was das Meer ihnen genommen hat.
Ihre Existenz. Ihr Leben.

In der Zwischenzeit wird mein Gastgeber vor Ort aeroieren, wen es dort am Haertesten getroffen hat, wer am wenigsten von staatlicher Hilfe profitiert und wer unsere Unterstuetzung deswegen am Noetigsten hat. Und wenn ihr bereits gespendet habt, dann tut es bitte hier und jetzt nochmals.
Glaubt mir eins: jedes unserer heutigen Probleme? in Deutschland und Europa erscheint im Vergleich zu dem hier Geschehenen so unendlich winzig und marginal. Und ich verspreche bei allem was mir heilig ist, jeden Cent direkt an die betroffenen Menschen in dieser Region zu uebergeben.
Als ich heute vor Ort war, konnte ich nicht anders und habe all mein thailaendisches Geld dort gelassen. Zudem habe ich ernsthaft darueber nachgedacht, meinen Trip abzubrechen und das dadurch gesparte Geld ebenfalls zu spenden. Ich werde dies jedoch nicht tun.
Ich muss das Erlebte verarbeiten und zur Ruhe kommen und gehe deshalb voraussichtlich fuer eine Zeit nach Laos, das als Binnenland von der Katastrophe komplett verschont blieb. Warum ich dies einschraenkend anfuege? Weil ich von Niemandem erwarte, dass er grossartig Verzicht uebt oder sich das ganze Leid der Welt auf die Schultern laed. Auch nicht von mir.
Aber ich bitte euch das zu geben, was euch nicht allzusehr wehtut und was ihr abzugeben in der Lage seit.
Auch mit gezielt eingesetzten kleinen Betraegen kann man hier eine Menge erreichen.

Im Namen all derer, die uns heute trotz ihres unendlichen Leides mit
Dankbarkeit und einem Laecheln begegnet sind, bitte ich euch zu helfen.

Zum administrativen Teil ist Folgendes zu sagen: Dank der eng mit meinem Gastgeber vernetzten Hilfsorganisation Soforthilfe e.V.? (siehe unten stehende kurze Selbstdarstellung) sind wir in der Lage steuerlich absetzbare Spendenquittungen auszustellen.
Bitte fuellt in die Betreffzeile "Seebeben - Wettcke" ein, damit das Geld richtig zugeordnet werden kann.
Die Kontonummer ist die 5 998 700 00 bei der Dresdner Bank AG Muenchen, BLZ 700 800 00.

Ich gruesse euch alle und wuerde mich freuen, wenn ihr diese Mail ueber
euren Verteiler weiterschickt. Das Prinzip des zur Lawine werdenden Schneeballs
ist uns ja allen bekannt...

Tausend Dank und all the best Thorsten

SOFORTHILFE E. V.

WIDENMAYERSTRASSE 4/IV

80538 MÜNCHEN
TELEFON: 089 / 2 13 10 90
TELEFAX: 089 / 21 21 59 59
SOFORTHILFE E.V. WIDENMAYERSTRASSE 4/IV, 80538 MÜNCHEN

Der eingetragene gemeinnützige Verein Soforthilfe e.V. wurde Ende der
Siebziger Jahre von einem kleinen Münchner Freundeskreis gegründet.
Anlass war der persönliche Eindruck, den die Soforthilfegründer gewannen, als sie in Kambodscha als Folge der dortigen Kriegszustände entstandene Flüchtlingslager besuchten und Zeugen der humanitären Katastrophe - besonders für die Kinder und Frauen - wurden.
In zwei Lagern mit über hunderttausend unter Bäumen hausenden Flüchtlingen, die keine Hilfe von den internationalen Hilfsorganisationen
erreichte, wurde die Versorgung zunächst mit Lebensmitteln und sodann mit medizinischer Hilfe organisiert.
Über hundert freiwillige Ãrzte und Krankenschwestern kamen zum Einsatz.
Die Geldmittel stammten zunächst von den Vereinsgründern und ihrem unmittelbaren Freundeskreis, dann von einem größeren Kreis von Spendern, aber auch aus Spendenaufrufen großer Zeitungen sowie vom

In der Folgezeit ist die Soforthilfe außer in Kambodscha in Vietnam, Laos,
Nicaragua und in jüngerer Zeit in Polen, Estland und Rußland tättig
geworden.

Alle Maßnahmen werden immer unter der persönlichen Kontrolle von Mitgliedern der Soforthilfe oder von diesen unmittelbar beauftragten vertrauenswürdigen Personen getroffen. Reisekosten, Bürokosten oder sonstige im Zusammenhang mit der Tätigkeit anfallende allgemeinen Verwaltungskosten werden von den Vereinsmitgliedern getragen, so dass beim Einsatz der Geldmittel ein Maximum an Effizienz erzielt wird.

Vorstandsmitglieder sind derzeit:
Dietrich von Boetticher, Dr. Wolfgang Felten,

Christian Bernet, Hubertus Graf von Dänhoff.

Soforthilfe e.V. ist von der Finanzverwaltung als gemeinnützig anerkannt.

Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Spendenquittungen werden
von der Geschäftsführung erstellt.

Für Spenden steht das Konto 5 998 700 00 bei der Dresdner Bank AG
München, BLZ 700 800 00 zur Verfügung.
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Re: -> TSUNAMI - Geldspenden - Spendenkonten $, €, ...

Ungelesener Beitrag von MArtin »

Zunächst mal vielen Dank an Pukalani, die diese bis zur Unlesbarkeit verunstaltet gepostete Nachricht liebevoll editiert hat! :)

@Enja:
Ich hatte Dich so verstanden, dass Du den Versender persönlich kennst - und vielleicht eine Aussage zu seiner "Bonität" mitposten könntest?
Oder kann jmd. anders was zu diesem Verein sagen oder recherchieren?
Meine 5-Minuten-Recherche verlief ins Leere...

Außerdem wäre es wirklich wichtig zu erfahren, von wann die Originalmail datiert, weil alle in ihr verfügbaren Zeitangaben relativer Natur sind.

Könntest Du da bitte "nachbessern", Enja?


Liebe Grüße
enja+peter
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"Soforthilfe"-POSITIVES Ergebnis meiner Recherchen

Ungelesener Beitrag von enja+peter »

Ihr Lieben Interessierten und Spendenwilligen,
ich habe mich noch mal eingehend dahintergeklempt, um wen und was es hier geht.
Sowohl Thorsten Wettke, als auch der Soforthilfeverein erscheinen mir nach dieser Recherche absolut integer. :D
Ich werde noch heute dahin spenden.

Im folgenden nochmal für euch die mails, die das positive Ergebnis meiner Recherche dokumentieren.

Lieber Max Eipp
erstmal vielen Dank fuer Dein Engagement und das in mich gesetzte Vertrauen - ich bin wirklich sehr froh, dass so eine kleine Mail doch noch eine scheinbar recht grosse Wirkung entfalten kann. Ehrlich gesagt haette ich von mir selber am wenigsten erwartet, dass ich jemals so etwas anleiern wuerde - aber dieser eine Tag war doch so etwas wie eine life-changing-experience. Inzwischen bin ich uebrigens in Luang Prabang gelandet, ein perfekter Ort um wieder etwas zur Ruhe zu kommen bevor es dann wieder zurueck nach Thailand geht. Nochmals zur Erklaerung mit der Soforthilfe: ich arbeite nicht wirklich mit denen zusammen, sondern die haben mir die Moeglichkeit gegeben, ihre Organisation zu benutzen, um auch Spendenquittungen ausstellen zu koennen - Spenden gehen in diesem Fall also nicht an die Organisation, sondern direkt an mich. Deshalb muss in der Betreffzeile aus "Seebeben - Wettcke" stehen - sonst geht die Spende in deren Topf (was bei der Integritaet dieser Leute aber auch kein Beinbruch waere). Zunaechst wollte ich meine Mutter bitten, in Deutschland ein Konto zu gruenden und vor Ort alles zu koordinieren - dann haetten wir aber keine Spendenquittungen ausstellen koennen. Also haben wir die Soforthilfe gefragt, ob wir einen Extratopf fuer mich einrichten und abrechnen koennten. Und sie waren einverstanden. Der Laden an sich ist, glaub ich, darauf bedacht eher im Hintergrund zu arbeiten und legt auch keinen grossen Wert auf Aussendarstellung. Ein Freund meiner Eltern war bei der Gruendung des Vereins dabei und koordiniert nun die Hilfe vor Ort. Er faehrt auch jedes Mal mit in das Gebiet, um genau zu kontrollieren, wer was bekommt. Wenn ich dann nicht mehr vor Ort sein werde (Anfang Februar flieg ich zurueck nach Deutschland) wird er das spaeter eintreffende Geld an die richtigen Adressaten bringen. Und dieser Mann ist wirklich absolut vertrauenswuerdig. Vom Hamburger Abendblatt hab ich noch nichts gehoert - aber ehrlich gesagt treibt es mich auch nicht so sehr dahin, in Zeitungen jetzt als grosser Wohltater oder so zu erscheinen. Angesichts dessen, was viele Freiwillige dort vor Ort leisten, ware das schlichtweg vermessen. Die Sache mit der Lesung finde ich klasse, werde gerne mit am Start sein und kann dann hoffentlich schon das eine oder andere Positive aus "unseren" Doerfern berichten.
Ganz liebe Gruesse aus Laos
Thorsten

Sehr geehrter Herr Eipp,
herzlichen Dank, dass Sie sich auch für Thorstens Projekt engagieren.
Ich möchte Ihnen die Telefonnummer in München geben: 089/223311 (Kanzlei von Bötticher, hier ist der Sitz der Organisation „Soforthilfe“)) und von hier aus werden auch die Spendenquittungen ausgestellt. Das gesamte Geld, welches mit dem Zusatz "Seebeben - Wettcke " eingeht, steht Thorsten in Phuket ohne Abzüge für Verwaltung etc. zur Verfügung.
Herzliche Grüße aus dem sonnigen Baden
Christa Wettcke (Mutter von Thorsten)

Ich hoffe sehr, daß dieser Textbeitrag zu mehr Hilfe in dem betroffenen Gebiet führt.
Enja
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Gast

Re: -> TSUNAMI - Geldspenden - Spendenkonten $, €, ...

Ungelesener Beitrag von Gast »

Soforthilfe ev. ????????



Da kann man nur zu groesster Vorsicht raten?
Rueckfragen beim Finanzamt sind angebracht
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