Langzeitreise: Malaria Prophylaxe oder Stand-By-Medikation?

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Danke! :)
Monica
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Re: Malaria Prophylaxe auf langen Reisen!?

Ungelesener Beitrag von Monica »

Danke. Gegen Medikamente die ich mitnehme und -falls es nötig werden sollte- auch schlucke, ist nichts einzuwenden! Gibt es so etwas in deutschen Apotheken zu kaufen? Wie heißen diese Medikamente?

Liebe Grüße Monika
Niemals wird ein Traum Dir gegeben ohne dass Dir auch die Kraft gegeben wurde, ihn zu verwirklichen. Es mag allerdings sein, dass Du Dich anstrengen musst.
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Ralph
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Malaria Prophylaxe oder Stand-By Medikation?

Ungelesener Beitrag von Ralph »

Du findest aktuelle und zuverlässige Informationen in den Gesundheitslinks der Weltreise-Links , auch zu Malaria.
Tropeninstitute und Gelbfieberimpfstellen, wie z.B. die Impfambulanz in Frankfurt, sind gut informiert. Das Problem mit Malariamitteln ist halt, dass sie bei möglicherweise starken Nebenwirkungen nur zu etwa 70% wirken. Insofern empfinde ich die Standby-Lösung als besten Kompromiss.


Happy Trails,

Ralph
hallygally
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Malaria Prophylaxe auf langen Reisen - oder stand-by?

Ungelesener Beitrag von hallygally »

Meine medizinische Beratung von einem Spezialisten im Gesundheitsamt Köln war bzgl. Malaria die, dass er ebenfalls zum Standby geraten hat. Bei Anzeichen von Fieber mit unklarer Herkunft auf jeden Fall einnehmen. Das genügt mir persönlich, muss man aber abwägen, wie man selber dazu steht. Prophylaxe wurde abgeraten wegen Nebenwirkungen und (bei mir) noch nicht feststehendem langem Reiseplan. Vorsorge wie helle, lange Kleidung, Moskitobetz und Autan sind aber selbstverständlich, denke ich.
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Gruß,
Thomas
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Rastlos2
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Malaria Prophylaxe auf langen Reisen - oder stand-by?

Ungelesener Beitrag von Rastlos2 »

hallygally hat geschrieben:Meine medizinische Beratung von einem Spezialisten im Gesundheitsamt Köln war bzgl. Malaria die, dass er ebenfalls zum Standby geraten hat. Bei Anzeichen von Fieber mit unklarer Herkunft auf jeden Fall einnehmen.
:shock: Nein, bitte nicht solche Tipps geben!!

1. Ob jemand eine Prophylaxe nehmen möchte, bleibt natürlich jedem selber überlassen. Es sprechen aber viele Gründe dagegen: Resistenz, Nebenwirkungen, falsches Sicherheitsgefühl und dadurch Vernachlässigung des wichtigen Präventivschutzes etc.

2. Ein Standby-Mittel ist nur für den äußersten Notfall gedacht, d.h. wenn man sich weitab jeglicher medizinischer Versorgung befindet und innerhalb von 48 h keinen Arzt aufsuchen kann - also eigentlich für Touren mit Expeditionscharakter!

3. Bitte NIEMALS eine Eigendiagnose stellen und einfach auf Verdacht das Standby-Mittel einnehmen!! IMMER vorher einen Bluttest von einem Arzt durchführen lassen, der tatsächlich eine Erkrankung mit Malaria belegt. Ähnliche Krankeiheitssymptokme können z.B. auch von Dengue oder anderen Fieberkrankheiten verursacht werden und die Einnahme eines Standby kann unter Umständen eine richtige Diagnose beim Arzt nicht mehr möglich machen.

4. Die Inkubationszeit von Malaria beträgt mind. 7 Tage, d.h. es spielt hinsichtlich der medizinischen Versorgung im Land überhaupt keine Rolle, wie diese im Malaraigebiet aussieht, sondern nur wie diese im Gebiet 1 Woche und später der Reise ist. In den meisten Ländern SOA kann man ziemlich schnell und einfach ein Krankenhaus oder einen Arzt aufsuchen, weswegen die Mitnahme eines Standby meistens überflüssig ist (es sei denn man hat Angst vor Medikamentenfäschungen).
Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
hallygally
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Malaria Prophylaxe auf langen Reisen - oder stand-by?

Ungelesener Beitrag von hallygally »

Hallo rastlos2,
Mein "Tipp" ist nicht als solcher gemeint gewesen, es handelt sich um eine Aussage meines Arztes zu mir, ich gebe nie medizinische Tipps in Foren ab. Deine Antwort macht mich aber etwas unsicher. Bist Du Arzt?
Mein Doc hat mir gesagt, dass ich so handeln soll. Von schlimmeren Nebenwirkungen hat er nichts gesagt. Hmmm.... ich frage da nochmal nach. Er hat ganz klar von chemischer Prophylaxe abgeraten. Zunächst einmal ist er mein Ansprechpartner, was aber Deine Anmerkungen nicht mindern soll.
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Gruß,
Thomas
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Rastlos2
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Malaria Prophylaxe auf langen Reisen - oder stand-by?

Ungelesener Beitrag von Rastlos2 »

hallygally hat geschrieben:Deine Antwort macht mich aber etwas unsicher. Bist Du Arzt?
Nein, ich habe zwar einen Doktortiel, aber in einem etwas anderen Bereich.

Welche Aussage hat Dich denn verunsichert? Die Tatsache, dass man keine Eigendiagnose durchführen sollte und mal einfach so ein Standby einnimmt?
Falls dies Dich verunsichert hat, dann lies mal etwas weiter unten.
hallygally hat geschrieben:Mein Doc hat mir gesagt, dass ich so handeln soll. Von schlimmeren Nebenwirkungen hat er nichts gesagt.
Ich weiss ja nicht, wie Euer Beratungsgespräch abgelaufen ist, aber wenn er tatsächlich den Rat gegeben haben sollte, OHNE Bluttest nur bei Verdacht ein Standby-Mittel einzuwerfen, dann handelt er echt fahrlässig. Nur wenn man wirklich innerhalb von 1-2 Tagen nach Ausbruch der Krankheitssymptome keinen Arzt aufsuchen kann, dann sollte man auch ohne Bluttest ein Standby verwenden.

Standby-Mittel enthalten in den meisten Fällen die gleiche Wirkstoffe wie eine Prophylaxe - aber in wesentlich höheren Konzentrationen! Damit können natürlich auch die gleichen Nebenwirkungen (nur heftiger) einher gehen :wink:

Als Laie ist man absolut nicht in der Lage, Malaria von Dengue oder irgendeiner anderen Erkrankung mit ähnlichen Symptomen zu unterscheiden. Eine Selbstdiagnose verbunden mit der Einnahme eines Standby wiegt leider oftmals den Betroffenen in trügerischer Sicherheit und es wird dann kein Arzt mehr aufgesucht. Was aber nun, wenn es gar nicht Malaria, sondern z.B. Dengue war? Fataler Fehler!!
Durch die Einnahme eines Standby kann unter Umständen Dengue nicht mehr richtig diagnostiziert werden, wodurch auch bei anschließendem Besuch eines Arztes im schlimmsten Fall eine Fehldiagnose herauskommen könnte. Deswegen: IMMER erst zum Arzt und anschließend die Behandlung und Einnahme von Medikamenten durchführen.
hallygally hat geschrieben:Er hat ganz klar von chemischer Prophylaxe abgeraten.
Das ist doch schon mal eine vernünftige Aussage Deines Arztes :D

Zum Thema Ärzte und Reisemedizin möchte ich aber auch noch ein paar Punkte aus eigener Erfahrung und Erfahrung andere Traveller anmerken:

1. Viele Ärzte beschäftigen sich leider nur ausreichend mit dem Thema und für viele ist es damit getan in das "Schlaue Buch" bzgl. des Reiselandes nachzuschlagen und dem Patienten dann alle darin aufgeführten Impfungen und Prophylaxen zu empfehlen. Er hat damit ja auch seiner Sorgfaltspflicht Genüge getan. Das führt dann aber z.B. dazu, dass selbst Leute bei einem normalen Strandurlaub während der Trockenzeit fleißig irgendwelche Prophylaxen einwerfen :roll:
Eine wirklich gute Beratung findet nur dann statt, wenn der Arzt auf die Details der Reise eingeht, d.h. wenn er weiss WANN die Reise stattfindet, WO man sich im Land genau aufhalten möchte, WIE LANGE man sich in eventuellen Malariagebieten befindet und WIE die medizinische Versorgung im jeweiligen Land ist.

2. Es ist hierzulande leider oftmals nicht einfach, einen wirklich fähigen Arzt zu finden, der einen umfassen berät. :(

3. Jeder Arzt im Reiseland weiss besser über das Thema Malaria und die wirksamsten Medikamente für die jeweilige Region Bescheid als die Mediziner hier in Deutschland!!
Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
shadu
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Malaria Prophylaxe auf langen Reisen - oder stand-by?

Ungelesener Beitrag von shadu »

ich würde bei fieber auch nicht gleich das standby-nehmen!
was ist wenns dann doch nicht malaria ist sondern dengue-fieber?

ich hate standby nur bei meinem ersten indien-trip mit und war da schon überflüssig.
seither war ich in fast ganz thailand (auch grenzgebiet zu burma), laos, kambodscha und malaysien und dort gabs überall krankenhäuser/ärtzte für den fall der fälle.
Squai
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Malariaschutz durch homoeopathische Schutzimpfung??

Ungelesener Beitrag von Squai »

Malaria ist ein interessantes Thema.
Daher moechte ich meine Vorgehensweise mal ins Gespraech bringen, denn immerhin bin ich nun seit dem 1.8.2007 mit Bahn, Bus und Schiff auf dem Weg nach Australien und befinde mich seit dem letzten Jahreswechsel permanent in Ländern, in denen es Moskitos gibt - wenn auch nicht immer in Gebieten in denen Malaria ausgewiesen ist.

Ich benutze seit meinem ersten Aufenthalt im Senegal 2001 ausschließlich die sogen. "homoeopathische Schutzimpfung", habe also keines der ueblichen Mittel im Gepaeck. Wobei das keine Impfung im klassischen Sinne mit der Spritze ist, sondern die taegliche Einnahme von 2 Globuli des Mittels, das jeweils ein anderes ist, je nachdem, ob ich mich in trockener oder feuchter Hitze befinde. Und nur dann, wenn ich in einem Malariagebiet bin, ist zusaetzlich einmal eine Gabe der sogen. "Malaria Nosode" erforderlich, die ich nach 14 Tagen erneuern muss, falls ich mich dann noch im Gebiet befinde.

Fuer viele sicher ein ungewoenhlicher, vielleicht aber interessanter Weg, da er komplett nebenwirkungsfrei und preiswert ist. Allerdings benoetigt es zwecks Beratung einen Heilpraktiker oder Arzt, der sich in der Homoeopathie auskennt und vielleicht sogar bereits einige Patienten vor ihren Tropenreisen betreut hat. Dem "normalen" Schulmediziner - auch dem Tropenmediziner, es sei denn, er war mal in Indien und hat im Land mit dortigen einheimischen homoeopathischen Fach-Aerzten zu tun gehabt - darf man damit nicht kommen. Er weiss es in aller Regel nicht und wird alles dafuer tun, einen Interessenten von diesem Weg abzubringen.

Gruss

Squai
Menschen achten Menschen
SimonH
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Beiträge: 16
Registriert: 23 Aug 08 14:49

Malaria Prophylaxe auf langen Reisen - oder stand-by?

Ungelesener Beitrag von SimonH »

Hallo,

Ich hatte Glueck, mein Hausarzt gehoert meiner Meinung nach zu den faehigen, da er mich das alles gefragt hat.
Ich werde auch nochmal kurz vor meiner Abreise (Mitte November) zu ihm gehen, da er dann aktuelle Karten der Risikogebiete hat und mir sagen kann wo was sinnvoll ist.

Er hat mir auch erklaert wie der Malarianachweis funktioniert, und warum es deshalb schlecht ist mit den Stand-By Tabletten ohne Untersuchung anzufangen.
Er hat mir aer trotzdem dazu geraten Malarone mitzunehmen, da es in den meisten Gegenden zwar kein Problem ist Malaria nachweisen zu lassen (Eigene Spritzen mitnehmen!), aber es oft Probleme geben kann dann schnell an Tabletten zu kommen. Deshalb nehme ich Malarone mit.

Malarone kann man aber sowohl als Prophylaxe als auch als Standby mitnehmen, nur eben dann in anderen Dosierungen.

Ich hoffe mal ich werde mit dieser Beratung dann halbwegs gut fahren...

Viele Gruesse

Simon
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