Porto Velho - Manaus im Landcruiser

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gundl
Kiebitz
Beiträge: 4
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Porto Velho - Manaus im Landcruiser

Ungelesener Beitrag von gundl »

Hallo, die Reisenden

Da uns bislang keiner so genau sagen konnte, warum die Strecke von Porto Velho nach Manaus nicht zu fahren ist, mussten wir es selber rausfinden. Die meisten wussten zwar, dass die Strecke nicht mehr unterhalten wird, aber eine definitive Aussage was nun genau das Problem ist, war nicht zu bekommen.

So haben wir es ausprobiert mit einem Toyota Landcruiser im Jan 05 (Regenzeit):

Es hat 3 Tage gedauert, die 680km zu bewaeltigen. Die Gegend ist nicht so verlassen, wie wir dachten, es laufen immer wieder ein paar Jaeger mit Flinten rum, und andere Autos haben wir auch getroffen. So ca. alle 35 km gibt es Relaisstationen, der Telefongesellschaft "Embratel", und die werden auch gewartet. Die Bruecken sind in teilweise statisch bedenklichen Zustand, werden jedoch offenbar von Zeit zu Zeit von den Telefonleuten in Stand gesetzt. (Einige Bretter sind bei der Ueberfahrt gebrochen). Im Prinzip war die Strasse asphaltiert, wobei die recht stuemperhaft gebaute Strasse sich zum groessten Teil ins Nichts aufgeloest hat. Die Asphaltreste sind hier eher hinderlich, da sich dahinter sehr tiefe, mit Wasser gefuellte Schlammloecher auftun, die eine sehr steile Abbruchkante haben. Wir sind deshalb einige Male hinten aufgesessen. Wir haben uns 2mal festgefahren, einmal nur mit Greifzug wieder rausgekommen. Das Problem war, einen geeignteten Baum zu finden, der Wald besteht eher aus rel. duennen, dichten Gewaechsen. Einen zu windigen Baum haben wir ausgerissen.

Nun die genauere Streckenbeschreibung von P. Velho nach Manaus (km Angaben nicht zu genau nehmen)

bis zum Abzweig bei Humaita Asphalt mit wenigen Loechern
dann ca. 20 km sehr tiefe Loecher im Asphalt.
Danach (hier dreht die Strasse Richtung NNO) ca. 35km herrlichster Asphalt.
Die naechsten ca. 240km bis zur ersten von insg. 4 Faehren sehr schlechte Piste, tiefe Loecher, Schlammpasagen, fragwuerdige Bruecken etc.
Ca. in der Mitte der Strecke ist eine Bruecke zusammengebrochen, es existiert eine Umleitung durch den Bach, wobei die Auf- und Abfahrten sehr steil waren (Rutsch- und Umkippgefahr).
Ab der ersten Faehre wird der Strassenzustand zusehens besser, ab der zweiten Faehre kein Problem mehr. Die ersten 3 Faehren kosten 10 R$, die grosse kurz vor Manaus 20R$.

Fazit: Es ist, ein entsprechendes Fahrzeug (wenig Gewicht, Unimog etc. wg. Brueken eher nicht) vorausgesetzt, moeglich die Strecke zu fahren, empfehlen wuerden wir es aber nicht. Es kann durchaus sein, dass man an einer erst kuerzlich zusammengebrochenen Bruecke etc. scheitert. Unterwegs gibt es keine Versorgungsmoeglichkeiten. Wir hatten genug Diesel fuer einen evtl. noetigen Rueckweg dabei.
Wir raten mit 2 Autos zu fahren oder mind. Seiwinde od. Greifzug dabei zu haben und eine Machete kann nicht schaden!

So denn, wir hoffen dass unsere Infos fuer andere hilfreich sind. Und immer drann denken: Es ist immer nur alles halb so doppelt!

Es ist schon erstaunlich, welche Mythen sich ueber gewisse Strecken so halten (z.B. auch die Strecke in die "Yungas", Bolivien).

Jetzt gibts erst mal eine (ode.2,3,...) Caipis, die haben wir uns verdient.

Gruss an alle,
Gunter&Claus
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happtravel2005

Re: ! Porto Velho - Manaus im Landcruiser

Ungelesener Beitrag von happtravel2005 »

respekt und gruss aus weimar (momentan la paz)
gundl
Kiebitz
Beiträge: 4
Registriert: 27 Jan 05 18:22
Wohnort: Muenchen

Re: ! Porto Velho - Manaus im Landcruiser

Ungelesener Beitrag von gundl »

... hier nochmal eine genauere Bechreibung der Strecke in Richtung Porto Velho nach Manaus (BR319).

Alle Angaben vom 27. Jan 2005 und ohne Gewaehr.

km0 ist beim Abzweig bei Humaita
bis km23 sehr schlechte, loechrige Strasse
bis km58 2-spurige, sehr gute Strasse, keine Loecher im Asphalt
bis km158 schmale, loechriger Asphalt, teilweise weggespuelt
bei km158 sehr schlechte, modrige Bruecke, bei uns ist ein Brett gebrochen, (fast durchgefallen!), S06°26,256', W62°52,148'
bis km250 wechselhafter Strassenzustand (Schlamm, Asphaltreste, teilweise tiefe Loecher), danach etwas besser
bei km325 sehr wackelige Bruecke, S05°17,208', W61°56,042'
erste Faehre bei S04°56,829', W61°31,890', 10R$
ab hier Strasse gut
zweite Faehre bei S04°40,872', W61°16,766' (km510), 10R$
ab hier stetig besser werdende Strasse bis Manaus
dritte Faehre bei S03°49,788', W60°21,975', 10R$
vierte Faehre (20R$) direkt vor Manaus (Meeting of the waters)

Fuer die oben erwaehnte eingestuerzte Bruecke haben wir leider vergessen einen GPS-Punkt zu setzen, wir hatten gerade andere Sachen zu tun ;-), die Bruecke ist aber ziemlich genau in der Mitte der Strecke und wird wahrscheinlich demnaechst repariert sein.

Die Einfahrten zu den Relaisstationen eignen sich gut als Stellplatz zum pennen.

Viele Gruesse,
Gunter&Claus
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