Venezuela, Isla Margarita: Touristische Infrastruktur?

In der Karibik kann man's aushalten: Bahamas, Kuba, Dominikanische Republik, Puerto Rico, British und American Virgins, Antigua, Guadeloupe, Dominica, St.Lucia, Barbados, Grenada Trinidad, Tobago, Antillen und etliche andere...,
oder?
Hier:
Karibik-Infopool Einzelthematische Infos und Fragen zur Karibik. Bitte nur direkt auf den Thementitel bezogen antworten und dabei nicht.direkt zum karibischen Titel gehörende Suchworte (z.B. Ländernamen oder themenfremde Zusatzfragen) vermeiden.[/b]
Bitte hilf, die Suche im Karibik-Infopool für alle effektiv zu erhalten. Danke
reicher
WRF-Mitglied
Beiträge: 22
Registriert: 30 Jul 11 11:41
Wohnort: Bayern

Venezuela, Isla Margarita: Touristische Infrastruktur?

Ungelesener Beitrag von reicher » 22 Jul 12 3:03

Hallo,
Astrid hat geschrieben:Bahia de Plata im nördlichen Westen der Insel - einer Region, die uns bei unserer Tour über Isla Margarita am besten gefallen hat.

Durch das hügelige Hinterland ist der Nordwesten deutlich grüner, nicht so "wüstig" wie der Süden der Insel. Die Besiedlung entlang der Westküste ist gering, entsprechend wenig Verkehr gibt es auf der fast einzigen Strasse. Einer der bekanntesten und auf Touristen ausgerichtete Ort an der Westküste ist Juan Griego.
Die Beschreibung erweckt den Eindruck, dass Isla Margarita ein relativ friedliches Fleckchen Erde ist. Wie ist die touristische Infrastruktur denn generell auf der Insel ? Ich dachte bisher immer, das wäre eines von Venezuelas touristischen Vorzeigeobjekten. Eben eine Karibikinsel nur eben "unter dem Winde".

Benutzeravatar
Astrid
Globaler Moderator
Beiträge: 5648
Registriert: 04 Dez 02 23:25
Wohnort: weltreisend seit 2000
Kontaktdaten:

Venezuela, Isla Margarita: touristisches Vorzeigeobjekt?

Ungelesener Beitrag von Astrid » 22 Jul 12 6:10

Hallo Reicher :)

Wir haben die Insel Isla Margarita vor ein paar Jahren mit dem Auto umrundet, insofern kann ich Dir meinen kurzen persönlichen Eindruck von Isla Margarita geben :).

Soweit möglich sind wir entlang der Küste gefahren.

Gestartet sind wir in der Bucht der S egler vor P olamar, der größten Stadt der Insel. Vom Wasser aus war der kilometerlange Strand von ein paar kümmerlich anmutenden Palmen in der ersten Reihe und einer dahinter liegenden Skyline von Hochhäusern geprägt. Getoppt von den sich in der Ferne erhebenden und oft in Regenwolken liegenden Cordilleren.
Davon sieht man auf von dem um P olamar befindlichen zum Teil excellenten, oft 4-6-spurigen prachtvollen, alleenartig gesäumten Strassensystem allerdings nichts. Statt dessen fiel unser Blick oft genug auf Bretter- und Wellblechhütten, kaum mehr als Verschläge, die sich an hässliche Beton-Fassaden schmiegen. Leerstehende Hochhäuser und Bauruinen liessen einige Gegenden heruntergekommenen und trostlos verlassen erscheinen - in anderen pulsierte das Leben. Schwarze haben wir dort so gut wie keine getroffen - dafür erstaunlich viele Chinesen. Hinter den Tresen ihrer typischen, mehrfach vergitterten kleinen ebenerdigen Läden stehend erfüllten sie mit ihrem weitgehend einheitlichen Standardsortiment die häufigsten Wünsche ihrer Alltags-Kundschaft. Dazwischen zusätzlich von Einheimischen aufgestellten Stände auf dem Trottoir. Viele sind nicht größer als DIN-A-4 und lediglich mit einer Handvoll Einheits-Items bestückt - vor allem mit Süßem, losen Zigaretten, frischem Obst oder auch Kurzwaren bestückt.

Richtung Süden liegen die Ortschaften entlang der Südküste der Hauptinsel um Los R obles liegen so dicht beieinander, dass man den Übergang nicht bemerkt. Ein paar einheimische Kinder in Schuluniformen spielten auf der Strasse - ein zwischen zwei Häusern eingekeiltes Basketballfeld lag trostlos und verlassen da. Erwachsene sassen im Schatten vor ihren Wohnungen und in Hauseingängen - definitiv keine reiche Gegend, so dass wir uns gescheut haben, Photos aus dem fahrenden Auto zu schiessen.

Nicht so an einem kleinen Hafen, den wir kurz drauf erreichten. Wenn die zurückkommenden Boote entladen werden, wird der Fang den Fischern von Hunderten von Pelikanen streitig gemacht. :cool:.

Die Halbinsel M acanao ist nur über eine schmale Landbrücke
mit der Hauptinsel verbunden ist. Bei Sturm und heftigen Regenfällen kann es hier zu Überschwemmungen kommen, die die Passage unmöglich machen.
Macanao selbst wirkte trockener, dürrer und noch verschlafener. Selbst Boca de Rio, 1. und wichtigster Ort im Süden der Halbinsel schien nur für die hier anlandenden Cruise-Schiffe aus seinem Schlaf zu erwachen.

In P unta di P iedras warteten ein paar geräumige Strandrestaurants auf Gäste. Doch an dem Tag waren wir die Einzigen und die am Strand aufgebauten Sonnenschirme und Liegestühle blieben unbenutzt.

Abgesehen von einsamen Stränden bildet wüstige Kakteenlandschaft das Panorama rund um die höchste Erhebung und das auf dem Berg liegende Kloster San F rancisco de M acanao.

Zurück gings wieder über die Landbrücke, nördlich davon erstreckt sich der mit 23 km längste, von Mangroven gesäumte Sandstrand der Karibik, die L aguna la r estinga.

Gerne wären wir zu einem erfrischenden Abstecher zu dem in Sichtweite vor uns liegenden Meer von der Hauptstrasse abgebogen. Doch die wenigen dorthin führenden Wege waren schlecht markiert und bestanden oft aus nicht asphaltierten Schotterpisten - ungeeignet für unseren Leihwagen.

Etwas weiter nördlich liegt J uan G riego an der Westküste der Hauptinsel, ein sympatisch-gemütlicher ehemaliger Fischerort mit mediterranem Ambiente, dem die Entwicklung zum Urlaubsort architektonisch und wirtschaftlich offensichtlich gut bekommen ist.

Zwischen M anzanillo im äussersten Nordwesten und La A suncion, der weiter südlich gelegenen, lediglich 15.000 Einwohner zählenden Hauptstadt sollen laut Reiseführern die schönsten, daher leider auch erschlossensten Strände der Insel liegen. Bereits auf der Hauptstrasse wechselten sich Souvenirläden, -stände und schicke Restaurants ab. Die zu den Stränden führenden Seitenstrassen waren von schicken Hotelanlagen und farbenprächtigen Grünanlagen eingerahmt - uns hat die Ursprünglichkeit und der spröde Charme der kargen Halbinsel jedoch mehr in den Bann gezogen.

Bei Sonnenuntergang erreichten wir P ampatar, den östlichsten Punkt der Hauptinsel. Hinter geschichtsträchtiger alter Stadtmauer herrscht Einbahnstrassenverkehr, unter den beidseitigen Arkaden mit ihren schicken Boutiken, Bistros und Kunstgeschäfte gähnende Leere. Dennoch bekamen wir einen Hauch vom Reichtum mit, der sich hier ballt. V.a. für reiche Venezuelaner ist P ampatar beliebter Zweitwohnsitz.

Wie die touristische Infrastruktur auf Isla Margarita im einzelnen ist (T ransport, U nterkünfte, V erpflegung, N ightlife) oder wie es um die S icherheit Isla Margaritas bestellt ist, bitte ich Dich einzelthematisch zu erfragen, falls Du über die Suche nichts finden solltest.
Auch Fragen zu einzelnen Regionen bitte ich regelentsprechend separat weiter zu vertiefen.

Typisch karibisch habe ich die Insel eher weniger erlebt, eher stellenweise wie das M allorca Südamerikas.

Liebe Grüße
Astrid
Eine fremde Kultur ergründen zu wollen, ist wie der Versuch, den Horizont zu erreichen... Irgendwann steht man wieder an dem Punkt, an dem man begonnen hat - doch der Blick zum Horizont ist ein anderer. [A. Bokpe]

reicher
WRF-Mitglied
Beiträge: 22
Registriert: 30 Jul 11 11:41
Wohnort: Bayern

Venezuela, Isla Margarita: touristisches Vorzeigeobjekt?

Ungelesener Beitrag von reicher » 23 Jul 12 11:18

Hallo,

mit dieser Beschreibung ist man ja voll im Bilde. Vielen Dank dafür! Also kann man wohl sagen, dass die touristische Erschließung nur teilweise stattgefunden hat und der Rest der Insel Spuren von nicht oder nur teilweise erfolgter Umstellung auf Tourismus geprägt scheint.

Benutzeravatar
Astrid
Globaler Moderator
Beiträge: 5648
Registriert: 04 Dez 02 23:25
Wohnort: weltreisend seit 2000
Kontaktdaten:

Venezuela, Isla Margarita: touristisches Vorzeigeobjekt?

Ungelesener Beitrag von Astrid » 23 Jul 12 14:46

Hallo Reicher,

ja, ich hatte den Eindruck, daß Isla Margarita für alle Arten von Reisenden ein Fleckchen bietet, an dem man sich wohl fühlen kann, ganz nach persönlichem Anspruch, wobei der Norden eindeutig mehr auf Pauschaltouristen oder All-inclusive Touristen ausgerichtet ist. Wie sehr der Süden aus seinem Dornröschen-Schlaf erwacht, wenn die Cruise-Schiffe in El G uamache anlegen, kann ich halt nicht sagen.

Liebe Grüße
Astrid
Eine fremde Kultur ergründen zu wollen, ist wie der Versuch, den Horizont zu erreichen... Irgendwann steht man wieder an dem Punkt, an dem man begonnen hat - doch der Blick zum Horizont ist ein anderer. [A. Bokpe]

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema
  • Ähnliche Themen -> Suchen & dort Nachfragen wenn passend
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Karibik - karibische Inseln“