Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

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Kai71
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Auswärtiges Amt: Sicherheitshinweise - wie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von Kai71 » 27 Apr 11 12:49

Eins vorweg: Ich schätze die Reisehinweise des auswärtigen Amt auch sehr und empfehle jedem/jeder, sie sich vor der Reise durchzulesen.

Ich finde aber auch den Vergleich mit dem Beipackzettel nicht schlecht, in dem jede noch so unwahrscheinliche Nebenwirkung aufgelistet wird, um am Ende nicht zur Haftung herangezogen werden zu können.

Die Haftung des Außenministeriums ist zwar meist nur ideell (und nur in seltensten Fällen wie Lösegeldzahlungen o.ä. auch materiell), aber man merkt den Beiträgen des AA an, dass dort lokale Kenntnisse der Reisegebiete oft mit juristischem Sachverstand gepaart sind.

Also: Lesen und lernen, die Hinweise einzuschätzen. :wink:

P.S.: Die Sache mit dem Empfehlungsschreiben wusste ich nicht. Wertvoller Hinweis!
Reisen ist besonders schön, wenn man nicht weiß, wohin es geht. Aber am allerschönsten ist es, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt.
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Sternedieb
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Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von Sternedieb » 24 Jul 12 9:03

Ganz so auf die leichte Schulter oder gar gänzlich ignorieren sollte man die Warnungen des AA meiner Meinung nach nicht. Diese kommen ja nicht von ungefähr. Andererseits sollten diese auch nicht überbewertet werden.

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Panny
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Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von Panny » 17 Okt 12 13:07

Hilfreich kann es auch sein, die persönliche Relevanz von einzelnen Aspekten, die in den Sicherheits-Hinweisen des AA erwähnt werden, im Auge zu behalten.
Das hört sich banal an, aber schnell hat man nur die "allgemeine Stimmung" aufgenommen und nicht mehr aufs Detail geachtet.

Konkretes Beispiel: wenn das AA vor Bombenattentaten in Guatemala City warnt, sollte man sich fragen: will ich überhaupt in die Hauptstadt und werde ich dort Bus fahren?

Ein zweites anders gelagertes Beispiel: was sagen viele Tausend Tote im Jahr über die Sicherheitslage in Mexiko aus?
Es sind zum überwiegenden Teil Opfer des Kampfes zwischen Polizei und Drogenbanden oder zwischen rivalisierenden Drogenbanden.
Wenn man nicht gerade durch Zufall Kollateral-Opfer bei einer Schießerei wird, die recht selten an touristen Orten stattfinden, dann ist das nahezu irrelevant für einen normalen Touristen.
Wer aber gerne wild campt, der ist durch dieses Phänomen unter Umständen betroffen: der Feldweg, in den man fährt, um an ein ruhiges Plätzchen zu kommen, kann der gleiche sein, den hoch bewaffnete Banden nachts benutzen. Und die schießen erst und fragen dann.

Bitte legt jetzt den Inhalt der beiden Beispiele nicht auf die Goldwaage. Mir geht es nur darum, das Prinzip zu verdeutlichen: auf die persönliche Relevanz der Warnungen des AA achten und sich nicht vom "Gesammtbild" einer Länder-Warnung einnehmen lassen.

Und dann gibt es übrigens noch Verrückte und Abenteurer, die die Warnungen des AA nutzen, um auf die Weise pauschal-touristen-arme Orte zu identifieren. Mein bester Freund ist jahrelang so vorgangen und hat ordentlich was erlebt.

Gruß

Panny
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Traveller2012
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Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von Traveller2012 » 17 Okt 12 13:54

Ich würde die Hinweise des Auswärtigen Amts auch immer ernstnehmen. Die haben sich das vorher schon gut überlegt, ob sie eine Reisewarnung rausgeben oder nicht und wie sie diese formulieren. Allerdings kommt es auch drauf an, was für Hinweise die Warnung enthält. Ich gebe da meinen Vorrednern recht, man sollte diese Warnungen auch nicht überbewerten und sich Angst machen lassen.

Maiko.S29
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Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von Maiko.S29 » 07 Aug 13 16:32

Hallo,

gerade dem Auswärtigem Amt wäre ich stetts skeptisch. Als ich in L esotho gewohnt habe, haben die über L esotho einen absoluten Quatsch geschrieben. Auf einem Empfang des Botschafters habe ich mich mit den Kollegen unterhalten und sie sagten mir das sie gerne übertreiben, weil sie auf der sicheren Seite sein wollen. Wenn etwas passieren sollte, was nie ausgeschlossen werden kann, wollen die sich einfach absichern. Aus deren Sicht verständlich, allerdings als Reisehinweis nicht zu empfehlen.

Aber gerade Sicherheit ist immer ein schwieriges Thema weil es extrem subjektiv ist. Ich bin Angstfrei und hab auch keine Angst bei Dunkelheit in W indhoek zu meiner Unterkunft zu laufen, um das Taxi Geld zu sparen. Aber andere machen das anders. Hierfür gibt es kein Patent Rezept, im Endeffekt musst du das alleine entscheiden und ggf. die Konsequenzen dulden. Diese Abwägung kannst aber nur du, denn Risikowahrnehmung und Einschätzung sind subjektiv.

MFG


[Beitrag in passendes Thema verschoben - Astrid :)]
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Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von WTravelSchmartin » 02 Sep 13 21:37

Das AA geht halt immer auf Nummer Sicher und spricht alle bekannten Gefahren an, egal ob potentiell oder ganz real.
Dabei wird lieber ein Gefahrenhinweis zuviel, als zuwenig herausgegeben. Das ist auch logisch, da es für das AA viel schlimmer wäre, vor einer Gefahr nicht gewarnt zu haben und verunglückte Deutsche mitverschuldet zu haben, als zu viele Warnungen heraus gegeben zu haben, die Leute vielleicht verschrecken, aber keine Konsequenzen für das Amt haben.

Ich denke jeder sollte eben nicht nur das AA als Quelle heran ziehen, sondern auf einer breiten Informationsbasis die potentiellen Gefahren abschätzen.

Am Ende entscheidet jeder sowieso selbst!

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Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von NikE09 » 24 Apr 14 13:12

Da kann ich meinem Vorredner nur beipflichten! Jede Person empfindet/bewertet Gefährdungspotentiale zudem auch anders.

pantitlan
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Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von pantitlan » 13 Jul 14 21:35

Die Sicherheitswarnungen des AA sind mit sehr grosser Sorgfalt zu geniessen. Dass die Autoren sich absichern wollen, ist der eine Punkt. (Da kommen dann solche Passi wie "Erhöhtes Entführungsrisiko. 2008 wurden ein belgisches Paar entführt." Obwohl seit sechs Jahren nichts mehr passiert ist, bleibt der Passus drin.)

Ich habe eine Weile auf einer Botschaft gearbeitet und ich würde sagen: Die Leute, welche diese Texte verfassen, haben null Ahnung vom Land. Die sitzen in der Hauptstadt in ihren Expatwohnungen, essen in deutschen Restaurants (oder beim I taliener) treffen sich abends mit Leuten von der deutschen Schule. Die benutzte Datenquelle sind Zeitungen, Daten von den Ministerien der anderen Seite und zu einem geringen Grad Erfahrungen auf dem konsularischen Alltag. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, irgendjemand dieser Leute um eine Einschätzung der Sicherheitslage zu bitten.
Mehr Infos immer auf meinem Weltreiseblog und meinem Chinablog

TulpeClaudia
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Sicherheitshinweise des AA: Wie sind sie einzuschätzen?

Ungelesener Beitrag von TulpeClaudia » 25 Apr 15 12:23

Ich glaube manchmal das die das einfach nur schreiben müssen, damit niemand sagen kann es würde nicht irgendwo stehen. Natürlich gibt es viel was man zu beachten hat, dennoch glaube ich nicht das alles einen hohen Stellenwert hat was da so geschrieben ist.

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