Tonga: Existenzgründung - im Fitnessbereich?

Astrid & MArtin haben über 1 Jahr auf Tonga im Südpazifik gelebt, Moderator mahimahi wohnt auf Tongatapu...
Hier beantworten sie Fragen zu 'Eua, Ha'apai, Vava'u und Tongatapu, die über das bereits unter www.worldtrip.de/Tonga/tonga.html Geschriebene hinausgehen.
Hier:
Königreich Tonga- Infopool: Hier bitte wie in den anderen Info-Bereichen suchfreundlich gem. 1F-1T fragen und in Antworten auch beim Thema bleiben. Für neue Frafen oder Infos bitte neue Themen erstellen. Dadurch hilfst Du, das Tongaforum für alle recherchierbar, ergänzbar und aktualisierbar zu erhalten. Danke
Cabalaca
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Tonga: Existenzgründung - im Fitnessbereich?

Ungelesener Beitrag von Cabalaca » 23 Jul 05 22:00

Danke für die bisherigen Infos :D

OT <snip>

Nachdem die Bevölkerung von Tonga ja recht fettleibig ist (ich las mal in einem Artikel, seine Majestät wog stolze 250 kg) gab es ja das "königliche Fitness Programm", welches der Bevölkerung ermöglichte, sich gratis Untersuchen zu lassen, Ernährungsberatung zu machen und Fitness-Center zu besuchen bzw. bei Fitness-Programmen mitzuwirken - alles vom Staat bezahlt. Und in diesem Bereich Fitness/Medizin sehe ich, glaube ich mal, ein recht großes Potenzial bzw. die Möglichkeit in Tonga zu arbeiten!

Ich hoffe das ganze stimmt so und ich zitiere richtig aus meinm Kopf :D , falls nicht - tut leid!

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mahimahi
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Re: Tonga: Existenzgründung - im Fitnessbereich?

Ungelesener Beitrag von mahimahi » 24 Jul 05 15:23

Ist das jetzt ne Frage? :?:

Ich muss leider sagen, mir ist von dem von dir beschriebenen "königlichen Fitness-Programm" nichts bekannt - aber das will nichts heissen. Es werden zwar immer wieder Programme und Kampagnen über Radio und TV propagandiert (Obesity, Diabetes, etc), aber da ich sowas ignoriere *smile*, kann ich nichts dazu sagen.

"Fitness-Center"... hmmm... sagen wir mal es gibt hier ein paar "Mucki-Buden" :D ...die grösste ist neben dem Teufaiva Stadion, aber die hat den Charme der 50iger Jahre...

Ernährungsberatung gibts tatsächlich kostenlos im Vailoa-Hospital und in Broschüren vom Ministry of Health. Vielleicht kann man dir da dezidiertere und aktuelle Auskünfte zu so einem Programm geben... und wieviel Vater Staat wirklich heutzutage noch dazu bezahlt.
contact:
Ministry of Health, PO Box 70, Nuku'alofa, Kingdom of Tonga
Main Office & Enquiries: phone +(676) 28-233 / fax +(676) 24-291
oder: Public Health Services: phone +(676) 23-200 / fax ???

Ausserdem wird das Ministry of Health durch die WHO lokal unterstützt.
contact:
The WHO Country Liaison Officer in Tonga
c/o Director of Health / Ministry of Health...s.o.
>klick hier <

Denn die WHO listet Tonga unter den TOP 5 Ländern weltweit in der "BMI-grösser-als-30-Statistik".
>TOP5-Statistik<
>WHO Global InfoBase Online<
>WHO Country Profile Data TONGA<

dh 75% aller Frauen und 59% aller Männer in Tonga haben einen BMI>30 (zum Vergleich in Deutschland: 19% Frauen, 20% Männer)

In 2004 gab es ein kostenloses "Weight-Loss" Programm von der Village Mission Clinic, das sich einiger Beleibtheit.. äh Beliebtheit erfreute.
contact:
Village Mission Clinic / Dr Glennis Mafi
phone +(676) 27-522 / fax +(676) 29-770 / email: vmc@kalianet.to

So. Nun ist es aber genug...
Die Frage bleibt, ob du damit hier Geld verdienen kannst.
Investieren kann man hier jedenfalls genug *grins*
Und deine Marktstudien musst du schon selbst machen.
Normalerweise mache ich sowas beruflich und nehme Geld dafür *lach*
Und wenn ich jetzt hier damit anfange, kommt morgen der nächste und fragt, ob er sich als Metzger, Optiker, Automechaniker, Arzt, Zahnarzt, etc hier niederlassen soll (Alle mit "JA!!!" zu beantworten , wobei Optiker kritisch ist... die Tonganer haben kaum Fehlsichtigkeit - aber in Verbindung mit Hörgeräteakustiker liesse sich drüber nachdenken *smile*)

Gruss
Mahimahi

Cabalaca
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Re: Tonga: Existenzgründung - im Fitnessbereich?

Ungelesener Beitrag von Cabalaca » 24 Jul 05 20:36

@Mahimahi: Danke nochmal für die Infos! Nur keine Angst, ich wollte keine gratis Marktanalyse von dir :P :D .. es war nur mal eine Grundsatzinfo!

Die Frage ist natürlich, ob man mit einem gut bürgerlichen Restaurant dann nicht mehr Geld verdienen kann :D (brauchst keine Marktanlyse machen...)

Ich werde mir das ganze einmal via Internet "betrachten" und dann natürlich in einer mittelfristigen Zukunft auch noch vor Ort anschauen!

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Re: Tonga: Existenzgründung - im Fitnessbereich?

Ungelesener Beitrag von MArtin » 24 Jul 05 22:38

Hallo Cabalaca,

mehrfach haben wir schon den Tonganischen Minister für Tourismus zitiert:
"Die Strände Tongas sind gepflastert mit den zerbrochenen Träumen der Palangis."

Das trifft leider aber naturgemäß in besonderem Maße für Träume zu, die tongafern geträumt werden.

Wie auch früher bei Existenzgründungsfragen geraten, ist vor dem Träumen zumindest ein (wenn möglich längerer) Aufenthalt auf Tonga ratsam.
Für die Meisten bedeutet der auch das Ende ihrer Tonga-Träume.

Der Rest macht dann regelhaft Erfahrungen, die man sich nicht hätte erträumen können.

So leid es mir tut: Du kannst Dir von Europa aus keine realistische Vorstellung vom (Über-)Leben auf Tonga machen, weil es "ganz anders anders" ist, als Du es Dir vorstellst.

Eine realitätsnahe Vorstellung vom Leben auf Tonga vermitteln am ehesten noch unsere Buchtipps für Tonga.

Liebe Grüße :)

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Re: Tonga: Existenzgründung - im Fitnessbereich?

Ungelesener Beitrag von mahimahi » 25 Jul 05 9:32

Hallo Cabalaca
und hallo @MArtin - danke für die Worte...

Ich möchte das auch noch einmal explizit bestätigen, was MArtin schreibt.
Sehr viele Existenzgründungen von Palangis (Weissen) gehen hier den Bach runter. Und das hat viele verschiedene Gründe.

Man muss sich hier wirklich vor Ort ein Bild machen... nicht nur von der möglichen Marktsituation, Finanzierung, Business-Location, etc blablabla - sondern vom Leben hier - von den Menschen und von der Art und Weise, wie hier Geschäfte gemacht werden - und wie man hier miteinander und voneinander lebt und überlebt. Es ist eine völlig andere Kultur, die vom grünen Tisch zuhause nicht erlebbar und damit nicht planbar ist.

Geschäftsmodelle, die in Europa, USA oder Australien erfolgreich laufen und funktionieren, tun dies hier plötzlich aufgrund traditioneller und kultureller Besonderheiten plötzlich nicht mehr. Tonganer geben nicht für alles Geld aus, für das der Europäer Geld ausgeben würde - selbst wenn sie das Geld hätten. Viele Luxusartikel- und Gebrauchswaren werden privat über Familienmitglieder importiert. In anderen Bereichen wiederum spielt Geld überhaupt keine Rolle - es wird bezahlt und beschafft, was gebraucht wird. Tonganische Arbeitnehmer haben eine andere Einstellung zur Zeit und zur Arbeit als in Europa und Kunden haben eine andere Einstellung zur Bezahlung von Schulden. Die Rechtsprechung sowie behördliche Entscheidungen können zu erheblichen Verzögerungen und finanziellem Überbrückungsbedarf führen. Mit knapp 60.000 Bewohnern ist Tongatapu ein sehr kleiner Markt - die anderen Inseln sind noch kleiner und einige Branchen hängen fast ausschliesslich vom Tourismus ab - sprich, es gibt zT extreme saisonale Schwankungen.

Wer nicht gewohnt ist, eigenverantwortlich engagiert und ambitioniert zu arbeiten, wird es hier nicht schaffen. Wer nicht gewillt ist, Verzicht zu leisten, wird es hier nicht schaffen. Wer der deutschen Wohlstandskultur und dem Luxus hinterher trauert, ist hier am falschen Platz. Ebenso der, der aussteigen will, nur um unter der Palme zu liegen. Wer nicht genügend finanzielle Mittel mitbringt um ca. zwei Jahre zu überbrücken, wird es hier wahrscheinlich schwer haben, die Anfangsphase zu überleben. Wer bei der Auswahl von lokalen Geschäftspartnern gutgläubig, unerfahren oder leichtsinnig handelt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mal das erste Jahr finanziell überstehen - und mit lokal meine ich durchaus nicht nur tonganische, sondern auch deutsche, amerikanische, englische, australische, neuseeländische, chinesische, indische - sprich alle - Ortsansässige. Unerfahrene Investoren mit Träumen in den Augen sind leichte Opfer. Wer hier eine tonganische Familie heiraten oder gründen möchte, sollte sich, bei aller Liebe, ganz besonders vorher über Lebensart und Sozialkultur informieren.

Denn schliesslich arbeitet man hier ja nicht nur - sondern in erster Linie lebt man hier - oder möchte es gerne. Also sollten auch die tatsächlichen Lebensumstände und das soziale Umfeld zum persönlichen Traum passen - sonst merkt man plötzlich, dass man seine Hütte am falschen Strand gebaut hat... oder man beginnt auch hier wieder, seinem Wunschtraum hinterher zu laufen.

So. Ich hoffe, ich konnte das jetzt alles neutral und objektiv formulieren, aber doch klar machen - denn letztlich muss sich jeder sein eigenes Bild machen. Ich will weder schwarzmalen noch schönfärben, zumal ich mich hier über nichts beklagen kann - aber ich habe mir das Ganze auch erst einmal ein halbes Jahr vor Ort angeschaut... und aus heutiger fast zweijähriger Sicht kann ich nur sagen, 6 Monate sind das Mindeste... :D

Tonga ist nicht Deutschland - und Tonga ist auch nicht Fiji... oder Samoa... oder Tahiti... oder Südsee... Tonga ist Tonga. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

'Ofa atu
Mahimahi

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KatharinaF
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Tonga: Existenzgründung - im Fitnessbereich?

Ungelesener Beitrag von KatharinaF » 17 Okt 05 20:29

Da kann ich ich nur ins selbe Horn stoßen wie Mahimahi-er hat absolut und unumstößlich recht! Jeder sollte 1-2 Jahre hier erst mal leben, ansonsten wird er/sie sang- und klanglos absaufen mit den schönen Ideen, die man so aus Übersee mitbringt! Ich rate dringend, dies zu beherzigen!
Tschau!
Katharina

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