Banscheibenvorfall in Chile - keine Versicherung in D

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Info-Pool zu Gesundheit, Krankheitsvorbeugung und Behandlungsoptionen auf Reisen sowie Auslandskrankenvericherungen
Wie überall im WRF-Info-Pool:
1. WRF-Suche, ob zu Deiner Gesundheitsfrage bereits ein passendes Sachthema existiert -> Dort lesen, ggf. zur Ergänzung & Aktualisierung nachfragen.
2. Andernfalls zu jeder Gesundheits- oder Krankenversicherungsfrage ein neues separates Einzelthema mit aussagekräftigem Betreff aufmachen.
3. Auf Gegenseitigkeit posten wie in der WRF-Anleitung erklärt.
Danke! :)
Ruth
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Banscheibenvorfall in Chile - keine Versicherung in D

Ungelesener Beitrag von Ruth »

Hallo Ihr lieben Reisewuetigen,
hoffe es ist nicht zu frech meine Anfrage hier zu posten.
Ich habe folgendes Probem, habe mir auf der Reise einen Bandscheibenschaden, der den Ischiasnerv einklemmt, zugezogen, den ich seit Monaten mit mir herumschleppe und unterwegs eher halbherzig behandelt habe, weil ich konnte ja noch laufen und damit die Welt geniessen. Da die Schmerzen immer schlimmer wurden, bin ich jetzt einmal fuer 3 Wochen in Sandiago sesshaft geworden und besuche fleissig den Physiotherapeuten. Trotz der Behandlung sind die Schmerzen nicht besser geworden und heute hat er festgestellt, dass das Bein, auf das der Schmerz uebergeht, schwaecher ist als das andere. Er macht sich nun Sorgen, dass eine OP nicht mehr auszuschliessen ist und raet mir dringend vom Reisen und schleppen ab. Mein naechster Flug steht fuer den 8.09 an und natuerlich wuerde ich gerne weiter reisen bzw. ueberlege eventuell einfach laenger hier zu bleiben und es auf eine OP in Chile ankommen zu lassen. Immerhin bin ich derzeit noch vom besten Krankenhaus in Chile behandelt. Aber ich schweife ab, sorry, mein Kopf is etwas durcheinander.
Ich habe keine Krankenversicherung in Deutschland mehr. Wisst Ihr, ob mich eine Kasse z.B. die AOK nehmen muss, auch mit einem bestehenden Problem? Anderenfalls waere es schon aus finanziellen Gruenden besser hier zu bleiben. Stelle mir einen Krankenhausaufenthalt mit meinem rudimentaeren Spanisch und noch fast ohne Bekannte in der Stadt aber eher so mittel vor. Sorry fuer die wirren Gedankenspruenge und schon einmal Danke fuer eure Hilfe.
Viele Gruesse
Ruth
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MArtin
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Banscheibenvorfall in Chile - keine Versicherung in D

Ungelesener Beitrag von MArtin »

Liebe Ruth,
nein, Deine Anfrage ist hier richtig - und entspricht bestimmt auch Deiner momentanen Verunsicherung (im wahrsten Sinne :( ), die ich gut nachvollziehen kann.

Deine Situation ist hier in KV-Threads schon öfters phantasiert worden: Evtl. unversichert krank zurück zu kommen.

Ich habe leider, bitte verzeih, momentan keine Valenz, mich exakt in den Schriftkram einzuarbeiten - hoffe aber, dass einer der KV-AA-Spezialisten sich zeitnah meldet.
Hast Du denn eine Auslands-Krankenversicherung?
Soviel ich weiß, kann "Dich" die gesetzliche KV tatsächlich ablehnen, wenn Du krank & unversichert zurück kommst, ohne vorher eine Anwartschartschaft abgeschlossen zu haben.
Im Falle eines Falles und gewünschter Rückkehr wirst Du eh nicht drum herum kommen, Dich z.B. bei Deiner alten Kasse (fernmündlich) genau zu erkundigen. Tu es am besten, solange Du noch einigermaßen mobil bist (womit ich keine Teufel an die Wand malen, sondern vorausschauend nur das "Schlimmste" einberechnen will.)

Ich gehe gemäß Schilderung davon aus, dass Du Dich in fachkundigen Händen befindest (und keine Tipps & Ratschläge zur Krankheit selbst benötigst).
Trotzdem: Du schreibst, was der Physiotherapeut festgestellt haben will - aber was hast Du selbst gemerkt? Auch Schwäche? Taubheitsgefühle?
Bist Du auch medikamentös versorgt?

Du klingst sehr abgeklärt bzgl. einer möglichen OP vor Ort, was ich sehr weise finde - denn das wäre auch nicht die Katastrophe, wie sie sich Mancher in Deiner Lage wohl ausmalen könnte.

Halt uns auf dem Laufenden, ggf. auch per PN.

Erstmal gute Besserung und liebe Grüße :)
Ruth
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Krankenkasse zu Hause und "Reisemitbringsel"

Ungelesener Beitrag von Ruth »

Hi Zusammen,
erst einmal danke an Martin fuer die schnelle, wenn auch nicht ermutigende Antwort.
Du denkst, ich sollte es der Kasse tasaechlich vorher sagen? Ob ich vielleicht mal so hypothetisch anfragen kann?
Taubheitsgefuehl im Bein habe ich keins, nur ein Ziehen, dass sich eben von nur- beim- Hinsetzten im Januar (ja, war vielleicht ein bisschen fahrlaessig) zum Dauerschmerz (seit einigen Wochen) entwickelt hat. Die Schwaeche im Bein habe ich selbst bemerkt, nachdem ich nach 2 Monaten Voltaren, keine Lust mehr auf Medikamente hatte.
Habe mal die Homepage der AOK gescheckt, da wird beim Aufnahmeantrag nicht nach bestehenden Krankheiten gefragt, soll mir das Mut machen?
Gefaellt mir ja nicht die Protagonistin, der gefuerchteten und vieldiskutierten Frage zu sein. Aber eines Tages kann ich Euch dann vielleicht mal darueber auf dem Laufenden halten.
Weiss jemand, was passiert, wenn der Nerv den Druck nicht mehr aushaelt? Vollzieht sich das langsam oder gibt es da auch so Notoperationen von einem Tag auf den anderen. Eigentlich will ich das ja ganz vermeiden. Mache geich mal die Gymnastik.
Schon einmal 1000 Dank fuer Eure Tipps. Und packt nicht soviel in euren Rucksack!
Bye
Ruth
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MArtin
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Banscheibenvorfall in Chile - keine KV in D

Ungelesener Beitrag von MArtin »

Hallo Ruth,
ja, wenn der Druck auf den Nerv so groß wird, dass die Muskelschwäche ein deutlich einschränkendes Ausmaß erreicht, kann das die Indikation für eine rasche Op sein.
Um das in Deinem Fall zu vermeiden, solltest Du:
Nichts (und besonders keinen Rucksack) tragen, Dich nicht bücken, keine gleichzeitige Drehung des Oberkörpers, wenn Du Dich doch mal bücken musst.
Kein Zug, keine Kälte an den Rücken.
Nicht soviel Gymnastik machen (die ist eher was Langfristiges für das beschwerdefreie Intervall und hilft im Akutfall wenig, bzw. kann schaden.)
Versuche, möglichst Schmerzfreiheit zu erreichen, damit Du Dich nicht noch mehr verspannst. Das von Dir genannte Medikament (eher schon zu lange eingenommene) dient dazu und könnte (abends) durch ein Muskelrelaxans ergänzt werden, damit sich Deine Rückenmuskulatur entspannt und den Druck auf die Bandscheibe vermindert.
Finde eine bequeme Lagerung. Vielfach ist die sog. Stufenlagerung hilfreich: http://www.neuro24.de/r17.htm
Frag' mal im Umkreis, ob jemand Akupunktur anbietet.
Und ja, kläre einen möglichen Versicherungsschutz in Deutschland für den Fall der Fälle.

Liebe Grüße, gute Besserung
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Claus
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Banscheibenvorfall in Chile - keine Versicherung in D

Ungelesener Beitrag von Claus »

Hallo Ruth,

Erstmal Respekt, dass du eine mögliche OP in Chile so einfach in Kauf nimmst! Vielleicht kann ich dir etwas Mut machen, wenn ich sage, dass Bandscheiben- und Wirbelsäulenoperationen heutzutage nicht mehr so riskant sind, wie sie es vor ein paar Jahren waren, sondern mittlerweile fast Routineoperationen sind. (Klitschko, der Boxer, war sehr schnell wieder fit nach seiner Bandscheiben-OP).

Also, Kopf nicht in den Sand stecken! Irgendwie findet sich immer eine Lösung! Kannst du mir bitte mal deinen aktuellen Versicherungsschutz mitteilen, ich könnte dann mal telefonisch versuchen, bei den Versicherungen hier in Deutschland nachzufragen, wie es denn mit der Kostenübernahme in deinem Fall bei einer OP in Dtl aussieht. (auch gerne per pm).

Mein Vater hatte zwecks Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich ähnliche Probleme, wie du sie beschreibst. Seine Hauptnahrung war über ein Jahr lang (fast nur :-) Voltaren) Er wurde hier in Deutschland aber erst operiert, als akute Lähmungserscheinungen an Blase und Bein auftraten). Er hat die OP übrigens gut überstanden, und zwar schon vor gut 14 Jahren!!)

Ähm, ich bin sicher kein Arzt wie MArtin, allerdings ist der Ischiasnerv doch nicht im Bereich der Wirbelsäule (zumindest meines Wissens). Vor einer eventuellen OP auf jeden Fall mal eine Computertomographie machen lassen. Laut meines Vaters waren punktuelle Kältebehandlungen mit Eisbeuteln übrigens schmerzlindernd.


Also auf jeden Fall gute Besserung!

Gruß
Claus
Ruth
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Banscheibenvorfall in Chile - keine Versicherung in D

Ungelesener Beitrag von Ruth »

Vielen Dank fuer Euer Engagement und die vielen Tips! Ein bisschen Entwarnung ist angesagt. War heute noch einmal beim Physiotherapeuten und er sagte, nur wenn die Schwaeche noch schlimmer wird ist eine OP angezeigt. Versuche jetzt eine Versicherung in Deutschland von hier aus zu bekommen, falls es ohne Arbeitslosengeldantrag moeglich ist und bleibe so lang an Ort und Stelle. Mensch, Suedamerika hat doch eigentlich eniges mehr zu bieten als Santdiago. :cry:
Es waere ganz toll, Claus, wenn du mal bei einer Krankenversicherung nachhoeren wuerdest, derzeit bin ich bei Pro Trip vesichert.
Ihr seid so hilfbereit! 1000 Dank, hoffentlich kann ich es hier irgendwann wieder gut machen.
Viele Gruesse
Ruth
Ruth
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Bandscheibenvorfall in Chile - keine Versicherung in D

Ungelesener Beitrag von Ruth »

Jiphie. Habe gerade eine Mail vom Arbeitsamt bekommen, dass ich noch fuer einige Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld und damit auf Krankenversicherung habe. Und da kann ich mich sicher noch hinschleppen, jetzt muss ich mich nur noch mit dem Gedanken anfreunden meine Reise so frueh zu beenden, und ins kalte Deutschland zu kommen und einen Flug buchen.
Du brauchst also nicht zum Telefon zu greifen, Claus.
Viele Gruesse & noch einmal vielen Dank
Ruth
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MArtin
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Banscheibenvorfall in Chile - keine Versicherung in D

Ungelesener Beitrag von MArtin »

OK, die Entwarnung freut mich. :)
Wir bleiben noch ein bisschen "stand by", dann werde ich die Frage aus dem SOS-Forum (dass sich mal wieder bestens bewährt hat, Danke Claus!) in den Gesundheitspool verschieben.

Liebe Grüße :)
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Claus
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Banscheibenvorfall in Chile - keine Versicherung in D

Ungelesener Beitrag von Claus »

Hallo Ruth

Schön, dess du teilweise Entwarung geben kannst!
Ich habe heute Vormittag mal ein bisschen rumtelefoniert, konnte allerdings keine brauchbaren Infos herausfinden!

Übrigens ist zumindest in Deutschlands Westen das Wetter momentan sehr schön. Kalt ist es im Moment also wirklich nicht hier! (zumindest schwitze ich in meiner Dachgeschosswohnung Rotz und Wasser).

Ich kann mir gut vorstellen, dass es für dich eine schwere Entscheidung ist, deine Reise evtl früher als geplant zu beenden. Du solltest aber eines nicht vergessen: Hier geht es um deine Gesundheit! Und wenn du es später wirklich möchtest, gibt es immer Mittel und Wege, deinen Trip fortzusetzen, bzw wieder aufzunehmen!

Wie schon geschrieben: Kopf nicht hängen lassen, du bekommst das schon wieder auf die Reihe!! So "taff" wie du in deinem Eingangsposting geschrieben hast, habe ich keine Sorge um dich!! :)

Wenn du weitere SOS-Fragen hast, dann nur raus damit!!

Gruß Claus
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