Malaria : Diagnose? Handeln?

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AndreB
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Malaria : Diagnose? Handeln?

Ungelesener Beitrag von AndreB »

Hallo Felix,

danke fuer die schnelle Antwort, aber mein Problem ist eigentlich ein anderes:
Wenn die Aerzte Malaria nur aus Buechern kennen, koennte es fuer sie schwierig sein, den Unterschied von 40 Grad Malaria-Fieber von 40 Grad Erkaeltungs-Fieber sicher zu unterscheiden, unabhaengig vom Versorgungszustand des Landes. Und in der Beziehung wuerde ich laotischen Aerzten mehr vertrauen, sie kennen sich einfach damit aus. Ich hatte diese unangenehme Erfahrung schon einmal in Afrika machen muessen, und fuehlte mich zuverlaessig behandelt (es war keine Malaria).
Aber vielleicht weiss einer der reisenden Aerzte, wie leicht oder auch nicht so eine Diagnose waere? Immerhin tragen wir ein gewisses Risiko mit uns herum, auf das wir im Ernstfall reagieren muessten. Wobei auch die Frage interessant ist, bis wann man sich spaetestens zum Einnehmen der Standby-Medikamente entschliessen sollte?
Und noch eine Frage: -> Malarone in Thailand?

Gruesse
Andre
Kajosch
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Malaria : Diagnose? Handeln?

Ungelesener Beitrag von Kajosch »

Hallo Andre!

der nachweis von malaria geht (nach info meines tropenmediziners) über einen sog. "dicken tropfen", dir wird ein blutstropfen aus dem finger gepikst und mit irgendner art färbesiff versetzt. unter dem mikroskop läßt sich dann wohl ziehmlich schnell und eindeutig klären, ob du malaria hast oder nicht. allerdings ist der negative nachweis in einer frühen phase nicht immer eindeutig möglich, weswegen der test u.U. wiederholt wird. von fieberschüben ist der nachweis aber nicht abhängig.

so wie ich das momentan verstehe:
du sollst, ob propylaxe oder nich, bei jedem verdacht (s. Symptome) grundsätzlich erstmal an malaria denken und allerschnellstens nen arzt aufsuchen (so oft hat man ja auch kein fieber).
nur wenn innerhalb 24-48 h kein arzt erreichbar ist, nimmst du dein stand-by. d.h. wenn dir innerhalb von 48 h niemand eindeutig bestätigen kann, dass du KEIN malaria hast, rein damit... und natürlich trotzdem ab zum arzt. malaria ist anscheinend meist sehr gut behandelbar, solange man möglichst schnell mit der behnadlung beginnt. mit jedem tag den du versäumst, verschlechterst du deine situation aber erheblich...

so gesehen finde ich das ein greifbares, kalkulierbares risiko, mit dem man leben kann. allermeistens wirst du nen arzt in 48h erreichbarkeit haben, und wenns mal länger ist hast du dein stand-by (hab mich deswegen trotz "hohem risiko" auch gegen prophylaxe entschieden, dass nur am rand).

grüße
kajosch
Kajosch
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Malaria : Diagnose? Handeln?

Ungelesener Beitrag von Kajosch »

ups, das würde ja eigentlich alles schon gesagt... hätte mir mal den ganzen thread nochmal durchlesen sollen...nun ja.
Novro
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Malaria Quicktest auch in Deutschland

Ungelesener Beitrag von Novro »

Hallo,

Und zwar habe ich bei meiner Internetsuche gelesen, dass Malaria sich manchmal eben nicht sofort in krassen Fieberschüben zeigt, sondern manchmal auch schwächere Grippeähnliche Symptome haben könnte. <- stimmt diese Info?

Wenn ich fast am abklappern vor Schüttelfrost im Zelt liege, würde ich natürlich immer schnellstmöglich zum Arzt gehen, aber was wäre, wenn ich "nur" Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen o.ä. habe, aber wüsste, dass ich mich gerade oder vor kurzem in einem Malariagebiet war. Würde es dann Sinn machen, einen Malaria-Schnell-Test zu machen? Um gleich zu wissen, ob es Malaria sein kann, bevor die schlimmeren Symptome überhaupt anfangen? Oder gibt es Malaria mit schwachen Symptomen nicht? Das ist derzeit meine Überlegung...

Ich persönlich neige nämlich (zumindest zuhause) dazu, Kopf- und Gliederschmerzen einfach auszusitzen, so nach dem Motto 2-Tage Bettruhe kuriert alles, das wäre bei Malaria natürlich ein fataler Fehler.

Was meint ihr dazu?




[Beitrag verschoben aus dem Thread: Kennt ihr Malaria Stand-By Test MalaQuick?
thewanderer
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Malaria Quicktest auch in Deutschland

Ungelesener Beitrag von thewanderer »

Novro hat geschrieben:...habe ich bei meiner Internetsuche gelesen, dass Malaria sich manchmal eben nicht sofort in krassen Fieberschüben zeigt, sondern manchmal auch schwächere Grippeähnliche Symptome haben könnte. <- stimmt diese Info?
Ja, das stimmt. In den meisten Fällen beginnt eine Malaria so heftig wie ein Hammerschlag, aber nicht immer. Jeder Krankheitsverlauf ist anders, keiner kann dazu einen garantierten Verlauf beschreiben.

100% sicher ist dabei gar nichts, weder die empfohlene Prophylaxe, noch der Bluttest oder die Medikamente zur Behandlung. Das alles dient nur zur Reduktion des Risikos. Sicher ist nur: Wer nicht an Malaria stirbt, wird trotzdem sterben. :wink:

Also besser ein Mal zu viel testen lassen als zu wenig, aber nicht unbedingt bei den kleinsten Kopfschmerzen.

Gruss
thewanderer
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Astrid
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Malaria: Symptome? Diagnose? Handeln?

Ungelesener Beitrag von Astrid »

Hallo Novro :)
Novro hat geschrieben:... habe ich bei meiner Internetsuche gelesen, dass Malaria sich manchmal eben nicht sofort in krassen Fieberschüben zeigt, sondern manchmal auch schwächere Grippeähnliche Symptome haben könnte. ... Würde es dann Sinn machen, einen Malaria-Schnell-Test zu machen? Um gleich zu wissen, ob es Malaria sein kann, bevor die schlimmeren Symptome überhaupt anfangen?
Wenn der Test bei Erkrankung definitiv positiv ausfallen würde -> JA.

Ob der Schnell-Test jedoch positiv ist, hängt auch von der Menge der Parasiten im Blut ab - diese korreliert in aller Regel mit dem Krankheitsgrad.
Das bedeutet, dass zu Beginn einer Malaria mit evtl. schwächeren grippeähnlichen Symptomen das Testergebnis zwar negativ ausfällt, aber dennoch eine Malaria-Infektion vorliegt (falsch-negatives Ergebnis) :? .

Aus diesem Grund muß auch bei ärztlicher Diagnostik z.T. mehrfach in 12- bis 24-stündigem Abstand oder aber im Fieberschub(!) Blut entnommen und untersucht werden, bis eine Malaria mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Darüberhinaus kann ich Wanderers Aussage nur bestätigen und auch MArtin hat auf der ersten Seite dieses Threads bereits etwas zu Symptomen, Diagnostik und Therapie geschrieben...

Liebe Grüße
Astrid
Eine fremde Kultur ergründen zu wollen, ist wie der Versuch, den Horizont zu erreichen... Irgendwann steht man wieder an dem Punkt, an dem man begonnen hat - doch der Blick zum Horizont ist ein anderer. [A. Bokpe]
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Mercurs Reise
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Malaria : Diagnose? Handeln?

Ungelesener Beitrag von Mercurs Reise »

Ich möchte dieses Thema nochmal aufgreifen, weil ich mich gerade frage, ob es wirklich sinnvoll/notwendig ist bei unserer Zentralasienreise Malarone als Notfallmedikament mitzunehmen (wie vom Tropeninstitut empfohlen). Und zwar verstehe ich folgendes noch nicht ganz:

MArtin schrieb:
Die gesamte Diskussion zur Stand-By-Medikation für Malaria wird eh nur dann akut, wenn innert 48 Std. kein Arzt erreichbar ist.
Der erste Malariaanfall meist mit Fieber, Schüttelfrost (!) und starkem Schwitzen ist selten sehr ausgeprägt, geht spontan wieder weg - bevor der Zweite, je nach Malariaart meist nach 2-3 Tagen, kommt.
Ab wann rechne ich diese 48 Stunden? Ab dem ersten hohen Fieber, das spontan auftritt? Allerdings wenn ich dann die zweite Aussage dazu nehme, dass der erste Malariaanfall idR nicht wirklich stark ausgeprägt ist, ist doch davon auszugehen, dass ich erst beim zweiten Fieberanfall nach 2-3 Tagen überhaupt den Verdacht bzgl. Malaria habe und davor davon ausgehe, dass ich ne Grippe habe?
Reicht es also, wenn ich nach dem zweiten Fieberanfall innerhalb 48 Stunden einen Arzt aufsuche oder sollte ich dann so schnell wie möglich vorsichtshalber Malarone nehmen (was ja dann bedeuten würde, dass ich Malarone mitnehmen müsste)?

Meine Frage hat vor allem den Hintergrund, dass wir ja jetzt nicht unbedingt in ein typisches Malariagebiet fahren und deswegen der Verdacht auf Malaria nicht so naheliegt. Allerdings müssen wir gerade mit unseren Kindern halt auch eher "auf Nummer sicher" gehen.
Danke für eine genauere Erklärung!
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Astrid
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Malaria : Diagnose? Handeln?

Ungelesener Beitrag von Astrid »

Hallo Mercur :)

Wenn Du Verdacht auf einen (ersten) Malariaanfall hast, solltest Du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, statt an die Einnahme einer Malaria-Stand-By-Medikation zu denken.
Nur ein Arzt kann - und auch nur WÄHREND des Malaria-Anfalls - Plasmodien mikroskopisch im Blut nachweisen und lokale Ärzte wissen, wie die örtliche Malaria optimal(er) zu behandeln ist.
Je weniger Anfälle Du vor Therapiebeginn erlitten hast, desto größer sind die Erfolgsaussichten der Therapie und umso schneller ist die Erholung.
Stand-by-Medikamente zu nehmen ist also nur sinnvoll, wenn während bzw. 48 Stunden nach einem vermuteten Malaria-Anfall kein Arzt erreichbar ist.

Davon abgesehen ist bei jedem Fieber, dass nach 1-wöchigem Aufenthalt in aktivem Malaria-Gebiet auftritt, eine Malaria zu vermuten bzw. auszuschliessen.

Außer bei ausgedehnten Langzeit-Dschungeltouren kann ich mir eigentlich keine Situation vorstellen, in der nicht zeitnah bei vermutetem Malaria-Anfall ein Arzt zu erreichen ist.

Liebe Grüße
Astrid
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Mercurs Reise
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Malaria : Diagnose? Handeln?

Ungelesener Beitrag von Mercurs Reise »

Ok, das habe ich jetzt verstanden. Das heißt bei jedem Fieber muss ich erstmal an Malaria denken und am besten zum Arzt. Aber das heißt ja auch, dass ich Malarone eigentlich nicht mitnehmen brauche, oder? Oder sollte ich es mitnehmen, um es nach der Diagnose durch den Arzt nehmen zu können? Was meinst du?
Danke schon mal für die Beratung!
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