Winterwandern Norwegen - welcher Schlafsack ?

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Selket
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Winterwandern Norwegen - welcher Schlafsack ?

Ungelesener Beitrag von Selket » 28 Sep 05 9:27

Hallo!

Ich möchte im Dezember/Januar für ca. zwei Wochen in Norwegen wandern gehen, habe bisher allerdings nur Wandererfahrung ohne Schnee gesammelt und hoffe, hier einige wertvolle Tipps zu bekommen.

- Welchen Schlafsack, z.B. Daunen- oder Kunstfaserschlafsack?

Ich möchte also so ziemlich alles wissen, da ich so etwas noch nie gemacht habe. Natürlich werde ich nicht alleine unterwegs sein, doch auch mein Reisepartner war bisher nur ohne Schnee unterwegs.

Danke schonmal für eure Antworten!

Liebe Grüße,
Selket

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MArtin
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Winterwandern Norwegen - welcher Schlafsack ?

Ungelesener Beitrag von MArtin » 28 Sep 05 9:42

Hallo Selket,

ich habe Deinen Multi-Fragen-Beitrag vorläufig mal in 3 Einzelfragen gesplittet, damit's übersichtlich bleibt.
Selket hat geschrieben:... Ich möchte also so ziemlich alles wissen...
Dann wirst Du viel Suchen und Lesen müssen, mit Eiseskälte ist nicht zu spaßen, da lauert schnell Lebensgefahr! (Ein guter Lese-Einstieg hier sind übrigens die VORworte.) ;)

Grundsätzliches (Qualitätsmerkmale, Wärmeentwicklung, Gewicht etc.) zu "Daunen oder Kunstfaser-Schlafsack?" bzw. "Mumien- oder Kastenschlafsack" ist unter Grundwissen Ausrüstung hier geschrieben.

Spezifischeres, besonders für Wandern und Camping in kalten Regionen, kommt hier bestimmt nochmal von berufenerer Seite.

Liebe Grüße :)

schorsch
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Winterwandern Norwegen - welcher Schlafsack ?

Ungelesener Beitrag von schorsch » 29 Sep 05 19:26

Hallo Selket,

eine Wintertour ist super, dass lass Dir schon mal gesagt sein. Allerdings darf man dass ganze vor allem in Skandinavien nicht unterschätzen, gerade wenn man vorher noch nie im Winter unterwegs war.
Ihr solltet Euch Gedanken machen, wie Ihr euch fortbewegen wollt, denn mit reinem Laufen ist es sehr anstrengend bis unmöglich.
Deswegen entweder mit Backcountry-Skiern (wie es die Skandinavier auch machen) oder zumindest mit Schneeschuhen.

Gerade Dezember/ Januar sind ja sehr kalte Monate, vielleicht sucht ihr euch erst mal ein Gebiet, in dem es (unbewirtschaftete) Hütten gibt. Dort könnt ihr übernachten, und dann wird es eine kombinierte Zelt/ Hüttentour.

Zum Thema Schlafsack kann ich Dir nur aus eigener Erfahrung zu Daunen raten. Hochwertige Daunenschlafsäcke sind meistens leichter und kompakter, haben ein angenehmeres Schlafgefühl und sind ggf. durch ein wasserabweisendes Aussenmaterial auch vor Feuchtigkeit geschützt. Leider sind sie auch ein bisschen teurer, dafür wiederum halten sie länger als Kunstfaserschlafsäcke. Gute Modelle gibt es von Mountain-Equipment, North Face, Marmot...

Mindestens genauso wichtig ist allerdings eine warme und dicke Isomatte, da man ja meistens auf Schnee schläft. Gut sind hier Matten aus EVAZOTE-Schaum, oder dickere Therm-a-Rest Matten, vielleicht sogar zwei. (Gut, ich friere schnell, das zur Info). Zum Schlafen lange Unterwäsche tragen, wenn es kalt ist, eine Mütze auf den Kopf.
Direkt vor dem Schlafen gehen noch mal bewegen, um den Kreislauf auf Touren zu bringen, möglichst warm essen und trinken.

Viel Spaß,

Florian


P.S.: Der Ausrüster meines Vertrauens hat gerade einen Winterschlafsack reduziert, schau mal auf insider-outdoor.de
A trip doesn't bring you the answers, but it brings you the key for finding them.

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Claus
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Winterwandern Norwegen - welcher Schlafsack ?

Ungelesener Beitrag von Claus » 01 Okt 05 17:23

Hallo Selket

grundsätzlich hat schorsch schon mal das wichtigste angesprochen!

Ohne genau zu wissen, wo du in Norwegen wandern möchtest, nochmal ein paar Tips von mir:

* ich gehe davon aus, dass die Temperaturen durchaus an die -30°C gehen können. Gaskocher verweigern da normalerweise ihren Dienst, deshalb entweder Benzin- oder Spirituskocher verwenden. (und genügend Brennstoff einpacken, Wasser müsst ihr wahrscheinlich erst mal durch Schmelzen von Schnee herstellen)

* Die Schlafsackunterlage ist wirklich wichtig. Eine wirklich gute Unterlage ist die "Downmat" (Hersteller ist glaube ich Yeti). Durch eine Daunenfüllung erreicht sie sehr gute Isolationswerte.

* Du solltest dir bewusst sein, dass zu dieser Jahreszeit nicht sonderlich viele Leute unterwegs sind. Zwei Wochen können, auch wenn man mit einem Partner unterwegs ist, doch recht lange werden.

* Wenn ihr in Nationalparks wandern wollt, die im Sommer bewirtschaftete Hütten haben, würde ich vorher abklären, ob diese Hütten auch im Winter überhaupt offen sind und ob dort die Möglichkeit besteht, Verpflegung nachzukaufen. (Wichtig für die Futter-Planung)

* die zeitliche Planung sehr locker halten. Wenn man mal 2 Tage einen Schneesturm abwettern muss (dann sieht man teilweise keine 10 Meter weit, trotzdem weiterwandern ist da wirklich gefährlich), kommt sehr leicht die ganze Planung durcheinander.

* eine gut isolierende Thermoskanne (pro Mann) ist unerlässlich. Es geht nichts über ein warmes Getränk bei kalten Temperaturen.

* Die meisten Winter-tourer, die ich kenne nehmen eine Sturmhaube (Balaklava, oder so ähnlich) mit, damit ist der Kopf- und Halsbereich dann recht gut vor Kälte geschützt. Recht praktisch sind auch "Daunen-Füßlinge"

* Sonnenbrille ist ebenfalls wichtig (gegen Schneeblindheit)

* am besten ein wintertaugliches Zelt mitnehmen (wenn die Tour keine reine Hüttentour werden soll)

So, das fiel mir jetzt spontan zu deinem Vorhaben ein. Vielleicht könntest du (ggf. unter anderem Titel oder im Vorstellungsbereich) genauere Angaben zu der geplanten Tour machen, bzw. die Region Norwegens angeben, wo ihr wandern wollt. Vielleicht kann ich dann noch ein paar weitere Tips geben.

Gruß Claus

Hannes1983
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Re: Winterwandern Norwegen - welcher Schlafsack ?

Ungelesener Beitrag von Hannes1983 » 05 Okt 05 14:20

Claus hat geschrieben: * ich gehe davon aus, dass die Temperaturen durchaus an die -30°C gehen können. Gaskocher verweigern da normalerweise ihren Dienst, deshalb entweder Benzin- oder Spirituskocher verwenden. (und genügend Brennstoff einpacken, Wasser müsst ihr wahrscheinlich erst mal durch Schmelzen von Schnee herstellen)
Noch eine Ergänzung zu Claus. Einen Spiritskocher kann ich bei diesen Temperaturen absolut nicht empfehlen, denn Spiritus macht bei 0 Grad schon mächtig Ärger. Daher ist ein Benzinkocher unerlässlich.

Aber nochmal allgemein zu eurem Vorhaben. Ich finde ihr dürft das nicht so auf die leichte Schulter nehmen. Ihr macht den Eindruck als hättet ihr noch gar keine richtige Ausrüstung dafür, und die auf einmal zu kaufen ist doch schon sehr teuer. Winterhandschuhe, Skier oder Schneeschuhe, Daunenjacke, Zelt, Schlafsack, und Bezinkocher usw.
Ich könnte Euch für den Einstieg z.b. den Bärentrek in Finnland oder den Patjetalenten in Schweden empfehlen. Es gibt in regelmäßigen Abständen Hütten, die man kostenlos nachts benutzen darf (meist mit Offen).

Gib doch mal preis, was ihr genau vorhabt. :D

Gruß Hannes

Baity
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Winterwandern Norwegen - welcher Schlafsack ?

Ungelesener Beitrag von Baity » 05 Okt 05 20:26

Die Downmat (auch Daunenmatte) ist von Exped kann man nur empfehlen, da sie sehr gute Isolationswerte hat.

Schlafsäcke zu finden ist eine teuere Angelegenheit ein paar Beispiele findet die unter http://www.radfahren-gegen-krebs.de/aus ... fsack.html

Ich kann sie alle nur empfehlen, vielleicht ist ja einer dabei. Allerdings relativ teuer, aber bei solchen Temperaturen bewegt man sich schon im oberen Sektor der Daunenschlafsäcke.
Der Glacier 1000 ist sogar wind- und wasserdicht, daher bleibt die Daune
auch immer trocken.
Der Apache oder Antelope hat ist winddicht und wasserABWEISEND.

albatross02
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Winterwandern Norwegen - welcher Schlafsack ?

Ungelesener Beitrag von albatross02 » 06 Okt 05 10:08

Hallo,

es wurden schon viele wichtige Dinge genannt.
Ich denke Norwegen ist nicht gleich Norwegen. Es kommt sicher darauf an ob man im Süden, Norden, an der Küste, Binnenland oder Hochgebirge unterwegs ist. Wenn ich mich richtig erinnere waren vor 2 Jahren im Norden Skandinaviens fast -50 Grad.
Kalte Regionen habe ich fast nur im Hochgebirge, nicht weit vom Äquator miterlebt ( außer Moskau, aber dort habe ich nicht gezeltet ).
Der Unterschied ist aber, das es nachts kalt ist ( durchaus -35 Grad ), aber tagsüber wird es warm und die intensive Sonnenstrahlung ( die Sonne steht in Äquatornähe sehr schnell im Zenit ) heizt das Zelt schnell auf. Wenn man bei Gipfeltagen in der Dunkelheit startet, hat man irgendwie keine Lust, es fällt schwer aufzustehen. Es ist kalt draußen und alles wie Kochen, mal auf Toilette usw. fällt schwer. Alles Wasser muß es mal erzeugt werden ( Kocher ), zum Händewaschen, Zähneputzen, Kaffee usw.
Zum Kochen im Zelt ist eigentlich ein Benzinkocher nicht geeignet, da ist eher ein Gaskocher ratsam. Bei tiefen Temperaturen mußt Du allerdings massenhaft Kartuschen schleppen.
Bevor Du nach Norwegen gehst, mach am besten mal eine richtige Wintertour ( Biwak in den Alpen o.ä. ).

Gruss
Dieter

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